Suchtext: Landschaft

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Zeitliche Anfangsgrenze dieser neuen, erstmals vom Territorium ausgehenden Übersicht war dabei fast ausnahmslos das Jahr 1180, in welchem durch den Sturz Heinrichs des Löwen und die grundsätzliche Auflösung des Stammesherzogtums die Territorialisierung des Reiches unübersehbar eingeleitet wurde, so dass die etwa 500 für die Zeit bis 1100 bezeugten und zu etwa einem Drittel mit dem Wort -gau gebildeten Landschaftsbezeichnungen (Gaunamen) bisher grundsätzlich ebenso wenig berücksichtigt wurden wie die bereits für die Karolingerzeit erarbeiteten 42 hochadeligen Familien, obgleich beide wichtige Wurzeln für die Entwicklung vieler Länder gebildet haben dürften. Bei dieser (für die Artikelauswahl verwendeten) strikten zeitlichen Grenzziehung, in deren Umfeld sich zwischen 1150 und 1230 der Reichsfürstenstand augenfällig aussondert, wurde zwar keineswegs übersehen, dass die Bestimmung an Hand einer einzigen genauen Jahreszahl, welche ein Zurückgehen innerhalb der ausgewählten Einheiten auf die älteren Verhältnisse keineswegs verbietet, der Komplexität eines derart vielfältigen Vorganges, wie ihn die allmähliche Verdichtung unterschiedlichster Rechte (Eigengut, Grundherrschaft, Gerichtsrechte, Regalien, Vogteien usw.) zur Landesherrschaft im späten Mittelalter und zur Landeshoheit in der frühen Neuzeit darstellt, nicht völlig gerecht werden kann, doch kann hierauf grundsätzlich nicht allgemein sondern nur im Rahmen der jeweiligen individuellen Einheit eingegangen werden. Die zeitliche Endgrenze ergab sich demgegenüber (trotz eines damit zwangsläufig verbundenen relativen Schematismus‘) naturgemäß aus der unmittelbaren Gegenwart, weil nur so eine vollständige Verknüpfung von Vergangenheit und eigener Zeit möglich erschien. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Die der freundlichen Betreuung des Verlages zu verdankende siebente Auflage bringt das Werk auf den neuesten Stand. Sie verwertet die zahlreichen und wichtigen, mir liebenswürdigerweise von Max Mühlbauer nach jahrelanger, mühevoller Forschungstätigkeit gegebenen Hinweise und fügt zusätzlich insbesondere die in den bisherigen Auflagen ausgesparten Landschaftsbezeichnungen (Gaue) des Frühmittelalters ein, die nach der Wanderung der anfangs schriftlosen Völker in den geschriebenen Quellen sichtbar werden und den Territorien und damit der Zeit ab 1180 (Sturz Herzog Heinrichs des Löwen und Aufteilung des Herzogtums der Sachsen) bzw. 1156 (Aufteilung des Herzogtums der Bayern in Bayern und Österreich) vorausgehen. Außerdem legt sie formal die neue deutsche Rechtschreibung zu Grunde. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Die Bundesrepublik Deutschland (357092 Quadratkilometer, 82,4 Millionen Einwohner, davon mehr als ein Zehntel Ausländer) setzt sich aus den Bundesländern Baden-Württemberg (Stuttgart), Bayern (München), Brandenburg (Potsdam), Bremen (Bremen), Hamburg (Hamburg), Hessen (Wiesbaden), Mecklenburg-Vorpommern (Schwerin), Niedersachsen (Hannover), Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf), Rheinland-Pfalz (Mainz), Saarland (Saarbrücken), Sachsen (Dresden), Sachsen-Anhalt (Magdeburg), Schleswig-Holstein (Kiel), Thüringen (Erfurt) sowie Berlin zusammen. Österreich (83871 Quadratkilometer, 8,26 Millionen Einwohner) besteht aus den 9 Bundesländern Niederösterreich (seit 1986 Sankt Pölten), Steiermark (Graz), Tirol (Innsbruck), Oberösterreich (Linz), Kärnten (Klagenfurt), Salzburg (Salzburg), Burgenland (Eisenstadt), Vorarlberg (Bregenz) und Wien (Wien). Die zu rund 75 % deutschsprachige Schweiz (41285 Quadratkilometer, 7,48 Millionen Einwohner) gliedert sich in die (bis 1999 23, seitdem) 26 Kantone (davon 6 Halbkantone) Aargau (Aarau), Appenzell-Außerrhoden (Herisau), Appenzell-Innerrhoden (Appenzell), Basel-Stadt (Basel), Basel-Land bzw. Basel-Landschaft (Liestal), Bern (Bern), Freiburg (Freiburg), Genf (Genf), Glarus (Glarus), Graubünden (Chur), Jura (seit 1979) (Delsberg/Delémont), Luzern (Luzern), Neuenburg (Neuenburg), Sankt Gallen (Sankt Gallen), Schaffhausen (Schaffhausen), Schwyz (Schwyz), Solothurn (Solothurn), Tessin (Bellinzona), Thurgau (Frauenfeld), Unterwalden nid dem Wald bzw. Unterwalden-Nidwalden (Stans), Unterwalden ob dem Wald bzw. Unterwalden-Obwalden (Sarnen), Uri (Altdorf), Waadt (Lausanne), Wallis (Sitten), Zug (Zug) und Zürich (Zürich). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lschaft = Landschaft (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Crämer, U., Das Allgäu. Werden und Wesen eines Landschaftsbegriffs (mit 18 Karten), 1954 (FDLK 84) (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Die historische Landschaft zwischen Lech und Vogesen, Forschungen und Fragen zur gesamtalemannischen Geschichte, hg. v. Fried, P./Sick, W., 1988 (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Landschaften im Mittelalter, hg. v. Spieß, K., 2006 (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mensch und Landschaft in der Antike, hg. v. Sonnabend, H., 1999 (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo (ohne Ort, ohne Jahr, Manuskript im Staatsarchiv Marburg, VIII, 68 S., gedacht als Band 2 zu Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, nie weiter bearbeitet) (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961 (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rheinischer Städteatlas, hg. v. Landschaftsverband Rheinland und Amt für rheinische Landeskunde Bonn, 1972ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Wiemann, H., Materialien zur Geschichte der ostfriesischen Landschaft, 1982 (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aachengau (Gau westlich Aachens) s. a. Aquensis pagus
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 32, IV, 13 (pagus Aquensis); Flach, D., Untersuchungen zur Verfassung und Verwaltung des Aachener Reichsguts von der Karolingerzeit bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, 1976; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 189 (Epen, Gemmenich, Herve, Montzen, Valkenburg, Wylre [Wijlre]); Flach, D., Das Reichsgut im Aachener Raum, Rhein. Vjbll. 51 (1987); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Gemmenich, Montzen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aagau, (Aga, Gau um die Aa links der Werre, Westfalen)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 32; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, IV, 16 (Aga, ‚Aagau’ Westfalen); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 3 (Aga). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aalen (Reichsstadt). Östlich eines römischen Kastells, das seinerseits 4 km südöstlich des Limes lag, und einer römischen zivilen Ansiedlung wurde neben dem 1136 erwähnten Dorf A. am Schnittpunkt alter Straßen zwischen 1241 und 1246 von den Staufern die Stadt A. planmäßig gegründet. 1258 fiel sie über die Grafen von Dillingen an die Grafen von Oettingen. Um 1359 wurde sie von den Grafen von Oettingen an Württemberg verpfändet, 1360 von Karl IV. erobert, aus der Pfandschaft gelöst und zur Reichsstadt erhoben. 1374 erlangte A. die Selbstverwaltung, 1401 den Blutbann, 1418 das Reichsammannamt. Ein nennenswertes Herrschaftsgebiet gewann es nicht (0,8 Quadratmeilen). Im Reich gehörte es dem schwäbischen Reichskreis und der schwäbischen Städtebank an. 1575 wurde die Reformation eingeführt. 1802/1803 fiel es mit etwa 4000 Einwohnern und seinem auf wenige Weiler und Höfe beschränkten Herrschaftsgebiet an Württemberg und wurde Sitz eines Oberamts. Über Württemberg gelangte es 1951/1952 an Baden-Württemberg.
L.: Wolff 225; Zeumer 555 III b 35; Schroeder 355; Teurer, H., Aalen in der Vergangenheit, 1952; Rossmann, A., Aalen einst und heute, 1960; Bauer, K., Aalen - Stadt und Landschaft in der Geschichte, Aalener Jahrbuch 1978; Aalener Jahrbuch, hg. v. Geschichts- und Altertumsverein Aalen, 1978; Pfisterer, H., Aalen innerhalb der Stadtgräben, 1989; Kemkes, M./Scholz, M., Das Römerkastell Aalen, 2010. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aargau (Gau, Landschaft, Grafschaft, Kanton). Das schon vorgeschichtlich besiedelte, dann von den Römern beherrschte, seit dem 5. Jahrhundert von den Alemannen eroberte und im 6. Jahrhundert dem fränkischen Reich eingegliederte Gebiet um die Aare wird 763 erstmals als A. bezeichnet. Um 861 wurde zwischen Oberaargau und Unteraargau geschieden. Der Oberaargau stand zu Anfang des 15. Jahrhunderts unter der Herrschaft Berns, der Unteraargau unter der Herrschaft der Grafen von Habsburg, die ihn 1264/1400 von den Grafen von Lenzburg bzw. den diesen 1173/1174 folgenden Grafen von Kiburg (Kyburg) ererbt hatten. 1415 eroberte die schweizerische Eidgenossenschaft den Unteraargau. Danach unterstand der westliche Teil mit Lenzburg, Zofingen, Aarau und Aarburg Bern, kleinere Teile Luzern und Zürich, die Grafschaft Baden, die Städte Mellingen und Bremgarten sowie das Freiamt im Osten seit 1443 als gemeine Herrschaft den acht eidgenössischen Orten. 1528 wurde im Berner Gebiet die Reformation eingeführt. 1798 entstanden die beiden Kantone A. und Baden der Helvetischen Republik, die 1803 unter Einbeziehung des österreichischen Fricktals vereinigt wurden. 1805 wurde der A. souveräner Kanton der Schweiz. 1831 erhielt er eine liberale Verfassung. 1841 wurden im aargauischen Klosterstreit die Klöster aufgehoben.
L.: Großer Historischer Weltatlas II 72 (bis 1797) E2; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (zwischen Aare und Reuß, Kirchberg); Aargauer Urkunden, Bd. 1ff. 1930ff.; Aargauische Heimatgeschichte, hg. v. Ammann, H., Bd. 1ff. Aarau 1930ff.; Halder, A., Geschichte des Kantons Aargau, Bd. 1 (1803-1830) 1953; Tschopp, C., Der Aargau. Eine Landeskunde, 2. A. Aarau 1962; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 9, 22, 23, 24, 27, S. 266, Aragouwe, Argowe, Argue, Argoia, Oberargeuue, Araris pagus; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 21 Aragouwe I (zwischen dem Unterlauf der Aare und der Reuß; Stettler, B., Studien zur Geschichte des oberen Aareraums im Früh- und Hochmittelalter, 1964; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 32 Argovie; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 55; Hartmann, M., Die Römer im Aargau, 1985; Eichenberger, K., Verfassung des Kantons Aargau, 1986; Geissmann, H., Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch für den Kanton Aargau (1847-1855), 1991. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Achilgouwe (Gau benannt nach dem Flüsschen Eichel, rechts der Saar, zwischen Bliesgau und oberem Saargau, an der mittleren Eichel um Drulingen und Bettweiler, pagus Aculinsis, pagus Aquilinsis, ‚Eichelgau’, Elsass). S. Eichelgau.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24 (Achilgouwe); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 1 (Achilgouwe). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Adalachgau, (Gau um Beutelhausen westlich Landshuts oder um ein anderes Beutelhausen östlich Landshuts bzw. zwischen Isar und kleiner Vils in Niederbayern, Adalahkeuue, Adalahgouwe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert. Nach den Königsurkunden. Diss. phil. Göttingen 1908, 1 (Beutelhausen westlich Landshuts an der Isar); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 34, 90, III, 8 S. 262, Adalahgouwe, Adalahkeuue; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 1 (Adalahgouwe). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Adalhardsbaar (Gau an der oberen Donau), Adalhartsbaar, Adalhartesbara
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 79, 82, 83, 89, Adalhartespara; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 127 (Baldingen bzw. Oberbaldingen, Unterbaldingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Admonttal (Gau oder Gebiet an der oberen Enns um Admont in der Steiermark), Ademunttal
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961 II, 64f. (Ademunttal); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 3 (Ademunttal, sonst auch Ensital) (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aestbrucksteraland (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49 (Aestbrucksteraland). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aestersemeraland (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49 (Aestsemeraland). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Affa (Gau nördlich des Bodensees, westlich der Folcholtsbaar an der oberen Donau), Appha
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 83, 95, 96, III, 30, V, 2, Appha; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 19 Appha um Zwiefalten, Hayingen, Andelfingen und Riedlingen; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 133 (Altheim, Riedlingen, Waldhausen, Mörsingen, Friedingen, Zwiefalten, Gauingen, Hayingen, Grüningen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Agartinga (Gau südwestlich Paderborns?). S. Agradingun (Agratingun).
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (Vueres bzw. Vrees, nicht Wewer); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 1, 4 (Agradingun). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Agradingun (Gau bzw. Gebiet am Mittellauf der Ems, Agartinga, Agratingun).
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 40; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 1, 4 (Agradingun, Meppen, Vrees); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 4 (Agradingun, um Meppen und Haselünne). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Agratingun (Gau bzw. Gebiet am Mittellauf der Ems, Agardinga). S. Agradingun.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (Meppen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 40; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 1, 4 (Agradingun). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ahrgau (Gau am Unterlauf der Ahr) (Arachgouue 769?)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (Arengowe, Unterlauf der Ahr links des Rheins, Lantershofen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 40; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 16, 23, 24, 26, 44, S. 266 (Aragouwe II, Arisco, Arahaugia, pagus Arensis, pagus Aroensis, im Rheinland); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 22 Aragouwe II am Unterlauf der Ahr zwischen Altenahr und Remagen; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Kottenforst, Werthhoven, Ödingen, Unkelbach, Landskrone, Plittersdorf?, Gimmingen, Wadenheim, Ahrweiler, Lantershofen, Sinzig, Ehlingen, Löhndorf?). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aichfeld
L.:
Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 63, 72, Aichfeld, Steiermark. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Alaholfsbaar (Gau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 83 Aulaulfispara; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 132 (an der Donau um Kloster Marchtal, um Munderkingen, Dentingen, Bierlingen, Essendorf, Haidkirch bei Haisterkirch). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Alb (Gebietsname)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, Alb, Albae, Albe, Alben, comitatus Alpium, ufun Albun (Vvfunalbun). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Albegau (Gau an der Albe in Lothringen, zwischen Saargau, Seillegau, Kalmenzgau [Chaumontois] und Vogesen, Albegouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Albegouwe II, Albechowa; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 6 Albgau; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 9 (Albegouwe II); Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 69 (816 pagus Albinsis), Namenmotiv ungewiss, (Bonmoutier [untergegangen], Domèvre-sur-Vezouze, Vacqueville). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Albgau, alemannischer (Gau im südlichen Schwarzwald), Alpgau, westlicher
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (Schwaningen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 32 (Alpegouwe); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 10 Alpegouwe; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 58, 121 (Schwaningen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Albgau, fränkischer (Gau bei Karlsruhe), Albicgouwe
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Albicgouwe, ‚Albgau’ bei Karlsruhe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Albuinsbaar (zwei Baarbezirke)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 79, 82, 83, 89, Albwinespara, zwei Baarbezirke, die westliche A. am Oberlauf der Wutach im Südschwarzwald (Rötenbach, Döggingen, Hausen vor Wald, Friedenweiler, Löffingen), die östliche A. an der oberen Donau (Eschenbach, Berkach, Bielingen, Bettighofen, Risstissen bzw. Rißtissen); Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 128 (Rötenbach, Döggingen, Hausen vor Wald, Friedenweiler, Löffingen), 132 (Eschenbach, Berkach, Bielingen, Bettighofen, Risstissen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Alemannia (Landname)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 10, 12, II, 22, 76, 77, III, 33, Alemannia. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Alingavias (Langeais) an der Loire unterhalb Tours’
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, Alingavias; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 305 Alingavia . (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Allgäu (Gau). S. Alpgau.
L.: Vgl. a. Baumann, F./Rottenkolber, J., Geschichte des Allgäus, Bd. 1ff. 1883ff., Neudruck 1971ff.; Weitnauer, A., Allgäuer Chronik, Bd. 1ff. 1962ff; König, W., Allgäu, LexMA 1 1980, 429.(; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, II, 9, 24, 27, III, 32; Albegouwe I, Allgäu; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 5 (Albegouwe I, ursprünglich Tal der Ach um Oberstaufen und das obere Illertal von Oberstaufen bis Nieder-Sonthofen)); Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 63, 188 Fischen, Oberstaufen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Almanga (Gau [um die Alme links der Lippe, Westfalen?]), Almegau, Almunga
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 48; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24 (Almanga); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 9 (Almanga, um Büren, Wünnenberg, Ober-Alme und Nieder-Alme); Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 177. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Alsenzgau (pagus Alsencensis, Luxemburg) s. Alzettegau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 17, 18, 27 (Alsencensi). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Altena (Land), zwischen Maas und Waal in der Provinz Nordbrabant der Niederlande
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, Altena (Land). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Altes Land (bei Hamburg)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, Altes Land. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Altgau (Altgeuue, Altgouwe, Gau zwischen Wipper und Unstrut in Thüringen)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (Bellstedt bzw. Bellstädt, Holzsußra (bzw. Holzsussra), Rohnstedt [Rockstedt], Wenigenehrich [Weningen], Wolferschwenda bzw. Wolferschwende, Behringen [Großbehringen], Wolfsbehringen bzw. Wolfsberingen, Osterbehringen bzw. Osterberingen, Beuernfeld bzw. Beurenfeld, Hörschel, Aspach bzw. Asbach, Eckardtsleben bzw. Eckartsleben, Aschara, Langensalza, Oberdorla bzw. Obdorla, Niederdorla, Großenehrich bzw. Ehrich); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 113 (Bellstedt, Großberndten, Großenehrich, Wenigenehrich, Großfurra, Greußen, Körner, Nägelstedt, Rohnstedt, Haussömmern, Niederspier, Holzsußra, Tennstedt, Thamsbrück, Wolferschwenda); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Altgouwe; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 12 Altgouwe, Flussgebiet der Helbe zwischen Wipper und Unstrut). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Altgeringeland (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 10, Altgeringeland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Alzettegau (Gau) (pagus Alsenciensis)
L.: Gysseling, J., Toponymisch Woordenboek, 1960, 51; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 17f., 27 Alsencensi; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 72 (926 pagus Alsenciensis), benannt nach der Alzette, am Mittellauf der Alzette, eingebettet in den nördlichen Teil des pagus Wabrensis, berührt sich mit dem Methingau, (Steinsel, Weimerskirch); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Weimerskirch). S. a. Alsenzgau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Amavengau (Gau in Burgund, Amavorum pagus, Amous [Dôle, Gray])
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 18, Amavorum pagus, Burgund; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 13 Amous. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Amavorum pagus (Gau in Burgund um Amous [Dôle, Gray]). S. Amavengau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 18, Amavorum pagus, Burgund; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 13 Amous. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Amberga (Ambergeuue, Ambraga, Ambargan, Ambergau, Ommergavvi, Amberga, Gau zwischen Nette und Innerste)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (Seesen, Königsdahlum bzw. Dahlum[, Belecke?]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 24, III, 30, Amberga, Ambraga, Ambargan, Ommergavvi; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 14 Amberga, Flussgebiet der Nette um Seesen und Bockenem); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 114 (Königsdahlum, Holle, Seesen, Upstedt). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ambrachgau (Gau, [,Ammergau’] bei Tübingen)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26 Ambrahgouwe; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 130; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 14 Ambrahgouwe, an der Ammer, einem Nebenfluss des Neckars. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ammergau (Ambergeuue, Ambraga, Ambergau, Ommergavvi, Ammeri, Amberga, Gau zwischen Nette und Innerste) s. Amberga (Ambergau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (Seesen, Königsdahlum bzw. Dahlum[, Belecke?]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 24, III, 30, Amberga, Ambraga, Ambaragan, Ommergavvi; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 114 (Königsdahlum, Holle, Seesen, Upstedt). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ammeri I (Ammiri, Ambria, Ammern, Amerland, ‚Oldenburger Ammerland’ nordwestlich Oldenburgs)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, 95, III, 22, Ammeri I; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 16 Ammeri I (um Zwischenahn, Rastede und Westerstede). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ammeri II (Gelände bei Visbek nördlich Vechtas)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 31 Ammeri II; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 17 Ammeri II, ursprünglich nur ein Waldgebiet bei Visbek. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Amstelland (Gebiet bei Amsterdam)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, Amstelland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Anglachgau (Anglahgouwe, Angilahgouwe, Engilacgouwe, Andahgouwe, Gau in Nordbaden)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Anglahgouwe; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 18 Anglahgouwe, am Unterlauf des Kraichbachs, südwestlich Wieslochs. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Antwerf (Gau um Antwerpen) s. Antwerpen
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 7, 19 (Antwerpa, Antwerpha, Antwerf, Ansguers). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Antwerpen (Mark, Markgrafschaft), frz. Anvers. Das schon römisch besiedelte A. an der Schelde wird 726 erstmals erwähnt. Spätestens 1008 wurde es Sitz eines Markgrafen. Am Ende des 11. Jahrhunderts kam es an Brabant, 1357/1430 an das Herzogtum Burgund. Teile der Markgrafschaft gehörten über Brabant und Burgund/Spanien dem burgundischen Reichskreis an.
L.: Wolff 54; Wallner 700 BurgRK 1; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 61; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 7, 19 (Antwerpa, Antwerpha, Antwerf, Ansguers); Moreau, J., .Dictionnaire de géographie historique, 1972, 16 Anversois; Voet, L./Verhulst, A., De stad Antwerpen, 1978; Andriessen, J., Antwerpen, hg. v. Becker, K. v., 1986; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 28. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aquensis pagus (Gebiet um Aachen), s. a. Aachengau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 32, IV, 13, Aquensis pagus, vgl. a. Flach, D., Untersuchungen zur Verfassung und Verwaltung des Aachener Reichsguts von der Karolingerzeit bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, 1976; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 189 (Epen, Gemmenich, Herve, Montzen, Valkenburg, Wylre [Wijlre]); Flach, D., Das Reichsgut im Aachener Raum, Rhein. Vjbll. 51 (1987); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Gemmenich, Montzen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Arbon (Mark um Arbon im Kanton Thurgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 6f., 9 Arbuna. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Arbongau (Gau um Arbon im Kanton Thurgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 30, 32, 83, III, 30, IV, 9 (Arbungouwe, pagus Arboninsis, pagus Arbogaunensis); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 24 Arbungouwe; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 105 (Sankt Gallen, Mörschwil, Goldach, Rorschach, Steinach, Buch, Berg, Wilen, Gommenschwil). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ardennergau (Gau östlich der Maas)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 1 (Ardennengau, Bertogne, Suré); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 64; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, II, 18 Arduenna, pagus Ardenensis, die Ardennen; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 20;Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 150; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Lontzen, Walhorn, Malmédy, Manderfeld, Auw, Sankt Vith, Aldringen?, Dürler?, Weiswampach, Prüm, Eisenbach?, Consthum, Bierendorf?, Niedersgegen, Ammeldingen an der Our, Feulen, Folkendange/Folkendingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Arfeld (Mark im Wittgensteiner Land südöstlich Bad Berleburgs)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, IV, 3-5, 8, 12 Arahafeld (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Argengau (Gau an der Argen nordöstlich des Bodensees)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 23, 24, III, 30, 32, 33, IV, 8, 9 Argungouwe, pagus Argoninsis, pagus Arconcessa, pagus Argunensium, marcha Argungaunensium; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 25 von Wangen bis Langenargen; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 61 (Leiblach, Gwiggen, Hohenweiler), 188 (Lindenberg, Lauterach) (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aringen (Gau an der Leine um Alsfeld zwischen Elze, Betheln, Brüggen und der ehemaligen Ammenserburg oder Hühnenburg am Hils, Personenverbandsname, Aringon, Aringun). S. Aringun, Erichsgau.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Brüggen, Rheden), 7 Erichsgau; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 114 (Aringau, [Teil von Flenithi?], Brüggen, Rheden); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 67; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 35, 41, III, 1, 2, 4, IV, 8 Aringun, Eriggavvi, Aringhomarca; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 26 Aringun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aringun (Gau an der Leine um Alsfeld zwischen Elze, Betheln, Brüggen und der ehemaligen Ammenserburg am Hils, Personenverbandsname, Aringon, Aringen). S. Erichsgau.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Brüggen, Rheden), 7 Erichsgau; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 114 (Aringau, [Teil von Flenithi?], Brüggen, Rheden); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 67; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 35, 41, III, 1, 2, 4, IV, 8 Aringun, Eriggavvi, Aringhomarca, 26 Aringun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Arlenningerhundari (ein Gebiet in Schweden)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 88, Arlenningerhundari. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Arrelensis pagus (Gebiet um Arlon)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, 32 Arrelense. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Artland
L.:
Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 50, Artland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Artois (Gau, Grafschaft). Das Gebiet um Arras zwischen Picardie und Flandern kam 932 von fränkischen, in Arras sitzenden Grafen an die Grafen von Flandern und 1180/1191 als Mitgift Elisabeths von Hennegau bei ihrer Verheiratung mit König Philipp II. August an Frankreich, welches das A. 1237 in verändertem Umfang zugunsten einer Nebenlinie zur Grafschaft erhob, die es nach dem Rückfall (1362) 1384/1385 an die Herzöge von Burgund ausgab. 1477 fiel es als burgundisches Erbe an Habsburg, blieb aber zwischen Frankreich und Habsburg umstritten. Später wurde es Teil der habsburg-spanischen Niederlande. 1659 musste es teilweise, 1678 vollständig Frankreich überlassen werden.
L.: Wolff 64; Großer Historischer Weltatlas III 2 (1519-56) C3; Dhondt, J., Les origines de la Flandre et de l‘Artois, Arras 1944; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18 Atrebatensis; Lestocquoy, J., Histoire de la Flandre et de l‘Artois, 2. A. Paris 1966; Histoire des Pays-bas français, hg. v. Trenard, L., 1972; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972 24 ; Fossier, R., Artois, LexMA 1 1980, 1072f. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ascfeldono marca (Bezirk um Aschfeld, pagus Ascfeld) s. Aschfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 10, II, 58, IV, 3, 4, 8, 9, Ascfeldono marca. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aschfeld (Markam Aschbach rechts der unteren Wern)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 10, II, 58, IV, 3, 4, 8, 9, Ascfeldono marca; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 122. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Asterburgi (territorium Osterborch), Osterburg (Gau am Oberlauf der Weser südlich Rintelns)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 31, IV, 10, 14, Asterburgi. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Asterga (Gau Ostringen [westlich der Jademündung?, um Jever und Friedeburg im späteren Ostfriesland])
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Reepsholt); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 49, III, 10, 23, Asterga Astringi, Astringia, Astringerland, Östringen, s. a. Astrahi?; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 28 Asterga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Astfala (Hastfala, Gau Ostfalen [zwischen Oker und Innerste?]) s. Astfalahun, Ostfalen
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Königsdahlum bzw. Dahlum, Nettlingen, Großlafferde, Kleinlafferde, Sauingen, Gadenstedt, Schmedenstedt, Hallendorf, Heerte, Denstorf, Vöhrum, Wendhausen, Adersheim, Leinde, Dörnten, Össelse, Hotteln, Wirringen, Heisede, Heiningen, Groß Flöthe bzw. Großflöthe, Klein Flöthe bzw. Kleinflöthe, Ohlum bzw. Ohlhof, Bettingerode, Berßel bzw. Bersse, Aderstedt, Groß Quenstedt bzw. Großquenstedt, Klein Quenstedt bzw. Kleinquenstedt, Riestedt, Dittichenrode, Hildesheim); (Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 145 [Denstorf, Döhren, Dungelbeck, Einum, Gadenstedt, Garbolzum, Garmissen, Hallendorf, Harsum, Heiningen, Heisede, Heerte, Hildesheim, Hotteln, Groß Ilsede bzw. Großilsede, Kemme, Groß Lafferde bzw. Großlafferde, Leinde, Nettlingen, Össelse, Ohlum, Poppenburg, Ruthe, Schmedenstedt, Groß Stöckheim bzw. Großstöckheim, Üfingen, Vöhrum, Wendhausen, Wirringen]; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 775; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 301, Ostfalen s. Astfalahun; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Astfalahun (Volksname, Ostfalahun, Hastfala, Astfelde, Valun, Falhon, ‚Ostfalen‘, Gebiet zwischen Leine, Innerste und Oker). S. Ostfalen.
L.: (Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 145 [Denstorf, Döhren, Dungelbeck, Einum, Gadenstedt, Garbolzum, Garmissen, Hallendorf, Harsum, Heiningen, Heisede, Heerte, Hildesheim, Hotteln, Groß Ilsede bzw. Großilsede, Kemme, Groß Lafferde bzw. Großlafferde, Leinde, Nettlingen, Össelse, Ohlum, Poppenburg, Ruthe, Schmedenstedt, Groß Stöckheim bzw. Großstöckheim, Üfingen, Vöhrum, Wendhausen, Wirringen]; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 775); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, 26, II, 60, III, 27, Astfalahun, 301; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 29 Astfalahun (; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Astrahi (Oostergo in Friesland nordöstlich Leeuwardens, Austrachia, Ostoraeche, Ostroh, Ostrike, Ostargao, Hostraga, Astergaland,Ostergoo, Eastergea’). S. Oostergo.,
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 36, 38, 41, 46, 47, 49, 94, III, 31, Astrahi, s. a. Asterga; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 36 Astrahi; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 765. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Atoariorum pagus (Gau bzw. Gebiet in Burgund)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, Atoariorum pagus; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 27 Atuyer. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Atrebatensis pagus (Artois) s. Artois
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, Atrebatensis pagus (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Attergau (Gau um den Attersee in Oberösterreich, Ateragouwe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Attersee); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 9, 24, 27 (Ateragouwe); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 38 Ateragouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Aualgouwe s. Auelgau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Himberg, Ramersdorf, Oberdollendorf und Niederdollendorf bzw. Dullendorf, Rheinbreitbach bzw. Rheinbreitenbach, Buisdorf bzw. Zissendorf, Königswinter); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 81; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 96 Aualgouwe; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 39 Aualgouwe; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Westhofen, Rheidt, Sieglar, Siegburg, Wolsdorf?, Eschmar, Buisdorf, Zissendorf, Oberdielfen?, Niederdielfen?, Botzdorf, Roisdorf, Eckendorf, Geistingen, Geislar, Vilich, Limperich, Ramersdorf, Rauschendorf, Berghoven, Oberkassel, Bockeroth, Wellesberg, Oberdollendorf, Oberpleis, Blankenbach, Mattepützchen, Eudenberg, Königswinter, Quirrenbach, Hövel, Rhöndorf, Rommersdorf?, Himberg, Rheinbreitbach, Flammersfeld?. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Auelgau (Gau [südlich der Sieg um Siegburg, Aualgouwe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Himberg, Ramersdorf, Oberdollendorf und Niederdollendorf bzw. Dullendorf, Rheinbreitbach bzw. Rheinbreitenbach, Buisdorf bzw. Zissendorf, Königswinter); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 81; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 96 Aualgouwe; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 39 Aualgouwe; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Westhofen, Rheidt, Sieglar, Siegburg, Wolsdorf?, Eschmar, Buisdorf, Zissendorf, Oberdielfen?, Niederdielfen?, Botzdorf, Roisdorf, Eckendorf, Geistingen, Geislar, Vilich, Limperich, Ramersdorf, Rauschendorf, Berghoven, Oberkassel, Bockeroth, Wellesberg, Oberdollendorf, Oberpleis, Blankenbach, Mattepützchen, Eudenberg, Königswinter, Quirrenbach, Hövel, Rhöndorf, Rommersdorf?, Himberg, Rheinbreitbach, Flammersfeld?. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Augau (Gau um Höxter, Corvey und Holzminden an der mittleren Weser, Auga)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Forst bei Bevern); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960 82; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 20, 24, III, 30 [Auga, pagus Augensis, pagus Auguensis, Auganagavvi, Ahagewe; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 40 Auga; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Auge (Gau in der Normandie um Lisieux, Algia, vallis, Tal, pays d’Auge)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 47, Augia, Algia; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 28. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Augstgau, östlicher (Gau beiderseits des Leches zwischen Donau und Landsberg bzw. Langerringen, Augstgau, östlicher, Augustgouwe I)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 Ougiskeuue (Holzhausen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, IV, 19 Augustgouwe I, Ougesgouue, Ogasgouue, Owesgouue, ‚Augsburggau’; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 43 Augustgouwe I; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 185 (Türkenfeld am Ammersee, Stettwang, Hirschfeld, Ostendorf, Saal, Pforzen, Schlingen, Hausen, Großhausen bei Aichach) (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Augstgau, westlicher (Gau um Kaiseraugst bei Basel bzw. unteres Baselbiet mit Liestal, Ougestgouwe, finis Augustinsis, Augstgau, westlicher, Augustgouwe II)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 32, IV, 6 Augustgouwe II, Ougestgowe, finis Augustinsis, 301; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 44, Augustgouwe II; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 55; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique 28. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Augustgouwe II (Gau bei Kaiseraugst bzw. unteres Baselgebiet mit Liestal, Ougestgouwe, finis Augustinsis). S. Augstgau, westlicher.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 32, IV, 6 Augustgouwe II, Ougestgowe, finis Augustinsis, 301; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 44, Augustgouwe II; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 55; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique 28. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Auricherland (Gebiet um Aurich in Ostfriesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, Auricherland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Austeravia (Glesaria, Insel Ameland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 46, 47, Austeravia. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Baar (Gau, Landgrafschaft). Die seit dem 8. Jahrhundert urkundlich erwähnte B. (Name nicht sicher erklärt) ist die Landschaft an der obersten Donau zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Schon im 6. Jahrhundert bestand ein B. genanntes Herrschaftsgebiet, das nach Osten über die heutige B. bis über den Bussen hinausreichte und von dem Geschlecht der Bertholde beherrscht wurde (z. B. 763 Perahtoltespara [Bertoldsbaar], daneben Folcholtsbaar oder Albuinsbaar, zu bar, Abgabe?). Sein Kern, die heutige B., fiel 973 an die Zähringer. Nach dem Aussterben der Herzöge von Zähringen 1218 erscheint 1264 als Landgraf in der B. der Edelfreie Konrad von Wartenberg, dessen Familie die Landgrafenwürde bis 1302 innehatte. Seit 1304/1307 ist die Würde eines Landgrafen in der B. mit den Grafen bzw. Fürsten von Fürstenberg, den Allodialerben der Herzöge von Zähringen, verbunden. Hauptsächlicher Inhalt dieser Stellung dürfte die Innehabung des seit dem Ende des 14. Jahrhunderts belegten Landgerichts gewesen sein. 1318 erbten die Grafen von Fürstenberg auch die wartenbergischen Güter, verloren aber 1305 Bräunlingen und Villingen an Habsburg. 1403 wird dann die fürstenbergische Landgrafschaft B. genannt, 1500 auch die Landgrafschaft Fürstenberg. 1488 kam Donaueschingen, 1520/1553 Möhringen, 1537 Blumberg und 1620 Hüfingen an Fürstenberg. Bis 1744 war die B. mehrfach unter verschiedenen Linien des Hauses Fürstenberg aufgeteilt. 1806 kam die 10 Quadratmeilen große B. mit Fürstenberg an Baden und damit 1951/1952 an Baden-Württemberg.
