| 2010-12-05 |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands ist der Vermieter preisfreien Wohnraums bei der Abrechnung der umlagefähigen Betriebskosten regelmäßig berechtigt, mehrere von ihm verwaltete und der Wohnnutzung dienende zusammenhängende Gebäude vergleichbarer Ausstattung und Größe zu einer Abrechnungseinheit zusammenzufassen (VIII ZR 73/2010 20. Oktober 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands muss ein behandelnder Arzt nicht wegen schuldhafter Pflichtverletzung für einen Schaden einstehen, wenn ihm im Zeitpunkt der Behandlung ein Risiko nicht bekannt war und nicht bekannt sein musste (VI ZR 241/2009 19. Oktober 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts Deutschlands muss eine Nichtzulassungsbeschwerdebegründung die ausführliche Darlegung einer behaupteten Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und deren Entscheidungserheblichkeit enthalten (5 AZN 599/2010 1. September 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichts Deutschlands erhöht sich in sozialrechtlichen Angelegenheiten der Schwellenwert für die Geschäftsgebühr, wenn der Rechtsanwalt in derselben Sache für mehrere Auftraggeber tätig wird (14 AS 83/2008 R 21. Dezember 2009). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs Deutschlands können wegen Unbewohnbarkeit einer Wohnung erforderliche Mietzahlungen für einen zusätzlichen weiteren Wohnbedarf für den betreffenden Zeitraum außergewöhnliche und aus tatsächlichen Gründen zwangsläufige Aufwendungen sein (VI R 62/2008 21. April 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs Sachsen ist der Ausschluss Holger Apfels (NPD) von 10 Sitzungen des Landtags wegen antisemitischer Äußerungen verfassungsgemäß (nicht fehlerhaft). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Stuttgart entsteht bei einverständlicher Entscheidung ohne Termin in Sorgerechtsverfahren gleichwohl eine Terminsgebühr und kann bei Beantragung der Übertragung der gesamten elterlichen Sorge auf einen Elter die Terminsgebühr nicht mit der Begründung versagt werden, es liege kein in § 155 I FamFG genannter Verfahrensgegenstand vor (8 Wf 133/2010 14. September 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main reicht es für ein fahrlässiges Führen eines Kraftfahrzeugs unter berauschenden Mitteln gemäß § 24a II StVG aus, wenn der Kraftfahrer das Fahren unter der Wirkung des Rauschgifts für möglich hält (2 Ss-O Wi 116/2010 20. August 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg ist eine Klagerücknahmeerklärung grundsätzlich nicht widerruflich (5 LB 110/2010 3. Juni 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Landgerichts München I sind vier Angeklagte wegen versuchter Erpressung E.ons zu Haft bis zu 33 Monaten verurteilt. |
| Nach einer Entscheidung des Landgerichts Rostock hat ein Demonstrant gegen Mecklenburg-Vorpommern wegen Unzuständigkeit keinen Anspruch auf Schadensersatz wegen Verletzung seines Auges durch einen Wasserstrahl eines Wasserwerfers, weil die Besatzung des Wasserwerfers aus Nordrhein-Westfalen gekommen war. |
| Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Berlin-Schöneberg unterliegt der Bereicherungsanspruch des Mieters, der aus Aufwendungen auf die Mietsache (z. B. Ausführen von Schönheitsreparaturen, zu denen sich der Mieter infolge unwirksamer Abwälzungsklauseln und kraft Vorabnahmeprotokolls verpflichtet glaubt) folgt, der kurzen mietrechtlichen Verjährung nach § 548 II BGB (17 b C 206/2009 16. April 2010). |
| Nach einer Entscheidung des obersten Gerichts Guineas ist Alpha Condé Präsident und die Klage des unterlegenen Cellou Dalein Diallo zurückgewiesen. |
| Der Landtag Hessens ändert die Bauordnung dahingehend, dass die Rechtsgrundlage für die Solarsatzung Marburgs entfällt (3. Dezember 2010). |
| In Deutschland kostet ein Studienplatz in Ingenieurwissenschaften jährlich 5780 Euro, in Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft oder Sozialwissenschaft 3060 Euro (Recht ist billig). |
