| 2004-10-28 |
| Der Bundestag Deutschlands beschließt (zur Erhöhung der Steuereinkünfte durch mehr berufstätige Mütter und mehr staatlich finanzierte Arbeitsplätze) die Erhöhung des Angebots an Kinderkrippen und Tagesmüttern. |
| Paul Kirchhof wird als Nachfolger Ulrich Cartellieris Aufsichtsrat der Deutschen Bank. |
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| 2004-10-27 |
| Der designierte Präsident der Europäischen Kommission zieht die Liste der Kommissare vor dem mit Ablehnung drohenden Europäischen Parlament zurück. |
| Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Deutschlands ist ein in einem Zeitungsartikel in einer sein allgemeines Persönlichkeitsrecht verletzenden Weise Beschriebener (z. B. Würzburger, gegen seinen Willen aus dem Justizdienst als Staatsanwalt entlassener Rechtsanwalt) bereits dann unmittelbar betroffen, wenn er für einen sachlich interessierten Personenkreis identifizierbar ist (1 BvR 263/2003 14. Juli 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts Deutschlands kann ein Arbeitgeber (z. B. Allianzversicherung) in Köln Arbeit am Karnevalsdienstag ohne Zustimmung des Betriebsrats anordnen (1 ABR 31/2003 26. Oktober 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts Deutschlands löst der Antrag auf Teilzeitarbeit die Verhandlungsobliegenheit des Arbeitgebers auch bei Nichtwahrung der Dreimonatsfrist aus, wenn der Arbeitgeber sich auf das Verlangen sachlich eingelassen hat (9 AZR 626/2003 20. Juli 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf darf die Verlagsgruppe Holtzbrinck die Berliner Zeitung nicht erwerben (IV Kart 7/2004). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe ist die Besserstellung von Ehegatten gegenüber eingetragenen Lebenspartnerschaften rechtmäßig (12 U 195/2004 21. Oktober 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Landgerichts Hannover ist der Veranstalter (TUI) der Reise, deren Reisende durch den Terroranschlag auf die Synagoge La Ghriba auf Djerba am 11. April 2002 verletzt wurden, nicht zu Schadensersatz verpflichtet, weil er keine Pflichten verletzt hat und die Verletzung durch Attentate zum allgemeinen Lebensrisiko gehört (13 O 114/2004). |
| Nach einer Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe ist die 2003 ergangene Anordnung zur Durchsuchung der Privaträume einer Ermittlungsrichterin wegen des Verdachts der Verletzung eines Dienstgeheimnisses rechtmäßig (2 Qs 114/2002 12. Oktober 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Tampere ist Matti Nykänen wegen schwerer Körperverletzung eines Freundes in Volltrunkenheit nach einem verlorenen Fingerhakeln zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. |
| Nach einer Entscheidung des zuständigen Gerichts Floridas dürfen Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen bei Terri Schiavo beenden. |
| Der Landtag Niedersachsens beschließt die Aufhebung der vier Bezirksregierungen. |
| In Südtirol ist ab 2005 in Gaststätten das Rauchen außerhalb von (essensfreien) Raucherräumen verboten. |
| Ab 8. November 2004 dürfen Dollars in Kuba nur noch mit einem Abschlag von 10 Prozent in Pesos umgetauscht werden. |
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| 2004-10-26 |
| Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ist die Verweigerung einer Leistung an einen ehemaligen Kriegsgefangenen durch einen Mitgliedstaat wegen des Fehlens der (früher vorhandenen) Staatsangehörigkeit im Zeitpunkt der Antragstellung europarechtsmäßig (C-386/2002 16. Dezember 2004). |