L.: Wolff 174; Wallner 685 SchwäbRK 10; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Bara, Para, [Gau am Oberlauf des Neckars?], Bochingen, Villingen, Seedorf, Epfendorf, Bösingen, Zimmern (Herrenzimmern oder Zimmern ob Rottweil), Irslingen, Harthausen, Waldmössingen, Hochmössingen, Oberndorf); Bader, K., Die Landgrafschaft Baar, Schriften des Vereins für Geschichte der Baar 25 (1960), 9ff.; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78-83, Para (Baar); Leiber, G., Das Landgericht der Baar, 1964; Schäfer, V., Die Grafen von Sulz, Diss. Tübingen 1969; Lutz, U., Die Herrschaftsverhältnisse in der Landgrafschaft Baar in der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert, 1979; Maurer, H., Baar, LexMA 1 1980, 1319; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 126; . (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bachgau (Gau am Untermain im Bereich des Plumgaus um Großostheim westlich Aschaffenburgs, Bachgouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Bachgouwe; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 46 Bachgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Badanachgau (Gau [nördlich der Tauber?, um Ochsenfurt und Gaukönigshofen], Badanacgeuui, Bathinicgowe, Badeingowe
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Gaubüttelbrunn, Gaukönigshofen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, III, 30, 33, IV, 8 (Badanahgouwe); Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 47 Badanachgouwe; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 119 (Badanachgau). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Baden (Markgrafschaft, Kurfürstentum, Großherzogtum, Land, Landesteil, Residenz). Das römische Aquae Aureliae (220/221 Civitas Aurelia Aquensis) im Oostal wurde im 3. Jahrhundert von den Alemannen zerstört. Erst 987 erscheint dann wieder ein B., das zum Stammesherzogtum Schwaben gehört. Die Familie der Markgrafen von B. wird erkennbar mit Markgraf Hermann (1040-1074), einem Sohn Herzog Bertholds I. von Zähringen und einem Enkel Herzog Hermanns IV. von Schwaben, eines nahen Verwandten der Salier. Seine Güter im Nordschwarzwald hat er offenbar als Erbe der Grafen von Calw erlangt. Der Markgrafentitel leitet sich von der Mark Verona des Herzogtums Kärnten ab, in der Hermann I. vor 1072 als Markgraf erscheint. Nach der von Markgraf Hermann I. erheirateten Burg B. (Baden-Baden) nannte sich erstmals 1112 unter Fortführung des Markgrafentitels Hermanns gleichnamiger Sohn Hermann II. (†1130). Er hatte die Grafschaften im Breisgau und in der Ortenau inne und erlangte durch Heirat Güter um Backnang (um 1100). Sein Sohn Hermann III. war vermutlich mit einer Tochter König Konrads III. verheiratet und erlangte 1153 das ehemalige Königsgut Besigheim. Hermann V. erbte 1219 Pforzheim und erwarb Durlach und Ettlingen sowie Pfandschaften über Lauffen, Sinsheim und Eppingen. Mit dem Aussterben der Staufer (um 1254) rückte die Familie im heutigen Mittelbaden in deren Stellung ein, die auf Lehnsgut des Klosters Weißenburg im Elsass beruhte. Die Güter der 1190 von der Hauptlinie der Markgrafen von B. (mit der Ortenau um Offenburg) abgespalteten Linie der Markgrafen von Hachberg (Hochberg im Breisgau) und ihrer 1297 gebildeten Nebenlinie Sausenberg kamen 1415 durch Kauf (Hachberg) bzw. 1503 durch Erbrecht (Sausenberg) wieder an die Hauptlinie zurück, die zudem im 14. und 15. Jahrhundert weitere Güter gewann (Sponheim, Lahr und Mahlberg [Lahr-Mahlberg] zur Hälfte, 1387 die Grafschaft Eberstein zur Hälfte), im Raum um Stuttgart (u. a. 1504/1595 Besigheim, Mundelsheim) aber den Grafen von Württemberg weichen musste, so dass B. ein fast ausschließlich oberrheinisches Herrschaftsgebiet wurde, das hinter Habsburg und Württemberg zurückstand. 1515 erhielt Bernhard III. von B. die luxemburgischen und sponheimischen Güter (Baden-Baden), Ernst die breisgauischen Güter (Hachberg bzw. Hochberg, Sausenberg, Rötteln, Badenweiler, sog. Markgräflerland [Baden-Durlach]) und Philipp die restlichen Güter. Dazu kamen 1535 aus dem Anteil Philipps Stadt und Schloss Baden, das Gebiet südlich des Flusses Alb, die Herrschaft Beinheim und die Vogtei über Herrenalb und Frauenalb für Bernhard III. sowie Pforzheim, Durlach, Altensteig, Liebenzell und das Gebiet nördlich der Alb für Ernst, so dass sich (von 1515/1535 bis 1771) eine obere Markgrafschaft Baden-Baden und eine untere Markgrafschaft Baden-Durlach (Residenz in Pforzheim, seit 1724 in Karlsruhe) gegenüberstanden. Baden-Durlach wurde 1556 evangelisch, Baden-Baden nach 1555 (später aber rekatholisiert). Von 1594 bis 1622 besetzte Baden-Durlach Baden-Baden. Baden-Durlach trat zwecks Aufbringung der bei der Besetzung entstandenen Kosten Besigheim, Mundelsheim, Altensteig und Liebenzell an Württemberg ab, erwarb aber Malsch und Langensteinbach. Von 1635 bis 1648 kam Baden-Durlach vorübergehend an Baden-Baden. 1654 erließ Baden-Durlach ein Landrecht und eine Landesordnung. 1666/1667 erwarb Baden-Baden Teile der Grafschaft Eberstein. 1771 beerbte Baden-Durlach, das sich zum Musterstaat des aufgeklärten Absolutismus entwickelt hatte, Baden-Baden. Um 1785 umfasste B. - das um 1780 mit Argenschwang und einem Teil Weilers auch Mitglied des Kantons Niederrheinstrom des Ritterkreises Rhein und außerdem des Kantons Odenwald des Ritterkreises Franken war - 3500/3600 Quadratkilometer mit etwa 174000/190000 Einwohnern. 1796 verlor es seine linksrheinischen Gebiete an Frankreich (Amt Rhodt bei Landau [Baden-Durlach], Herrschaft Beinheim im Unterelsass, Amt Gräfenstein bei Pirmasens, Herrschaften Hesperingen und Rodemachern in Luxemburg und Teile der Grafschaft Sponheim im Hunsrück). Um 1800 umfasste B. ein Gebiet von 27 Quadratmeilen. Am 25. 2. 1803 wurde B. durch § 5 des Reichsdeputationshauptschlusses zum Kurfürstentum erhoben und durch die rechtsrheinischen Teile der Pfalz (Heidelberg, Mannheim, Ladenburg, Bretten) und die Hochstifte Konstanz, Basel (teilweise), Straßburg (teilweise), Speyer (teilweise), die hanau-lichtenbergischen bzw. hessen-darmstädtischen Ämter Lichtenau und Willstätt, die nassau-usingische Herrschaft Lahr, die Reichsabteien Petershausen, Gengenbach, Odenheim und Salem (ohne Ostrach), die Reichsstädte Offenburg, Pfullendorf, Gengenbach, Biberach (1806 an Württemberg), Zell am Harmersbach, Überlingen, Wimpfen (später an Hessen), das Reichstal Harmersbach und die Klöster Schwarzach, Frauenalb, Allerheiligen, Lichtental, Ettenheimmünster, Öhningen und Reichenau sowie kleinere Güter entschädigt, wodurch sich sein Umfang auf 7200 Quadratkilometer mit 445000 Einwohnern vermehrte (Februar-Mai 1803 13 Organisationsedikte Johann Niklas Friedrich Brauers). 1805 erwarb es vom Herzog von Modena/Österreich den größten Teil des Breisgaues, die Ortenau, die Baar mit Villingen, die Stadt Konstanz und die Kommende Mainau des Deutschen Ordens mit insgesamt 2530 Quadratkilometern und 160000 Einwohnern. Durch den Beitritt zum Rheinbund 1806 wurde es Großherzogtum und erhielt die Fürstentümer Fürstenberg, Leiningen, Krautheim (Salm-Krautheim), die Landgrafschaft Klettgau, die Reichsgrafschaft Bonndorf, das Johanniterpriorat Heitersheim, die südlich des Mains gelegenen Teile der Fürstentümer Wertheim und die eingeschlossenen Güter der Reichsritterschaft. 1806 wurden einige Gebietsänderungen mit Württemberg vereinbart. 1810 erhielt B. die seit 1805 württembergische Landgrafschaft Nellenburg und obere Grafschaft Hohenberg gegen Randgebiete im Schwarzwald (an Württemberg) und Amorbach (an Hessen-Darmstadt). Damit umfasste es etwa 15000 Quadratkilometer mit ungefähr 975000 Einwohnern. Zum 1. 1. 1810 übernahm B. den Code Napoléon in der Form des Badischen Landrechts, der die Geltung des baden-badischen Landrechts von 1588, des baden-durlachischen Landrechts von 1654, des kurpfälzischen Landrechts von 1610, der Solmser Gerichts- und Landesordnung von 1571, des Mainzer Landrechts von 1755, zahlreicher vorderösterreichischer Verordnungen und der Statuten Gengenbachs, Offenburgs, Pfullendorfs, Überlingens und Zells am Harmersbach auf seinem Gebiet beendete. 1818 erhielt es eine Verfassung (konstitutionelle Monarchie). Zugleich musste es an Bayern das Amt Steinfeld (bis 1810 Rothenfels [Rotenfels]) im Mainkreis und Tauberkreis und Teile Leiningens abtreten, erhielt aber von Österreich das Fürstentum von der Leyen. 1819 konnte es die Herrschaft Geroldseck (Hohengeroldseck) erwerben. 1830 wurde der Abkömmling Leopold des Großherzogs Karl Friedrich von B. mit Luise Geyer von Geyersberg (seit 1796 Reichsgräfin von Hochberg) Großherzog in B., das allmählich zum liberalen „Musterländle“ wurde. 1870 trat B. in den Norddeutschen Bund bzw. das Deutsche Reich ein. Am 22. 11. 1918 dankte Großherzog Friedrich II. ab. Im März 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Regierung. 1945 wurde B. in das amerikanisch besetzte Nordbaden (wie Nordwürttemberg Teil Württemberg-Badens) mit Stuttgart als Hauptstadt und das französisch besetzte Südbaden (B.) mit Freiburg als Hauptstadt geteilt, 1951/1952 ging es im neuen Baden-Württemberg auf.
L.: Wolff 163; Winkelmann-Holzapfel 141; Riedenauer 128; Die Territorien des Reichs 5, 124; Beschreibung des Oberamtes Besigheim, hg. v. kgl. stat.-top. Bureau, 1853, Neudruck 1962; Heyck, E., Geschichte der Herzöge von Zähringen, 1891; Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg, bearb. v. Fester, R./Witte, H., 1892ff.; Fester, R., Markgraf Bernhard I. und die Anfänge des badischen Territorialstaates, 1896; Krieger, A., Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden, 1903-1905; Curtaz, L., Die Autonomie der standesherrlichen Familien Badens in ihrer geschichtlichen Entwicklung und nach geltendem Recht, Diss. jur. Heidelberg 1908; Gothein, E., Die badischen Markgrafschaften im 16. Jahrhundert, 1910; Krieger, A., Badische Geschichte, 1921; Lautenschlager, F./Schulz, W., Bibliographie der badischen Geschichte, Bd. 1ff. 1929ff.; Gärtner, K., Heimatatlas der Südwestmark Baden, 1937; Hölzle, E., Der deutsche Südwesten am Ende des alten Reiches, 1938; Baden im 19. und 20. Jahrhundert, 1948; Haebler, R., Badische Geschichte. Die alemannischen und pfälzisch-fränkischen Landschaften am Oberrhein in ihrer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung, 1951, Neudruck 1987; Arndt, E., Vom markgräflichen Patrimonialstaat zum großherzoglichen Verfassungsstaat Baden, ZGO N.F. 62 (1953); Merkel, R., Studien zur Territorialgeschichte der badischen Markgrafschaft in der Zeit vom Interregnum bis zum Tode Markgraf Bernhards I. (1250-1431), Diss. phil. Freiburg 1953; Sütterlin, B., Geschichte Badens, 1967, 2. A. 1968; Jänichen, H./Schröder, K., 150 Jahre amtliche Landesbeschreibung in Baden-Württemberg, Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte 33 (1974); Straub, A., Das badische Oberland im 18. Jahrhundert, 1977; Stiefel, K., Baden 1648-1952, Bd. 1, 2 1978; Wunder, G., Zur Geschichte der älteren Markgrafen von Baden, Württembergisch-Franken 1978, 13ff.; Schwarzmaier, H., Baden, LexMA 1 1980, 1337f.; Das Großherzogtum Baden zwischen Revolution und Restauration 1849-1851, hg. v. Real, W., 1983; Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, hg. v. der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Bd. 1ff. 1983; Müller, H., Das Großherzogtum Baden und die deutsche Zolleinigung 1819-1835/36, 1984; Sauer, P., Napoleons Adler über Württemberg, Baden und Hohenzollern, 1987; Wunder, G., Die ältesten Markgrafen von Baden, ZGO 135 (1987); Schwarzmaier, H., Von der Fürsten Tailung. Die Entstehung der Unteilbarkeit fürstlicher Territorien und die badischen Teilungen des 15. und 16. Jahrhunderts, Bll. f. dt. LG. 126 (1990), 161ff.; Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, hg. v. d. Komm. f. geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Bd. 1ff. 1990ff.; Hug, W., Geschichte Badens, 1992; Schmid, K., Baden-Baden und die Anfänge der Markgrafen von Baden, ZGO 140 (1992), 1; Eibach, J., Der Staat vor Ort, 1994; Furtwängler, M., Die Standesherren in Baden, 1996; Repertorium der Policeyordnungen der frühen Neuzeit, hg. v. Härter, K./Stolleis, M., Bd. 3 1999; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 208; Schnabel, T. Geschichte von Baden und Württemberg 1900-1952, 2001; … so geht hervor’ ein neue Zeit, hg. v. Kohnle, A. u. a, 2003; Andermann, K., Die Markgrafen von Baden und der Adel im südlichen Ufgau und in der nördlichen Ortenau, ZGO 151 (2003), 93; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W. u. a., 2003, 1, 1, 37, 748; Engehausen, F., Kleine Geschichte des Großherzogtums Baden 1806-1918, 2005; Schwarzmaier, H., Baden, 2005; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 500, 2, 41; Kohnle, A., Kleine Geschichte der Markgrafschaft Baden, 2006; Die Protokolle der Regierung von Baden, Bd. 1 bearb. v. Hochstuhl, K., 2006; 1806 – Souveränität für Baden und Württemberg. Beginn der Modernisierung?, hg. v. Schindling, A. u. a., 2007; Weber-Krebs, F., Die Markgrafen von Baden im Herzogtum Luxemburg (1487-1797), 2007; Laufs, A., Das Eigentum an badischen Kulturgütern aus der Zeit der Monarchie, 2008; Weber, R., Kleine Geschichte der Länder Baden und Württemberg 1918-1945, 2008; Regierunsakten dies Kurfürstentums und Großherzogtums Baden 1803-1815, bearb. v. Schimke, M., 2012. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Balvengau? (Balleuan, Gau südlich der Ruhr)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Balve), nach Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, 244 irriger Ansatz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Banzgau (Gau um die Burg Banz nördlich Bambergs, Banzgouwe),
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Rattelsdorf); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, IV, 9, 14, Banzgouwe, rus Banzense; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 48 Banzgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bardengau (Gau um Ilme rechts der Luhe links der Elbe bei Bardowick, Lüneburg und Uelzen, Bardunga, Bardanga, Bardaga)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Bardowick bzw. Bardewick, Ochtmissen, Wittorf, Brietlingen, Buntenburg/Lüneburg, Addenstorf, Groß Hesebeck bzw. Großhesebeck, Klein Hesebeck bzw. Kleinhesebeck, Bahnsen, Suderburg, Emmendorf, Lüder, Riestedt, Halligdorf, Bollensen bzw. Großbollensen, Klein Bollensen bzw. Kleinbollensen, Tätendorf, Wichmannsburg bzw. Wichmannsdorf, Rohrstorf, Brockhimbergen, Havekost, Kettelstorf bzw. Kettelsdorf, Groß Liedern bzw. Großliedern, Klein Liedern bzw. Kleinliedern, Nettelkamp bzw. Nettelcamp, Wrestedt); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 114 (Bahnsen, Bollensen, Holdenstedt, Lüder, Nettelkamp, Oldenstadt, Riestedt, Suderburg, Wrestedt); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 23, 34, 35, 43, 49, 71, III, 10, 28, 30-33, S. 262, Bardunga, Bardinge, Bardingia, Bardengun, Partungen, Bardi, Bardongavenses; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 49 Bardunga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bargensis pagus? (zum Ortsnamen Barr)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, IV, 20, Bargensis pagus. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Baringau (Gau in der Rhön), Behrunger Mark
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3f., 6-8 Baringheimero marca;Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 134 (Fladungen, Nordheim vor der Rhön, Sondheim vor der Rhön, Ostheim vor der Rhön, Westheim, Elsbach bzw. Oberelsbach, Unterelsbach). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Barrensis pagus (Gau, Grafschaft um Bar-le-Duc in Lothringen, Barrense, Barrois).
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Masangias, Villare); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 32, Barrensis pagus (zum Ortsnamen Bar-le-Duc); Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 38. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Barrois(Gau, Grafschaft um Bar-le-Duc in Lothringen, Barrense, Barrensis pagus).
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Masangias, Villare); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 32, Barrensis pagus (zum Ortsnamen Bar-le-Duc); Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 38. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Basel (Fürstbistum, Hochstift, Residenz). B. wird erstmals durch Ammianus Marcellinus zum Jahre 374 bezeugt, ist aber sowohl urnenfelderzeitlich wie auch keltisch und römisch (ca. 15 v. Chr.) besiedelt. Im 5. Jahrhundert erscheinen die ersten alemannischen, im 6. Jahrhundert die ersten fränkischen Gräber. Um die Mitte des 8. Jahrhunderts setzt mit Bischof Wala eine einigermaßen durchgehende Liste von in B. residierenden Bischöfen ein, deren Bistum dem Erzbistum Besançon untersteht und vielleicht am Anfang des 7. Jahrhunderts von (Basel-)Augst (Augusta Rauracorum) nach B. übertragen wurde. 1033 wurde B. durch Eingliederung des Königreichs Hochburgund, dem es seit 912 angehörte, in das Reich reichsunmittelbar. Die weltliche Herrschaft der Bischöfe wurde vor allem durch die Schenkung Moutier-Grandvals (Münster-Granfelden) seitens Rudolfs III. von Burgund (999/1000) begründet. Dazu kamen verschiedenartige Rechte und Güter (Grafschaft Härkingen bzw. Herkingen 1080, Herrschaft Rappoltstein im Elsass 1163), die aber teilweise rasch wieder vorloren gingen (z. B. Vogtei über die Stadt). Im 13. Jahrhundert wurden die Herrschaften und Vogteien Birseck (Reichslehen), Asuel, Ajoi (= Elsgau), Sornegau, Saint-Ursanne (Saint Ursanne), Moutier-Grandval, Biel, La Neuveville, Montagne de Diesse (Montagne de Disse, Tessenberg), Erguel und die Grafschaften Homberg und Pfirt (bis 1324) erworben bzw. gesichert, im 14./15. Jahrhundert die Herrschaften Chauvilier (Chauvelin), Hartmannsweiler, Buchegg und Franquemont. Seit dem 13. Jahrhundert begann sich allerdings gleichzeitig die Stadt aus der Herrschaft der bischöflichen Stadtherren, die seit 1395 meist in Pruntrut oder Delsberg residierten, in B. selbst aber noch 1460 eine neue Universität gründeten, zu lösen und eine eigene Herrschaft aufzubauen (endgültige Ablösung der Ansprüche 1585). Der südliche Jura geriet seit der Mitte des 14. Jahrhunderts allmählich unter den Einfluss der Eidgenossenschaft. 1528 verbot die Reichsstadt B. den Katholizismus und zog die hochstiftischen Güter im Sornegau, Buchsgau, Sisgau und Frickgau an sich. Der Bischof verlegte seinen Sitz bleibend nach Pruntrut (Porrentruy) und verband sich 1577 mit den katholischen Kantonen der Eidgenossenschaft. Zum Hochstift gehörten schließlich Biel, Neuenstadt und die Herrschaften Erguel, Ilfingen (Illfingen), Tessenberg, Delsberg (Reichslehen), Pruntrut, Zwingen, Birseck (Reichslehen), Pfeffingen (Reichslehen), Schliengen (Reichslehen) und Freibergen (Freienberge) (Reichslehen) mit 20 Quadratmeilen und 60000 Einwohnern. 1792 besetzen Revolutionstruppen Frankreichs die zum Reich gehörigen Teile Basels, verwandelten sie in eine Raurakische Republik und gliederten sie am 23. 3. 1793 Frankreich ein (Departement du Mont Terrible). 1793 wurden die eidgenössischen Teile Basels annektiert. Der kleine rechtsrheinische Teil des Hochstifts kam 1803 an Baden. Der Wiener Kongress (1815) bestätigte im Übrigen die Zugehörigkeit zur Schweiz (Kantone Bern [als Ausgleich für die Verselbständigung des Aargaus und der Waadt], Basel [Birseck] und Neuenburg) und zu Frankreich.
L.: Wolff 237, 539; Zeumer 552 II a 21; Wallner 695 OberrheinRK 8; Zeumer 552ff. II a 21; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) D5, II 72 (bis 1797) C1, III 38 (1789) C5; Trouillat, J., Monuments de l'ancien évêché de Bâle, Bd. 1ff. 1825ff.; Vautrey, L., Histoire des évêques de Bâle, Bd. 1f. 1884ff.; Rohr, H., Die Entstehung der weltlichen Gewalt der Bischöfe von Basel, 1915; Gaus, K., Geschichte der Landschaft Basel und des Kantons Basel, 1932; Hieronymus, K., Das Hochstift Basel im ausgehenden Mittelalter, 1938; Mayer-Edenhauser, T., Zur Territorialbildung der Bischöfe von Basel, ZGO N.F. 52 (1939); Seith, G., Die rechtsrheinischen Gebiete des Bistums Basel und ihr Übergang an Baden, Diss. jur. Freiburg 1950; Fellmann, R., Basel in römischer Zeit, 1955; Bühler, M., Gewohnheitsrecht und Landesherrschaft im ehemaligen Fürstbistum Basel, 1972; Marchal, G. u. a., Basel, LexMA 1 1980, 1505ff.; Kümmell, J., Bäuerliche Gesellschaft und städtische Herrschaft im Spätmittelalter. Zum Verhältnis von Stadt und Land im Fall Basel/Waldenburg 1300-1535, 1983; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 503, 1, 2, 39; Gröbli, F., Bibliographie von Basel, 2005; Meyer, W., Da verfiele Basel überall, 2006. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Basel (Kanton) s. Basel (Hochstift), Basel (Reichsstadt), Basel-Landschaft, Basel-Stadt (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Basel (Reichsstadt, Reichsvogteistadt). Das im 5. Jahrhundert erstmals genannte B. (voridg. „Eberstadt“) stand anfangs ganz unter der bischöflichen Stadtherrschaft und gehörte seit 870 zum ostfränkischen Reich und von 912 bis 1032 zu Hochburgund. Der wachsende Reichtum der Stadt ermöglichte es ihr bei gleichzeitigem Fortschreiten der Zerrüttung der bischöflichen Finanzen, allmählich alle wichtigen Herrschaftsrechte an sich zu bringen. Seit 1362 zählte sich B. selbst zu den „fryen stetten“ und wurde, nachdem dem Erwerb der Reichsvogtei durch Habsburg (1376) die Verjagung der Habsburger gefolgt war, 1387 als freie Stadt vor den Reichsstädten genannt. Der Erwerb Klein-Basels 1392 und der Sisgauer Herrschaften 1400 schuf die Grundlage zu einem eigenen Territorium. Am 13. 7. 1501 schloss sich B. widerstrebend als neunter Ort der Eidgenossenschaft der Schweiz an. 1521/1585 wurde endgültig der Einfluss des Bischofs auf die Stadt beseitigt, 1528 die Reformation durchgeführt. Seit 1531 erschien die Stadt nicht mehr auf dem Reichstag. 1798 gründete Basels Oberzunftmeister Ochs mit Unterstützung Frankreichs die Helvetische Republik, doch erhielt der Kanton B. die dabei verlorene Autonomie 1815 zurück und wurde 1830 in zwei Halbkantone geteilt. S. Basel-Landschaft, Basel-Stadt.
L.: Wolff 524; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) D5, II 72 (bis 1797) D1, II 78 (1450) F4; Heusler, A., Verfassungsgeschichte der Stadt Basel im Mittelalter, 1860; Urkundenbuch der Stadt Basel, hg. v. Wackernagel, R., Bd. 1-11, 1899ff.; Wackernagel, R., Geschichte der Stadt Basel (bis 1529), Bd. 1ff. 1906ff.; Burckhardt, P., Geschichte der Stadt Basel von der Reformation bis zur Gegenwart, 1943; Heusler, A., Geschichte der Stadt Basel, 6. A. 1969; Hagemann, H., Basler Rechtsleben im Mittelalter, Bd. 1f. 1981ff.; Berner, H., ”Die gute Correspondenz”, 1986; Rosen, J., Finanzgeschichte Basels im späten Mittelalter, 1989; Sarasin, P., Stadt der Bürger, 1990; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 49; Gröbli, F., Bibliographie von Basel, 2005; Berner, H. u. a., Kleine Geschichte der Stadt Basel, 2009. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Basel-Landschaft, (Basel-Land) (Halbkanton). Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts gewann die Reichsstadt Basel ein ländliches Herrschaftsgebiet. Im Einvernehmen mit Frankreich erreichte 1798 Basels Oberzunftmeister Ochs die Gleichstellung der bisher im Untertanenverhältnis stehenden Landschaft in der Helvetischen Republik. Da dies 1814 rückgängig gemacht wurde, erhob sich 1830 die Landschaft im Bürgerkrieg. Daraufhin wurde der Kanton B. am 26. 8. 1833 in zwei Halbkantone geteilt. B. erhielt 1863 eine demokratische Verfassung.
L.: Wolff 524; Urkundenbuch der Landschaft Basel, hg. v. Boos, H., Bd. 1,2 1881ff.; Weber, K., Die Revolution im Kanton Basel 1830-33, 1907; Heusler, A., Geschichte der Landschaft Basel und des Kanton Basel-Land, Bd. 1,2 1932. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Basel-Stadt (Halbkanton). Basel-Stadt ist der als Folge des Aufstandes der Landschaft Basel gegen die beherrschende Stadt Basel durch Teilung des Kantons Basel 1833 entstandene Halbkanton. S. Basel (Reichsstadt). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Baselgau (Gau um Basel, Basalgouwe).