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| 2010-12-04 |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands sind die in § 1578 b BGB aufgeführten Kriterien objektive Umstände, denen keine subjektive Vorwerfbarkeit anhaftet, weswegen im Rahmen der Abwägung des § 1578b BGB keine Aufarbeitung ehelichen Fehlverhaltens stattfindet (XII ZR 53/2009 20. Oktober 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands ist bei Abführung von Umsatzsteuer an das Finanzamt unter Verletzung des gesetzlichen Vorrangs der Verfahrenskosten durch einen Insolvenzverwalter dessen bei Stundung der Verfahrenskosten bestehender Anspruch auf Vergütung gegen die Staatskasse entsprechend zu kürzen (IX ZB 224/2008 14. Oktober 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands ist die besondere Zuwendung für Haftopfer nach § 171 StrRehaG auch dann ab dem auf die Antragstellung an die zuständige Verwaltungsbehörde folgenden Monat auszuzahlen, wenn der Antrag gestellt wird, ehe eine rechtskräftige gerichtliche Rehabilitierungsentscheidung vorliegt (4 StR 646/2009 10. August 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Deutschlands ist ein Widerspruchsverfahren ausnahmsweise auch dann entbehrlich, wenn seinem Zweck bereits Rechnung getragen ist oder der Zweck nicht mehr erreicht werden kann (8 C 21/2009 15. September 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts Deutschlands setzt die Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf Antrag des Arbeitgebers die Prognose einer schweren Beeinträchtigung des Austauschverhältnisses voraus (2 AZR 482/2009 9. September 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts Deutschlands hat ein von einer Gehaltserhöhung ausgenommener Arbeitnehmer gegenüber seinem Arbeitgeber einen gegebenenfalls im Wege der Stufenklage durchsetzbaren Auskunftsanspruch über die für eine Gehaltserhöhung verwendeten Regeln (1 AZR 874/2009 27. Juli 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichts Deutschlands ist für sofortige Beschwerden mangels streitwertabhängiger Gebühren für Gerichtskosten im sozialgerichtlichen Verfahren kein Streitwert festzusetzen und gilt für Gerichtskosten ein Analogieverbot (1 KR 1/2010 D 7. September 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs Deutschlands ist bei Zusammenleben mehrerer Unterhaltsempfänger eine Aufteilung einheitlicher Unterhaltszahlungen nur möglich, wenn diese gewissermaßen „aus einem Topf“ wirtschaften (VI R 35/2009 30. Juni 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Stuttgart kann bei der Gestaltung eines Handlaufs einer Treppe in einer Eissporthalle eine Verkehrssicherungspflicht verletzt sein (12 U 55/2010 20. Juli 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg ist aus dem Anlegen eines Sparbuchs auf den Namen eines Kindes und dem Behalten des Sparbuchs regelmäßig zu schließen, dass der Zuwendende sich die Verfügung über das Sparguthaben bis zu seinem Tod vorbehalten will und er damit alleiniger Inhaber der im Sparbuch verbrieften Forderung bleibt (12 S 1112/2009 18. Mai 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Landgerichts Hamburg ist die Grenze eines vertraglich vereinbarten Bearbeitungsrechts eines Verlags dann erreicht, wenn der Sprachstil des Urhebers deutlich verändert wird (308 O 78/2010 22. Oktober 2010). |
| *Müller, Horst, Praktische Fragen des Wohnungseigentums, 5. A. 2010 |
| *Schleicher, Hans, Jugend- und Familienrecht, 13. A. 2010 |
| *Burandt, Wolfgang/Rojahn, Dieter, Erbrecht, 2010 |
| *Koller/Roth/Morck, Handelsgesetzbuch, 7. A. 2011 |
| *Vögele/Borstell/Engler, Verrechnungspreise, 3. A. 2011 |
| *Huck, Winfried/Müller, Martin, Verwaltungsverfahrensgesetz, 2011 |
| *Kissel, Rudolf/Mayer, Herbert, Gerichtsverfassungsgesetz, 6. A. 2010 |
| *Eisenberg, Ulrich, Beweisrecht der StPO, 7. A. 2011 |
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| 2010-12-03 |
| Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Deutschlands sind drei Verfassungsbeschwerden (künftiger Erblasser) gegen die unterschiedlichen Steuersätze, Freibeträge und Steuerbefreiungen des Erbschaftsteuerreformgesetzes mangels Betroffenheit der Beschwerdeführer unzulässig (1 BvR 3196/2009 30. Oktober 2010, 3197/2009, 3198/2009). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands begründet der Umstand, dass ein Schuldner im Zwangsversteigerungsverfahren geltend macht, dass sein Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit verletzt wird, (für sich genommen noch) keinen Grund für die Zulassung der Rechtsbeschwerde (V ZB 82/2010 7. Oktober 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands bemisst sich in einem Beschwerdeverfahren nach § 15 II BNotO die bei dem Landgericht entstehende Verfahrensgebühr nach RVG VV Nr. 3500 (V ZB 147/2009 7. Oktober 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands kommt eine Reduzierung der in § 850c I 2 ZPO genannten Pauschalbeträge auf den tatsächlich geleisteten Unterhaltsbetrag nur dann in Betracht, wenn sich die Inanspruchnahme dieser Freibeträge durch den Schuldner als unbillig erweist und deshalb die Verwirklichung des mit der Einführung von Pauschalbeiträgen verfolgten Zwecks ausnahmsweise hinter dem Vollstreckungsinteresse des Gläubigers zurücktreten muss (VII ZB 23/2009 23. September 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands fehlt aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union nach Deutschland (re)importierten Heizkesseln nicht schon deswegen die erforderliche Zulassung, weil sie nicht vom Hersteller mit deutschsprachigen Typenschildern und deutschsprachigen Bedienungs- und Aufstellanleitungen versehen worden sind (I ZR 26/2008 9. September 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen ist die für Anziehen und Aasziehen der Polizeiuniform erforderliche Zeit keine Dienstzeit (6 A 1546/2010 2. Dezember 2010, 6 A 979/2009 und andere). |
| Nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf bestimmt sich die Aktivierung von Wirtschaftsgütern in der Steuerbilanz in erster Linie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten (6 K 1271/2008 K 21. September 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Trier ist die vom Eifelkreis Bitburg-Prüm für 2009 erhobene Kreisumlage (z. B. von 305000 Euro für die Ortsgemeinde Malbergweich) rechtmäßig (1 K 100/2010 16. November 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten ist Jörg Hähnel (NPD) wegen Volksverhetzung zu zehn Monaten Haft mit Bewährung verurteilt (2. Dezember 2010). |
| Deutschland unterzeichnet einen Staatsvertrag zur Errichtung eines funktionalen Luftraumblocks für Zentraleuropa (Frankreich, Deutschland, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Schweiz). |
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| 2010-12-02 |
| Nach einer Entscheidung des Gerichtshofs ist das Verbot des Vertriebs von Kontaktlinsen im Internet durch einen Mitgliedstaat wegen Verletzung der Warenverkehrsfreiheit europarechtswidrig (C-108/2009 2. Dezember 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts Deutschlands sind die Vorschriften zur Kleintiergruppenhaltung von Legehennen in der Tierschutz-Nutztierhalterverordnung wegen Verletzung des Anhörungsrechts der Tierschutzkommission verfassungswidrig (2 BvF 1/2007 12. Oktober 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs Deutschlands sind eine Internetplattform zum Preisvergleich zahnärztlicher Leistungen für Patienten und ein Gegenangebot zu einem eingestellten Kostenvoranschlag eines Kollegen nicht berufsrechtswidrig (I ZR 55/2008 1. Dezember 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts Deutschlands isr eine von einer Gemeinde mehrheitlich oder ganz beherrschte Gesellschaft des Privatrechts (kommunale Eigengesellschaft) nicht Dritter im Erschließungsrecht nach § 124 I BauGB, so dass ein Erschließungsvertrag zwischen einer Gemeinde und einer zwecks Erschließung eines Neubaugebiets gegründeten Erschließungsgesellschaft nichtig ist (9 C 8/2009 1. Dezember 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz darf eine staatliche Lotteriegesellschaft Minderjährigen nicht durch den Verkauf von Rubbellosen in Lotterieannahmestellen die Teilnahme am öffentlichen Glücksspiel ermöglichen (9 U 258/2010 1. Dezember 2010). |
| Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Bayern darf ein nur tabakfreie Wasserpfeifen mit Shiazo-Steinen oder getrockneten Früchten anbietendes Shisha-Café in München vorerst weiter betrieben werden, weil sich der Nichtraucherschutz nur auf den Schutz vor Tabakrauch bezieht (9 CE 10/2468 30. November 2010). |