| Nach Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Deutschlands ist die kleine Parteien benachteiligende Regelung des Parteiengesetzes Deutschlands zur Parteienfinanzierung (sog. Dreiländerquorum) verfassungswidrig (2 BvE 1/2002 u. a.). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands darf ein Leasinggeber bei fristloser Kündigung des Leasingvertrags wegen Zahlungsverzugs des Leasingnehmers bei Berechnung des Schadensersatzanspruchs nicht den intern kalkulierten Restwert zu Grunde legen (VIII ZR 387/2003 14. Juli 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands muss bei entsprechender Verpflichtung im Franchisevertrag der Franchisegeber erlangte Rabattvorteile vollständig an den Franchisenehmer weitergeben (KZR 27/2001 13. Juli 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs Deutschlands ist eine Zuschlagszahlung an einen Gesellschaftsgeschäftsführer einer Kapitalgesellschaft für Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit oder Nachtarbeit nicht in jedem Fall eine verdeckte Gewinnausschüttung (I R 111/2003 14. Juli 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs Bayern ist die befristete Übertragung von Ämtern mit leitender Funktion in Bayern gemäß Art. 32a BayBG verfassungswidrig (15 VII/2001). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg muss ein Unternehmen den über links möglichen Zugriff auf in Deutschland rechtswidrige Glücksspiele verhindern (5 U 160/2003 14. Juli 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg darf ein Unternehmen in Italien rechtmäßig nachgebaute Leuchten im Bauhausstil im Internet auch Käufern in Deutschland anbieten, obwohl der Nachbau in Deutschland rechtswidrig ist, wenn darauf hingewiesen wird, dass das Eigentum in Italien übertragen wird (5 U 143/2003 7. Juli 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln darf eine Ausländerbehörde einen sich illegal in Deutschland aufhaltenden Ausländer (z. B. auf Grund entsprechender Anwendung einer Vorschrift eines Landespolizeigesetzes) vorläufig in Gewahrsam nehmen (16 Wx 195/2004 1. Oktober 2004). |
| Nach einer Eilentscheidung des Oberverwaltungsgerichts Thüringen muss Leinefelde-Worbis der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands die Sporthalle (Obereichsfeldhalle) für den Bundesparteitag zur Verfügung stellen. |
| Nach einer Entscheidung des Landgerichts Osnabrück geht eine ausdrücklich mitgeteilte Verkaufsbedingung (z. B. Mehrwertsteuer zusätzlich) den allgemeinen Geschäftsbedingungen von ebay (Bruttopreise) vor (12 S 573/2004 5. Oktober 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen kann ein erfolgloser Bieter um einen öffentlichen Auftrag nicht den Zuschlag an einen Wettbewerber mit Hilfe der Verwaltungsgerichte verhindern (12 L 2120/2004 15. Oktober 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Trier muss ein Zweckverband bei einem Eilantrag auf Untersagung der Ausführung eines Auftrags durch einen Wettbewerber auch seine Klagebefugnis im Hauptverfahren wahrscheinlich machen (1 L 121/2004 20. Oktober 2004). |
| Nach einer Entscheidung des zuständigen Gerichts Großbritanniens ist Michael Mennell wegen Fahrens auf einem Rasenmäher mit überhöhtem Blutalkoholgehalt der Führerschein entzogen. |
| Die Justizminister der Mitgliedstaaten der Europäischen Union vereinbaren für Drogendelikte ein angeglichenes Strafrahmenniveau und für Reisepässe einheitliche biometrische Daten (Gesichtsfelderkennung und Fingerabdruck auf Chip). |
| Nach einer Entscheidung der Europäischen Kommission darf die Polizei eines Mitgliedstaats (z. B. Italien) nicht die Tätigkeit von Fremdenführern aus anderen Mitgliedstaaten für Städteführungen untersagen (ausgenommen bei Besuchen von Museen oder Geschichtsdenkmälern). |
| Nach einer Entscheidung der Europäischen Kommission müssen Coats Holdings und Prym je 30 Millionen Euro wegen rechtswidriger Kartellabsprachen zahlen. |
| Nach einer Entscheidung der Europäischen Kommission bestehen keine Bedenken gegen die Übernahme Peoplesofts durch Oracle. |
| † Josef Alpmann 26. Oktober 2004. |
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| 2004-10-25 |
| Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Deutschlands darf die Feststellung der politischen Verfolgung eines Asylsuchenden nicht allein wegen Nichtstellung des Asylantrags unmittelbar bei der Einreise an der Grenze abgelehnt werden (2 BvR 2020/1999 27. April 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs Deutschlands ist das Unterstellen von Reitpferden von Freizeitsportlern keine für den Einsatz in der landwirtschaftlichen Erzeugung bestimmte (und deshalb umsatzsteuerbegünstigte) Dienstleistung (V R 41/2002 22. Januar 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Kammergerichts Berlin macht sich ein vorsätzlich auf wirksame Schutzmaßnahmen gegenüber Zugriffen Minderjähriger verzichtender Betreiber pornographischer Angebote im Internet wegen Verbreitens pornographischer Schriften strafbar (1 Ss 436/2003 16. April 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe besteht bei dem sog. Top-Rope-Klettern in der Halle bei einem Absturz des Kletternden keine Einschränkung der Haftung des Sichernden (z. B. durch Einwilligung in eine bestehende Gefahr oder durch Sportregeln) (7 U 207/2002 13. Oktober 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg hat nach dem Schulgesetz Baden-Württembergs trotz des Mitwirkungsrechts des Schulträgers das Land als Dienstherr über die Bestellung des beamteten Schulleiters zu entscheiden (9 S 1749/2004 16. August 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Landgerichts Hamburg ist Thomas Drach wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einem Monat Haft verurteilt. |
| Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Koblenz dürfen für ein Seniorenheim mit Appartements im betreuten Wohnen keine Abfallgrundgebühren, sondern nur Behältergebühren für ein gewerbliches Unternehmen erhoben werden (7 K 1507/2004). |
| Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Koblenz hat ein während seiner Examensklausuren einer Krankengymnastik bedürftiger Prüfling keinen Anspruch auf Durchführung der Krankengymnastik an seinem Schreibplatz im Prüfungsraum (7 L 3053/2004 19. Oktober 2004). |
| Nach einer Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe muss die Leimener Zementfabrik HeidelbergCement vorläufig die Pflichten aus dem Emissionshandel mit Treibhausgasen dem Land gegenüber erfüllen (10 K 2205/2004). |
| Nach einer Entscheidung des zuständigen Gerichts sind 6 der 47 Bewohner der Pitcairninseln (Nachfahren der Meuterer auf der Bounty) wegen sexueller Verbrechen schuldig gesprochen. |
| Der Bundestag Deutschlands verlängert die Geltung der §§ 100g, 100h stopp bis 2007. |
| Der Ölpreis steigt in New York auf 55,67 Dollar pro Fass. |
| Der deutsche Aktienindex fällt auf 3854 Punkte. |
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| 2004-10-24 |
| Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ist eine allein mit dem Ziel der Gründung einer Kapitalgesellschaft errichtete Personengesellschaft zum Abzug der Vorsteuer für den Bezug von Dienstleistungen und Gegenständen berechtigt, wenn entsprechend ihrem Gesellschaftszweck ihr einziger Ausgangsumsatz die Übertragung der bezogenen Leistungen mittels eines Aktes gegen Entgelt an die Kapitalgesellschaft nach deren Gründung war und die Übertragung des Gesamtvermögens so behandelt wird, als ob keine Lieferung oder Dienstleistung vorliegt (C-137/2002 29. April 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Deutschlands ist eine auf Verletzung des Justizgewährungsanspruchs gestützte Verfassungsbeschwerde gegen eine die Klage eines Pfarrers gegen eine autonome Maßnahme einer Kirche (z. B. Versetzung in den Wartestand) mangels Rechtswegs zu den staatlichen Gerichten als unzulässig abweisende Entscheidung eines Verwaltungsgerichts nur zur Entscheidung anzunehmen, wenn substanziiert dargetan wird, dass diese Maßnahme unwirksam sein könnte (2 BvR 496/2001 27. Januar 2004). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands ist ein aus dienstlichen Gründen beurlaubter, privat angestellter Bundesbahnbeamter bei Tätigkeit als Angestellter kein Amtsträger (2 StR 486/2003 16. Juli 2004). |