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 26, 30, 32, Basalgouwe; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 39; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 53 Basalgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Batuwa (Bevölkerungsname), Bataver, s. Betuwe (Gau zwischen Waal und Rhein nordwestlich Nimwegens, Batuwa) (Batuvua 726)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 136; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 45, 47, 49, 96, III, 31, 33 Batuwa, de Betuwe, Volksname Batavi; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 54 Batuwa; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 49; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 63; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Herwen, Kekerdom, Bimmen, Emmerich, Niel, Zyfflich, Kellen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bayern (Herzogtum, Kurfürstentum, Königreich, Freistaat). Die B. (Baiern) werden erstmals um die Mitte des 6. Jahrhunderts bei Jordanes (Getica c. 55 Baibari) erwähnt. Sie setzen sich vor allem aus Germanen böhmischer, westlicher und östlicher Herkunft sowie Romanen zusammen, wobei - vielleicht den Alemannen besonderes Gewicht zukommt, aber - die aus Böhmen stammenden Einwanderer namengebend wurden (Boio-varii, Baju-warii) und der neue Stamm im Gebiet der römischen Provinz Noricum ripense und im Flachland der Raetia secunda im Wesentlichen zu Beginn des 6. Jahrhunderts entstand. An seiner Spitze stehen die seit dem Tode Theoderichs des Großen (526) von dem Merowingerkönig Theudebald eingesetzten und von den Franken abhängigen (fränkischen?, burgundischen?) Agilolfinger (Garibald I. 550-590, Sitz in Regensburg), von denen nach dem Aufbau eines Königreichs (regnum) Tassilo III. 788 von Karl dem Großen abgesetzt wurde. Der Siedlungsraum reichte vom Lech bis zur Enns und von Premberg(/Burglengenfeld)/Nabburg bis zu den Alpen (Bozen). Das Recht des zu Beginn des 8. Jahrhunderts christianisierten Stammes wurde in der Lex Baiwariorum aufgezeichnet (vor 743). Am Ende der Karolingerzeit erscheint erneut ein Herzog der bis zur Raab und bis Friaul, Istrien und Dalmatien ausgreifenden B. (rex in regno Teutonicorum Arnulf 907-937, Sohn des Markgrafen Liutpold, Luitpold). Kaiser Otto I. entsetzte 947 die Familie der Liutpoldinger (Luitpoldinger) des Herzogtums und übertrug es mit Friaul seinem mit der Liutpoldingerin (Luitpoldingerin) Judith verheirateten Bruder Heinrich. Unter dessen Sohn Heinrich (II.) dem Zänker erhielt B. seine größte Ausdehnung (952 Markgrafschaft Verona, Marken Krain und Istrien bis 976). Kaiser Otto II. setzte aber Heinrich den Zänker 976 ab und trennte die bayerische Ostmark, den Nordgau und Kärnten mit den italienischen Marken von B., das Heinrich 985 wieder erhielt, ab. Unter den Saliern wurde B. meist an Familienmitglieder gegeben, von 1070 bis 1139 an die Welfen (1070 Welf I., 1101 Welf II., 1120 Heinrich der Schwarze, 1126 Heinrich der Stolze, der zugleich Sachsen erbte), 1139 an die Babenberger und von 1156 bis 1180 unter Abtrennung der den Babenbergern verbleibenden Mark an der Donau (Ostmark, Herzogtum Österreich) erneut an die Welfen (Heinrich den Löwen). 1180 gelangte mit der Absetzung Heinrichs des Löwen das noch um Oberösterreich, Traungau und Steiermark verkleinerte bayerische Herzogtum an Otto von Wittelsbach, einen Nachkommen der seit der Mitte des 11. Jahrhunderts urkundlich nachweisbaren Grafen von Scheyern(-Wittelsbach), die seit etwa 1120 das bayerische Pfalzgrafenamt innehatten. Die mit der Belehnung durch das Herzogtum B. neu begründete Dynastie der Wittelsbacher, die eine straffe Verwaltung in B. ausbildete (34 Landgerichte bzw. Pflegämter), wurde rasch in Auseinandersetzungen mit den bayerischen Großen verstrickt. Stadt und Hochstift Regensburg lösten sich ebenso wie das Erzstift Salzburg vom Herzogtum. Landesfürsten wurden auch die Bischöfe von Bamberg, Brixen, Freising und Passau sowie die Grafen von Tirol, das die Herzoginwitwe Margarethe 1363 an Herzog Rudolf IV. von Österreich übergeben hatte, und die Landgrafen von Leuchtenberg. Umgekehrt erhielt der Herzog 1208 die Bestätigung der Erblichkeit des Herzogtums und die Reichslehen des Pfalzgrafen Otto VIII. und des Andechser Grafen Heinrich von Istrien, 1214 die Belehnung mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein und etwa gleichzeitig weitere Güter (u. a. Aibling). 1240 erlangte er die vordem freisingische Stadt München. 1242 beerbte er die Grafen von Bogen, 1248 die Grafen von Andechs und die älteren Grafen von Ortenburg und vertrieb den letzten Grafen von Wasserburg. 1254/1255 wurde B. dann in einen kleineren westlichen Teil („Oberbayern“, zu dem der Nordgau und die Pfalzgrafschaft bei Rhein sowie die Kurwürde kamen,) und einen größeren östlichen Teil („Niederbayern“ zwischen Reichenhall, Cham, Freising und Landshut) geteilt. 1268 erhielt es das konradinische Erbe in der Oberpfalz und am Lech (Landsberg), was besonders Oberbayern (Amberg, Hohenstein, Vilseck [Vogtei], Auerbach, Plech, Hersbruck, Neuhaus, Neumarkt in der Oberpfalz, Berngau, Donauwörth, Mering, Schwabegg, Schongau) und nur in geringem Ausmaß auch Niederbayern (Floß, Parkstein, Weiden, Adelburg [Adelnburg]) zugute kam. 1289 verlor B. die Kurwürde an Böhmen. 1294 wurde die Pfalz von Oberbayern gelöst. 1314 wurde Ludwig IV. (von Oberbayern) zum deutschen König gewählt (1328 Kaiser). Er verlieh 1323 seinem Sohn Ludwig V. die durch das Aussterben der Askanier erledigte Mark Brandenburg. 1340 erlosch die 1331 dreigeteilte niederbayerische Linie. Ihre Güter fielen an Oberbayern, für das Kaiser Ludwig 1335/1346 ein Landrecht erließ, zurück. Schon 1329 hatte Ludwig selbst im Hausvertrag von Pavia den Söhnen seines Bruders die Pfalz (Rheinpfalz) und einen Teil des Nordgaus, die Oberpfalz, abgetreten (einschließlich der Kurwürde). Gegen Ludwigs des B. Pläne teilten dann seine sechs Söhne 1349/1351/1353 B. und weitere hinzuerworbene Güter (1346-1433 Grafschaften Holland, Seeland, Friesland, Hennegau, außerdem Tirol [1342-1363]) auf. Ludwig V. (Bayern-München) erhielt Oberbayern mit Tirol, Ludwig VI. und Otto V. gemeinsam die Mark Brandenburg, Stephan II. fast ganz Niederbayern, Wilhelm I. und Albrecht I. das Gebiet um Straubing (Bayern-Straubing) sowie die Niederlande. Hiervon fiel 1363 Oberbayern an Stephan II. von Niederbayern, der aber 1369 Tirol, das die Herzoginwitwe Margarethe (1363) an Herzog Rudolf IV. von Österreich übergeben hatte, an Habsburg abtreten musste. Brandenburg musste 1373 an Karl IV. abgegeben werden. 1392 wurde B. zum drittenmal geteilt (Teilherzogtümer Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt). Herzog Johann II. erhielt den südwestlichen Teil Oberbayerns und den südlichen Nordgau (Bayern-München), Herzog Friedrich Niederbayern (Bayern-Landshut), Herzog Stephan III. Streubesitz an der oberen Donau und im Alpenvorland (Bayern-Ingolstadt). 1425 erlosch die in der zweiten Teilung 1349ff. entstandene Straubinger Linie im Mannesstamm. Nach dem Pressburger Schied von 1429 fiel das 1425 rasch vom Kaiser an Habsburg verliehene Straubinger Land zur Hälfte an die beiden Münchener Herzöge (Bayern-München) und zu je einem Viertel an Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt. 1433 musste die Herrschaft über die Niederlande an den Herzog von Burgund abgetreten werden. 1445/1447 starb mit Ludwig dem Buckligen die Linie Bayern-Ingolstadt aus. Ihre Güter fielen an Heinrich XVI. von Bayern-Landshut, der nunmehr zwei Drittel Bayerns beherrschte und dessen Nachfolger Ludwig der Reiche 1472 die Universität Ingolstadt gründete. 1450 trat Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut im Erdinger Vertrag seinem Münchener Vetter einen kleinen Teil des Erbes ab. Gleichzeitig gewann Bayern-Landshut die Herrschaften Heidenheim, Heideck, Wemding und Weißenhorn. 1485 zog Albrecht IV. von Bayern-München die Grafschaft Abensberg ein. Von 1487 bis 1492 unterstellte sich die verschuldete Reichsstadt Regensburg seiner Landeshoheit. Am 1. 12. 1503 starb die Linie Bayern-Landshut mit Georg dem Reichen in männlicher Linie aus. Zwischen dem mit der Georgstochter Elisabeth verheirateten Ruprecht von der Pfalz und Albrecht IV. von Bayern-München kam es zum Erbfolgekrieg, da Georg Elisabeth zur Erbin eingesetzt hatte, obwohl nach dem Teilungsvertrag von 1392 und dem Erdinger Vertrag von 1450 beim Aussterben der Linie Bayern-Landshut Bayern-München das Erbe erhalten sollte. Gegen das Versprechen von Gebietsabtretungen erhielt Albrecht IV. die Unterstützung König Maximilians. Im Kölner Schied König Maximilians vom 30. 6. 1505 wurde das Landshuter Erbe dann dem Münchener Gebiet zugefügt und damit die Einheit Bayerns wiederhergestellt. Albrecht IV. musste aber 1505 verstreute Gebiete zwischen Fichtelgebirge und oberer Donau (Neuburg, Hilpoltstein, Heideck, Burglengenfeld, Sulzbach) zur Bildung des für die Kinder Ruprechts geschaffenen Fürstentums der „Jungen Pfalz“ (Pfalz-Neuburg) sowie andere Güter an den Kaiser (Gerichte Kufstein, Rattenberg, Kitzbühel, das Zillertal sowie Kirchberg und Weißenhorn,), an die Reichsstadt Nürnberg (Altdorf, Hersbruck) und an Württemberg (Heidenheim) abtreten. 1506 wurde ein Primogeniturgesetz in Kraft gesetzt, das die Einheit des Landes sichern sollte. Dieses so gefestigte Land erhielt 1516 eine Landesordnung, 1518 ein reformiertes Landrecht, 1520 eine Gerichtsordnung und 1616 durch Herzog Maximilian (1597-1651) erneut ein Landrecht. 1623 gewann der Herzog den Kurfürstenstand, 1607 Donauwörth, 1616 Mindelheim und 1628 die Oberpfalz. Maximilian II. Emanuel wurde 1691 Statthalter der spanischen Niederlande, verlor aber von 1704 bis 1714 B. an Österreich. Karl VII. Albrecht erwarb 1734 und 1740 die Herrschaften Hohenwaldeck, Wartenberg, Sulzbürg und Pyrbaum und erhielt 1742 die Kaiserkrone. Unter Maximilian III. Joseph öffnete sich B. der Aufklärung. 1758 stiftete er auf Betreiben Ickstatts und Loris die Akademie der Wissenschaften in München. Zugleich wurde durch Ickstatt die völlig zersplitterte Staatsverwaltung neu organisiert und durch Kreittmayr das bayerische Recht kompiliert bzw. kodifiziert (Codex Juris Bavarici Criminalis 7. 10. 1751, Codex Juris Bavarici Judiciarii (1753), Codex Maximilianeus Bavaricus Civilis 2. 1. 1756). 1777 starben die bayerischen Wittelsbacher aus und wurden durch die wittelsbach-pfälzischen Kurfürsten (Karl Theodor) beerbt, so dass - abgesehen von Pfalz-Zweibrücken(-Birkenfeld) - erstmals seit 1329 die getrennten wittelsbachischen Lande (einschließlich Pfalz, Jülich, Berg, Pfalz-Neuburg, Pfalz-Sulzbach) wieder vereinigt wurden. 1779 ging das bayerische Innviertel an Österreich verloren, 1797/1801 das linksrheinische Gebiet an Frankreich. Beim Tod des kinderlosen Karl Theodor gelangte Maximilian IV. Josef von der Linie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld an die Herrschaft und vereinigte so die gesamten wittelsbachischen Lande. Maximilian IV. Joseph (1799-1825), seit 1806 König Maximilian I., und sein Minister Freiherr Maximilian Joseph von Montgelas (1799-1817) schufen dann den modernen Staat B. 1801 umfasste das Herzogtum B. mit den Reichsgrafschaften Valley, Hals bei Passau, Cham und Hohenschwangau sowie der Reichspflege Donauwörth (Wörth) 590 Quadratmeilen mit 880000 Einwohnern. 1803 gewann B. durch § 2 des Reichsdeputationshauptschlusses als Entschädigung für die linksrheinischen Güter (Pfalz [Rheinpfalz], Pfalz-Zweibrücken, Pfalz-Simmern, Jülich, Pfalz-Lautern, Pfalz-Veldenz, Bergen-op-Zoom [Bergen op Zoom], Ravenstein) in Franken die Hochstifte Würzburg und Bamberg sowie die Reichsstädte Rothenburg, Weißenburg, Windsheim und Schweinfurt, die Abteien Waldsassen und Ebrach, die Reichsdörfer Gochsheim und Sennfeld sowie aus dem Hochstift Eichstätt die Ämter Sandsee, Wernfels-Spalt, Abenberg, Arberg-Ornbau und Wahrberg (/Vahrnberg)-Herrieden, in Schwaben das Hochstift Augsburg, eine Reihe von Klöstern (Kempten, Irsee, Wengen, Söflingen, Elchingen, Ursberg, Roggenburg, Wettenhausen, Ottobeuren, Kaisheim, Sankt Ulrich und Afra in Augsburg) und die Reichsstädte Dinkelsbühl, Kaufbeuren, Kempten, Memmingen, Nördlingen, Ulm, Bopfingen, Buchhorn, Wangen, Leutkirch sowie vor allem in Altbayern selbst die Hochstifte Freising und Passau diesseits von Inn und Ilz. Die rechtsrheinische Pfalz kam aber an Baden. 1805 erlangte B. in den Verträgen von Brünn und Pressburg die Reichsstadt Augsburg, die Markgrafschaft Burgau, habsburgische Güter in Oberschwaben, Vorarlberg, Passau, Eichstätt und Tirol mit Brixen und Trient (im Austausch gegen Würzburg). Am 1. 1. 1806 stieg es zum Königreich auf. Nach dem Beitritt zum Rheinbund am 12. 7. 1806 gewann es Ansbach (im Austausch gegen Berg) und zahlreiche kleine Herrschaften, die Reichsstadt Nürnberg sowie Gebiete des Deutschen Ordens. 1809/1810 erlangte es auf Kosten Österreichs das Innviertel und das Hausruckviertel, Salzburg und Berchtesgaden, außerdem Bayreuth und Regensburg, musste aber Südtirol an Italien und einen Teil Mainfrankens an das Großherzogtum Würzburg abgeben. Ein Vertrag mit Württemberg ließ im Westen die Iller zur Grenze werden und Ulm an Württemberg übergehen. 1808 wurde eine Konstitution erlassen. 1815/1816 (14. 4. 1816) musste B. Tirol, Vorarlberg, Salzburg, das Innviertel und das Hausruckviertel an Österreich zurückgeben, erhielt aber seinerseits das Maingebiet von Würzburg bis Aschaffenburg und dazu die linksrheinische Pfalz zurück. Das 1805/1806 erlangte Vils im Außerfern wurde 1816 gegen Marktredwitz an Österreich gegeben. Die verschiedenen verbliebenen, zwischen 1803 und 1816 die Länder von etwa 230 ehemaligen Reichsständen aufnehmenden Gebiete wurden unter dem leitenden Minister Montgelas zu einer straff verwalteten Einheit vereinigt, die am 10. 6. 1815 als drittgrößter Staat widerstrebend dem Deutschen Bund beitrat, 1808 eine Konstitution bzw. am 26. 5. 1818 eine Verfassung und 1813 ein einheitliches modernes Strafrecht (Kriminalgesetzbuch) erhielt und die Universitäten Bamberg, Altdorf, Dillingen, Innsbruck und Salzburg aufhob. Alleiniger Mittelpunkt wurde München, das 1826 auch die 1800 schon von Ingolstadt nach Landshut verlegte Universität gewann. 1837 wurde das Land neu in sieben Regierungsbezirke (Schwaben, Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken Unterfranken) gegliedert, zu denen noch die Pfalz als achter Regierungsbezirk trat. Durch preußisches Gesetz vom 24. 12. 1866 wurde das bisherige bayerische Bezirksamt Gersfeld, das aus Orten der früheren Herrschaft Gersfeld und der ehemals fuldischen Ämter Weyhers, Bieberstein und Oberamt Fulda bestand, und der bisher bayerische Landgerichtsbezirk Orb mit Orten, die 1815 aus dem Großherzogtum Frankfurt an B. gelangt waren, mit Preußen vereinigt. Am 20./23. 11. 1870 schloss B. als letzter süddeutscher Staat in Versailles den Vertrag über den Eintritt in das Deutsche Reich ab, bei dem es nach der Verfassung von 1871 als Reservatrechte eigene Diplomatie, Post, Eisenbahn, Bier- und Branntweinsteuer sowie beschränkte Wehrhoheit behielt. Im November 1918 rief der Führer der Unabhängigen Sozialdemokratie Eisner in B. die Republik aus. König Ludwig III. ging außer Landes, verweigerte aber jede Abdankung. Gleichwohl wandelte sich das Königreich zum Freistaat (Verfassung vom 12./19. 8. 1919). Auf Grund der neuen Verfassung verlor B. im Deutschen Reich fast alle Sonderrechte. Ein Teil der Pfalz Bayerns kam zum Saargebiet. Am 1. 7. 1920 wurde Sachsen-Coburg mit B. vereinigt. Am 9. 3. 1933 wurde die Regierung des Ministerpräsidenten Held (Bayerische Volkspartei) durch die Nationalsozialisten verdrängt. 1934 verlor B. seine Eigenstaatlichkeit und wurde bis 1945 Gebietskörperschaft des Reiches. 1945 kam es zur amerikanischen Besatzungszone, doch wurden Lindau und die Pfalz der französischen Besatzungszone zugeteilt. Umgekehrt kam das zuvor thüringische Ostheim zu B. Die Pfalz wurde von (dem wiederbegründeten) B. getrennt und 1946 dem Land Rheinland-Pfalz eingegliedert. Lindau kam 1956 zu B. zurück. Am 1. 12. 1946 erhielt B. eine neue Verfassung. 1949 lehnte der Landtag Bayerns das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wegen unzureichender Berücksichtigung bayerischer Sonderrechte ab, doch wurde B. Land der Bundesrepublik Deutschland. S. Pfalz, Wittelsbach.
L.: Wolff 134; Zeumer 553 II b1, II b 61, 6; Wallner 711 BayRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) G4, II 78 (bis 1450) G4, II 22 (1648) F4, III 38 (1789) D3; Die Territorien des Reichs 1, 56; Monumenta Boica, ed. Academia Scientiarum Boica, Bd. 1ff. 1763ff.; Buchner, A., Geschichte von Bayern, 1820-1855; Quellen und Erörterungen zur bayerischen und deutschen Geschichte, hg. v. d. hist. Komm. bei der bay. Akad. d. Wiss. Bd. 1ff. 1856ff.; Riezler, S. v., Geschichte Bayerns, 1878ff., z. T. 2. A. 1927ff., Neudruck 1964; Rosenthal, E., Geschichte des Gerichtswesens und der Verwaltungsorganisation Bayerns, Bd. 1, 2 1889ff., Neudruck 1968; Götz, W., Geographisch-historisches Handbuch von Bayern, Bd. 1-2, 1895ff.; Doeberl, M., Entwicklungsgeschichte Bayerns, Bd. 1 1906, 3. A. 1916, Bd. 2 2. A. 1928, Bd. 3 1931; Ortsbuch von Bayern 1932, hg. v. Reichspostzentralamt, 1932, mit Nachtrag von 1933; Spindler, M., Die Anfänge des bayerischen Landesfürstentums, 1937; Kornrumpf, M., Atlas Bayerische Ostmark, 1939; Keyser, E./Stoob, H., Deutsches Städtebuch 1939-1974, Bd. 5; Bauerreiß, R., Kirchengeschichte Bayerns, Bd. 1-7, 1949ff. z. T. 3. A.; Historischer Atlas von Bayern, hg. von der Kommission für bayerische Landesgeschichte, 1950ff. (Verzeichnis der bis 1980 erschienenen Hefte in Zs. f. bay. LG. 43 (1980), 799ff.); Hiereth, S., Die bayerische Gerichts- und Verwaltungsorganisation vom 13. bis 19. Jahrhundert, 1950; Simon, M., Evangelische Kirchengeschichte Bayerns, 2. A. 1952; Rall, H., Kurbayern in der letzten Epoche der alten Reichsverfassung 1745-1801, 1952; Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, hg. von der Kommission für bayerische Landesgeschichte, 1952ff.; Zimmermann, W., Bayern und das Reich 1918-23, 1953; Reindel, K., Die bayerischen Luitpoldinger, 1953; Historisches Gemeindeverzeichnis von Bayern, Beiträge zur Statistik Bayerns 192 (1954); Schwend, K., Bayern zwischen Monarchie und Diktatur 1918-33, 1954;Schmidt, W./Reng, A., Straubinger Atlas, Straubinger Hefte 8 (1958); Bosl, K., Bayerische Geschichte, 7. A. 1990; Hubensteiner, B., Bayerische Geschichte, 10. A. 1985; Historischer Atlas von Bayerisch-Schwaben, hg. v. Zorn, W., 2. A. 1985ff.; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, II, 22, 51, 52, 91, 94, III, 18, 19, 26, 27, Peiera, Volksname, Peigirolant, Landname, Baivarii, Baioaria, Beiaro riche, Beireland; Werner, H., Die Herkunft der Bajuwaren und der „östlich-merowingische“ Reihengräberkreis, FS Wagner, F., 1962; Fried, P., Herrschaftsgeschichte der altbayerischen Landgerichte Dachau und Kranzberg im Hoch- und Spätmittelalter sowie in der frühen Neuzeit, 1962; Hubensteiner, B., Bayern, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Finsterwalder, R., Zur Entwicklung der bayerischen Kartographie von ihren Anfängen bis zum Beginn der amtlichen Landesaufnahme, 1967; Apian, P., 24 baierische Landtafeln von 1568, hg. v. Fauser, A./Stetten, G., 1968; Handbuch der bayerischen Geschichte, hg. v. Spindler, M., Bd. 1ff. 1968ff., 2. A. 1981ff., z. T. 3. A. 1995ff.; Bayerischer Geschichtsatlas, hg. v. Spindler, M., 1969; Buzas, L./Junginger, F., Bavaria Latina. Lexikon der lateinischen geographischen Namen in Bayern, 1971; Weis, E., Montgelas, Bd. 1f. 1971f.; Altbayern im Frühmittelalter bis 1180, hg. v. Ay, K., 1974; Rall, H., Zeittafeln zur Geschichte Bayerns, 1974; Riedenauer, E., Das allgemeine Ortsregister zum Historischen Atlas von Bayern, Z. f. bay. LG. 39 (1976); Schwaben von 1268-1803, bearb. v. Blickle, P./Blickle, R., 1979; Wittelsbach und Bayern, hg. v. Glaser, H., Bd. 1ff. 1980; Fried, P., Vorstufen der Territorienbildung in den hochmittelalterlichen Adelsherrschaften Bayerns, (in) FS Kraus, A., 1982, 33ff.; Demel, W., Der bayerische Staatsabsolutismus 1806/08 bis 1817, 1983, Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 76; Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, hg. v. Volkert, W., 1983; Land und Reich, Stamm und Nation. Probleme und Perspektiven bayerischer Geschichte, FS Spindler, M., 1984; Die Bayern und ihre Nachbarn, hg. v. Wolfram, H. u. a., 1985; Hausberger, K./Hubensteiner, B., Bayerische Kirchengeschichte, 1985; Reitzenstein, W. Frhr. v., Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung, 2. A. 1991; Zorn, W., Bayerns Geschichte im 20. Jahrhunderts, 1986; Ay, K., Land und Fürst im alten Bayern, 16.-18. Jahrhundert, 1988; Bosl, K., Die bayerische Stadt in Mittelalter und Neuzeit. Altbayern, Franken, Schwaben, 1988; Bosls Bayerische Biographie, 1980ff., Ergbd. 1000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten, hg. v. Bosl, K., 1988; Neuanfang in Bayern, 1945-1949. Politik und Gesellschaft in der Nachkriegszeit, hg. v. Benz, W., 1988; Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. 2 Das alte Bayern, hg. v. Kraus, A., 2. A. 1988; Volkert, W., Die bayerischen Kreise. Namen und Einteilung zwischen 1808 und 1838, (in) FS Bosl, K., Bd. 2, 1988; Lieberich, H., Die bayerischen Landstände 1313-1807, Einleitung und Verzeichnisse, 1988; Wolff, H., Cartographia Bavaricae. Bayern im Bild der Karte, 1988; Riepertinger, R., Typologie der Unruhen im Herzogtum Bayern 1525, Zs. f. bay. LG. 51 (1988); Hartmann, P., Bayerns Weg in die Gegenwart. Vom Stammesherzogtum zum Freistaat heute, 2. A. 1992; Franz, E. u. a., Gerichtsorganisation in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen im 19. und 20. Jahrhundert, 1989; Kremer, R., Die Auseinandersetzungen um das Herzogtum Bayern-Ingolstadt 1438-1450, 1989; Liebhart, W., Bayern zur Zeit König Ludwigs, Bll. f. dt. LG. 123 (1987), 185ff.; Störmer, W:, Die oberbayerischen Residenzen der Herzöge von Bayern, Bll. f. dt. LG. 123 (1987), 1ff.; Ziegler, W., Die niederbayerischen Residenzen im Spätmittelalter, Bll. f. dt. LG. 123 (1987), 25ff.; Götschmann, D., Altbayern vor 1806, 1979-1986 (Sammelbericht), Bll. f. dt. LG. 123 (1987), 711ff.; Jahn, J., Ducatus Baiuvariorum. Das bairische Herzogtum der Agilolfinger, 1991; Typen der Ethnogenese unter besonderer Berücksichtigung der Bayern, hg. v. Wolfram, H./Pohl, W., 1993; Kraus, A., Geschichte Bayerns, 3. A. 2004; Tremel, M., Geschichte des modernen Bayern, 1994; Wolfram, H., Salzburg, Bayern, Österreich, 1996; Regierungsakte des Kurfürstentums und Königreichs Bayern, hg. v. Schimke, M., 1996; Prinz, M., Die Geschichte Bayerns, 1997; Handbuch der bayerischen Kirchengeschichte, hg. v. Brandmüller, W., 1998; Seitz, J., Die landständische Verordnung in Bayern, 1998; Repertorium der Policeyordnungen der frühen Neuzeit, hg. v. Härter, K./Stolleis, M., Bd. 3 1999; Kremer, R., Die Auseinandersetzungen um das Herzogtum Bayern-Ingolstadt 1438-1450, 2000; Volkert, W., Geschichte Bayerns, 2001; Bayern im Bund, hg. v. Schlemmer, H. u. a., 2001ff.; Franz, M., Die Landesordnungen von 1516/1520, 2003; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 752; Krey, H., Herrschaftskrisen und Landeseinheit, 2005; Kummer, K., Landstände und Landschaftsverordnung unter Maximilian I. von Bayern (1598-1651), 2005; Körner, H., Geschichte des Königreichs Bayern, 2006; Handbuch der historischen Stätten, Bayern, 3. A., hg. v. Körner, H. u. a., 2006; Die Protokolle des bayerischen Staatsrats 1799 bis 1817, bearb. v. Stauber, R., Bd. 1f. 2006ff.; Deutsches Verfassungsrecht 1806-1918, hg. v. Kotulla, M., Bd. 2, 2007 (z. B. 1042 Besitzergreifungspatent zur Vollziehung des mit der Krone Württemberg abgeschlossenen Grenzvertrags vom 2. November 1810); Grundlagen der modernen bayerischen Geschichte, hg. v. Willoweit, D., 2007; Paulus, C., Das Pfalzgrafenamt in Bayern im frühen und hohen Mittelalter, 2007. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Belcsem (Gebiet um Stendal, nördlich Magdeburgs), Balsemerland
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Arneburg, Briest, Elversdorf, Stendal); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 39, 115 (Arneburg, Bellingen, Dahrenstedt, Deetz, Döbbelin, Elversdorf, Hämerten, Ostheeren, Schleuß, Groß Schwarzlosen bzw. Großschwarzlosen, Stendal, Windberge); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 97 Balsamgau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 50, 52, 91, III, 25, Belcsem, Balsami, Belkesheim, Balsemerland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Berihtilinpara (ein Bezirk der Baar), s. Pirihtilinsbaar (Perihtilinpara)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, Perihtilinpara. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bertoldsbaar (Gau zwischen oberer Donau und oberem Neckar)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78-82, Perahtoltespara, Bertholdsbaar, ein Baarbezirk; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 64 (Liptingen, Weigheim, Nordstetten, Biesingen, Wolterdingen, Flözlingen? bei Rottweil, Brittheim, Bickelsberg, Achdorf), 126 (Bachheim, Löffingen, Klengen, Priorberg, Dornstetten, Schopfloch, Wiesenstetten, Dietingen, Spaichingen, Gunningen, Wurmlingen, Baldingen, Pfohren, Behla, Hausen vor Wald, Aselfingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bessungen (Gau bzw. Grafschaft südöstlich Mainzs)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Teil des Rheingaus, Bessungen bzw. Bessingen, Groß-Gerau bzw. Gerau); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 16, Bezzingun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Betuwe (Gau zwischen Waal und Rhein nordwestlich Nimwegens, Batuwa) (Batuvua 726)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 136; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 45, 47, 49, 96, III, 31, 33 Batuwa, de Betuwe, Volksname Batavi; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 54 Batuwa; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 49; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 63; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Herwen, Kekerdom, Bimmen, Emmerich, Niel, Zyfflich, Kellen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Beveland (Gau, Bivilandia, Suthbeveland, jetzt zwei Inseln Beveland in der Provinz Seeland)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 138; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 48, 52, 55, 56, 96, III, 32, Beveland; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 58 Beveland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bibligau, Bibligouue, Bibligouwe (Gau zwischen Nagold und Neckar?)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Kuppingen nordwestlich Tübingens); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 34, 90, Bibligouwe; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 60 Bibligouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bietgouwe (Gau westlich der Mosel an Kyll und Prüm um Bitburg, Piatahgewe, pagus Bedinsis, ‚Bitburggau‘, Bitgau). S. Bitgau.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 12, 16, 23, 30, 31, 32, Bietgouwe, Piatahgewe, pagus Bedinsis, pagus Bedonicus, Bitburggau; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 61 Bietgouwe; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 73 Bitgau, (698/714 pagus Bedensis), benannt nach dem gallorömischen vicus Beda. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Birkenfeld (Herzogtum, Kanton, Fürstentum). B. im Nahetal erscheint 981 erstmals. Seit dem 13. Jahrhundert war es Vorort der Hinteren Grafschaft Sponheim. Von 1569/1584 bis 1720/1734 war es Sitz der Linie Pfalz-Birkenfeld der Herzöge der Pfalz (Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld. 1776 kam es an die Markgrafen von Baden-Baden. 1798 wurden unter der Verwaltung Frankreichs die Kantone B., Baumholder und Grumbach geschaffen. Sie kamen durch den Wormser Traktat am 1. 7. 1816 an Preußen (Fürstentum Birkenfeld) das im Gefolge des Wiener Kongresses von 1815 durch Protokoll vom 9. 4. 1817 die Ämter B. (Kanton B.), und Teile der Kantone Herrstein, Hermeskeil, Wadern, Sankt Wendel, Baumholder und des Kantons Rhaunen (Oberstein und Nohfelden) mit einer Länge von 45 Kilometern und einer Breite von 15 Kilometern als Entschädigung an das von Napoleon 1810 annektierte Großherzogtum Oldenburg abtrat. Daraus entstand das (nicht in Oldenburg eingegliederte) Fürstentum B., das nach 1918 als Landesteil (B.) bei Oldenburg verblieb. Am 1. 4. 1937 kam es durch das Gesetz über Groß-Hamburg und andere Gebietsbereinigungen (26. 1. 1937) an Preußen (Rheinprovinz, eigener Landkreis), 1946 an Rheinland-Pfalz. S. Pfalz-Birkenfeld, Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld.
L.: Wolff 261; Baldes, H., Die 100jährige Geschichte des oldenburgischen Fürstentums Birkenfeld, 1921; Baldes, H., Geschichtliche Landeskunde der Birkenfelder Landschaft, 1923; Heimatchronik des Landkreises Birkenfeld, hg. v. Becker, K., 1961; Klar, H., Geschichte der Stadt Birkenfeld, (in) Birkenfeld wird Garnison, 1964, 31ff.; Brandt, H., Von der oldenburgischen Provinz zum preußischen Landkreis Birkenfeld, 1987; Strauch, D., Birkenfeld, Lichtenberg, Meisenheim etc. (in) Engagierte Verwaltung für die Wissenschaft, 2007, 487. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Biskofeshori (Landschaft, Halbinsel am westlichen Bodensee zwischen Zeller See und Untersee um den Schiener Berg). S. Höri.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 9, 95 Biskofeshori; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 63 Biskofeshori. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bitgau (Gau westlich der Mosel an Kyll und Prüm um Bitburg, Piatahgewe, pagus Bedinsis, ‚Bitburggau‘). S. a. Bietgouwe.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 Betensis (Detzem, Manderscheid, Echternach); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 147; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 12, 16, 23, 30, 31, 32, Bitgau s. Bietgouwe; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 61 Bietgouwe; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 51 Bitbourg; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 73 Bitgau, (698/714 pagus Bedensis), zwischen Kyllburg und Echternach, benannt nach dem gallorömischen vicus Beda, (Alsdorf, Baustert, Beilingen?, Beyren, Bickendorf, Biewer, Bollendorf, Born-sur-Sûre?, Donven, Dorf, Dreis, Echternach, Edingen, Einschiederhof? bzw. Einschieder Hof?, Eisenach bei Bitburg, Eppeldorf, Ernzen, Esslingen bei Bitburg, Faha, Fließem bzw. Fliessem, Frenkingen=Bettingen, Gladbach bei Bernkastel, Gransdorf, Holsthum, Hüttingen an der Kyll, Idenheim, Idesheim, Irrel, Kersch, Kewenig, Klüsserath?, Kröv, Kyllburg, Lenningen, Lockweiler, Malbergweich?, Meckel, Medernach, Mehring bei Trier, Meisburg, Metterich, Michelbach?, Mötsch, Nattenheim, Niederweis?, Oberleuken, Oberweis, Niederöfflingen und Oberöfflingen bzw. Öfflingen, Osweiler, Peffingen, Prüm, Rittersdorf, Saarburg, Salm?, Schwirzheim, Sefferweich, Steinheim bei Echternach, Waldbillig?, Wolsfeld, Zittig); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Rübenach, Weiswampach, Meisburg, Löf, Gondershausen, Sinspelt, Kewenig, Waxweiler, Sefferweich, Malbergweich, Kyllburg, Bickendorf, Fließem, Altscheid?, Gersdorf?, Nattenheim, Gransdorf, Rittersdorf, Matzen, Metterich, Baustert, Mötsch, Hüttingen an der Kyll, Oberweis, Bettingen, Ingendorf?, Messerich, Oberstedem, Eßlingen, Peffingen, Wolsfeld, Idenheim, Alsdorf, Meckel, Holsthum, Oberöfflingen, Bombogen, Ürzig, Dreis, Kaimt, Enkirch, Kröv, Warken, Eppeldorf, Waldbillig, Nommern, Oberglabach, Mersch, Zittig, Gonderange/Gonderingen, Schleidweiler, Idesheim, Hofweiler, Niederweis, Prümzurlay, Bollendorf, Eisenach, Irrel, Kordel, Ernzen, Möhn, Edingen, Godendorf, Olk, Steinheim, Echternach, Kersch, Hohensonne, Kinseckerhof, Bech, Grevenmacher, Klüsserath, Quint, Issel, Detzem, Kenn, Longuich, Lörsch, Pölich, Riol, Mertesdorf, Fell). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bliesgau (Gau am Mittellauf der Blies um Zweibrücken, Blieskastel und Homburg, Bliesahgouwe, Bliesichgouwe).
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Ernstweiler [bzw. unbekannt]); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 152; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 23, 24, 26, 27, 31 Bliesahgouwe, Blesitchowa, pagus Blesinsis, pagus Blesiacus; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 64 Bliesahgouwe;. Moreau, J., Dictionnaire de géographie historig´que, 1972, 52; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 118 (742 pagus Blesinsis, benannt nach der Blies, zwischen Vogesen, Eichelgau, oberem Saargau, Seillegau, Rösselgau,) (Behren bei Forbach bzw. Behren-lès-Forbach, Bischmisheim, Ernstweiler, Eschringen, Habkirchen, Hornbach, Illingen, Medelsheim, Mimbach, Neumünster, Niederlinxweiler, Kleinrosseln bzw. Petite-Rosselle, Ratzweiler bzw. Ratzwiller, Rimlingen bzw. Rimling, Sankt Arnual, Schiffweiler, Walsheim); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Neumünster, Illingen, Schiffweiler). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bonngau (Gau um Bonn, Bunnechgouue, Bunnekowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Muffendorf, Bornheim); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 163; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 8, II, 16, 30, 31 Bunnegouwe, pagus Bonnensis, IV, 18 comitatus Bunnensis; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 55; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 180; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Widdig, Buisdorf, Bornheim, Waldorf, Brenig, Botzdorf, Roisdorf, Lessenich, Duisdorf, Ottenheim?, Bodenheim?, Rheinbach, Meckenheim, Bonn, Endenich, Oberkassel, Kessenich, Friesdorf, Plittersdorf, Rüngsdorf, Bad Godesberg, Muffendorf, Mehlem, Ließem, Bad Honnef, Niederbachem, Gimmersdorf, Unkel, Kirchsahr, Effelsberg). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Borhtergo (Gau zwischen Lippe und Ruhr zwischen Essen und Soest). S. Brukterergau.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 (Ehrzel bzw. Erenzell); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 165 Borahtra; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 41, III, 18, 19, 26, 28, 32, 33 Borhtergo, Borahtrun, Borhtera, Borthari, Porahtani, Bructeri, ‚Brukterergau‘; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 65 Borhtergo. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bornego (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 17, Bornsatere. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bornsatere s. Bornego.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 17, Bornsatere. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bozen (Grafschaft). Bereits Paulus Diaconus nannte für die Zeit um 680 einen für B. (Bauzanum) zuständigen Grafen. 1027 gab König Konrad II. die Grafschaft B. an das Hochstift von Trient, von dem sie bis 1170 an die Grafen von Greifenstein-Morit, danach an die Grafen von Tirol zu Lehen ging. 1242 wird sie letztmals genannt. Das erstmals 1048/1068 als Dorf bezeugte B. kam mit Südtirol 1919 an Italien.
L.: Wolff 37; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 18; Hye, F. H., Anfänge und territoriale Entwicklung der Stadt Bozen, Der Schlern 1978; Riedmann, J., Geschichte Tirols, 3. A. 2001. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brabant (Großgau, Herzogtum). Der am Ende des 7. Jahrhunderts erstmals belegte fränkische Gau Bracbantum fiel 870 mit Lotharingien an das ostfränkische Reich und gehörte seit 959 zum Herzogtum Niederlothringen. Im 11. Jahrhundert erwarben die Grafen von Löwen die Grafschaft Brüssel und entrissen 1013 dem Bischof von Lüttich die Lehnsgrafschaft Brunengeruuz bzw. Bruningerode. 1106 verlieh ihnen Heinrich V. die Würde des Herzogtums Lothringen und die kaiserliche Mark Antwerpen. Danach gelang der Erwerb Toxandriens, so dass sie insgesamt die Herrschaft über das Gebiet der belgischen Provinzen Antwerpen und B. und der holländischen Provinz Nordbrabant erlangt hatten. Seitdem nannten sie sich Herzöge von B. (1188 dux Brabantiae) und wurden zu den Reichsfürsten gerechnet. In ihrem Gebiet verlor der Kaiser seit dem frühen 13. Jahrhundert fast jede Obergewalt. Nachdem schon 1204 die Maas (Maastricht) erreicht worden war, gewann Herzog Johann I. 1288 durch den Sieg bei Worringen über die Grafen von Geldern und den Erzbischof von Köln auch das Herzogtum Limburg zwischen Aachen und Maastricht und die Herrschaft Herzogenrath sowie die Burgen Wassenberg und Kerpen (zwischen Köln und Düren). 1371 wurden die Herzöge von den Herzögen von Jülich und Geldern vernichtend geschlagen. Die mit dem Luxemburger Wenzel vermählte Erbtochter Johanna Johanns III. († 1355) übertrug B., Limburg und Luxemburg 1390/1400/1430 unter Ausschaltung der Luxemburger an die Herzöge von Burgund. 1477/1482 kam B. über Maria von Burgund an Habsburg. Brüssel wurde Residenz. Im Achtzigjährigen Krieg eroberten die holländischen Generalstaaten Nordbrabant und verwalteten es seit 1648 als Generalitätslande, während Südbrabant (Löwen, Brüssel, Antwerpen, Mecheln) bei den spanischen, seit 1713/1714 österreichischen Niederlanden verblieb. Von 1794/1801 bis 1814 gehörte das um 600 Quadratmeilen große B. mit den übrigen Niederlanden zu Frankreich und wurde in drei Departements eingeteilt. 1815 wurde es Teil der Niederlande, 1830 nach einem Aufstand Kernland des neuen Königreichs Belgien, dessen Thronerbe seit 1840 den Titel Herzog von B. führt. Nordbrabant verblieb bei den Niederlanden.
L.: Wolff 53; Wallner 700 BurgRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) E3, II 66 (1378) C3, II 78 (1450) E3; Pirenne, H., Geschichte Belgiens (bis 1648), Bd. 1ff. 1899ff.; Vanderkindere, L., La formation territoriale des principautés belges au moyen-âge, Bd. 1ff. 1902; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 ([Breibant, Bragbantinse, Brabantinse, Brachbant, Bracbantus], Lennik bzw. Lennick, Zellik bzw. Zellick, Krombrugge bzw. Crumbrugge); Knetsch, K., Das Haus Brabant. Genealogie der Herzöge von Brabant und Landgrafen von Hessen, Bd. 1-13 1918ff.; Ganshof, F., Brabant, Rheinland und Reich im 12., 13. und 14. Jahrhundert, 1938 ; Martens, M., L’administration du domaine ducal en Brabant, 1954 ; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 179 ; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 23, 75, 77, 96, III, 31, 32, 33 Brakbant I; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 60; Uytterbrouck, A., Le gouvernement du duché de Brabant au bas Moyen Age, 1975 ; Mohr, W., Geschichte des Herzogtums Lothringen, Bd. 1ff. 1974ff.; Thomas, H./Houtte, J. van, Brabant, LexMA 2 1983, 529ff.; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 110; Nikolay, W., Die Ausbildung der ständischen Verfassung in Geldern und Brabant während des 13. und 14. Jahrhunderts, 1985 ; Godding, P., Le Conseil de Brabant sous le règne de Philippe le Bon (1430-1467), 1999 ; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W. u. a., 2003, 1, 1, 45, 764; Weller, T., Die Heiratspolitik, 2004; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 437; Tigelaar, J., Brabants historie ontvouwd, 2006. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bracbant (Gau) um Kamen in Westfalen
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek 180 Brabant; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 75, 77, 96, III 31 Brakbant II; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 Bracbant (Lerche, Drechen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brandenburg (Mark, Markgrafschaft, Kurfürstentum, Provinz, Land, Bundesland, Residenz). Das zunächst von Semnonen, Langobarden und Burgundern bewohnte Gebiet der späteren Mark B. wurde nach dem Abzug der Germanen in der Völkerwanderung von Slawen (Liutizen, Heveller, Wilzen, Ukrer (Uker), Obotriten) besetzt. 927 schlug König Heinrich I. die Slawen an der Elbe, eroberte 928/929 die deutsch Brennaburg bezeichnete slawische Burg an der Havel, die vielleicht schon auf eine slawische Siedlung des 6. Jahrhunderts zurückgeht und bildete 931 die Mark Nordsachsen (Nordmark). Im Slawenaufstand von 983 ging das Gebiet wieder verloren. 1134 belehnte Kaiser Lothar von Süpplingenburg den Askanier Albrecht den Bären mit den deutsch verbliebenen Teilen der Altmark. Albrecht eroberte die Prigni, erbte 1150 das Havelland hinzu und erscheint erstmals (in einer Urkunde vom 3. Oktober) 1157 in bewusster Erinnerung an die Markgrafschaft Geros von Nordsachsen als Markgraf von Brandenburg, das er wegen seiner günstigen Lage am Übergang wichtiger Fernstraßen über die Havel anstelle von Stendal zum festen Sitz erhob und zum Vorort dieser neuen Mark ausbaute, wobei der königliche Burggraf auf der Brandenburger Dominsel rasch ausgeschaltet wurde. Nach dem Tod Albrechts wurde die Mark B. von den askanischen Stammlanden am Harz getrennt. Albrechts Sohn Otto I. gewann 1181 die Lehnshoheit über Mecklenburg und Pommern. Johann I., der 1252 erstmals als Kurfürst fungierte, und Otto III. († 1266/1267) erwarben Stargard, die Uckermark, Barnim, Teltow, Lebus und Zehden (Neumark), die Mark Landsberg und die Oberlausitz (1255) und wehrten Ansprüche des Erzbischofs von Magdeburg ab. Andererseits wurde das Geschlecht bei ihrem Tod 1267 in zwei gemeinsam regierende Linien mit Regierungssitzen in Stendal und Salzwedel gespalten, bis es unter Waldemar wieder vereinigt wurde. Mit seinem Tod erlosch 1319 der brandenburgische Zweig der Askanier, der als Reichskämmerer von der Ausbildung des Kurfürstenkollegiums an zu den Kurfürsten gezählt hatte. Nach dem Aussterben der Askanier zog König Ludwig der Bayer aus dem Hause Wittelsbach die Mark B. 1320 in an den Grenzen verkleinertem Umfang als erledigtes Lehen ein, übertrug sie 1323 seinem achtjährigen Sohn Ludwig und ließ durch Beauftragte die wittelsbachischen Formen der Verwaltung einführen. Unter dieser wenig effektiven Herrschaft wurde 1356 B. als Kurfürstentum anerkannt. 1373 zog allerdings Kaiser Karl IV. nach langjährigen Auseinandersetzungen die Mark B. im Vertragsweg gegen 200000 Goldgulden an das Haus Luxemburg (Residenz Tangermünde) und ließ 1375/1376 im Landbuch die verbliebenen Rechte und Aufgaben registrieren. Nach seinem Tod kam es zur Teilung der Mark (Kurmark d. h. Altmark und Gebiete zwischen Elbe und Oder an Siegmund, Neumark an den jüngsten Sohn Johann von Görlitz, 1386 ebenfalls an Siegmund), zu großen Adelsunruhen und zahlreichen Veräußerungen (1388 Verpfändung, 1397 Veräußerung der Kurmark an Jobst von Mähren, 1402 Veräußerung der Neumark an den Deutschen Orden). Am 8. 7. 1411 setzte König Sigmund auf Bitten der brandenburgischen Stände seinen Feldherren und Rat, den Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg zum Verweser über die nach dem Tod Jobsts wieder angefallene Mark ein. Am 30. 4. 1413 übertrug er ihm für 400000 Gulden das Kurfürstentum und am 18. 8. 1417 belehnte er ihn mit der Mark. Als über B., Altmark und Teile der Uckermark herrschender Kurfürst Friedrich I. brach der Burggraf die Macht des Adels. Sein Sohn Kurfürst Friedrich II. erzwang die Unterwerfung der Städte (u. a. Berlin 1447/1448), festigte allmählich die Herrschaft wieder, erlangte 1447 das Besetzungsrecht für die Bistümer B., Havelberg und Lebus, kaufte 1450 Wernigerode und gewann die Uckermark und Prignitz zurück. 1455 wurde die Neumark zurückgekauft. Außerdem wurden die Herrschaften Cottbus (1445) und Peitz in der Niederlausitz (1488) erworben. In der sog. dispositio Achillea des Markgrafen Albrecht Achilles von 1473 wurde die Erbfolge im Sinne der Unteilbarkeit der märkischen Lande geregelt und die Abtrennung der Mark von den fränkischen Gütern, die den zweiten und dritten Söhnen zufielen (Ansbach, Bayreuth), gefördert. 1482 wurden im Glogauer Erbfolgestreit große Teile des Herzogtums Crossen gewonnen (Crossen, Züllichau, Sommerfeld, Bobersberg). Kurfürst Johann Cicero, der als erster Hohenzoller ständig in der Mark residierte, kaufte 1486 die Herrschaft Zossen, gewann die Lehnsherrschaft über Pommern und unterwarf die altmärkischen Städte. Zwischen 1499 und 1535 wurde Roppen eingezogen. 1506 wurde die Universität Frankfurt an der Oder gegründet, 1516 das Kammergericht in Berlin eingerichtet. Die sog. Constitutio Joachimica bildete die Grundlage einer einheitlichen Rechtsprechung in B. 1524 wurde die Grafschaft Ruppin als erledigtes Lehen eingezogen und 1529 das vertraglich erworbene Erbfolgerecht in Pommern gesichert, das sich 1637/1648 realisierte. 1535 kam es zur Teilung des Landes in die Kurmark (Joachim II.) und die Neumark, die bis 1571 an Hans von Küstrin kam. Hiervon bestand die 444 Quadratmeilen umfassende Kurmark aus der Altmark, Mittelmark, Prignitz oder Vormark und der Uckermark. Die Altmark umfasste ein Gebiet von 82 Quadratmeilen (die Kreise Stendal, Tangermünde und Arneburg, Seehausen, Arendsee, Salzwedel-Gardelegen). Die Mittelmark mit einem Flächeninhalt von 250 Quadratmeilen, die bis ins 15. Jahrhundert zunächst Neumark hieß, enthielt die Landschaft Havelland (mit der Stadt Brandenburg, den Städten und Ämtern Potsdam, Spandau, Nauen, den Ämtern Königshorst, Fahrland und Fehrbellin, den Städten Rathenow und Pritzerbe, den Ländchen Rhinow und Friesack), die Kreise Glien-Löwenberg, Ruppin, Oberbarnim und Niederbarnim, Teltow, Lebus, Zauche, Beeskow-Storkow (letzterer erst im Jahr 1575 von der Lausitz erworben) und die Herrschaft Teupitz (Wusterhausen-Teupitz). Die 61 Quadratmeilen große Prignitz oder Vormark wurde aus den Kreisen Berleberg, Pritzwalk, Wittstock, Kyritz, Havelberg, Plattenburg und Lenzen gebildet. Die Uckermark, 68 Quadratmeilen groß, setzte sich aus dem uckermärkischen und dem stolpischen Kreis zusammen. Die 220 Quadratmeilen große Neumark bestand aus der eigentlichen Neumark nördlich der Warthe mit den Kreisen (Ämtern) Soldin, Königsberg, Landsberg, Friedeberg, Arnswalde, Dramburg, dem 30 Quadratmeilen umfassenden Herzogtum Crossen und den Herrschaften Cottbus und Peitz. Bald nach 1535 begann die Einführung der Reformation, in deren Gefolge der größte Teil der Kirchengüter (Havelberg, Lehnin, Chorin) in landesherrliche Domänen umgewandelt und die Bistümer B., Havelberg und Lebus eingezogen wurden. 1537 konnten folgenreiche Erbverbrüderungen mit den Herzögen von Liegnitz, Brieg und Wohlau abgeschlossen werden. 1569 wurde B. von Polen mit dem Herzogtum Preußen belehnt. Johann Georg (1571-1598) gelang es, das gesamte brandenburgische Gebiet wieder zu vereinigen und die böhmischen Lehen Beeskow und Storkow zu erwerben. 1603 überließ Joachim Friedrich die gerade angefallenen fränkischen Fürstentümer Ansbach und Bayreuth seinen Brüdern. In B. schuf er Weihnachten 1604 den Geheimen Rat als oberste Verwaltungsbehörde. 1614 erfolgte im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit mit Pfalz-Neuburg der Erwerb von Kleve, Mark, Ravensberg und Ravenstein, 1618/1619 der endgültige erbweise Erwerb des Herzogtums Preußen. Friedrich Wilhelm der große Kurfürst (1640-1688) gewann 1648 Hinterpommern, die Bistümer Halberstadt mit Hohnstein und Mansfeld (1680), Kammin (Cammin) und Minden sowie die Anwartschaft auf das Erzbistum Magdeburg (Anfall 1680), erhielt 1657 Lauenburg, Bütow und Draheim als Lehen Polens, kaufte 1686 Schwiebus, erwarb 1691 Tauroggen und Serrey und begründete den brandenburg-preußischen Staat im modernen Sinn, der das ältere B. vom neuen Preußen scheidet. Kurfürst Friedrich III. von B., der 1694 die Universität Halle gründete, führte seit 1701 den Titel König in Preußen. Das 1800 664 Quadratmeilen große B. (Prignitz, Uckermark, Mittelmark, mit Niederlausitz und ohne Altmark [zur Provinz Sachsen] und nordöstliche Teile der Neumark) mit 980000 Einwohnern war von 1815 bis 1945 eine preußische Provinz, aus der 1920 Groß-Berlin ausgesondert wurde. 1938 gelangten die Kreise Friedeberg und Arnswalde zu Pommern, wofür die Mark B. von der aufgelösten Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen die Kreise Schwerin, Meseritz und Bomst (teilweise) erhielt. 1945 kam B. westlich der Oder zur sowjetischen Besatzungszone (Provinz Mark Brandenburg), östlich der Oder unter Polens Verwaltung. Seit 1947 war B., das nach Wahlen im Jahre 1946 im Jahre 1947 eine Verfassung erhielt, Land (Mark Brandenburg) in der sowjetischen Besatzungszone, seit 1949 Gliedstaat der Deutschen Demokratischen Republik. (Am 23. 7.) 1952 bzw. 1958 ging es in den Bezirken Potsdam, Frankfurt an der Oder und Cottbus der Deutschen Demokratischen Republik auf (str.). Mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland entstand das Land Brandenburg (ohne Berlin) am 3. 10. 1990 (mit der Hauptstadt Potsdam) wieder (ohne die Kreise Hoyerswerda [Sachsen], Jessen [Sachsen-Anhalt] und Weißwasser [Sachsen], aber mit den Kreisen Perleberg [Westprignitz], Prenzlau [Uckermark] und Templin [Uckermark]). Es ist das fünftgrößte Land der Bundesrepublik und zählt rund 2 600 000 Einwohner. Der Versuch einer Vereinigung mit Berlin scheiterte am 5. 5. 1996 an einer Volksabstimmung. S. Berlin.
L.: Wolff 382; Zeumer 552 I 7; Wallner 708 ObersächsRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) G3, II 66 (1378) G2, II 78 (1450) G3, III 22 (1648) F2, III 38 (1789) E1; Faden, E., Brandenburg, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Die Territorien des Reichs 2, 34; Mylius, C. O., Corpus constitutionum Marchicarum Bd. 1ff. Berlin u. Halle 1737ff.; Bekmann, J./Bekmann, L., Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg, Bd. 1f. 1751ff., Neudruck 2004; Codex diplomaticus Brandenburgensis, hg. v. Gercken, P. W., Teil I-VII 1769; Codex diplomaticus Brandenburgensis continuatus, ed. Raumer, G. W. v., Teil I, II 1831ff.; (Novus) Codex diplomaticus Brandenburgensis, hg. v. Riedel, A., 1838ff.; Voigt, E., Historischer Atlas der Mark Brandenburg, 1846; Fidicin, E., Die Territorien der Mark Brandenburg, Bd. 1ff. 1857ff.; Stölzel, A., Brandenburg-preußische Rechtsverwaltung und Rechtsverfassung, Bd. 1f. 1888; Landeskunde der Provinz Brandenburg, hg. v. Friedel, E./Mielke, R., Bd. 1ff. 1909ff.; Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus dem askanischen Hause, hg. v. Krabbo, H./Winter, G., 1910ff.; Holtze, F., Geschichte der Mark Brandenburg, 1912; Tümpel, L., Die Entstehung des brandenburg-preußischen Einheitsstaates, 1915; Hintze, O., Die Hohenzollern und ihr Werk, 3. A. 1916; Schulze, B., Brandenburgische Landesteilungen 1258-1317, 1928; Historischer Atlas der Provinz Brandenburg, hg. v. der hist. Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, 1929ff., N. F. 1962ff.; Schulze, B., Die Reform der Verwaltungsbezirke in Brandenburg und Pommern 1809-1818, 1931; Hanke, M./Degener, H., Geschichte der amtlichen Kartographie Brandenburg-Preußens bis zum Ausgang der Friderizianischen Zeit, 1935; Das Handbuch der Mark Brandenburg, hg. v. Schultze, J., 1940; Atlas östliches Mitteleuropa, hg. v. Kraus, T./Meynen, E./Mortensen, H./Schlenger, H., 1959; Die Mark Brandenburg, hg. v. Schultze, J., Bd. 1ff. 1961, 2. A. 1989, 3. A. 2004, 4. A. 2010; Historischer Handatlas von Brandenburg und Berlin, hg. v. Quirin, H., 1962ff.; Historisches Ortslexikon für die Mark Brandenburg, bearb. v. Enders, L., 1962ff., Veröffentl. des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Teil 11 Orts- und Personenregister, 1995; Schulze, H., Adelsherrschaft und Landesherrschaft, 1963; Preußens Epochen und Probleme seiner Geschichte, hg. v. Dietrich, R., 1964ff.; Bratring, F. A., Statistisch-topographische Beschreibung der gesamten Mark Brandenburg. Neuausgabe bearb. v. Büsch, O./Heinrich, G., 1968; Berlin und die Provinz Brandenburg im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Herzfeld, H., 1968; Grassmann, A., Preußen und Habsburg im 16. Jahrhundert, 1968; Scharfe, W., Topographische Aufnahmen in Brandenburg 1816-1821, Jb. f. Gesch. Mittel- und Ostdeutschlands 18 (1969); Schreckenbach, H., Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg, Bd. 1ff. 1970ff.; Brandenburgische Jahrhunderte. Festgabe Schultze, J., hg. v. Heinrich G./Vogel, W., 1971; Scharfe, W., Abriss der Kartographie Brandenburgs 1771-1821, 1972, Veröff. der Hist. Kommission zu Berlin Bd. 35; Schmidt, E., Die Mark Brandenburg unter den Askaniern 1134-1320, 1973; Bohm, E., Teltow und Barnim. Untersuchungen zur Verfassungsgeschichte und Landesgliederung brandenburgischer Landschaften im Mittelalter, 1978, Mitteldeutsche Forschungen Bd. 83; Neue Forschungen zur Brandenburg-Preußischen Geschichte, hg. v. Benninghoven, F./Löwenthal-Hensel, C., 1979; Dralle, L./Ribbe, W., Brandenburg, LexMA 2 1983, 554ff.; Ständetum und Staatsbildung in Brandenburg-Preußen, hg. v. Baumgart, P., 1983; Schindling, A., Kurbrandenburg im System des Reiches während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert, (in) Preußen, Europa und das Reich 1987; Mittenzwei, I., Brandenburg-Preußen 1648-1789. Das Zeitalter des Absolutismus in Text und Bild 1988 (1987); Hansische Stadtgeschichte – Brandenburgische Landesgeschichte, hg. v. Engel, E., 1989; Ahrens, K., Residenz und Herrschaft, 1990; Brandenburgische Geschichte, hg. v. Materna, I., 1994; Assing, H., Brandenburg, Anhalt und Thüringen im Mittelalter, 1997; 1050 Jahre Brandenburg, hg. v. Domstift, 1998; Repertorium der Policeyordnungen der frühen Neuzeit, hg. v. Härter, K./Stolleis, M., Bd. 2 1998; Bahl, P., Der Hof des großen Kurfürsten, 2000; Partenheimer, L., Albrecht der Bär, 2001; Neugebauer, W., Zentralprovinz im Absolutismus, 2001; Schiller, R., Vom Rittergut zum Großgrundbesitz, 2003; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W. u. a., 2003, 1, 1, 117, 454, 773, 1, 2, 64; Membra unius capitis, hg. v. Kaiser, M. u. a., 2005; Nolte, C., Familie, Hof und Herrschaft, 2005; Brandenburg an der Havel und Umgebung, hg. v. Kinder, S. u. a., 2006; Partenheimer, L., Die Entstehung der Mark Brandenburg, 2007; Griesa, S., Die Mark Brandenburg im 14. Jahrhundert, Jb. f. brandenb. LG. 57 (2006), 32; Wie die Mark entstand, hg. v. Müller, J. u. a., 2009. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Breisgau (Gau, Grafschaft, Landgrafschaft, Landvogtei). Der aus dem Keltischen kommende Name der Landschaft zwischen Oberrhein und Schwarzwald wird um 400 erstmals genannt (7. Jh. Brisachgowe). Die karolingische Grafschaft des alemannisch besiedelten Breisgaues ist seit dem 11. Jahrhundert in den Händen der Zähringer belegt. 1064 ging sie an die verwandten Markgrafen von Baden, 1190 an deren Teillinie der Markgrafen von Hachberg. Nach dem Untergang der Staufer erlangten die Grafen von Habsburg einen Teil der Güter. 1269 fielen ihnen weitere Teile durch das Erlöschen der Grafen von Kiburg (Kyburg) zu, die 1218 einen Teil der Güter der Herzöge von Zähringen geerbt hatten. Während der südliche Teil des Breisgaus bei den Markgrafen verblieb (Markgräfler Land) und am Beginn der Neuzeit aus dem B. ausschied, wurde der nördliche „niedere“ B. als Landgrafschaft 1318 an die Grafen von Freiburg (Urach-Freiburg) verpfändet und kam durch Erwerb der Landgrafschaft und der Schirmherrschaft über Freiburg 1368 von den Grafen von Freiburg überwiegend an Habsburg, das 1331 Breisach und Neuenburg sowie 1365 Kirnberg (Kürnberg) mit Kenzingen gewonnen hatte. Von 1469 bis 1474 wurde der B. von dem Habsburger Sigmund von Tirol an Burgund verpfändet. 1478 ließ sich Habsburg mit der Landgrafschaft im Breisgau belehnen. Seit dieser Zeit hatte der B. (mit Freiburg, Breisach, Villingen, Neuenburg, Burkheim [Burgheim], Waldkirch, Fricktal und Grafschaft Hauenstein) eigene Verwaltung (in Ensisheim) und Landstände. Im Frieden von Lunéville des Jahres 1801 bzw. dem Reichsdeputationshauptschluss vom 25. 2. 1803 fiel er an den Herzog von Modena, 1803 als Erbe an Österreich-Este, 1805 an Baden und Württemberg. 1810 trat Württemberg seinen Anteil an Baden ab. Das Fricktal (Herrschaften Rheinfelden und Laufenburg) kam 1801 an Frankreich, 1802 an die Helvetische Republik und 1815 an die Schweiz. Der übrige B. fiel 1951/1952 mit Baden an Baden-Württemberg.
L.: Wolff 40; Wallner 713 ÖsterreichRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) D5, III 22 (1648) C5, III 38 (1789) B4; Fehr, H., Die Entstehung der Landeshoheit im Breisgau, 1904; Windelband, W., Der Anfall des Breisgaus an Baden, 1907; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 3 ([Brisehguue, Prisekeuue, Prisecgeuue, Brisiggouue, Brisachgowe, Prisagouue, Brisikgowe, Brisikgouui, Brysichkowe, Brisihgowi, Prisgauue, Prisegouue, Brisiggowe, Brisichgowe, Prisichgowe, in Mittelbaden,] Sulzburg, Waldkirch, Königschaffhausen bzw. Königsschaffhausen, Riegel, Endingen, Wendlingen, Kenzingen, Teningen bzw. Theningen, Bahlingen, Burkheim bzw. Burgheim, Oberrotweil bzw. Rottweil, Betzenhausen, Oberbergen, Vogtsburg, Kirchzarten, Liel, Tutschfelden, Oberbirken, Unterbirken, Haslach, Bellingen bzw. Bad Bellingen, Opfingen, Kirchen, Malterdingen, Ihringen, Wyhl bzw. Wyl, Richtlingen, Mauracherhof, Neuershausen, Buggingen); Der Breisgau, hg. v. Busse, H. u. a., 2. A. 1941; Stolz, O., Geschichtliche Beschreibung der ober- und vorderösterreichischen Länder, 1945; Bader, K., Der deutsche Südwesten in seiner territorialstaatlichen Entwicklung, 1950, Neudruck 1978; Creutzburg, N. u. a., Freiburg und der Breisgau, 1954; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 1, 8, II, 16, 30, 31, 32, III, 31, IV, 8, S. 263, Brisihgouwe, pagus Brisiaguensis, pagus Brisacensis, finis Prisegauginsis, Brisigavi; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 66 Brisgau; Vorderösterreich. Eine geschichtliche Landeskunde, hg. v. Metz, F., 3. A. 1978; Wogau, K. v., Die landständische Verfassung des vorderösterreichischen Breisgaues 1679-1752, 1973; Zotz, T., Der Breisgau und das alemannische Herzogtum, 1974; Kageneck, A. Graf v., Das Ende der vorderösterreichischen Herrschaft im Breisgau, 1981; Zotz, T., Breisgau, LexMA 2 1983, 601f.; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 56, 111 (Binzen, Rümmingen, Steinenstadt, Tumringen, Wollbach, Haltingen, Eimeldingen) ; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 531. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brenzgau, Brenzegouwe (Gau an der Brenz, einem linken Nebenfluss der oberen Donau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Brenzegouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brettachgau, Bretahgouwe (Gau an der Brettach, einem linken Nebenfluss des Kocher, Breitahagewe, ‚Brettachgau‘)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, Bretahgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brisihgouwe s. Breisgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 288. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brocckingeland (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 10, Brocckingeland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brokmonnaland s. Brookmerland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, Brokmonnaland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brookmerland (Gebiet in Friesland), Brokmonnaland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, Brokmonnaland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Brunengeruuz (Grafschaft innerhalb des Großgaus Hasbanien), Brunigerode
L.: Curs, O. Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert. Nach den Königsurkunden. Diss. phil. Göttingen 1908, 4; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 197; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19, Brunengeruuz, Brunengurt; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 235. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Buchengau (Pochonia, Buchonia, Gau um Fulda)
L.: Curs, O. Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert. Nach den Königsurkunden. Diss. phil. Göttingen 1908, 4 (Fulda); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 154 Boconia; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, II, 22, 74, 76 Buohhunna, Buchonia, Boconia, Gebietsname. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Buchsgau (Gau innerhalb des Baselgaus), Buhsgouwe
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, Buhsgouwe; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 67. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bucki (Gau um Bückeburg)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 70, 72, 76, 95, 96, III, 32, Bucki. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Buhsgouwe (Gau innerhalb des Baselgaus) s. Buchsgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, Buhsgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bukowina (Kronland Österreichs). Das östlich von Siebenbürgen am Osthang der Karpaten gelegene, 1482 erstmals B. (Buchenland) genannte Gebiet gehörte seit dem 14. Jahrhundert zu dem späteren türkischen Vasallenfürstentum Moldau. 1769 wurde es von Russland erobert, 1774 von Österreich besetzt. Am 7. 5. 1775 wurde es mit 190 Quadratmeilen und 79000 meist rumänischen Einwohnern von der Türkei an Österreich abgetreten. Am 1. 11. 1786 wurde die B. mit Galizien (Galizien/Lodomerien) vereinigt. 1849/1860/1861 wurde sie eigenes Kronland. 1874/1875 wurde die deutsche Universität Czernowitz gegründet. Um 1900 lebten in der B. rund 85000 Deutsche, 13000 Deutschstämmige, 300000 Rumänen, 300000 Ruthenen, 130000 Juden und 36000 Polen. 1919 fiel die B. an Rumänien, 1940 der Norden mit Czernowitz an die Sowjetunion bzw. nach 1990 an die Ukraine.
L.: Bidermann, H., Geschichte der Bukowina unter österreichischer Verwaltung 1775-1875, 1875; Kaindl, R., Geschichte der Bukowina, Bd. 1ff. 2. A. 1896f.; 150 Jahre Deutschtum in der Bukowina, hg. v. Lang, F., 1961; Turczynski, E., Geschichte der Bukowina in der Neuzeit, 1993; Galizien, Bukowina, Moldau, hg. v. Glassl, H., 1994; Röskau-Rydel, I., Galizien, Bukowina, Moldau 1999; Hausleitner, M., Die Rumänisierung der Bukowina, 2001; Scharr, K., Die Bukowina, 2007; Scharr, K., Die Landschaft Bukowina, 2011. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bulderngau (Gau bei Dülmen in Westfalen), Buldern
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 203; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10f. Bunlarun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Burgund (Königreich, Herzogtum, Freigrafschaft). Der Name B. für die Landschaft zwischen Saône und oberer Loire geht auf die ostgermanischen Burgunder zurück, die zwischen 400 bzw. 413 und 436 um Mainz und Worms und nach 443 um Genf, Lyon und das Rhonegebiet ein eigenes, strukturell in sich recht verschiedenes Reich gegründet hatten, das 534 von den Franken zerstört wurde. B. bezeichnet danach zunächst das fränkische Teilreich B. um Orléans und Chalon-sur-Saône, später das Reich des Sohnes Karl (855-863) Kaiser Lothars I. (Niederburgund d. h. Provence und Dukat Vienne/Lyon). 879 wählten die geistlichen Großen des Gebiets den Grafen Boso († 887) von Vienne, den Schwager Karls des Kahlen, zum König von B. (spätere Franche-Comté, Chalon [Chalons], Mâcon, Vienne, Lyon, Languedoc, Teile Savoyens, Provence). Hauptstadt war Arles, weswegen das Reich, das Boso 885 von Kaiser Karl dem Dicken zu Lehen nahm, auch regnum Arelatense, Arelat genannt wurde. 888 riss der Welfe Graf Rudolf das Gebiet der späteren Franche-Comté und Teile der späteren Schweiz als Königreich (Hochburgund) an sich, während Bosos Bruder Richard das Gebiet der späteren Bourgogne westlich der Saône (Mâcon, Chalon [Chalons], Autun, Nevers, Auxerre, Sens, Troyes, Langres) als Herzogtum B. an sich zog, so dass Bosos Sohn nur den südlichen Rest behielt. 934 übertrug Graf Hugo von Provence dieses inzwischen erlangte Gebiet als Ausgleich für Italien an den Welfen Rudolf II., womit zwei Drittel Burgunds wiedervereinigt waren, während das Herzogtum B. dadurch, dass Richards Sohn Rudolf 923 König von Frankreich wurde, seitdem an Frankreich kam. 1016 sprach Rudolf III. von B. das Land Kaiser Heinrich II. als Erbe zu. Nach seinem Tod setzte Kaiser Konrad II. 1032 die Erbansprüche auf das Königreich B. durch, doch war die Macht des Königs gegenüber Adel und Kirche von Anfang an gering, so dass dieses Gebiet nur unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der sich 1156 mit Beatrix von B., der Erbtochter der Grafen von B. verheiratete und 1169 Hochburgund zwischen oberer Saône und Jura zur reichsunmittelbaren Pfalzgrafschaft oder Freigrafschaft (seit 1350 Franche-Comté) mit Dole als Hauptort erhob, und Karl IV., der 1378 den französischen Thronfolger als Reichsvikar im Arelat ernannte, enger an das Reich gebunden werden konnte und bis zum Ausgang des Mittelalters teilweise an die Schweiz, Savoyen und Mömpelgard und im Übrigen (Lyon, Dauphiné, Provence, Avignon, Arles) an Frankreich verlorenging, für das vom 11. Jahrhundert an drei Linien der westfränkischen Kapetinger/Robertiner das Herzogtum innegehabt hatten. Nach dem Aussterben der zweiten kapetingischen Seitenlinie 1361 kam das Herzogtum B. im Jahre 1363 als Lehen Frankreichs an den jüngsten Sohn Johanns II. von Frankreich, Philipp den Kühnen. Philipp erwarb durch seine 1369 mit Margareta von Flandern (d. J.) geschlossene Ehe 1384 Flandern, Artois und die weiterhin als Reichslehen zum deutschen Reich gehörende Freigrafschaft B., die über die Herzöge von Andechs-Meranien (1208-1248), die Grafen von Chalon (1248-1295) und die Könige von Frankreich (1295) an Margareta von Flandern (d. Ä.) gekommen war, Rethel, Nevers, Salins und Mecheln sowie 1390 durch Kauf die Grafschaft Charolles (Charolais). Sein Enkel Philipp der Gute eroberte die Grafschaft Boulogne und erwarb 1428 Namur durch Kauf, 1430 Brabant und Limburg durch Erbschaft sowie 1433 Hennegau, Holland und Seeland durch Gewalt. Im Frieden von Arras erhielt er 1435 die Gebiete von Mâcon, Auxerre und einen Teil der Picardie. Dazu kamen 1443 noch das Herzogtum Luxemburg und Chiny. 1477 fiel sein Sohn Karl der Kühne, der 1473 Geldern und Zütphen gewonnen und mit dem Friedrich III. die Schaffung eines Königreichs B. erörtert hatte, im Kampf gegen den Herzog von Lothringen. 1491 starb mit Johann von Nevers auch die Nebenlinie im Mannesstamm aus. Über die 1477 mit Maximilian von Habsburg vermählte Tochter Karls des Kühnen Maria († 1482) gelangte das Herzogtum B. mit der Freigrafschaft B. an das Haus Habsburg. Habsburg behauptete das burgundische Erbe (Niederlande) bis auf die Bourgogne (Herzogtum B.), die Picardie und Boulogne, die an Frankreich fielen, das seinerseits im Frieden von Madrid 1526 auf die Lehnshoheit über Flandern und Artois verzichtete. 1548 vereinte Kaiser Karl V. die verbliebenen burgundischen Länder zum schon 1512/1521 angestrebten burgundischen Reichskreis, der später fast ausschließlich aus Ländern (einer Vielzahl von Ländern und Herrschaften) eines einzigen Landesherren (Habsburg als Herzog von Burgund) bestand (1556 Spanien, 1713 Erzherzog von Österreich bzw. König von Böhmen [ausgenommen die 1713 als Ersatz für Oranien an Preußen gelangten Teile des Oberquartieres Geldern]). Die Freigrafschaft B. wurde nach mehrfacher Besetzung durch Frankreich 1678 endgültig an Frankreich abgetreten. S. Niederlande, Belgien, Burgundischer Reichskreis.
L.: Zeumer 552 III a 2, 37, 3; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F4, II 66 (1378) C5, II 78 (1450) F4; Die Territorien des Reichs 6, 198; Petit, E., Histoire des ducs de Bourgogne de la race capétienne, Bd. 1ff. 1885ff.; Berthaut, H., La carte de France 1750-1898, 1899; Cartellieri, O., Geschichte der Herzöge von Burgund, 1910; Hofmeister, A., Deutschland und Burgund im frühen Mittelalter, 1914; Febvre, L., Histoire de la Franche Comté, 7. A. 1922; Préchin, E., Histoire de la Franche-Comté, 1947; Meyer, W., Burgund, 2. A. 1965; Richard, J., Histoire de la Bourgogne, 1957; Calmette, J., Le grands ducs de Bourgogne, 3. A. 1959; Kaughan, R., Philip the Bold. The formation of the Burgundian State, 1962; Hoke, R., Die Freigrafschaft Burgund, Savoyen und die Reichsstadt Besançon im Verbande des mittelalterlichen deutschen Reiches, ZRG GA 79 (1962), 106ff.; Bittmann, K., Ludwig XI. und Karl der Kühne, Bd. 1ff. 1964ff.; Boehm, L., Geschichte Burgunds, 1971, 2. A. 1979; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 58 Bourgogne, 122 Franche-Comté; Duranthon, M., La carte de France, son histoire 1678-1974, 1978; Werner, K. u. a., Burgund, LexMA 2 1983, 1062ff.; Calmette, J., Die großen Herzöge von Burgund, 1987; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 37; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W. u. a., 2003, 1, 1, 49, 789; Ehm, P., Burgund und das Reich, 2002; Kaiser, R., Die Burgunder, 2004; Gresser, P./Richard, J., La gruerie du comté de Bourgogne aux XIVe et XVe siècles, 2004; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 470 (Herzogtum), 472 (Grafschaft); Kamp, H., Burgund, 2007; Rauzier, J., La Bourgogne au XIVe siècle, 2009; La Franche-Comté et les anciens Pays-Bas, hg. v. Delobette, L. u. a., 2010. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Burichyngas (Gau zwischen Lauchert und Neckar)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 83, 90, III, 8, 25, IV, 8 Burichinga, Burichinger marca; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 68 (Willmandingen, Undingen, Genkingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Bursibant (Gau [am Mittellauf der Ems?])
L.: Curs, O. Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert. Nach den Königsurkunden. Diss. phil. Göttingen 1908, 4 (Altenrheine); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 75, 77, 96, Bursibant. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Butjadingen, Butjadingerland (Landschaft zwischen den heutigen Orten Bremerhaven und Wilhelmshaven)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 10 (Hriustri), Butjadinge. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Cambrésis (Gau um Cambrai im Département Nord Frankreichs, Cameracensis pagus)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Mosterolcourt bzw. Montrecourt, Le Cateau-Cambrésis, Cambrai); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 215; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, 32, IV, 18, Cameracensis pagus; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 70; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 118. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Cameracensis pagus (Gau um Cambrai im Département Nord Frankreichs). S. Cambrésis.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Mosterolcourt bzw. Montrecourt, Le Cateau-Cambrésis, Cambrai); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 215; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, 32, IV, 18, Cameracensis pagus; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 70; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 118. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Carascus pagus (Carowascus pagus) s. Karosgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 15, 23, Carascus pagus. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Carembault (Gau zwischen den Flüssen Deule und Marque um Lille, Teil Flanderns, Quesnoy-sur-Deule, Camphin-en-Carembault, Karabant)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 220; Polenz, P. v., Landschafts-und Bezirksnamen, 1961, II, 75, Karabant; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 72. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Chablais (Landschaft). C. (lat. pagus Caput lacensis „Seehaupt“) hieß zunächst das Gebiet an der Ostspitze des Genfer Sees, später auch das Gebiet südlich des Sees. Es gehörte zur Grafschaft Genf und fiel 1034 an die Grafen von Savoyen. 1792 wurde es von Frankreich annektiert, 1814 aber an Savoyen zurückgegeben. Mit Savoyen kam es 1860 wieder an Frankreich. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Cham (Mark, Markgrafen). Die Cham-Furter Senke war in agilolfingischer Zeit Herzogsland und wurde 788 nach dem Sturz des Herzogs durch König Karl den Großen Königsland. Seit ottonischer Zeit wurde um die 976 genannte, auf Königsland errichtete Burg Camma eine Grenzsicherungsorganisation errichtet. Die danach geschaffene, 1055 erstmals genannte Mark C. (Böhmische Mark) um die Burg fiel 1204 nach dem Aussterben der Markgrafen (Rapotonen, Diepoldinger) an das Haus Wittelsbach (Bayern). 1255 gelangte C. bei der Teilung Bayerns an Niederbayern und wurde 1352 an die Pfalzgrafen verpfändet. 1621/1625/1648 kam es wieder an Bayern, bei dem es bis auf die Jahre 1708-1714 (Pfalz) verblieb.
L.: Wolff 137; Wallner 711 BayRK 1; Brunner, J., Geschichte der Stadt Cham, 1919; Piendl, M., Das Landgericht Cham, 1955, (in) Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern 8; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 7, 9, Chamba, Champie marcha; Schmid, A., Cham, LexMA 2 1983, 1670; Bosl, K., Cham. Die Geschichte der Stadt und ihres Umlandes in 1200 Jahren, 1989; Haering, S., Die Mark Cham, (in) Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham 11 (1994), 5. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Chamberich (Gau um Cham am Oberlauf des Regens), Champrichi
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 94, IV, 9, Champrichi.; Muggenthaler, H., Unser Cham, 1975 (Weißenregen im Gau Chamberich). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Châtenois (Landschaft in Lothringen südlich Neufchateaus, Herzog) s. Lothringen
L.: Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique 86; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 118. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Chelesgouwe s. Kelsgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 32, Chelesgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Chiemgau (Gau um den Chiemsee, Chimengouue, Chiemihgovue, Chiemichouve,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Vogtareuth, Grabenstätt bzw. Grabenstädt); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 9, 33, 34, 40, Chiemingouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Chletgouwe s. Klettgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, Chletgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Chochengouue s. Kochergau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 27. Chochengouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Chrapuhfeld s. Krappfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, 63, 72, 96, Chrapuhfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Churrätien, Churwalchen (Gau am Alpenrhein um Chur in Graubünden in der heutigen Schweiz), Curouualahon
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 5; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 22, 23, 64, III, 27, 29, Churwalahun, Bevölkerungsname, vallis Curualensis, Cornugallia, Retia Curiensis, Churrätien; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 219 Rätien. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Chwinzingouwe (Quinzingouwe) s. Künzinggau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 32, Chwinzingouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Cloppenburg (Herrschaft). An der Kreuzung alter Handelsstraßen gründeten die Grafen von Tecklenburg vor 1297 die Burg C. Burg und Herrschaft kamen 1400 an Münster, 1803 an Oldenburg und 1946 zu Niedersachsen.
L.: Wolff 312; Festbuch 500 Jahre Stadt Cloppenburg, hg. v. Ottenjahn, H., 1935; Niedersachsen um 1780. Landschaftsbild und Verwaltungsgebiete, Lief. 1., hg. v. Prinz, J., 1938; Kuropka, J., 550 Jahre Cloppenburg. Jubiläum und historische Erinnerung, 1985, Beiträge zur Geschichte der Stadt Cloppenburg 1. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Condroz (Gau im nordwestlichen Ardennenvorland zwischen Maas und Ourthe im heutigen Belgien) (Condustrinsis 747)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 5 (Ellemelle); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 241; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18 Condrustensis; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 92; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 104, 204. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Cutry (Grafschaft innerhalb des Gaues Woëvre)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 253; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19 Custrei; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 420 Custrei. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Dalmatien (Landschaft, Königreich). Das im ersten vorchristlichen Jahrhundert erstmals belegte, vielleicht von illyrischen Delmatern abzuleitende D. bezeichnete ursprünglich das Gebiet zwischen Cetina und Neretva, später das Gebiet zwischen Kvarner und Drinmündung an der Adria. Um die Zeitenwende wurde diese Gegend als Provinz D. dem römischen Reich eingegliedert. Seit dem Ende des 6. Jahrhunderts wurde es innerhalb des byzantinischen Reiches zunehmend von Slawen besetzt. 1420 kam es an das seit dem 11. Jahrhundert an ihm interessierte Venedig. 1797 fiel es an Österreich, 1805 an das napoleonische Königreich Italien, 1809 an die illyrischen Provinzen Frankreichs und 1814 wieder an Österreich. 1816 wurde es Königreich Österreichs. 1920 kam es bis auf einige Italien zugesprochene Reste an Jugoslawien.
L.: Pisani, P., Les possessions vénétiennes de Dalmatie, Le Mans 1890; Pisani, P., La Dalmatie dé 1797 à 1815, 1893; Voinovitch, C. de, Histoire de Dalmatie, Bd. 1f. 2. A. 1934; Wilkes, J., Dalmatia, 1969; Rapanic, Z., Dalmatien, LexMA 3, 1984, 444ff.; Wakounig, M., Dalmatien und Friaul, 1990; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 30; Clewing, C., Staatlichkeit und nationale Identitätsbildung, 2000. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Darnau (Gau nördlich Namurs) (866)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 258; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 21, 41, 45, 47, 96, Darnau, Darnegouwe, pagus Darnuensis; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205, 249; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 100. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Dautphe (Mark am Oberlauf der Lahn)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3f., 7 Dudafhero marca. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Densigau (Gau westlich der mittleren Leine,Teil Ostfalens). S. Wenzengau.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 23 (Lutter am Barenberg, Königsdahlum bzw. Dahlum?); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 118 (Jerstedt) ; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 1060 Wentsgoi; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 40, Wentsiga, Venzigavvi, Wentsgoi, Densiga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Derlingen (Gau zwischen Aller und Oker, Derlingau, Derlingo, Derlingon, Therlingus, Derningon,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 5 (Rohrsheim, Üplingen bzw. Ueplingen, Ehmen, Fallersleben, Morsleben, Evessen, Veltheim am Fallstein, Hessen nordöstlich Osterwiecks bzw. Hessen in Braunschweig, Barnsdorf, Küblingen, Beienrode bzw. Beyenrode, Remlingen, Semmenstedt, Achim, Seinstedt, Isingerode, Schöningen, Kißleberfeld bzw. Kirsleber Mühle, Bisdorf, Wedesbüttel, Meine, Essenrode, Wasbüttel bzw. Warxbüttel, Allenbüttel, Vordorf, Flechtorf bzw. Flecktorf); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 56, 138 Derlingau (Achim, Apelnstedt, Atzum, Barnsdorf, Bisdorf, Dannenbüttel, Ehmen bzw. Ehemen, Essenrode, Evessen, Flechtorf, Grassel, Küblingen, Lauingen, Lucklum, Meine, Remlingen, Schliestedt, Schöningen, Schöppenstedt, Seinstedt, Semmenstedt, Sickte, Sunstedt, Twieflingen, Uhry, Veltheim, Vordorf, Wasbüttel, Watenstedt, Wedesbüttel, Hessen nordöstlich Osterwiecks bzw. Hessen?, Rohrsheim?); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 41, III, 1, 2, 4, 6, Derlingun, Derlingorum provincia, Darlingowe; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Dersi (Gau um die Dersaburg bei Damme im heutigen Kreis Vechta, marka Dherseborg, Desborger marke)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95, V, 10, 11, 14, Dersi. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Dervegau (Gau) zwischen Hunte und Weser (Derwe (Derue, Enter[g]occi)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, II, 15, 41, 95, Derwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Detmold (Gau am Teutoburger Wald, zum Ortsnamen Detmold), Detmoldgau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 21 Thiatmalli (Schieder); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 265; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, III, 31, IV, 13, 16 Thiadmalli. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Deutzgau (Gau um Deutz), Tuizihgouwe, Tiuzihgouwe
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 266; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 290, II, 30, 31, Tuizihgouwe, Deutzgau; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 139); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Herler Mühle, Westhofen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Dithmarschen (Gau, nahezu freie Bauernrepublik). Das Gebiet zwischen Elbe, Eider und Wattenmeer der Nordsee war im Frühmittelalter ein in vier Siedlungsräume gegliederter sächsischer Gau, der unter König bzw. Kaiser Karl dem Großen christianisiert wurde. Im 11. Jahrhundert (1062) kam das nach dem Personennamen Dietmar benannte, in ottonischer Zeit weitgehend sich selbst überlassene Gebiet (Thedmarsgoi) durch König Heinrich IV. unter die Herrschaft des Erzstifts Bremen. 1147 wurde es von Heinrich dem Löwen unterworfen, 1180 fiel es wieder an Bremen. Vom 13. Jahrhundert an errangen die durch die Kultivierung des Marschbodens wohlhabend gewordenen Bauerngeschlechter eine weitgehende Selbständigkeit mit eigener politischer Organisation (1448 Achtundvierziger als Vertreter der Kirchspiele, 50 Schlüter [Schließer] und 300 Geschworene zusammen als die Vollmacht, die jeweils zuletzt in Heide zusammenkam) und eigenem Landrecht (1321/1447, gedruckt 1487). 1473/1474 erhielten die Könige von Dänemark und Herzöge von Holstein D. gegen den Widerspruch der Achtundvierziger von Kaiser Friedrich III. als Lehen, wurden aber 1500 vom dithmarsischen Volksheer geschlagen. 1532 wurde die Reformation eingeführt. 1559 konnten der König von Dänemark und die Herzöge von Holstein-Gottorp (Gottorf) das Land unterwerfen. 1580/1581 wurde die nördliche Hälfte (Norderdithmarschen mit Heide) an Holstein-Gottorp (Gottorf) gegeben (herzoglicher Anteil), kam aber 1773 unter die Oberherrschaft Dänemarks, das bereits die südliche Hälfte (Süderdithmarschen, königlicher Anteil) erhalten hatte. 1866 fiel es mit Schleswig und Holstein an Preußen und kam 1946 zu Schleswig-Holstein.
L.: Wolff 445f.; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) E1; Adolfi gen. Neocorus, J., Chronik des Landes Dithmarschen, hg. v. Dahlmann, F., Bd. 1f. 1827, 1904, Neudruck 1927; Michelsen, A., Urkundenbuch zur Geschichte des Landes Dithmarschen, 1834; Michelsen, A., Sammlung altdithmarscher Rechtsquellen, 1842; Chalybaeus, R., Geschichte Dithmarschens bis zur Eroberung des Landes im Jahre 1559, 1888; Marten, G./Mäckelmann, K., Dithmarschen, Geschichte und Landeskunde, 1927; Carstens, W., Bündnispolitik und Verfassungsentwicklung in Dithmarschen, Zs. d. Ges. für schleswig-holstein. Geschichte 66 (1938); Klüver, W., Dithmarschen und Schleswig-Holstein im Wandel der Geschichte, 1951; Stoob, H., Die Dithmarscher Geschlechterverbände, 1951; Stoob, H., Geschichte Dithmarschens im Regentenzeitalter, 1959; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 34, 41, 49, 95, 96, III, 10, 31, 33, Thiadmariska, Thiadmaresgaho, Tedmarsgoi, Ditmarticorum terra, Ditmarcos, Dietmaringenses, ‚Dithmarschen‘; Hadel, W. v., Die Eingliederung des Landes Dithmarschen in den Verband der Herzogtümer Schleswig und Holstein, 1963; Kamphausen, A. u. a., Dithmarschen. Geschichte und Bild einer Landschaft, 1968; Eggers, P., Das Prozessrecht nach dem Dithmarscher Landrecht von 1567 und seine Entwicklung bis zum Ende der Gottorfer Herrschaft 1773, 1986; Sax, P., Werke zur Geschichte Nordfrieslands und Dithmarschens, Bd. 7 Ergbd. Register und Ergänzungen, 1987. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Donaugau (Gau südöstlich Regensburgs, Tuonehkeuue, Tônahgeouui, Danachgowe, Thunkuchaw, Tuonocgouwe, Duonacgouue, Tunecgouue, Gau zwischen Regen und Isar)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 5 (Mintraching, Mangolding, Sallach, Nittenau, Regensburg, Bogenberg, Aiterhofen, Schierling, Niederlindhart und Oberlindhart bzw. Lindhart, Rogging, Bayerbach, Genstal (jetzt Kumpfmühl), Diepenried, Siffkofen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 27, 29, Tonahgouwe, pagus Danubiicensis, ‚Donaugau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Dorngau (Gau um Dornstetten, Tornegouue)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, Tornegouwe, ‚Dorngau‘, 305 Schlehengäu; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 129 (Dornstetten). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Drachgau (Gau an der Lein links des Kocher, Trachgouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, Trachgouwe, Drachgau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

(L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 69, 95, 96, III, 31, Dragini.) (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Dreingau (Dreni, Gau zwischen Lippe und Oberlauf der Ems, Reinidi)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 6 (Liesborn); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 285; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961II, 69, 95f., III, 31 Dragini, 303 Reinidi; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Sülsen, Berl, Wettenorf, Elmenhorst, Arenhorst, Eickenbeck, Bracht, Ossenbeck, Grentrup, Drensteinfurt, Ascheberg, Forsthövel, Walstedde, Panick, Horn, Nordkirchen, Südkirchen, Evenkamp, Ramshövel, Oelde, Halene, Sünninghausen, Tellegey, Guissen, Elker, Gemmerich, Holtmar, Dalmer, Düllo, Dasbeck, Assen, Liesborn, Werne, Herzfeld). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Drente, Drenthe (Grafschaft). Das Gebiet (Thrianta, Thrient) westlich der unteren Ems erscheint 820 erstmals als Gau D. Kaiser Heinrich III. belehnte die Bischöfe von Utrecht mit der Grafschaft D. 1412 wurde das Drentische Landrecht festgelegt. 1522 fiel die Grafschaft an Karl von Geldern, 1536 an Kaiser Karl V. Unter der Republik war D. Mitglied der Union (Niederlande), hatte aber keinen Sitz in den Generalstaaten.
L.: Wolff 76; Großer Historischer Weltatlas III 2 (1519-1556) C3; Oorkondenboek van Groningen en Drente, hg. v. Blok, P., 1896ff.; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 21 Thrient; Linthorst, H., Geschiedenis van Drente, 1947; Buiskool, H., Zuidoost-Drente, Bd. 1ff. 1950ff.; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 290, II, 49, 76, III, 27, Drente, Drentland, (Thrianta); Blok, D., Geschiedenis van Drenthe, 1984. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Drewergau (Gau um Drewer zwischen Lippe und Ruhr, Treueresga, Threveresga)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 6 (Drewer); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 286; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 33, IV, 16 Threveresga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Düffelgau (Gau zwischen Rhein und Waal) (Dublensis 721/722, Düffel, Tubalgouue)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 22 Tubalgouue (Rindern); Gysseling, M.; Toponymisch Wordenboek, 289; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 21, 24, 41, III, 25, IV, 8, V, 2, Dubla, pagus Dublensis, Duuelero marco, Tubalgouwe, Duffel, 308; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972 276 Tubalgau; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 204, 249; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Millingen-aan-den-Rijn, Düffelward?, Mehr, Rindern, Donsbrüggen, Nütterden, Kellen, Kleve?, Viller). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Duisburg (Gau)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 289; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10f. Diuspurch. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Durgouwe s. Thurgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 22, 24, 26, 27, III, 30, S. 266, Durgouwe, Thurgau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Duria (Gau zwischen oberer Günz rechts der Donau und Wertach links des Lechs, Durihin)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 6 (Eggenthal, Sontheim an der Günz); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95, III, 30, V, 2, Duria, Durihin; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 181. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Écuens (Gau Écuens in Burgund um Lons-le-Saunier, Scodingorum pagus)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, Scodingorum; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 109 Écuens. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Egerland (Reichsland). Eger an der Eger wird 1061 erstmals erwähnt. Die historische Landschaft E. ist der nördliche Teil des mittelalterlichen Banngebiets auf dem bayerischen Nordgau mit Fichtelgebirge und Egerer Becken. Im frühen 12. Jahrhundert wurde es von der bayerischen Besiedlung erfasst (Bau einer Burg durch den Diepoldinger Markgrafen Diepold III. von Vohburg) und erscheint seit 1135 als Region Eger. Sie wurde nach 1146 und vor 1167 auf Grund der Heirat Kaiser Friedrichs I. Barbarossa mit Adela von Vohburg dem Reich unmittelbar unterstellt und von Friedrich I. Barbarossa zu einer straff organisierten Herrschaft mit dem Vorort Eger ausgebaut (provincia Egrensis, 1261 Egerlant). Nach dem Sturz der Staufer (um 1254) wurde das bis 1266 reichsunmittelbare Land aufgeteilt. Der Süden wurde vom Kloster Waldsassen zum Stiftland (Stiftsland) zusammengefasst, das 1411 unter den Schutz, in der Mitte des 16. Jahrhunderts unter die Landeshoheit der Pfalz und 1628 unter die Landeshoheit Bayerns kam. Den Westen zogen die Burggrafen von Nürnberg an sich und bildeten vom 15. Jahrhundert an um Wunsiedel die sechs Ämter auf dem Gebirg (Sechsämterland), die mit der Markgrafschaft Bayreuth 1810 an Bayern kamen. Im Norden fielen Teile an das meißnische Vogtland, wobei die Reichsherrschaft Asch entstand. Den Rest erwarb Böhmen, das den Erwerb aber 1276 dem Reich zurückgeben musste. 1322 gewann Johann von Luxemburg dieses Gebiet als Gegenleistung für die böhmische Stimme bei der Wahl Ludwigs des Bayern zum König (neben 20000 Mark Silber) als Reichspfandschaft Eger. Diese wurde bis 1806 nicht eingelöst und erst in diesem Zeitpunkt staatsrechtlich Böhmen eingegliedert. 1945 wurde die fast rein deutsche Bevölkerung aus der 1918 entstandenen Tschechoslowakei weitgehend ausgewiesen. S. Tschechien.
L.: Wolff 465; Gradl, H., Geschichte des Egerlandes bis 1437, 1893; Bergmann, A., Das heutige Egerland, 1957; Käubler, R., Das Alter der deutschen Besiedlung des Egerlandes, 1958; Sturm, H., Handbuch der Geschichte der böhmischen Länder, Bd. 2 1967f.; Sturm, H., Districtus Egranus, Historischer Atlas von Bayern, Altbayern 2,2 1981; Pscheidt, E., Eger. Ehemals eine freie Reichsstadt, Ausstellungskatalog o. J. (1984); Ambronn, K./Hlavácek, I., Eger, LexMA 3 1986, 1604ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ehegau, Egouwe (benannt nach dem Ehebach bei Neustadt an der Aisch)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 27, Egouwe; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 121. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eichelgau (Gau benannt nach dem Flüsschen Eichel, rechts der Saar, zwischen Bliesgau und oberem Saargau, an der mittleren Eichel um Drulingen und Bettweiler, Achilgouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24 Achilgouwe291; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 1; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 136 (713 pago Aculinse, Lokalisierung von Orten schwierig). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eichsfeld (Gau [im Quellgebiet der Leine], Landschaft, Fürstentum). Das zwischen oberer Leine und Harz gelegene E. wird als Gau nördlich und westlich von Mühlhausen 897 erstmals genannt. Vom 11. Jahrhundert an gewann das Erzstift Mainz auf der Grundlage der Mission um Heiligenstadt im Obereichsfeld umfangreiche Güter (Hanstein 1209, Gleichenstein-Dingelstädt 1294, Bischofstein 1329/1440, Greifenstein 1420, Scharfenstein 1294, Harburg 1130/1137, Worbis 1342/1375, Bodenstein 1573, Westernhagen 14. Jahrhundert, Gerode 1124/1431). Das nordwestlich von Duderstadt gelegene Untereichsfeld war zunächst liudolfingisches Hausgut und ottonisches Reichsgut, kam im 10. Jahrhundert an das Stift Quedlinburg und fiel 1247 an Braunschweig-Lüneburg. Dessen Linie Grubenhagen verpfändete es 1342/1358 mit Duderstadt und Gieboldehausen, 1434 mit Lindau an das Erzstift Mainz. 1802/1803 kam das zunächst protestantisch gewordene, am Ende des 16. Jahrhunderts rekatholisierte E. als Fürstentum an Preußen. Von 1806/1807 bis 1813 war es Teil des Königreiches Westphalen (Harzdepartement). 1813 gelangte das E. an Preußen, 1815 das Obereichsfeld zur Provinz Sachsen und damit von 1945/1949 bis 1990 zur sowjetischen Besatzungszone bzw. der Deutschen Demokratischen Republik. Das Untereichsfeld wurde von Preußen an Hannover abgetreten, kam mit diesem aber 1866 an Preußen zurück und gehört damit seit 1946 zu Niedersachsen. S. Kurrheinischer Reichskreis.
L.: Wolff 80; Wallner 699 KurrheinRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) F3; Wolf, J., Politische Geschichte des Eichsfelds 1792, neu bearb. v. Löffler, K., 1921; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 6 (Geisleden); Aus der Geschichte der Goldenen Mark, bearb. v. Otto, B., Teil 1 1949; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 120 (Ammern, Dachrieden, Diedorf, Geisleden, Görmar, Lengefeld); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, II, 58, 61, 62, III, 30; Riese, W., Das Eichsfeld. Entwicklungsprobleme einer Landschaft, 1977; Fahlbusch, F. B., Eichsfeld, LexMA 3 1986, 1670f. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eiderstedt (Landschaft). Die heute 30 Kilometer lange und 340 Quadratmeilen große Halbinsel E. an der Nordsee gewann im Frühmittelalter eine verhältnismäßig große Selbständigkeit, die sie noch 1252 gegenüber dem König von Dänemark zu wahren verstand. Später musste das Land sich unter den Schutz der Herzöge von Gottorp (Gottorf) begeben. 1426 zeichnete es in der 1572 durch den Herzog bestätigten „Krone der rechten Wahrheit“ sein Recht auf. Auch unter den Herzögen von Schleswig bzw. den Königen von Dänemark, behielt es unter einem Staller (Statthalter) weitgehende Selbstverwaltung. 1866 kam es mit Schleswig zu Preußen, 1946 zu Schleswig-Holstein.
L.: Fischer, O., Eiderstedt, 1956; Fiedler, W., Halbinsel Eiderstedt, 2. A. 1967; Jessen-Klingenberg, M., Eiderstedt 1713-1864. Landschaft und Landesherrschaft in königlich-absolutistischer Zeit, 1967; Löw, I., Die Eiderstedter Landrechte von 1426 bis 1591, 2003; Eiderstedt, hg. v. Porada, H. u. a., 2013. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eifelgau (Gau im Bereich der Eifel) (Eflinsis 762)
L.: Gysseling, J., Toponymisch Woordenboek, 1960, 306; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 18, Eifla, Eifila, pagus Eiflensis; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 110; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 177, 204; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Satzvey, Lessenich, Arloff, Iversheim, Weyer, Steinfeld, Frohngau, Nettersheim, Schmidtheim, Dahlem, Ripsdorf, Baasem, Wiesbaum, Gilsdorf an der Erft, Bad Münstereifel, Nöthen, Kesseling, Tondorf, Hümmel, Schuld, Lindweiler, Laufenbacherhof, Lommersdorf, Antweiler, Reifferscheid, Leimbach, Müsch, Rodder, Ahrdorf, Hoffeld, Barweiler, Leudersdorf, Üxheim, Lehnerath, Hillesheim, Oberbettingen, Steffeln, Lammersdorf, Bewingen, Gondelsheim?, Nohn, Kerpen in der Eifel, Borler, Betteldorf). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Einrich (Gau an der unteren Lahn, Einriche, Einrichgau,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 6 (Braubach, Oberlahnstein, Niederbrechen, Oberbrechen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 308; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 11, 94, 96, Einrichi, Landschaft Ahrich; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 103; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Brechen, Lahnstein, Braubach, Kamp, Dahlheim, Wellmich, Lierschied, Sankt Goarshausen, Arnstein, Marienfels, Gemmerich). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eitrahuntal (Gau im Norden des Hegaus, südlich der oberen Donau, Aitrachtal, um Aulfingen)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 29, 64, 65, 82, 83; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 191 (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Elsass (Gau?, Landschaft, Landgrafschaft), frz. Alsace. Das etwa 190 Kilometer lange und 50 Kilometer breite, rund 8280 Quadratkilometer umfassende, zunächst keltisch besiedelte E. (ahd. ali-saz, Fremdsitz) zwischen Oberrhein und Vogesen (Wasgenwald), das nur von 640 bis 740, von 1680 bis 1789, von 1871 bis 1918 und ab 1973 eine politische Einheit bildet(e), wurde 58 v. Chr. von Cäsar erobert (82/90 n. Chr. Germania superior, Obergermanien). Von 260 n. Chr. an wurde es allmählich von Alemannen besetzt, die 496 den Franken unterlagen. Zum Jahre 610 (um 613) erscheint bei Fredegar der Name Alesaciones. Bis 740 war das Gebiet zeitweise eigenes fränkisches Herzogtum der Etichonen (Herzog Eticho 673), das nach der Wiedereingliederung des alemannischen ostrheinischen Herzogtums in das Frankenreich nicht wieder besetzt wurde. E. wird in die Grafschaften Nordgau und Sundgau geteilt. 843 kam E. zu Lotharingien, 870 zum ostfränkischen Reich. 925 wurde es Teil des Herzogtums Schwaben. Von der Mitte des 11. Jahrhunderts an wurde es zunächst ein Kerngebiet der königlichen Herrschaft, kam 1079 an Friedrich von Staufen, zerfiel aber nach dem Untergang der Staufer um 1254 in zahlreiche einzelne Herrschaften. Der 1273 zum König gewählte Rudolf von Habsburg richtete zur Wiedergewinnung und Verwaltung des Reichsgutes unter anderem die Reichslandvogteien Oberelsass und Unterelsass (Niederelsass) ein, die noch zu seinen Lebzeiten (vor 1291) in Hagenau zusammengelegt wurden. Die Landgrafschaft im Oberelsass (Sundgau), die seit 1135/1268 den Grafen von Habsburg zustand, ließ Habsburg zum wichtigsten weltlichen Landesherren werden. Ausgangspunkt waren dabei Güter um Ottmarsheim, zu denen 1130 Güter um Landser und Ensisheim kamen, sowie die Vogtei über Murbach. 1224 erwarb Habsburg die Herrschaft Rothenberg bzw. Rotenberg (Rougemont), 1283 die Herrschaft Dattenried (Delle) von den Grafen von Mömpelgard, 1324 durch die Heirat mit der Erbtochter der Grafen von Pfirt die Grafschaft Pfirt mit den Herrschaften Altkirch, Pfirt, Blumenberg (Florimont), Thann und Sennheim, 1347 die Herrschaft Rosenfels (Rosemont), 1350/1361 die Herrschaft Belfort. 1354 schlossen sich die zehn elässischen Reichsstädte zum Zehnstädtebund (Dekapolis) zusammen. Die Landgrafschaft im Unterelsass (Niederelsass), dem früheren Nordgau, die zuerst von den Grafen von Hünenburg, dann von den Grafen von Werd ausgeübt wurde, kam 1359/1362 an das Hochstift Straßburg. 1469 verpfändete die Tiroler Linie Habsburgs ihre elsässischen Gebiete an Burgund, doch wurden die burgundischen Herrscher 1475 vertrieben und fiel Burgund seinerseits über Maria von Burgund an Habsburg zurück, das 1504 die Reichslandvogtei (in Hagenau) von der Pfalz zurückgewinnen konnte. Bei der Einteilung in Reichskreise kam das habsburgische Oberelsass zum österreichischen Reichskreis, das Unterelsass zum oberrheinischen Reichskreis. Wichtige Herren neben Habsburg waren die Pfalz (Grafschaft Rappoltstein, Herrschaft Rappoltsweiler), Württemberg (Grafschaft Horburg, Herrschaft Reichenweier) sowie die Reichsgrafen von Hanau-Lichtenberg, Leiningen und Salm. 1648/1684/1697 wurden der Sundgau Habsburgs und die Vogtei über die zehn in der Reformation protestantisch gewordenen, 1674 besetzten Reichsstädte Weißenburg, Hagenau, Rosheim, Oberehnheim, Schlettstadt, Kaysersberg, Türkheim, Colmar (Kolmar), Münster, Landau und Straßburg an Frankreich abgetreten. 1681 wurde Straßburg von Frankreich besetzt und bis 1697 verleibte sich Frankreich den größten Teil des restlichen E. ein. Der Conseil Souverain d'Alsace trat als oberste Behörde Frankreichs an die Stelle der Regierung Österreichs in Ensisheim. Gleichwohl blieb das E. bis 1789/1790, als die Provinz E. durch die Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin ersetzt wurde und Frankreich die deutschen Reichsgesetze offiziell aufhob und die Reichsgrafschaften und Reichsherrschaften annektierte, deutschsprachig und geistig-kulturell (mit wachsendem Abstand) dem Reich verbunden. Danach wurde es vor allem durch Napoleon, dessen Regelungen bis 1982 Bestand behielten, zunehmend in Frankreich integriert, wobei ein einflussreicher frankophoner Bevölkerungsteil einem konservativem deutschsprachigen Bevölkerungsteil gegenübertrat. Nach 1918 trieb die Verwaltung Frankreichs 110000 Menschen unter Beschlanahme ihres Vermögens aus dem Lande. Zu Beginn des zweiten Weltkriegs wurde ein Drittel der Bevölkerung nach Südwestfrankreich evakuiert, wovon zwei Drittel 1940 in das von Deutschland besetzte Land zurückkehrten. Am Ende des 20. Jh.s spricht weniger als ein Drittel der Schüler noch Elsässisch und die deutsche Sprache verschwindet aus dem öffentlichen Leben. S. a. Elsass-Lothringen.
L.: Wolff 293ff.; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F4; Stoffel, G., Topographisches Wörterbuch des Oberelsass, 2. A. 1876; Clauss, J., Historisch-topographisches Wörterbuch des Elsass, Lief. 1-15 (A-St) 1895ff.; Die alten Territorien des Elsass nach dem Stand vom 1. Januar 1648, 1896 (Statistische Mitteilungen über Elsass-Lothringen, Heft 27); Jacob, K., Die Erwerbung des Elsass durch Frankreich im Westfälischen Frieden, 1897; Jacob, K., Das Reichsland Elsass-Lothringen, Bd. 1ff. 1898ff.; Die alten Territorien des Bezirks Lothringen nach dem Stande vom 1. Januar 1648, Teil 1 1898 ( Statistische Mitteilungen über Elsass-Lothringen, Heft 28); Berthaut, H./Berthaut, A., La carte de France 1750-1848, 1899; Becker, J., Geschichte der Reichslandvogtei im Elsass 1273-1648, 1905; Müller, F., Die elsässischen Landstände, 1907; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 6 (Alsatia, Alsaciensis, Helisaze, Elisadiun, Colmar, Hüttenheim, Selz, Sermersheim, Lupstein, Schweighausen, Wittersheim, Reichshofen, Altdorf bzw. Altorf, Brumath, Ebersheim, Andlau, Schlettstadt, Künheim bzw. Kühnheim, Winzenheim, Morschweiler, Balzenheim, Hindisheim, Illkirch bzw. Illenkirchen, Offenheim, Hessenheim bzw. Heßheim, Ostheim, Feldkirch[, nicht Badelsbach bzw. Bohlsbach in Baden]); Vildhaut, H., Politische Strömungen und Parteien im Elsass von 1871 bis 1911, 1911; Schott, K., Die Entwicklung der Kartographie des Elsasses, Mitt. d. Ges. für Erdkunde und Kolonialwesen zu Straßburg, 1913; Wackernagel, R., Geschichte des Elsass, 1919; Elsass-Lothringen-Atlas, 1935; Büttner, H., Geschichte des Elsass, Bd. 1 1939; Marichal, P., Dictionnaire topographique du département des Vosges, comprenant les noms de lieu anciens et modernes, Paris 1941; Fallex, M., L'Alsace, la Lorraine et les Trois-Evêchés, du début du 18. siècle à 1789, Paris 1941; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 313; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, II, 9, 13, 21, 22, 23, 41, III, 11, 14, 16, 30, Elisazun, Elisaz, Alisatia, pagus Alisacensis, Helisaze, Hillisazaas, Illisacia, Alesaciones, Alisanzgouwe, Elisgaugium, Elsass; Himly, F., Atlas des villes médievales d'Alsace, 1970; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 11 Alsace;Histoire de l’Alsace, hg. v. Rapp, F., Bd. 1ff. 1976ff.; Paroisses et communes de France. Dictionnaire d'histoire administrative et demographique: Kintz, J., Bas-Rhin, 1977; Duranthon, M., La carte de France, son Histoire 1678-1979, 1978; Dreyfus, F., Histoire de l'Alsace, 1979; Seidel, K., Das Oberelsass vor dem Übergang an Frankreich. Landesherrschaft, Landstände und fürstliche Verwaltung in Alt-Vorderösterreich (1602-1638), 1980; Dollinger, P., Histoire de l'Alsace, 4. A. 1984; Encyclopédie de l’Alsace, Bd. 1ff. 1982ff.; Dollinger, P., Elsass, LexMA 3 1986, 1852ff.; Hiery, H., Reichstagswahlen im Reichsland, 1986; Vogler, B., Das Elsass zur Zeit des französischen Ancien Régime (1648-1789), Alemannisches Jb. 1987/88 (1988); Ebert, K., Das Elsass, 1989; Das Elsass und Tirol, hg. v. Thurnher, E., 1994; Seiler, T., Die frühstaufische Territorialpolitik im Elsass, 1995; Das Elsass, hg. v. Erbe, M., 2002; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 528 (Unterelsass), 530 (Oberelsass); Hummer, H., Politics and Power in Early Medieval Europe, 2005; Bornert, R., Les monastères d’Alsace, Bd. 1ff. 2009; Igersheim, F., L’Alsace et ses historiens 1680-1914, 2006; Vogler, B., Geschichte des Elsass, 2012. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Elsenzgau (Gau [um die Elsenz östlich Bruchsals?])
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 6 (Eppingen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Elisanzgouwe, Elsenzgau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Elsgau (Gau um Pruntrut bzw. Porrentruy im heutigen Kanton Jura der Schweiz, Elisgouwe, Elischowa, franz. Ajoie)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 22, 24, 26, 27; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 5 Ajoie. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Emsgau (Gau an der unteren Ems, Emisgau, Emisga, Emesgonia, Emsegerlant, Emestenland, ‚Emsgau’), s. Münster (Hochstift), Ravensberg
L.: Gysseling, J., Toponymisch Woordenboek, 1960; 318; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 49, III, 17, 23, 30, Emisga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Engern (Gau, Angeron, Angira, Angera, Angri, Gebiet der Engern zwischen Westfalen und Ostfalen). S. a. Angira
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 6 (Schieder an der Emmer, Helmarshausen an der Diemel, Völlinghausen nördlich Meschede, Kloster Helmarshausen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 319; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, II, 22, III, 18, 19, 26, Engera, Angeron, Angrarii, Angrivarii, Angraria,Engern’; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Opmünden, Völlinghausen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Engersgau (Angeresgouue, Angeresgauue, Engrisgouue, Ingerisgouue, Gau nördlich Koblenzs)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Wirges, Hönningen, Irlich bzw. Irrlich, Krümmel, Oberbieber bzw. Oberbiber, Niederbieber bzw. Unterbiber, Arenberg, Leutesdorf); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 320; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, III, 25, IV, 8 Engerisgouwe, Angergewere marcha.,Engersgau’; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 100; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Rothenbach?, Bad Hönningen, Leutesdorf, Krümmel, Meinborn, Oberbieber, Irlich, Heddesdorf, Immendorf?, Denzerheide, Arenberg, Wirges, Montabaur). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Engilacgouwe s. Anglachgau, Anglahgouwe
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Engilin (Gau zwischen Wipper und Unstrut, Engila, Engili)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Trebra, Rockstedt); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 121 (Beichlingen, Gorsleben, Kirchscheidungen, Kölleda, Trebra); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 69, 91, III, 27, 29, Engilin, Englide, Engleheim. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ennstal (Gau im oberen Tal der Enns in der Steiermark) Ensitala
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Admont); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 29, 64, 65, Ensital,Ennstal’. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Enzgau (Gau an der Enz, einem linken Nebenfluss des Neckar, Enzingouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Erda (Mark im Quellgebiet der rechts in die Dill fließenden Aar, zum Ortsnamen Erda, Erdehe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 41, IV, 3, 5, 8, V, 2, Erdeher marca, Ardehe, Ardingouuue. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Erichsgau (Gau an der Leine um Alfeld zwischen Elze, Betheln, Brüggen und der ehemaligen Ammenserburg am Hils, Erigavvi, Aringen, Aringun).
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Brüggen, Rheden), 7 Erichsgau; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 114 (Aringau, [Teil von Flenithi?], Brüggen, Rheden); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 67; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 35, 41, III, 1, 2, 4, IV, 8 Aringun, Eriggavvi, Aringhomarca; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 26 Aringun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eriggavvi s. Aringen, Aringun
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 291. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eritgau (Gau nördlich des Bodensees, Ergau, Erihgeuue, Erigauue, Herekeuue,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Datthausen, Möhringen., Dürmentingen, Zell, Nonnenweiler, Moosheim); Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 134 (Datthausen, Möhringen, Dürmentingen, Zell, Nonnenweiler, Moosheim); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 26, 31, 34, 78, 82, 83, 84, 90, Eritgouwe, Erihgowe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Erpesfeld (Arpesfelt, Gau südlich der oberen Lippe, Arpesfelt, Erpesfelt, Erpsfeld)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Hoinkhausen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 328; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II 58, IV, 11f., 16 Arpesfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eschwege (Reichsstadt). E. an der Werra wird 973/974 (Eskiniwach) als Königshof erstmals erwähnt. Die im Anschluss an das vermutlich bald nach 1000 von Kaiser Ottos III. Schwester Sophie gegründete Stift entstandene Stadt war bis 1249/1250 Reichsstadt in Thüringen. 1264 kam sie an die Landgrafen von Hessen, die sie dem Reich zu Lehen auftrugen und auf die Belehnung mit E. und die Reichsburg Boyneburg ihre Erhebung zu Reichsfürsten gründeten, war aber bis 1433/1436 umstritten (1385 Thüringen, Mainz). Von 1627 bis 1834 gehörte E. zur Rotenburger Quart Hessen-Kassels. Von 1866 bis 1945 war es Teil Preußens und kam danach zu Hessen.
L.: Wolff 254; Schmincke, J., Geschichte der Stadt Eschwege. Mit Berichtigung und Ergänzungen neu hg. v. Stendell, E., 1922/1923; Bruchmann, K., Der Kreis Eschwege. Territorialgeschichte der Landschaft an der mittleren Werra, 1931; Eckhardt, W., Eschwege 1769, 1959; Eckhardt, K., Eschwege als Brennpunkt thüringisch-hessischer Geschichte, 1964; Heinemeyer, K., Der Königshof Eschwege in der Germar-Mark. Untersuchungen zur Geschichte des Königsgutes im hessisch-thüringischen Grenzgebiet, 1970; Die deutschen Königspfalzen, hg. v. Max-Planck-Institut für Geschichte, Bd. 1 1984, 98ff.; Hofmeister, K., Die Arbeiterbewegung in Eschwege (1885-1920), 1987; Heinemeyer, K., Eschwege, LexMA 4 1989, 11. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Eschwege (Reichsstift). Ein Königshof E. wird erstmals 973/974 erwähnt. Er wurde wahrscheinlich dem bald nach 1000 von Kaiser Ottos III. Schwester Sophie gegründeten Kanonissenstift St. Cyriax übertragen. Dieses kam 1039 von der Stifterin an das Stift Gandersheim, 1075 durch König Heinrich IV. an das Hochstift Speyer und 1213 durch Tausch wieder an das Reich. 1527 wurde es in Hessen säkularisiert.
L.: Schmincke, J., Geschichte der Stadt Eschwege. Mit Berichtigung und Ergänzungen neu hg. v. Stendell, E., 1922/1923; Bruchmann, K., Der Kreis Eschwege. Territorialgeschichte der Landschaft an der mittleren Werra, 1931; Eckhardt, W., Eschwege 1769, 1959; Eckhardt, K., Eschwege als Brennpunkt thüringisch-hessischer Geschichte, 1964; Heinemeyer, K., Der Königshof Eschwege in der Germar-Mark. Untersuchungen zur Geschichte des Königsgutes im hessisch-thüringischen Grenzgebiet, 1970; Die deutschen Königspfalzen, hg. v. Max-Planck-Institut für Geschichte, Bd. 1 1984, 98ff.; Löwenstein, U., Ein Drittel vom Viertel - Hessen-Eschwege in der Quart, Zs. d. Ver. f. hess. Geschichte und Landeskunde 94 (1989); Heinemeyer, K., Eschwege, LexMA 4 1989, 11. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Estland (Landschaft, Republik). Das von den finno-ugrischen Esten besiedelte E. am Finnischen und Rigaischen Meerbusen wurde von 1207 bis 1227 vom Schwertbrüderorden und Dänemark erobert. Der König von Dänemark verkaufte seinen Anteil 1346 für 19000 Silbermark an den Deutschen Orden. 1561 suchte die Ritterschaft Schutz vor russischen Einfällen unter der Herrschaft Schwedens, das 1580 die Rückeroberung begann und 1584 die vier Landschaften Harrien, Wierland, Jerwen und Wieck (Wiek) zum Herzogtum E. (Esthen) erhob. 1710 eroberte Russland die Provinz E. 1721 kam E. als Provinz (Gouvernement) an Russland. Die am 24. 2. 1918 ausgerufene baltische Republik E. (Gouvernement E. und das von Esten bewohnte Nordlivland) wurde am 6. 8. 1940 der Sowjetunion eingegliedert. Am 16. 11. 1989 verkündete E. seine Souveränität. Am 6. 9. 1991 erkannte der neue sowjetische Staatsrat die Unabhängigkei Estlands an.
L.: Kraus, H., Grundriss der Geschichte des estnischen Volkes, 1935; Wittram, R., Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland 1180-1918, 1954; Kaelas, A., Das sowjetisch besetzte Estland, 1958; Rauch, G. v., Geschichte der baltischen Staaten, 1970; Von den baltischen Provinzen zu den baltischen Staaten, Beiträge zur Entstehungsgeschichte der Republiken Estland und Lettland 1918-1920, hg. v. Hehn, J. v./Rimscha, H. v./Weiss, H., 1977; Blumfeldt, E./Loone, N., Bibliotheca Estoniae historica, 1987; Mühlen, H. v. zur, Esten, Estland, LexMA 4 1989, 32ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Fagne (Gau links der Maas zwischen Givet und Avesnes-sur-Helpe [Chimay, Philippeville], Fania)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95f. Fania; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 115. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Falhovarii (Volksname) s. Westfalen, vgl. Astfalahun
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 291. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Famenne (Gau rechts der Maas zwischen Condroz und den Ardennen [Marche-en-Famenne, Rochefort, Durby]) (Falminne 862)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 348; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 95, Falminne, Falmena; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 115; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Fania (Gau links der Maas zwischen Givet und Avesnes-sur-Helpe [Chimay, Philippeville]). S. Fagne.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95f. Fania; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 115. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Farngau (Gau um Freren im heutigen Kreis Emsland)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 349; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 30 Fargo. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Federgau,(Gau in Ostfriesland [Upgant], Federitga, Federganaland)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 351; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961 II, 39, 49, 68, 69, 96, III, 30. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Feldaromarca (Gau am Oberlauf der Vils im heutigen Niederbayern, zum Ortsnamen Velden, Mark Velden)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 8, IV, 3, 4, 8. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Feluwa s. Veluwe
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 45, 47, 96, s. Veluwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Fenkigau (Gau im Emsland um Lingen, Fenkiga, Fenkion, Venkinne,Venkigau)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 353; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 41, 95, 96, III, 30, IV, 13. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Fildira (Gau südlich Stuttgarts, Fidira, Uildira, ‚Fildern‘)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 59, 95, 96; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 127f., 137. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Filisarihart (Gau an der oberpfälzischen Vils [um Waltenhof bzw. Waltendorf?], zum Bevölkerungsnamen Filisara?)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 72, 74, III, 22, 28, 29. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Filsgau (Gau an der Fils rechts des Neckar, Filwisgouue, Viluesgeuui, Vilwiskowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 23 (Viluesgau fälschlich westlich der Reuß) (Bilolveshusa = Wohlshusen oder Wolhusen bei Luzern?, eher Billizhauen, wüst bei Bezgenriet); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, s. Viluesgau, Filwisgouwe, ‚Filsgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Filusgouwe (Filusir, zum Bevölkerungsnamen Filusera), s. Vilsgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 22, ‚Vilsgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Finsgouwe s. Vinschgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 9, 35, 64, 66, III, 25, 28, 29. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Firihseton (Bevölkerungsname) s. Virsedi (Gau zwischen Unterweser und Unterelbe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 72, III, 11. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Firnihgouwe (Gau südlich Kassels, Pfirnihgau, Vernika, ‚Vernagau‘) s. Vernagau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 Pfirnihgau (Dillich); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961,II, 15, 26, 31, 33 Firnihgouwe, Vernika, Vernagau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Fivilga (Gau östlich Groningens [Delfzijl, Loppersum, Winschoten], Fivelinge, Fivelingeland, Fivelgo, Fivelingo)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 358; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 49, III, 10. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Flachgau
L.:
Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 96. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Flandern (Grafschaft). Der im frühen 8. Jahrhundert erstmals belegte Name F. (Flachland) bezeichnete vom 9. Jahrhundert an eine Grafschaft zwischen Schelde, Canche und Nordsee. 843 kam das Gebiet zum westfränkischen Reich. Die Grafschaft war französisches Lehen der Familie der Balduine (Kronflandern bzw. Kron-Flandern), von denen Balduin I. Schwiegersohn Karls des Kahlen war, und reichte im Osten bis Gent und Kortrijk, an der Nordseeküste bis Boulogne. Unter Arnulf I. (918-965) kam Artois hinzu. 1056 belehnte Kaiser Heinrich III. Graf Balduin V. mit dem nördlichen Land der vier Ambachten und der Landschaft Aalst östlich der Schelde (Reichsflandern bzw. Reichs-Flandern), wovon das Mündungsgebiet der Schelde und die Mark Antwerpen behauptet wurden. 1107 gewannen die Grafen die Schutzherrschaft über das Hochstift Cambrai. 1191 ging F. über die Erbtochter an einen Grafen des Hennegaus über. Der Versuch des französischen Königs, F. nach 1214 fester an sich zu binden, scheiterte 1302 (Niederlage von Kortrijk). 1262 erlangten die Grafen von F. die Grafschaft Namur. 1384/1385 kam F. mit Artois nach dem Aussterben der hennegauischen Grafen bzw. des seit 1278 regierenden Hauses Dampierre über die Erbtochter an das Herzogtum Burgund und 1477 mit Burgund über Maria von Burgund an Habsburg, wobei Artois zwischen Habsburg und Frankreich umstritten blieb. 1556 wurde F. der spanischen Linie Habsburgs zugeteilt. Der Norden fiel 1648 an die Republik der Vereinigten Niederlande (Generalstaaten, Staatsflandern: Das freie Land von Sluis mit den Städten Sluis, Aardenburg und Oostburg (Dostburg), dem Amt Aardenburg, einem Teil der Grafschaft Middelburg und dem Amt Oostburg (Dostburg), der Insel Cadzand (Razand), Stadt und Amt Ysendyk (Ijzendijke) und der Stadt Biervliet und das Hulsteramt). Artois und andere flandrische Gebiete kamen 1659/1668/1678 an Frankreich (das Quartier des Freilandes mit den Städten und Kastellaneien Grevelingen [Gravelingen], Bourbourg und Bergues, das Quartier Cassel mit der Stadt und Kastellanei Cassel und der Kastellanei Bailleul und das Quartier oder Land l'Isle oder Lille mit der Stadt und Kastellanei Lille und den Ämtern Orchies und Douai [Donay]). 1714 gelangte das verbliebene F. mit einem Teil der spanischen Erbschaft an Österreich, 1794 an Frankreich, 1814 an die Niederlande und 1830 überwiegend an Belgien.
L.: Wolff 58f.; Wallner 701 BurgRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) B3; Vanderkindere, L., La formation territoriale des principautés belges, Bd. 1f. 2. A. 1902; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Veltem); Sproemberg, H., Die Entstehung der Grafschaft Flandern, 1935, Neudruck 1965; Geschiedenis van Vlaanderen, hg. v. Roosbroeck, R. van, Bd. 1ff. 1936ff.; Flandria nostra, redigiert v. Broeckx, J. u. a. Bd. 1ff. 1957ff.; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 1, 3, 27, Flandrun, Flamingun, Bevölkerungsname; Domke, H., Flandern, das burgundische Erbe, 1964; Roosbroeck, R. van, Geschichte Flanderns, 1968; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 117; Allgemene Geschiedenis der Nederlanden (neue Ausgabe), Bd. 1ff. 1980ff.; Berings, G., Flandern, LexMA 4 1989, 514ff.; Nicholas, D., Medieval Flanders, 1992; Mohr, W., Die Vorgeschichte der Grafschaft Flandern, 1994. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Flenithi (Gau zwischen Innerste und Weser, Flenithigavve)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Wrisbergholzen, Segeste, Petze, Sellenstedt, Grafelde, Elze, Boitzum, Esbeck, Hohnsen, Alferde, Diedersen, Thüste, Söhre, Heersum, Halbe); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 121 (Alferde, Boitzum, Esbeck, Gandersheim, Grafelde, Heersum, Petze, Segeste, Sellenstedt, Söder, Wrisbergholzen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 41, 68, 69; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Flethite (Gau an der Eem zwischen Zuidersee und Rhein, Fladate)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 68, 96 Flethite. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Flina (Gau südlich des Quellgebiets der Fils, eines rechten Nebenflusses des Neckar)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95, 96. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Flutwidde (Gau südlich Celles, Mulbeze). S. a. Moltbizi
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Aligse, Engensen, Wiedenrode, Hardesse, Uetze, Seershausen, Schepelse, Wathlingen); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 122 (Hardesse, Schepelse, Seershausen, Uetze, Wathlingen, Wiedenrode, Wienhausen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 70, Flotwidde, Flutwidde, Flotwito, Flotwede; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Folcfeld s. Volkfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 27, 29, 58, 61, 62, III, 25, 30, Folcfeld, Volcfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Folcholtespara, s. Folcholtsbaar
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 34, 78-82. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Forchheim s. Vorechheim (comitatus)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 17, Vorechheim, zum Ortsnamen Forchheim. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Franekeradeel (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 23. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Franken (Herzogtum). Nach dem Zerfall des karolingischen Reiches konnte sich in dem Gebiet zwischen Neckar und Eder, Thüringerwald und Rhein ein fränkisches Stammesherzogtum, wie sich dies angeboten hätte, nicht ausbilden. 939 wurde das Land unmittelbar dem König unterstellt. Im 12. Jahrhundert entstanden im Westen zahlreiche kleinere Herrschaften (Pfalz, Nassau, Hessen, Katzenelnbogen, Hanau, Mainz, Worms, Speyer), so dass der Name F. rasch verschwand. Im Osten beanspruchte der Bischof von Würzburg seit Anfang des 12. Jahrhunderts herzogliche Rechte. Auf Grund gefälschter Urkunden wurden sie ihm von Kaiser Friedrich I. 1168 bestätigt. In der Folge festigte sich für dieses östliche Gebiet der Name F., obwohl der Bischof von Würzburg die Herzogsgewalt nicht über das Hochstift hinaus auf Bamberg, Fulda, Henneberg, Castell, Nürnberg und Hohenlohe auszudehnen vermochte. Erst in der Errichtung des fränkischen Reichskreises wurde dieses östliche F. lose vereint. 1633 wurden die Hochstifte Würzburg und Bamberg als Herzogtum F. an Herzog Bernhard von Weimar als Lehen Schwedens gegeben, aber bereits 1634 wieder verselbständigt. 1803/1806 kamen die fränkischen Herrschaften überwiegend an Bayern, das 1837 drei Regierungsbezirke als Unterfranken (Würzburg), Oberfranken (Bayreuth) und Mittelfranken (Ansbach) benannte.
L.: Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F4; Zimmermann, G., Franken, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Stein, F., Geschichte Frankens, Bd. 1f. 1885f., Neudruck 1966; Wittmann, L., Landkarten von Franken aus der Zeit von 1490-1700, 4. Lief. 1940-42, 1952; Historischer Atlas von Bayern, hg. v. d. hist. Komm. f. bayer. Landesgeschichte, Teil Franken, Reihe I 1952ff., Reihe II 1954ff.; Hofmann, H., Franken am Ende des alten Reichs (1792), 1954/6; Hofmann, H., Franken seit dem Ende des alten Reiches (1790-1945), (in) Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken, Reihe II, 1, 1a, 1955/6; Franken, hg. v. Scherzer, C., 1959ff.; Brod, W., Frankens älteste Landkarte. Ein Werk Sebastians von Rotenhan, Mainfränk. Jb. 11 (1959); Bonacker, W., Grundriss der fränkischen Kartographie des 16. und 17. Jahrhunderts, Mainfränk. Hefte 33 (1959); Spindler, M., Franken 1500-1818, (in) Handbuch der bayerischen Geschichte Bd. 3, 1 3. A. 1997; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 22, 30, 27, 51, 52, 77, 94; Moraw, P., Franken als königsnahe Landschaft im späten Mittelalter, Bll. f. dt. LG. 122 (1976), 123ff.; Wendehorst, A., Die geistliche Grundherrschaft im mittelalterlichen Franken, (in) Die Grundherrschaft im späten Mittelalter, Bd. 1-2, hg. v. Patze, H., 1983; Fried, P., Die Entstehung der Landesherrschaft in Altbayern, Franken und Schwaben im Lichte der historischen Atlasforschung, (in) Land und Reich, Stamm und Nation, FS M. Spindler, 1984; Friedrich der Große, Franken und das Reich, hg. v. Duchhardt, H., 1986; Fränkische Reichsstädte, hg. v. Buhl, W., 1987; Wendehorst, A., Franken, LexMA 4 1989, 728ff.; Pleticha, H., Franken und Böhmen, 1990; Guth, K., Konfessionsgeschichte in Franken 1555-1955, 1990; Lubich, G., Auf dem Weg zur „Güldenen Freiheit“, 1996; Franken von der Völkerwanderungszeit bis 1268, bearb. v. Störmer, W., 1999; Merz, J., Fürst und Herrschaft. Der Herzog von Franken und seine Nachbarn 1470-1519, 2000; Tittmann, A., Der ehemalige Landkreis Hassfurt, 2003; Franken im Mittelalter, hg. v. Merz, J. u. a., 2004; Nachdenken über fränkische Geschichte, hg. v. Schneider, E., 2005; Petersohn, J., Franken im Mittelalter, 2008; Blessing, W., Kleine Geschichte Frankens, 2008. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Fredengau (Gau an der Leine, Friethenigavvi, Fredenergau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 33, 41 Frietheniga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Frickgau (Gau, Teil des Baselgaus, Frichgouwe
L.: Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 124; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33 Frichgouwe, ‚Frickgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Friero marca (Mark nördlich der Mangfall links des Inn)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Helfendorf); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 8, IV, 5. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Friesland (Land, Landschaft, Frisia, Frisie). Die erstmals durch Plinius im ersten nachchristlichen Jahrhundert für das Gebiet zwischen Rhein und Ems erwähnten Friesen (Frisii, germ. *Frisioz, daneben Frisiavones, später auch Frisiones, germ. *Frision, vielleicht zu germ. *fris- kraus, lockig) bewohnten im 7. Jahrhundert einen Streifen an der Nordsee zwischen Sinkfal bei Brügge und Weser. 734/785 wurden sie von den Franken unterworfen. Um 802 wurde ihr Recht aufgezeichnet (Lex Frisionum). Etwa um diese Zeit besiedelten sie die Nordseeinseln und einen Streifen an der schleswig-holsteinischen Westküste (Nordfriesland). 843 wurde das alte friesische Gebiet dem Mittelreich Kaiser Lothars zugewiesen, später dem Ostreich, doch verflüchtigte sich die Herrschaft des Reiches weitgehend, so dass die Friesen zunehmend unabhängig wurden. 1289 unterwarfen die Grafen von Holland das westfriesische Gebiet zwischen Sinkfal und Zuidersee. Das mittelfriesische Gebiet zwischen Zuidersee und Lauwers und das Ommeland westlich der Ems bei Groningen schieden seit dem 16. Jahrhundert, endgültig 1648 als Teil der Generalstaaten (Provinz F.) aus dem Reich aus. Lediglich Ostfriesland zwischen Ems und Weser, das 1464 Reichsgrafschaft geworden war, verblieb mit dem Reiderland südlich von Emden beim Reich.
L.: Wolff 73; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F3, II 66 (1378) D2; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, I 12, II, 22, 49, 51 Frisia; Schmidt, H., Politische Geschichte Ostfrieslands, 1975; Lengen, H. van, Friesland, LexMA 4 1989, 970ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Friesonoueld s. Friesenfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 58, 61, 62, III, 28, 29; (Hosgau-Friesenfeld) Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 63 Hosgau und Friesenfeld, 126 Hosgau-Friesenfeld (Allstedt, Asendorf, Benkendorf, Bornstedt, Burgsdorf, Dornstedt, Eisleben, Geusa, Goseck, Gröst, Helfta, Holleben, Hornburg, Oberklobikau, Niederklobikau, Knapendorf, Lauchstädt, Liederstädt, Lobitzsch, Merseburg, Morungen, Mücheln, Müllersdorf, Beyernaumburg, Neehausen, Obhausen, Osterhausen, Querfurt, Reinsdorf, Riestedt, Oberröblingen, Oberröblingen an der Helme, Klosterrohrbach, Rossleben, Salzmünde, Sangerhausen, Schaftstädt, Burgscheidungen, Großschierstedt, Oberschmon, Schortau, Schraplau, Seeburg, Sittichenbach, Spergau, Vitzenburg, Burgwerben, Wippra, Wormsleben, Wünsch, Zeuchfeld). S. Hosgau-Friesenfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Frietheni s. Fredengau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 41, Frietheni(ga?). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Frisenafeld s. Friesenfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 58, 61, 62, III, 28, 29; (Hosgau-Friesenfeld) Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 63 Hosgau und Friesenfeld, 126 Hosgau-Friesenfeld (Allstedt, Asendorf, Benkendorf, Bornstedt, Burgsdorf, Dornstedt, Eisleben, Geusa, Goseck, Gröst, Helfta, Holleben, Hornburg, Oberklobikau, Niederklobikau, Knapendorf, Lauchstädt, Liederstädt, Lobitzsch, Merseburg, Morungen, Mücheln, Müllersdorf, Beyernaumburg, Neehausen, Obhausen, Osterhausen, Querfurt, Reinsdorf, Riestedt, Oberröblingen, Oberröblingen an der Helme, Klosterrohrbach, Rossleben, Salzmünde, Sangerhausen, Schaftstädt, Burgscheidungen, Großschierstedt, Oberschmon, Schortau, Schraplau, Seeburg, Sittichenbach, Spergau, Vitzenburg, Burgwerben, Wippra, Wormsleben, Wünsch, Zeuchfeld). S. Hosgau-Friesenfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Frisia (Land, Friesland). S. Friesland.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, II, 22, 49, 51. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gaasterland (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 23. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Galizien (Landschaft, Fürstentum, Königreich). Während das Karpatenvorland westlich des San mit Krakau um 1000 an Polen kam, bildeten sich im Gebiet östlich des San die Fürstentümer Halitsch (Halics) und Wladimir (Lodomerien). Davon gewann Halitsch/Galizien Anschluss an die Entwicklung Böhmens, Polens und Ungarns. Bei der ersten polnischen Teilung 1772 erhielt Österreich Rotrussland und Teile Podoliens mit Zamosc, Brody, Lemberg, Tarnopol und Halitsch (Halics) sowie die Herzogtümer Zator und Auschwitz. Dieses 1280 Quadratmeilen mit 1,2 Millionen Einwohnern umfassende Gebiet wurde als Königreich G. und Lodomerien bezeichnet. 1784 wurde nach der Errichtung eines eigenen Gubernium für G. samt Lodomerien in Lemberg eine Universität geschaffen. 1795 kam bei der dritten polnischen Teilung Kleinpolen mit Krakau, Wieliczka, Rawka, Sandomir, Radom und Maciejowice (Maziejowice) (insgesamt 46000 Quadratkilometer mit 1,5 Millionen Einwohnern) als Westgalizien hinzu. 1809 musste dieses Westgalizien mit Zamosc an das Großherzogtum Warschau, der östliche Teil Galiziens an Russland abgetreten werden. 1815 kam dieser Teil an Österreich zurück, während die übrigen 1809 verlorenen Gebiete an Polen fielen. 1846 wurde der 1815 gebildete Freistaat Krakau einverleibt. 1918 schloss sich der westliche, 1772 an Österreich gelangte Teil Galiziens (mit Krakau, Tarnów und Przemyśl) Westgalizien Polen an. Das östliche Galizien mit Lemberg wurde 1919 gewaltsam Polen eingegliedert, 1939 an die Sowjetukraine angeschlossen.
L.: Kratter, F., Briefe über den itzigen Zustand von Galizien, 1786; Traunpaur, Chevalier d'Orphanie A. H., Dreyßig Briefe über Galizien, 1787; Stupnicki, H., Das Königreich Galizien und Lodomerien, 1853; Ortsrepertorium des Königreiches Galizien und Lodomerien, 1874; Brawer, A., Galizien, wie es an Österreich kam, 1910; Seefeldt, F., Quellenbuch zur deutschen Ansiedlung in Galizien unter Kaiser Joseph II., 1935; Schneider, L., Das Kolonisationswerk Josephs II. in Galizien, 1939; Rosdolski, R., Untertan und Staat in Galizien, 1992; Mark, R., Galizien, 1994; Röskau-Rydel, I., Galizien, Bukowina, Moldau, 1999; Bachmann, K., Ein Herd der Feindschaft gegen Russland, 2001. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gandersheim (Mark um Gandersheim)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908,7; Gandersheimergau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 33, 41, IV, 3f., 6f., 9, 14 Gandesheim. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gandesheim (marcha, Gandeshemiga?, zum Ortsnamen Gandersheim) s. Gandersheim (Mark)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 41, IV, 3, 4, 6, 7, 9, 14, Gandesheim, s. Gandersheimergau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ganipi (Gau um Nimwegen zwischen Waal und Maas, Gennep)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Beek, Ewijk bzw. Ewyck); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 395; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10, zum Ortsnamen Gennep. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gartachgau (Gau um die Gartach [Leinbach] rechts des Rheins, Cartkeuue)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Gardahgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gasterna (Gau im niederfränkischen Raum)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, V, 2 (ohne weitere Angaben). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Geldern (Grafschaft, Herzogtum, Residenz). Am Ende des 11. Jahrhunderts (Gerhard Flamens 1033-1057, Graf Gerhard 1061-1067, nach Lieven Gerhard I. † nach 1033, Gerhardus Flamens † 1082, Gerhard I. von Wassenberg-Geldern um 1060-um 1129) erscheinen im Raum des Herzogtums Niederlothringen als Nachkommen der Konradiner die Grafen von G. (1085-1118 auch von Wassenberg bei Erkelenz) mit Sitz in der Burg G. (1096 de Gelre) an der Niers. Sie hatten Vogteien in G., Erkelenz und Roermond sowie Eigengut östlich der unteren Maas (Obergeldern). Um 1120 erheiratete Graf Gerhard II. über Irmgard von Zutphen die durch die Grafschaft Kleve hiervon getrennte Grafschaft Zutphen an der Yssel/Ijssel und die Herrschaft Arnheim. Später erlangten die Grafen die Vogtei des Utrechter Marienstifts. 1247 erzwangen sie gegenüber König Wilhelm von Holland die Verpfändung der Reichsvogtei Nimwegen mit der Reichsstadt Nimwegen (Nijmwegen) (sog. Nimwegener Reich) und Emmerich, so dass die Grafen ein bedeutendes Herrschaftsgebiet zwischen Maas und Roer bis zur Zuidersee hatten. Nach der im Kampf um das schwiegerväterliche Herzogtum Limburg gegen Brabant 1288 erlittenen Niederlage von Worringen wurden die Grafen von den Ständen abhängig. 1339 erhielt Graf Reinald II. den Herzogstitel. 1371 starb das Geschlecht im Mannesstamm aus. Im geldrischen Erbfolgekrieg (1371-1379) fiel G. (1377/1379) an die durch Heirat verbundenen Grafen bzw. Herzöge von Jülich, wurde nach dem Erlöschen Jülich-Gelderns im Mannesstamm im Erbwege 1423 unter den von den Ständen gewählten Grafen von Egmond/Egmont aber wieder selbständig. 1472 verpfändete Arnold von Egmond das Herzogtum an Karl den Kühnen von Burgund, der es 1473 eroberte, vom Kaiser belehnt wurde und Teile Gelderns an Kleve (u. a. Goch [1614 Preußen]) gab. Mit Burgund fiel G. nach dem Aussterben der 1492 wieder selbständig gewordenen Grafen von Geldern (1538) mit den vier Quartieren Arnheim, Roermond, Zutphen und Nimwegen letztlich an Habsburg, das G. 1543 nach zeitweiliger Lösung (seit 1538 unter Jülich-Kleve-Berg) den habsburgischen Niederlanden im burgundischen Reichskreis einverleibte und 1548 dem burgundischen Reichskreis zuteilte. 1578/1579 löste sich unter dem Statthalter Johann von Nassau der größte Teil Gelderns (Nimwegen, Zutphen, Arnheim) von Habsburg und schloss sich den Generalstaaten als Provinz Gelderland an (Utrechter Union). Der südliche Teil (Oberquartier G. südlich von Kleve um G. und Venlo, Obergeldern) fiel nach dem 1702 erfolgten Aussterben der Prinzen von Oranien (König Wilhelm III. von England) als Ersatz für Oranien) 1713 im Frieden von Utrecht an Preußen (G., Straelen, Wachtendonck bzw. Wachtendonk, Kessel, Kriekenbeck [Kriekenbeek]). 1715 erwarben die Generalstaaten noch Venlo, Stevensweert und Montfoort (Montfort), 1719 nahm Pfalz-Neuburg Erkelenz, so dass bei den österreichischen Niederlanden nur Roermond und die Herrschaften Daelenbroeck (Dalenbroek), Swalmen, Wessem und Elmpt verblieben. Der österreichische Teil wurde 1801, der preußische Teil 1795/1801 an Frankreich abgetreten. 1815 kam der österreichische Teil an die Niederlande. Der preußische Teil ging bis auf einige Stücke, die an die Niederlande fielen (Kessel, alles Land eine halbe Meile landeinwärts vom Maasufer), 1946 in Nordrhein-Westfalen auf.
L.: Wolff 66; Wallner 701 BurgRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 6 (1378) C2, II 78 (1450) F3, III 38 (1789) B2; Nettesheim, L., Geschichte von Stadt und Amt Geldern, 1863, Neudruck 2. A. 1963; Sloet v. de Beele, L., Oorkondenboek der graafschappen Gelre en Zutfen, Teil 1ff. 1872ff.; Heidrich, P., Der geldrische Erbfolgestreit 1537-43, 1896; Gouda Quint, P./Gouda Quint, S., Bibliographie van Gelderland, Bd. 1ff. 1910ff.; Holthausen, H., Verwaltung und Stände des Herzogtums Geldern preußischen Anteils im 18. Jahrhundert, Diss. phil. Bonn 1916; Heimatbuch des Landkreises Geldern, 1964; Ebe-John, E., Geldern, eine niederrheinische Festung, 1966; Jappe Alberts, W., Geschiedenis van Gelderland, 1966; Der Landkreis Geldern, hg. v. Ebbert, F., 1967; Nikolay, W., Die Ausbildung der ständischen Verfassung in Geldern und Brabant während des 13. und 14. Jahrhunderts, 1985; Frankewitz, S., Die geldrischen Ämter Geldern, Goch und Straelen im späten Mittelalter, 1986; Hövelmann, G., Geldern - Preußens Maasprovinz (1713-1794), Rhein. Vjbll. 50 (1986); Schiffer, P., Die Grafen von Geldern im Hochmittelalter (1085-1229), 1988; Venner, G., Die Grafschaft Geldern vor und nach Worringen, Bll. f. dt. LG. 124 (1988), 267ff.; Herborn, W., Geldern, LexMA 4 1989, 1198 ff; Nijsten, G., Het hof van Gelre, Diss. phil. Nimwegen 1992; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 130; Gelre - Geldern - Gelderland, hg. v. Stinner, J. u. a., 2001; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W. u. a., 2003, 1, 1, 71, 793, 1, 2, 207; Nijsten, G., In the Shadow of Burgundy, 2004; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 401, 2, 217; Geldern, hg. v. Landschaftsverband Rheinland, 2006; Lieven, J., Adel, Herrschaft und Memoria, 2008; Verortete Herrschaft, hg. v. Lieven, J., 2014, 289. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gellepgau (Gau zwischen Ruhr und Wupper) (Gildegavia 732/733, s. Keldagau)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 556; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 30, 31, Gildegouwe; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 204. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gembeck? (Gambiki, Gau westlich Kassels?)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7; s. dazu Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 16. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gennep (Gau um Nimwegen zwischen Waal und Maas, Ganipi) s. Ganipi
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 7 (Beek, Ewyck); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 395; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10, zum Ortsnamen Gennep. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gent (Burggrafschaft). G. am Zusammenfluss von Schelde und Leie, dessen aus dem Keltischen kommender Name Ganda Mündung bedeutet, wird schon im 8. Jahrhundert genannt (Abteien Sint Baafs, Sint Pieters). Bereits im 12. Jahrhundert erlangten die dort seit dem 10. Jahrhundert siedelnden Kaufleute besondere Rechte gegenüber den Grafen von Flandern. Im 13. Jahrhundert erwarb G. als Stadt der Tuchmacher europäische Geltung. Im 14. Jahrhundert erhob sich die mehr als 56000 Einwohner zählende Stadt, deren wirtschaftliche Bedeutung unter der wachsenden englischen Konkurrenz litt, gegen die Grafen von Flandern, verlor aber 1540 alle besonderen Rechte. Am Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Burggrafschaft G. über die Grafschaft Flandern und das Herzogtum Burgund zum burgundischen Reichskreis.
L.: Wolff 60; Wallner 701 BurgRK 1; Fris, V., Histoire de Gand depuis les origines jusqu'en 1913, 2. A. 1930; Werveke, H. van, Kritische Studien betreffende de oudste geschiedenis van de stad Gent, 1933; Dumont, M., Gent. Een stedenaardrijkskundige studie, Bd. 1, 2 1951; (Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 18, 32, IV, 20, pagus Gandensis, zum Ortsnamen Gent;) Verhulst, A./Ryckaert, M. u. a., Gent, LexMA 4 1989, 1237ff.; Vleeschouwers, C., De oorkonden van de Sint-Baafs-abdij, Bd. 1f. 1990f. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gentgau (Gau um Gent)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 397 ; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 18, 32, IV, 20, (pagus) Gandensis, zum Ortsnamen Gent;) Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 126 Gantois; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983 114, 199, 249. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Germara (Mark zwischen Werra und Unstrut, Germarene, Germaro)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Eschwege, Frieda, Mühlhausen, Schlotheim, Bollstedt, Felchta, Haussömmern bzw. Sömmerda); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 123 Germarmark (Bollstedt, Eschwege, Felchta, Frieda, Martinfeld, Mühlhausen, Schlotheim, Haussömmern); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 6, 7, 8, Germarene marcha, Germara marcha, Germarsmarca, zum Ortsnamen Görmar. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Germepi (Gau an der Ijssel in Holland)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 399; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, V, 2. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gession (Gau nordwestlich Paderborns, Gessiongau, Gesinegauue)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 401; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, IV, 16, Gesinega, Gession. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gildegouwe (Gau zwischen Ruhr und Wupper, Keldaggouwe, pagus Keldocense) s. Keldagau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 30, 31; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 Keldagau (Hohenbudberg, Lank). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gillgau (Gau am Gillbach, einem rechten Nebenfluss der Erft, nordwestlich Kölns) (Gilegovi 962)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 404; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Gilegouwe; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Butzheim, Langel, Stommeln, Broich an der Erft, Oberaußem, Geyen, Sinthern, Junkersdorf, Rondorf). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ginnaha (Gau nördlich von Jena, zum Ortsnamen Altengönna)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10, 11. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Glehuntari (Gau zwischen Nagold und Neckar, Glehuntra)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Holzgerlingen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 82, 83, Glehuntari. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Glemsgau (Gau an der Glems, einem rechten Nebenfluss der Enz, Glemisgouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 82, 83. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Godingon (Gau östlich der Leine, Guddingun, Gudinge)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Hemmendorf, Mehle, Banteln); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 123 Gudingau, Teil von Flenithi (Banteln, Freden bzw. Großfreden, Hemmendorf, Mehle, Wallensen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 428; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 1, 4, Guddingun, Guottinga, Gudinge, Personenverbandsname. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Goldineshuntari (Gau bzw. Gebiet an der oberen Donau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908 (Worndorf); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 34, 82, 83; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 134 (Herbertingen, Worndorf, Krumbach). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Welbhausen, Rodheim bzw. Rodeheim); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Gollahgouwe; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 120. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Görmar (Mark zwischen Werra und Unstrut, Germara, Germarene, Germaro, Germarmark)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Eschwege, Frieda, Mühlhausen, Schlotheim, Bollstedt, Felchta, Sömmerda); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 123 Germarmark (Bollstedt, Eschwege, Felchta, Frieda, Martinfeld, Mühlhausen, Schlotheim, Haussömmern); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 6, 7, 8, Germarene marcha, Germara marcha, Germarsmarca, zum Ortsnamen Görmar. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Göttingen (Fürstentum, Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg). G. an der Leine wird als Dorf Gutingi 953 erstmals erwähnt. 1211/1212 erhielt der Ort vermutlich Stadtrecht. Ab 1235 gehörte Göttingen zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Von (1291 bis 1292 und von) 1345 bis 1463 war es Sitz des Fürstentums G. (Oberwald), das von Münden (Hannoversch Münden) bis Hahausen bei Bockenem reichte. Im Kampf mit dem Landesherren erlangte die Stadt weitgehende Selbständigkeit. Das Fürstentum kam nach seiner Zerrüttung unter Otto dem Quaden 1435/1442/1463 an das Fürstentum Calenberg des mittleren Hauses Braunschweig, das 1498/1584 in Münden residierte, und ging schließlich in Hannover auf (1692). Es gehörte dem niedersächsischen Reichskreis an. Über Preußen (1866) gelangte G. 1946 zu Niedersachsen. S. Braunschweig-Göttingen.
L.: Wolff 437; Wallner 706 NiedersächsRK 9; Mager, F./Spiess, W., Erläuterungen zum Probeblatt Göttingen der Karte der Verwaltungsgebiete Niedersachsens um 1780, 1919; Saathoff, A., Geschichte der Stadt Göttingen, Bd. 1f. 1937ff.; Fahlbusch, O., Topographie der Stadt Göttingen, 1952; Bartel, G., Der ländliche Besitz der Stadt Göttingen, 1952; Fahlbusch, O., Der Landkreis Göttingen in seiner geschichtlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, 1960; Kühlhorn, E., Ortsnamenlexikon für Südniedersachsen, 1964; Ronge, R./Hoffmann, W., Der Landkreis Münden. Geschichte, Landschaft, Wirtschaft, 1970; Kalthoff, E., Geschichte des südniedersächsischen Fürstentums Göttingen und des Landes Göttingen im Fürstentum Calenberg (1285-1584), 1982; Pischke, G., Die Landesteilungen der Welfen im Mittelalter, 1987; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W. u. a., 2003, 1, 2, 218; DIe Schatzverzeichnisse des Fürstentums 1418-1527, bearb. v. Dolle, J., 2011. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Kitzingen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, 62, III, 30; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 121. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gozfeldene marcha (Goßfeldenmark, zum Ortsnamen Goßfelden).
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 5, Gozfeldene marcha; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 121 Gozfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Grabfeld (Gau zwischen Fulda und Werra, Grapfeld, Craffelda, Graphuelt, Graffeld, Grapfeldun, Grafphelt)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8, Grabfeldgau (Großentaft, Rohr, Stockheim, Meiningen, Walldorf, Salz, Eichenhausen, Streu, Fulda); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, 9, 19, II, 58, 61, 61, 96, III, 25, 30, 31, IV, 8, Grapfeld; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 130. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Graingau (Gau im Quellgebiet der Hunte, Grainga)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 40, 41, III, 4. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Grapfeld s. Grabfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, 9, 19, II, 58, 61, 62, 96, III, 25, 30, 31, IV, 8. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Greenergau (Gau westlich der Leine, Grenigavvi)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 33, 41 Greniga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 41. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gretingau (Gau nördlich der Mündung der Oker in die Aller, Gretinge)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Müden); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 123 Gretingau (Beedenbostel, Hankensbüttel, Müden); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 95, 96, III, 10, 31, Greti, Gretinge. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Grimschleben (Gau zwischen Saale und Elbe, Grimmerslevo)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Grimschleben); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10, 11, zum Ortsnamen Grimschleben. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Grindirigau (Gau zwischen Weser und Unterläufen von Leine und Aller, zum Bevölkerungsnamen Grindera?, Grindiriga)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 40, III, 22, 28, 29. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gronau (Herrschaft). 1371 erscheint die Burg G. bei Ahaus. Die 1435 durch Güter Gisbertas von Bronkhorst (Bronckhorst) aus der Erbschaft Solms-Ottenstein erweiterte Herrschaft G. war zwischen dem Bischof von Münster als Lehnsherren und den Grafen von Bentheim-Steinfurt, an die sie über Steinfurt (bis 1421) und Bentheim gelangt war, bzw. seit 1638 den Bentheim-Tecklenburg-Rheda als ihren Erben, umstritten. 1699 wurde G. durch Vergleich Unterherrlichkeit des Hochstifts Münster. Nach 1803 wechselte die Herrschaft mehrfach (1803-1806 mit Horstmar Wild- und Rheingrafen zu Grumbach [Wildgrafen und Rheingrafen von Salm-Grumbach], 1806-1810 Großherzogtum Berg, 1811-1813 Frankreich). 1815 kam G. mit Münster an Preußen und 1946 zu Nordrhein-Westfalen.
L.: Jesse, O., Geschichte der Herrschaft und Stadt Gronau, 1925; Gronau und Epe. Landschaft, Geschichte, Volkstum, hg. v. Bremer, H., 1939. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Grunzwiti (Gau nördlich Sankt Pöltens, zum Ortsnamen Grünz)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 70, IV, 10. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Guddingen, Guddingun s. Godingon
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 1, 4, Guottinga, Gudinge, Personenverbandsname. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Gurketal (Gau in Kärnten an der Gurk, einem linken Nebenfluss der Drau, ‚Gurktal‘)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Lieding); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 65, 65. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hadeln (Land). H. zwischen Elbemündung und Wesermündung gehörte im 8. Jahrhundert als Haduloha (797) zum Stammesgebiet der Sachsen. Nach dem Sturz Heinrich des Löwen 1180 kam es, zunehmend eingeengt auf die Marsch zwischen den Geestrücken der Hohen Lieth und der Wingst, an das Herzogtum Sachsen-Lauenburg, war aber im 13. Jahrhundert nur noch lose hieran angeschlossen. Es erlangte zahlreiche mit der Kolonisation verbundene eigene Rechte, die trotz verschiedener Eingliederungsversuche von Seiten Hamburgs (1402/1407-1481 Pfandherrschaft) wie Sachsen-Lauenburgs Bestand behielten und im 15. Jahrhundert im Hadler Landrecht aufgezeichnet wurden. Der Adel war praktisch bedeutungslos. Die drei Stände des 5,5 Quadratmeilen großen Landes waren: Der erste Stand auch Landschaft oder Hochland genannt mit den Kirchspielen Altenbruch (Altenburch), Lüdingworth, Nordleda, Neuenkirchen, Osterbruch, Osterende-Otterndorf, Westerende-Otterndorf. Der zweite Stand, auch Sietland genannt, mit den Kirchspielen Westerihlienworth (Westerihlionworth), Osterihlienworth (Osterihlionworth), Steinau, Wanna und Odisheim. Der dritte Stand war die Stadt Otterndorf. Nach dem Aussterben Sachsen-Lauenburgs kam H. 1689 unter die Verwaltung des Kaisers. 1731 fiel es an Hannover (Präsident der Regierung in Stade in Personalunion Gräfe von Hadeln), 1866 an Preußen und am 1. 11. 1946 an Niedersachsen. Die Selbstverwaltung wurde von Hannover 1852 beseitigt, die Ständeversammlung in Otterndorf 1884 durch Preußen aufgelöst.
L.: Wolff 450; Großer Historischer Weltatlas III 22 (1648) D2, III 38 (1789) C1; Rüther, H., Geschichte des Landes Hadeln, 1949; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 11, 12, II, 29, 49, 70, 72, 73, 74, 96, III, 23, 24, 30, Haduloha, Hadalaon, Hadelere, Haedelreland, ‚Hadeln‘; Bierwirth, L., Siedlung und Wirtschaft im Lande Hadeln, 1967; Hadler Chronik, bearb. v. Rüther, E., 2. A. 1979; Hofmeister, A., Besiedlung und Verfassung der Stader Elbmarschen im Mittelalter, 1979ff.; Schmidt, H., Hadeln, LexMA 4 1989, 1817f.; Geschichte des Landes zwischen Elbe und Weser, Bd. 2 1995, 321; Drecktrah, V., Die Gerichtsbarkeit in den Herzogtümern Bremen und Verden, 2002. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hafergau (Hauerga, Gau am Haferbach links der Werre)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, IV, 16 Haverga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Haiger (Mark, am Oberlauf der Dill, Heigero marca, pagus Heigera
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 6, 8, 9,17, 21; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Haiger). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hainau s. Hennegau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 21, 22, 24, 41, 45, 47, III, 32. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Haistergau (Gau in Oberschwaben)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 26, 31, 34, 39, 90, Heistilingouwe, Heisterechgouwe; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 179 (Haisterkirch). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hamaland (Gau bzw. Großgau um die Ijssel) (Hamalando Anfang 9. Jahrhundert, Hamalant)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Deventer, Elten); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 443 Hameland; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 47, 48, 52, 55, III, 28, Hamuland, Hamaland, ‚Hameland‘; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 68, 205; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Elten, Sinderen); Verortete Herrschaft, hg. v. Lieven, J., 2014, 233. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hammelburg (Mark am Unterlauf der fränkischen Saale), Hamalunburg
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 444; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 7, Hamalunburg marca zum Ortsnamen Hammelburg. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hardaga s. Harzgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 23, III, 10, 35, III, 28, 30, 31, 33, Hardaga, Hartingo, Hardegan, Harudi, ‚Harzgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Harlingerland („Land“). Der nach dem Flüsschen Harle benannte nordöstlichste Teil Ostfrieslands (Esens, Wittmund, Carolinensiel, Bensersiel, Neuharlingersiel) erscheint im 13. Jahrhundert als selbständiges Harlinger Land. Im 15. Jahrhundert erreichte es durch Vereinigung der Herrschaften Esens, Stedesdorf und Wittmund unter dem Häuptling Sibet Attena seine endgültige Gestalt. 1540 wurde das dem niederrheinisch-westfälischen Reichskreis angehörige H. infolge Heirat mit der westfälischen Grafschaft Rietberg sowie 1600 ebenfalls infolge Heirat mit Ostfriesland vereinigt und kam über Hannover und Preußen (1866) 1946 an Niedersachsen.
L.: Wolff 339; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 49, III, 10, Herloga, ‚Harlingerland‘; Gröttrup, H., Die Verfassung und Verwaltung des Harlingerlandes 1581-1744, 1962; Salomon, A., Geschichte des Harlingerlandes bis 1600, 1965. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Harteshusa (Grafschaft Hörzhausen südlich der Paar rechts der Donau), s. Hörzhausen
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Kühbach) Harteshusa; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 19 Herteshusa. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Härtsfeld (Gau zwischen Ries und schwäbischer Alb, Hertfeld)
L.: Polenz, P. v. Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, 96, ‚Härtsfeld‘ (bei Neresheim in Baden-Württemberg) (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Harzgau (Gau zwischen Bode und Oker)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Harthago, Hardegouue, Hardago, Harthaga, Hardego, Hardega, Harthega, Hartegouue, Thale, Oschersleben, Üplingen bzw. Ueplingen, Rohrsheim, Schauen, Ditfurt bzw. Ditfurth, Brockenstedt bzw. Brockenstedter Mühle bei Heimburg, Silstedt bzw. Sillstädt, Windelberode bzw. Elbingerode, Ströbeck, [nicht Wienrode,] Minsleben, Reddeber, Ilsenburg, Derenburg, Heudeber, Wulferstedt, Halberstadt); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 58, 124 Harzgau (Abbenrode, Börnecke, Derenburg, Ditfurt, Drübeck, Kloster Gröningen bzw. Klostergröningen, Halberstadt, Harsleben, Heudeber, Ilsenburg, Minsleben, Reddeber, Rohrsheim, Schauen, Silstedt, Ströbeck, Weddersleben, Wulferstedt, Hessen nordöstlich Osterwiecks); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 453; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 23, III, 10, 35, III, 28, 30, 31, 33, Hardaga, Hartingo, Hardegan, Harudi, ‚Harzgau‘; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hasagouwe (,Haßgau’ am Main um Hassfurt)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 27, III, 25. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hasbanien, (Grafschaft, Großgau westlich der Maas), Hasbain, Hasbaniensis, Hasbengau, frz. Hesbaye. Die Grafschaft H. westlich der Maas (Hasbengau, frz. Hesbaye, Gau Hasbanien als Hasbanienis erstmals 741/742 belegt)) gehörte am Ende des 18. Jahrhunderts über das Hochstift Lüttich zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis.
L.: Wolff 327; Wallner 702 WestfälRK 4; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 (Haspengewe, Hasbanitus, Hasbaie) (Gelinden, Tourinne la Chaussée); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960), 488 (Hesbaye); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 17, 21, 22, 23, 26, 41, III, 32, Haspengouwe, Haspinga, Hasbania, pagus Hasbaniensis, Asbania, pagus Hispanicus, Hasmachgouwe; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 142 Hesbaye; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 132, 204; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Thommen?). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hasga (Gau an der Hase, ‚Hasegau‘)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 453; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Haskerawald (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 23. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Haskerland (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Haslital. Das H. der oberen Aare gehörte bereits 1378 zum Herrschaftsbereich der Eidgenossenschaft der Schweiz. Später kam es zum Kanton Bern.
L.: Wolff 520; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) E5; Mühlemann, A., Studien zur Geschichte der Landschaft Haslital, 1895. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Haspengau s. Hasbanien, Hasbain
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 17, 21, 22, 23, 26, 41, III, 32; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 519. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hassaga (Gau,Hassgau’)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 27, III, 25, Hasagouwe, ‚Hassgau‘; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hassegau, Hassega, Hosgowe, Hassigani, Hassingi, Hasgethe, Hohsegowe, Hohsingi, s. Hosgau bzw. Hosgau-Friesenfeld.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 69, III, 10, 28, 29, 30, 31. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hattenhuntari (Gau südlich Tübingens)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 67, 82, 83, 87; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 129 (Talheim, Hechingen, Dußlingen bzw. Dusslingen) (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hattuarien (Gau bzw. Großgau in Niederlothringen links und rechts des Niederrheins) (terra Hattuariorum 715)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 8 Hatteri (Mündelheim); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 455; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, 26, II, 21, III, 11, 18, 19, 26, Hetterun, Hattuarias, pagus Hattuariensis; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 74, 204; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Esserden, Uedem, Mündelheim, Styrum, Herbede). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Haverga s. a. Hafergau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, IV, 16. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hedergau (Gau im Quellgebiet der Aue links der Weser, Hedergo)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Hedem bzw. Heden); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 35, III, 23, Hederga, zum Ortsnamen Heden. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hegau (Gau, Landgrafschaft). Der H. (zu *kev- Bergrücken?) zwischen Konstanz, Schaffhausen, Geisingen, Immendingen, Überlingen, Neuhausen ob Eck (Egg) und Randen wird als Grafschaft erstmals 787 erwähnt. Er war eine Kernlandschaft des Herzogtums Schwaben. Um 1180 fiel er von den Grafen von Pfullendorf an Kaiser Friedrich I. Barbarossa und damit an die Staufer. Er ging dann mit Nellenburg in der Landgrafschaft Hegau auf, die 1422 an die Herren von Tengen, von 1465 bis 1805 durch Kauf als Landgrafschaft Nellenburg zu Habsburg/Österreich, 1805 zu Württemberg und 1810 zu Baden kam. Von dort gelangte das Gebiet 1951/1952 zu Baden-Württemberg.
L.: Großer Historischer Weltatlas III 22 (1648) D5; Gerber, H., Der Hegau, Landschaft zwischen Rhein, Donau und Bodensee, 1970; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Hegouue, Heuugowe, Gau am Bodensee, Singen, Stein); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 9, Hegouwe,Hegau’; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 59, 198 (Merishausen, Öhningen, Kirchen im Aitrachtal); Tumbült, G., Die Grafschaft des Hegaus, 1984, (in) MIÖG Ergbd. 3; Kiewat, R., Ritter, Bauern und Burgen im Hegau, 1986. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hehsinga (Gau zwischen Isar und Inn)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Neuching); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 90, III, 8, IV, 10, 11, Ortsname oder Personenverbandsname. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Heigero marca, pagus Heigera s. Haiger.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 6, 8, 9,17, 21. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Heilangau (Gau südwestlich der Elbemündung, Heilango, Helinge)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Buxtehude?, Heeslingen, Wedel, Wohlerst bzw. Wohlerstedt, Kakerbeck); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 41, III, 4, Heilanga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Heistilingouwe, Heisterechgouwe s. Haistergau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 26, 31, 34, 39, 90. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Helfta (Gau um Eisleben), Helftagau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 10f. Helfethe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Helmegau (Gau um die Helme südlich des Harzes, Helmingouuue, Helmungouui, Helmengouue, Helmengovue, Helmingouue, Helmengouw)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Breitungen, Bernsrode bzw. Bösenrode, Bliedungen, Mackenrode, Uchtenfelde, Sundhausen, Wallhausen, Berga); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 125 (Berga am Kyffhäuser, Bliedungen, Breitungen, Görsbach, Mackenrode, Salza, Sundhausen, Wallhausen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Helmungouwe, ‚Helmegau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hemmerfeld (Gau südlich der Diemel links der Weser, Hemmerueldun)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Sieberhausen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 473; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, IV, 10, Hemmerfeld, Ortsname?. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hengistfeld (Gau bzw. Gebiet am Mittellauf der Mur in der Steiermark)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, 63, 66, III, 30. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hennegau (Gau bzw. Grafschaft), frz. Hainaut. Der erstmals 750 (Hainoavio) genannte, karolingische, nach dem Flüsschen Haine benannte, den Süden des damaligen Bistums Cambrai östlich der oberen und mittleren Schelde umfassende Gau H. fiel mit den Reichsteilungen des 9. Jahrhunderts an Lothringen. In spätkarolingischer Zeit war der H. eine Grafschaft um Mons, welche die in weiblicher Linie von Kaiser Lothar I. abstammenden Reginare innehatten, die von 911 bis 939/944 Herzöge von Niederlothringen waren und sich nach 998 in Bergen (Mons) eine Residenz schufen. 1051 fiel der H. nach dem Aussterben der Reginare (1030) über die Gräfin Richilde an die Grafen von Flandern und wurde von 1070 bis 1191 von einer Nebenlinie der Balduine beherrscht. 1188 belehnte Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Grafen mit der Grafschaft Namur. 1191 wurde die Grafschaft durch die Heirat Graf Balduins V. von H. mit Margarete von Flandern, der Schwester Philipps von Elsass, wieder mit Flandern verbunden. Nach dem Tode der Töchter Johanna (1205-1244) und Margarethe von Flandern (1244-1280) kam es zu Erbstreitigkeiten zwischen den Häusern Avesnes (Graf Johann von Avesnes war illegitimer Enkel Margarethes) und Dampierre. H. fiel an Avesnes, das 1299 auch die Grafschaft Holland erhielt und 1323 Seeland besetzte. Über Kaiser Ludwig des Bayern Gemahlin und Johann von Avesnes' Enkelin Margarethe fielen die Grafschaft H. und Holland 1346 an das Haus Wittelsbach (Bayern) und von diesem durch Verzicht der Urenkelin Ludwigs des Bayern 1433 an die Herzöge von Burgund. Seit 1477 gehörten sie auf Grund der Heirat des Habsburgers Maximilian mit Maria von Burgund zu Habsburg, dessen spanische Linie (Spanien) von 1555 bis 1701/1713 und dessen österreichische Linie (Österreich) von 1713 bis 1792/1794 herrschte. 1678 wurde allerdings der südliche Teil an Frankreich abgetreten. Vergrößert um Teile der Provinzen Brabant und Lüttich sowie um Stadt und Land Tournai wurde der übrige Teil 1794 zum französisch beherrschten Département Jemappes, das als H. 1815 an das Königreich der Vereinigten Niederlande und 1830 an Belgien kam.
L.: Wolff 61; Wallner 701 BurgRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) B3, II 78 (1450) E3; Gislebert von Mons: Chronicon Hanoniense (1068-1195), hg. v. Arndt, W. 1869, hg. v. Vanderkindere, L., 1904; Vanderkindere, L., Histoire de la formation territoriale des principautés belges au moyen-âge, Bd. 1f. 1902f.; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Haginao, Heinia, Heinau, Gau um Valenciennes, Wambaix, Douchy-les-Mines bzw. Douchy, Buvrinnes, Haine-Saint-Pierre bzw. Hayna); Dony, E., Histoire du Hainaut de 1433 á nos jours, 1925; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 436 Hainaut; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 21, 22, 24, 41, 45, 47, III, 32, Hainau, Heinegouwe, Heinia, Haginao, pagus Hainensis, pagus Hainoensis, Hennegau; Hainaut d'hier et d'aujourd'hui, l 1962; Bruwier, M., Le passé économique du Hainaut, (in) Le Hainaut français et belge, 1969, 71ff.; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 139 Hainaut; Mohr, W., Geschichte des Herzogtums Lothringen, Bd. 1ff. 1974ff.; Cauchies, J., La législation princière pour le comté de Hainaut (1427-1506), 1982; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 121; Cauchies, J., Hennegau, LexMA 4 1989, 2131ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Heppenheim (Mark, an der Bergstraße westlich des Odenwalds, Hepphenheimere marcha), Heppenheimer Mark
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 6, 7, zum Ortsnamen Heppenheim (; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 258). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Herborn (Mark an der Dill südlich Dillenburgs, Herbore marca), Herborner Mark
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 6, zum Ortsnamen Herborn (; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 259). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Herloga s. Harlingerland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 49, III, 10, Herloga, Herlingalond, ‚Harlingerland‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hertfeld s. Härtsfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, 96, ‚Härtsfeld‘ (bei Neresheim in Baden-Württemberg). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Herzegowina (Landschaft, Land). Das Gebirgsland im Nordwesten der Balkanhalbinsel an der Neretwa (Neretva) zählte in römischer Zeit zur Provinz Dalmatia und wurde seit dem 7. Jahrhundert von Südslawen besiedelt. Im Mittelalter gehörte es zum Herrschaftsbereich Kroatiens, Serbiens und Bosniens. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts erlangte es als H. (Herzogsland des Stefan Vukčić) eine gewisse Selbständigkeit, wurde aber 1465/1482 von den Türken erobert. 1878 wurde es nach dem russisch-türkischen Vertrag mit Bosnien von Österreich okkupiert und 1908 annektiert. 1918 kam es zu Jugoslawien, wurde aber nach dessen Auflösung 1995 Teil der Föderation Bosnien-Herzegowinas und der Serbischen Republik.
L.: Cirkovic, S., Herzegowina, LexMA 4 1989, 2189; Dzaja, S., Bosnien-Herzegowina, 1994; Haselsteiner, H., Bosnien-Hercegovina, 1996; Gabriel, K., Bosnien-Herzegowina, 1878, 2003. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hessen (Grafschaft, Landgrafschaft, Land, Bundesland). In unsicherem Zusammenhang mit dem zwischen Lahn, Main, Werra, Fulda und Eder bezeugten germanischen Stamm der (fränkischen?) Chatten erscheint im 8. Jahrhundert für einen kleinen Stamm an der unteren Fulda der Name Hessi (738). Unabhängig hiervon geriet dieser Raum seit dem 4. Jahrhundert in den Einflussbereich der Franken, die seit dem 6. Jahrhundert in das von ihnen bald dicht besiedelte Rhein-Main-Gebiet eindrangen und anschließend unter Übernahme und Ausbau der Festungen Glauburg, Amöneburg, Christenberg und Büraburg nach Nordosten gegen die Sachsen vorstießen. Durch Bonifatius wurde das Gebiet seit der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts christianisiert (723 Fällung der Donareiche bei Hofgeismar). Die drei wichtigsten Klöster Fritzlar, Hersfeld und Fulda wurden noch im 8. Jahrhundert Reichsabteien. Das den Rupertinern um die Mitte des 9. Jahrhunderts folgende Grafenhaus der Popponen oder Konradiner stand so fest in karolingischer Tradition, dass es nach erfolgreicher Auseinandersetzung mit den Babenbergern beim Aussterben der Karolinger 911 mit Konrad I. für kurze Zeit zur Königswürde gelangte. Unter den sächsischen Ottonen wurde das Gebiet durch Grafen verschiedener Herkunft im Auftrag des Königs verwaltet und die konradinische Stellung vermindert. Unter den Saliern hatten die aus dem schwäbisch-alemannischen Raum kommenden Grafen Werner, die als Bannerträger des Reichsheeres eine hohe Reichsstellung einnahmen, die Grafschaft inne (1024-1121). Seit Anfang des 12. Jahrhunderts trat der Erzbischof von Mainz mit immer größeren Erwerbungen hervor, brachte Amöneburg, Fritzlar und Hofgeismar an sich und war Lehnsherr der Grafschaft H. 1121 übernahmen als Erben der Grafen Werner die Gisonen (Grafen von Gudensberg), 1122 über die gisonische Erbtochter Hedwig die Ludowinger die Grafschaft. 1130 wurden die Ludowinger Landgrafen von Thüringen und behandelten H. (Gebiet um Gudensberg südwestlich von Kassel und Maden, dem Sitz des Hauptgerichts der Grafschaft H., im Gegensatz zum Gebiet um Marburg, das zunächst Land an der Lahn hieß,) als Nebenland, so dass im Norden allmählich eine Reihe verhältnismäßig selbständiger Herrschaften und Grafschaften entstehen konnte (Ziegenhain, Waldeck, Wittgenstein, Nassau, Diez, Runkel, Limburg, Katzenelnbogen, Eppstein), während im Rhein-Main-Gebiet die Staufer eine unmittelbare Reichsherrschaft aufzubauen versuchten, die nach dem Interregnum (1254-1273) in zahlreiche Kleinherrschaften zerfiel (u. a. Hanau, Solms, Büdingen). 1247 starben die ludowingischen Landgrafen von Thüringen mit Landgraf Heinrich Raspe im Mannesstamm aus. Landgräfin Sophie (Tochter Landgraf Ludwigs von Thüringen, Gemahlin Heinrichs von Lothringen und Brabant, Nichte Landgraf Heinrich Raspes) vermochte im thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg (1247-1264) mit dem Hause Wettin (Markgrafen von Meißen) und gegen den Widerstand des Erzbischofs von Mainz H. als eigene Landgrafschaft mit Sitz in Kassel von Thüringen zu lösen und mit den Werrastädten Eschwege und Witzenhausen für ihren 1244 geborenen Sohn Heinrich das Kind zu behaupten, der 1265 zu den bisherigen Gütern zwischen Wolfhagen, Zierenberg, Eschwege, Wanfried, Alsfeld, Grünberg, Frankenberg und Biedenkopf einen Teil der Grafschaft Gleiberg mit Gießen von den Pfalzgrafen von Tübingen erwarb und sich seinerseits in langen Kämpfen gegen den Erzbischof von Mainz durchsetzte. Am 11. 5. 1292 wurden die Landgrafen von H. durch König Adolf von Nassau auf Grund der Eschweger Güter in den Reichsfürstenstand erhoben. Nach zahlreichen kleineren Erwerbungen im 13. Jahrhundert (1294 Schartenberg, 1297 Grebenstein) und im 14. Jahrhundert (1305 Trendelburg, 1306 Wanfried, 1330 (Hofgeismar) Geismar, 1350 Kirchhain, 1350 Spangenberg, 1358 Romrod, 1365 Tannenberg) erlitt der Aufstieg Hessens, das 1308 bis 1311 kurzfristig in Oberhessen und Niederhessen geteilt war, im 14. Jahrhundert durch andauernde Kämpfe mit dem Adel einen schweren Rückschlag, dem es durch die von Kaiser Karl IV. bestätigte Erbverbrüderung mit den Markgrafen von Meißen (Kursachsen) vom 9. 6. 1373 begegnete, durch welche die ganze Landgrafschaft reichslehnbares Fürstentum wurde. Zugleich wurden die H. durchsetzenden Gebiete der Grafen von Dassel, Bilstein, Everstein und Itter und der Herren von Treffurt allmählich aufgesogen. Unter Landgraf Ludwig I. (1413-1458) gelang es 1439, die Erbvereinigung mit der Grafschaft Wittgenstein zu vollziehen, die Grafschaften Waldeck (1431/1438), Lippe (1449) und Rietberg in Westfalen (1456) zu hessischen Lehen zu machen, die Herrschaft Schöneberg zu erwerben sowie die Grafschaft Ziegenhain an der mittleren Schwalm und der oberen Nidda, die zwischen den hessischen Gütern (Oberhessen um Marburg, Niederhessen um Kassel) gelegen hatte, zu erwerben (1437/1450). Nach der Mainzer Stiftsfehde von 1461 bis 1463 musste der Erzbischof von Mainz die mainzischen Güter (Hofgeismar, Schöneberg, Gieselwerder, Battenberg, Kellerberg, Rosenthal (Rosental), Mellnau (Melnau), halb Wetter) an H. verpfänden und 1583 außer Amöneburg-Neustadt und Fritzlar-Naumburg aufgeben. 1432 geriet die Reichsabtei Hersfeld, 1438 Fritzlar und 1434 Corvey unter hessische Schutzherrschaft. Bis ins 16. Jahrhundert kamen auch Fulda und Arnsburg unter kaiserliche Vormundschaft. 1479 fiel durch Heirat die Grafschaft Katzenelnbogen an, durch die H. den Rhein (Rheinfels, Sankt Goar, Braubach) und den Main (Rüsselsheim, Darmstadt) erreichte. Die 1458 erfolgte Teilung Hessens in Hessen-Marburg und Hessen-Kassel, während der das große hessische Landgesetz von 1497 (Hessen-Marburg) und 1500 (Hessen-Kassel) aufgezeichnet wurde, war nur vorübergehend (bis 1500). 1524 trat Philipp der Großmütige zum Luthertum über, 1526 wurde die Reformation eingeführt, 1527 die Universität Marburg als erste protestantische Universität gegründet und wurden zugleich die hessischen Klöster säkularisiert. Nach dem Tode Philipps des Großmütigen (1567) wurde allerdings H. unter seine vier Söhne aufgeteilt. Wilhelm IV. erhielt Hessen-Kassel mit rund 88 Quadratmeilen (etwa die Hälfte Hessens), Ludwig IV. Hessen-Marburg (etwa ein Viertel Hessens), Philipp der Jüngere mit ca. 1300 Quadratkilometern und 20000 Einwohnern Hessen-Rheinfels und Georg I. Hessen-Darmstadt (etwa je ein Achtel Hessens). Philipp der Jüngere starb 1583 erbenlos. Seine Güter wurden unter Hessen-Kassel (Niedergrafschaft Katzenelnbogen), Hessen-Marburg (Lissberg, Ulrichstein, Itter) und Hessen-Darmstadt (Schotten, Stornfels, Homburg vor der Höhe) aufgeteilt. 1604 starb Ludwig IV. von Hessen-Marburg. Von seinen Gütern fiel nach langjährigen Auseinandersetzungen 1648/1650 die nördliche Hälfte mit Marburg an Hessen-Kassel, die südliche an Hessen-Darmstadt. Hessen-Kassel erhielt den Vorrang im Reichstag. Hessen-Darmstadt, das 1607 die Landesuniversiät Gießen gründete und von dem sich von 1609 bis 1643 Hessen-Butzbach und 1622 das 1866 erloschene Hessen-Homburg abzweigten, erwarb 1736 die Grafschaft Hanau-Lichtenberg, überzog aber durch prunkvolle Hofhaltung bei weitem seine Mittel. 1803 erreichte es im Reichsdeputationshauptschluss zum Ausgleich des Verlustes von Hanau-Lichtenberg (40 Quadratmeilen mit 100000 Einwohnern) Teile des Erzstiftes Mainz und der Pfalz, das zum Erzstift Köln gehörige Herzogtum Westfalen (Brilon, Arnsberg, bis 1815) sowie Friedberg (insgesamt 100 Quadratmeilen mit 218000 Einwohnern), so dass das Land nunmehr 175 Quadratmeilen mit 520000 Einwohnern umfasste. Von Baden tauschte es Wimpfen ein. 1806 fielen die Grafschaft Erbach und reichsritterschaftliche Gebiete an das in die Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Westfalen gegliederte Land. Der Beitritt zum Rheinbund brachte 1806 die Erhebung zum Großherzogtum. 1815 erhielt Hessen-Darmstadt für die Abgabe Westfalens an Preußen das Fürstentum Isenburg-Birstein (Offenbach), Worms, Alzey und Bingen, 1816 die Festung Mainz. Insgesamt umfasste das Land damit 152,75 Quadratmeilen mit 720000 Einwohnern. Seit 1816 nannte sich der Landesherr Großherzog von H. und bei Rhein. 1866 musste Hessen-Darmstadt das seit 1622 einer Nebenlinie zugehörige Hessen-Homburg sowie die Kreise Biedenkopf und Vöhl an Preußen abtreten und sich dem Norddeutschen Bund anschließen. 1871 wurde es Bundesstaat des Deutschen Reiches. Von 1918 bis 1945 war Hessen-Darmstadt unter dem Namen Volksstaat H. ein Freistaat, in dem 1933 die Nationalsozialisten die Macht übernahmen. Das unter dem Sohn Wilhelms IV., Moritz, 1604 calvinistisch gewordene Hessen-Kassel, von dem sich Hessen-Rotenburg, Hessen-Eschwege (bis 1655), Hessen-Philippsthal (1686-1713) und Hessen-Barchfeld abzweigten, erwarb 1647/1648 die Grafschaft Schaumburg, 1648 Hersfeld sowie 1736 die Grafschaft Hanau-Münzenberg. Durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 erlangte es außer der Kurfürstenwürde (Kurhessen) nur einzelne mainzische Güter. 1807 wurde es mit 145 Quadratmeilen und 393000 Einwohnern von Frankreich besetzt und weitgehend dem Königreich Westphalen einverleibt. 1813/1815 wurde es wiederhergestellt und erhielt für die Niedergrafschaft Katzenelnbogen das Hochstift Fulda und 1816 Teile Isenburgs. Den Titel Kurfürst behielt der Landesherr trotz Untergangs des Heiligen römischen Reiches und der dazu gehörigen Kaiserwahl bei. Am 1. 8. 1866 wurde Hessen-Kassel infolge seines Übertritts auf die österreichische Seite von Preußen annektiert (Regierungsbezirk Kassel der Provinz Hessen-Nassau). Am 19. 9. 1945 wurden die preußischen Provinzen Nassau (Hessen-Nassau) und Kurhessen (ohne die Kreise Sankt Goarshausen, Unterlahn [Unterlahnkreis], Unterwesterwald [Unterwesterwaldkreis] und Oberwesterwald [Oberwesterwaldkreis], die zu Rheinland-Pfalz kamen,) auf eigenen Wunsch durch Proklamation der amerikanischen Militärregierung mit den rechtsrheinischen Teilen des Volksstaates H. zu Großhessen vereinigt. Großhessen wurde am 1. 12. 1946 in Land H. umbenannt. Die Familie der Landgrafen von Hessen erlosch 1875 im Zweig Hessen-Kassel und 1968 im Zweig Hessen-Darmstadt, lebt aber in den Linien Hessen-Rumpenheim und Battenberg/Mountbatten fort.
L.: Wolff 251ff.; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F3, II 66 (1378) E3, II 78 (1450) F3; Demandt, K., Die Mittelrheinlande, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Die Territorien des Reichs 4, 254; Dilich, W., Synopsis descriptionis totius Hassiae, hg. v. Rener, M. u. a., 2012; Sammlung fürstlicher Landesordnungen, Bd. 1ff. 1767ff.; Wenck, H., Hessische Landesgeschichte, Bd. 1ff. 1783ff.; Rommel, C. v., Geschichte von Hessen, Bd. 1-10 1820ff.; Landau, G., Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Bd. 1ff. 1832ff., Neudruck 2000; Rehm, F., Handbuch der Geschichte beider Hessen, 1842ff.; Baur, L., Urkunden aus dem großherzoglich hessischen Haus- und Staatsarchiv, Bd. 1ff. 1846ff.; Ewald, L., Historische Übersicht der Territorialveränderungen der Landgrafschaft Hessen und des Großherzogtums Hessen, 1872; Knetsch, K., Das Haus Brabant, Genealogie der Herzöge von Brabant und der Landgrafen von Hessen, Teil 1f. Bd. 1ff. 1918ff.; Karte vom Großherzogtum Hessen 1823-1850.-Niveaukarte vom Kurfürstentum Hessen 1840-1861,-Karte vom Kurfürstentum Hessen, 1840-1855, neu hg. v. Hess. Landesvermessungsamt, o. J.; Diehl, W., Hassia Sacra, Bd. 1-11 1921ff.; Klibansky, E., Die topographische Entwicklung der kurmainzischen Ämter in Hessen, 1925; Reimer, H., Historisches Ortslexikon von Kurhessen, 1926; Dilich, W., Landtafeln hessischer Ämter zwischen Rhein und Weser nach dem Originalen, hg. v. Stengel, E., 1927, Schriften des Landesamts für gesch. Landeskunde 5 (1927), Einleitung neugedruckt bei Stengel, E., Abhandlungen und Untersuchungen zur hessischen Geschichte, 1960; Classen, W., Die kirchliche Organisation Alt-Hessens im Mittelalter samt einem Umriss der neuzeitlichen Entwicklung, 1929; Falk, H., Die kurmainzische Beamtenorganisation in Hessen und auf dem Eichsfelde bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, 1930; Wollheim, S., Staatsstraßen und Verkaufspolitik in Kurhessen von 1815 bis 1840, 1931; Gundlach, F., Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 1f. 1931ff.; Müller, W., Hessisches Ortsnamenbuch, Bd. 1 Starkenburg, 1937, Neudruck 1972; Kleinfeldt, G./Weirich, H., Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum, 1937; Helbig, B., Das Amt Homberg an der Efze, 1938; May, K., Territorialgeschichte des Oberlahnkreises, 1939; Keyser, E./Stoob, H., Deutsches Städtebuch, 1939-1974, Band 3 Teilband 1; Müller, W., Die althessischen Ämter im Kreis Gießen. Geschichte ihrer territorialen Entwicklung, 1940; Krummel, W., Die hessischen Ämter Melsungen, Spangenberg, Lichtenau und Felsberg, 1941; Kürschner, W., Das Werden des Landes Hessen, (1950); Blume, H., Das Land Hessen und seine Landschaften, 1951; Dülfer, K., Fürst und Verwaltung. Grundzüge der hessischen Verwaltungsgeschichte vom 16. bis 19. Jahrhundert, Hess. Jb. f. LG. 3 (1953); Werle, H., Das Territorialbild Rheinhessens um 1550, Mitteilungsblatt zur rheinhess. Landeskunde 3 (1954); Zinn, G./Stein, E., Die Verfassung des Landes Hessen, Bd. 1ff. 1954ff.; Kleeberger, E., Territoralgeschichte des hinteren Odenwaldes, 1958; Kellner, W., Landrecht und Landesgeschichte, Betrachtungen zu einer hessischen Rechtskarte für 1792, Hess. Jb. für LG. 9 (1959); Demandt, K., Geschichte des Landes Hessen, 1959, 2. A. 1972, Neudruck 1980; Geschichtlicher Atlas von Hessen, bearb. v. Uhlhorn, F., 1960ff.; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, 12, 26, II, 13, 15, 21, 22, 35, 41, 50, III, 10, 27, 33, IV, 8; Kissel, O., Neuere Territorial- und Rechtsgeschichte des Landes Hessen, 1961; Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bd. 4: Hessen, hg. v. Sante, G., 2. 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Staatsbildung im Übergang vom Domänenstaat zum Steuerstaat, 1981; Die Geschichte Hessens, hg. v. Schultz, U., 1983; Hessisches Gemeinde-Lexikon, 1983; Hessen im Frühmittelalter, hg. v. Roth, H./Wamers, E., 1984; Geschichtlicher Atlas von Hessen. Text- und Erläuterungsband, hg. v. Schwind, F., 1984; Lilge, H., Hessen in Geschichte und Gegenwart, 1986; Das Werden des Landes Hessen, hg. v. Heinemeyer, W., 1987; Hessischer Flurnamenatlas, hg. v. Ramge, H., 1987; Wolff, F./Engel, W., Hessen im Bild alter Landkarten, 1988; Franz, E. u. a., Gerichtsorganisation in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen im 19. und 20. Jahrhundert., 1989; Demandt, K., Regesten der Landgrafen von Hessen, 1989; Hessische Landtagsabschiede, Bd. 1ff. 1989ff.; Eckhardt, W., Appellation in den zweiherrischen Gebieten Oberhessens im 16. Jahrhundert, Hess. Jb. f. LG. 42 (1992), 117ff.; Hessisches Gemeinde-Lexikon. Stather, E., Die hessischen Städte, Gemeinden und Landkreise in Kurzporträts, 1993; Handbuch der hessischen Geschichte 4 Hessen im Deutschen Bund und im neuen Deutschen Reich (1806) 1815 bis 1945, Seier, H. u. a., Lieferung 1ff. 1998ff.; Handbuch der hessischen Geschichte 4 Hessen im Deutschen bund und im neuen Deutschen Reich (1806) 1815 bis 1945 Teilband 2 Berding, H., Die hessischen Staaten bis 1945, 2003; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, )2; Wegner, K., Kurhessens Beitrag für das heutige Hessen, 1999; Hessen, hg. v. Heidenreich, B. u. a., 2000; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W. u. a., 2003, 1, 1, 108, 807; Franz, E., Das Haus Hessen, 2005; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 434; Hesse, C., Amtsträger der Fürsten im spätmittelalterlichen Reich, 2005; Adel in Hessen, hg. v. Conze, E. u.a.,2010; Handbuch der hessischen Geschichte, Bd. 1 hg. v. Speitkamp, W., 2010; . Gerichtsstätten in Hessen (http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/index/sn/gst), bearb. v. Eckhardt, Wilhelm A., 2012; Zusammenschlüsse und Neubildungen deutscher Länder im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Kretzschmar, R. u. a., 2013, 255ff.; Das Land Hessen, hg. v. Röming, A. u. a., 2014; Handbuch der hessischen Geschichte Band 3 Ritter, Grafen und Fürsten – weltliche Herrschaften im hessischen Raum ca. 900-1806, hg. V. Speitkamp, W. , 1014. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hessen-Kassel (Landgrafschaft, Kurfürstentum Kurhessen). Kassel erscheint als Chassalla, Chassella (zu lat. castellum) erstmals 913 und ist vermutlich wenig früher von den Konradinern gegründet worden. König Heinrich II. schenkte 1008 den Königshof seiner Gemahlin Kunigunde, die damit das Kloster Kaufungen ausstattete. Noch 1154 wurde Kassel als Reichsgut bezeichnet. Bald danach unterstand es den Landgrafen von Thüringen. 1189 wurde Kassel civitas genannt. 1277 wurde es Sitz der Landgrafen von Hessen, die in Kassel eine neue Burg errichteten. 1373 wurden Altstadt, Unterneustadt und Freiheit vereinigt. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts war Kassel Sitz der Landgrafschaft H. (1458-1500), die wieder in Hessen aufging. Seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts war es Verwaltungsmittelpunkt Hessens. Bei der Erbteilung nach Landgraf Philipp dem Großmütigen 1567 erhielt Wilhelm IV. etwa die Hälfte Hessens mit Kassel als Residenz. 1571 gewann er die Herrschaft Plesse, 1582 die Hoyaer Ämter Uchte und Freudenberg. 1583 erwarb H. von Hessen-Rheinfels die Niedergrafschaft Katzenelnbogen. 1604 wurde Landgraf Moritz unter dem Einfluss Graf Johanns von Nassau-Dillenburg calvinistisch. Deswegen kam es beim Tode Ludwigs IV. von Hessen-Marburg 1604 zum hessischen Erbfolgestreit, in dessen Folge unter anderem in Gießen eine lutherische Universität als Nachfolgerin des calvinistisch gewordenen Marburg gegründet wurde. Im Ergebnis behielt Hessen-Kassel 1648/1650 den nördlichen Teil Hessen-Marburgs mit Marburg und erlangte endgültig Hersfeld. Zuvor hatte es 1640 die Grafschaft Schaumburg erworben. 1736 fiel ihm die Grafschaft Hanau-Münzenberg an (u. a. mit Nauheim). 1800 umfasste es ein Gebiet von etwa 170 Quadratmeilen. Mit Völkershausen, Martinroda, Willmanns, Wölferbütt und Altengronau gehörte Hessen-Kassel dem Kanton Rhön-Werra des Ritterkreises Franken, mit dem Lindentaler Hof dem Kanton Mittelrheinstrom des Ritterkreises Rhein an. Außerdem war es um 1806 Mitglied im Kanton Odenwald. Durch § 7 des Reichsdeputationshauptschlusses vom 25. 2. 1803 erlangte es für Sankt Goar und Rheinfels sowie seine Ansprüche auf Corvey außer der Kurwürde nur einzelne mainzische Güter (Ämter Fritzlar, Naumburg, Neustadt und Amöneburg, Kapitel Fritzlar und Amöneburg, die Klöster in diesen Kapiteln) sowie die (Reichs-)Stadt Gelnhausen und das Reichsdorf Holzhausen (Burgholzhausen). Danach nannte sich der Landgraf von H. Kurfürst von Hessen. 1806/1807 wurde H., da es nicht dem Rheinbund beigetreten war, von Frankreich besetzt und dem Königreich Westphalen (Hauptstadt Kassel) einverleibt. 1813/1815 wurde es wiederhergestellt und erhielt für die Niedergrafschaft Katzenelnbogen das Großherzogtum Fulda und Teile Isenburgs. Den Titel Kurfürst behielt der Landesherr (trotz Untergangs des Heiligen Römischen Reichs und seines Wahlrechts [Kurrechts der Kurfürsten]) bei. 1831 wurde eine Verfassung erlassen. Durch preußisches Gesetz vom 20. 9. 1866 wurde H. wegen der Unterstützung Österreichs in der misslungenen Bundesexekution des Jahres 1866 gegen Preußen von Preußen annektiert und Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau wurde (Hauptstadt Kassel). Die damit preußischen Gebiete gingen am 19. 9. 1945 im Wesentlichen in Großhessen und damit in Hessen auf. Die Linie Hessen-Kassel erlosch 1875.
L.: Wolff 254; Zeumer 553 II b 27; Wallner 694 OberrheinRK 1; Großer Historischer Weltatlas III 22 (1648) D3, III 38 (1789) C1; Winkelmann-Holzapfel 152f.; Riedenauer 129; Landau, G., Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Bd. 1ff. 1832ff., Neudruck 2000; Piderit, F., Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Cassel, 2. A. 1882; Brunner, H., Geschichte der Residenzstadt Cassel, 1913; Losch, P., Geschichte des Kurfürstentums Hessen 1803-66, 1922; Anhalt, E., Der Kreis Frankenberg. Geschichte seiner Gerichte, Herrschaften und Ämter von der Urzeit bis ins 19. Jahrhundert, 1928; Meisenträger, M./Krug, E., Territorialgeschichte der Kasseler Landschaft, 1935; Schröder-Petersen, A., Die Ämter Wolfhagen und Zierenberg. Ihre territoriale Entwicklung bis ins 19. Jahrhundert, 1936; Stengel, E., Johann Georg Schleensteins Landesaufnahme der Landgrafschaft Hessen-Kassel, Hessenland 44 (1933), und (in) Stengel, E., Abhandlungen und Untersuchungen zur hessischen Geschichte, 1960; Demandt, K., Geschichte des Landes Hessen, 1959, 2. A. 1972, Neudruck 1980; Kissel, O., Neuere Territorial- und Rechtsgeschichte des Landes Hessen, 1961; Speitkamp, W., Restauration als Transformation. Untersuchungen zur kurhessischen Verfassungsgeschichte 1813-1830, 1986; Akten und Dokumente zur kurhessischen Parlaments- und Verfassungsgeschichte 1848-1866, hg. v. Seier, H., 1987; Hollenberg, G., Die hessen-kasselischen Landstände im 18. Jahrhundert, 1988, Hessisches Jb. f. LG. 38 (1988); Grothe, E., Verfassungsgebung und Verfassungskonflikt, 1996; Wegner, K., Kurhessens Beitrag für das heutige Hessen, 1999; Philippi, H., Die Landgrafschaft Hessen-Kassel 1648-1806, 2007; Ebert, J., Domänengüter im Fürstenstaat, 2013. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hessengau (Gau um Kassel und um die Diemel [in Franken], Hessiun, Hassia, provincia Hassorum, Hassiae, Hassim, Hessia, Hasagovue, Hessi, Hassia, Hessiga, pagus Hassonum, Hassim, Hassi, Hesse, Gau um die Diemel)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Viermünden, Solz bzw. Salz, Hersfeld, Hundshausen, Marzhausen, Kassel, Oberkaufungen, Niederkaufungen, Vollmarshausen, Uschlag?, Wolfsanger, Görzhausen bzw. Herbertshausen, Rhöda, Rommershausen, Großeneder, Rösebeck, Westuffeln, Burguffeln, Gottsbüren bzw. Gottesbüren, Bühne, Oberelsungen und Niederelsungen bzw. Elsungen, Stammen, Hümme, Escheberg, Obermeiser und Niedermeiser bzw. Meiser, Helmarshausen, Hilwartshausen); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 126 (Bebra, Braach, Heinebach, Hersfeld, Solz, Velmeden); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, 12, 26, II, 13, 15, 21, 22, 35, 41, 50, III, 10, 27, 33, IV, 8, Hessiun, Hassia, pagus Hassensis, marca Hassorum, Hessiga; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 143. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hessiun s. a. Hessengau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, 12, 26, II, 13, 15, 21, 22, 35, 41, 50, III, 10, 27, 33, IV, 8. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hetterun (Gau bzw. Gebiet in Niederlothringen, Hattuarias, pagus Hattuariensis) s. Hattuarien.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, 26, II, 21, III, 11, 18, 19, 26. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hevellerland, (Gau bzw. Gebiet um die Havelseen, Heueldun, Heveldon, Heuellon, Hevellergau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 10 (Brandenburg, Nienburg, Duben, Potsdam, Geltow); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, Heveldun, Hevellon. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hinterpommern (Landschaft, Teil eines Herzogtums). Als H. wurde der östlich der Oder gelegene, zum obersächsischen Reichskreis zählende Teil Pommerns bezeichnet. Er kam 1945 unter Verwaltung Polens und fiel 1990 als politische Folge der deutschen Einheit an Polen.
L.: Wolff 405; Zeumer 553 II b 22; Wallner 708 ObersächsRK 2; Städtebuch Hinterpommern, neubearb. v. Tippach, T., 2003. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hochseegau s. Hosgau, Hosgau-Friesenfeld
L.: Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 126 (Allstedt, Asendorf, Benkendorf, Bornstedt, Burgsdorf, Dornstedt, Eisleben, Geusa, Goseck, Gröst, Helfta, Holleben, Hornburg, Oberklobikau, Niederklobikau, Knapendorf, Lauchstädt, Liederstädt, Lobitzsch, Merseburg, Morungen, Mücheln, Müllersdorf, Beyernaumburg, Neehausen, Obhausen, Osterhausen, Querfurt, Reinsdorf, Riestedt, Oberröblingen, Oberröblingen an der Helme, Klosterrohrbach, Rossleben, Salzmünde, Sangerhausen, Schaftstädt, Burgscheidungen, Großschierstedt, Oberschmon, Schortau, Schraplau, Seeburg, Sittichenbach, Spergau, Vitzenburg, Burgwerben, Wippra, Wormsleben, Wünsch, Zeuchfeld); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 295 Hosgau-Friesenfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hogtrunga s. Ostegau (Gau um die Oste links bzw. westlich der Elbemündung)
L.: (Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 [>Aue in<Bülkau, Hollen, Seth]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 2, 3, Ostinga (Hogtrunga), ‚Ostegau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Holland (Grafschaft). Seit dem 10. Jahrhundert sind im zunächst friesischen, seit 689 fränkischen Gebiet der Maasmündungen um Dordrecht die friesischen Grafen von H. (Holtland, seit 1101 Bezeichnung der Grafschaft) bezeugt. Gefördert von den deutschen Königen begannen die Grafen um 1000 ihre gegen die Herzöge von Niederlothringen und die Bischöfe von Utrecht gerichtete Erweiterungspolitik. Hauptort der Grafschaft wurde Leiden, später ‚’s-Gravenhage (Den Haag). 1289 konnte Nordholland angegliedert werden. Beim Aussterben des Geschlechts (1299) fielen die Güter (Amsterdam, Rotterdam, Delft, Leiden, Alkmaar) an die verwandten Grafen von Hennegau, die Seeland (Maasinseln und Scheldeinseln) hinzugewannen, von dort über Kaiser Ludwig des Bayern Gemahlin Margarethe 1345 an das Haus Wittelsbach (Straubing-Holland), von dort durch Abtretung nach langem Widerstand 1433 an die Herzöge von Burgund, 1477 über Maria von Burgund schließlich an Habsburg. 1579 entstand nach dem niederländischen Aufstand gegen Habsburg/Spanien die Vereinigte Republik der Niederlande, die dann vielfach auch als H. bezeichnet wurde. Während der ganzen Zeit der Generalstaaten war H. führend. 1796 wurde es Mittelpunkt der Batavischen Republik und gab von 1806 bis 1810 dem von Napoleon für seinen Bruder errichteten Königreich H. den Namen. 1810 wurde das Gebiet Teil Frankreichs, 1815 Teil des Königreiches der Vereinigten Niederlande.
L.: Wolff 69; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) E3, II 66 (1378) C2, II 78 (1450) E3; Oppermann, O., Untersuchungen zur nordniederländischen Geschichte, 1921f.; Blok, P., Geschiedenis van het Nederlandsche Volk, Bd. 1ff. 3. A. 1923ff.; Geschiedkundiger Atlas van Nederland, hg. v. Beekman, A., 1913-1938; Reese, W., Die Niederlande und das deutsche Reich, 1941; Deventer, J. van, De Kaarten van de nederlandsche provincien in de zestiende eeuw, hg. v. Hoff, B. van t', 1941; Gosses, I., De vorming van het graafschap Holland, 1946; De Genealogie der graven van Holland, 1954; Heger, E., Alfabetische Plaatsnamenlijst van Nederland, 1958; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 504; Koeman, C., Collections and maps and atlases in the Netherlands: their history and present state, 1961; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 48, 52, 55, 72, 74, 96, III), 23, 32, Holtland, Hollandri, Hollandrenses Bevölkerungsname; Pannekoek, A. u. a., Atlas of the Netherlands, 1963ff.; Koch, A./Kruisheer, J., Oorkondenboek van Holland end Zeeland tot 1299, 1970ff.; Algemene Geschiedenis der Nederlanden, Bd. 1ff. 1949ff., Neue Ausgabe 1980ff.; Cordfunke, Gravinnen van Holland, 1987; De Hollandse stad in de dertiende eeuw, hg. v. Cordfunke u. a., 1988; De Nederlanden in de late middeleeuwen, hg. v. Boer, D. de/Marsilje, J., 1987; Blok, D./Blockmans, W., Holland, LexMA 5 1990, 90f.; Price, L., Holland, 1994; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 398. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Holstein (Gau, Herzogtum). H. erscheint um 800 als nördlicher Teil des Stammesgebiets der Sachsen (Nordalbingien). Es setzte sich zusammen aus Dithmarschen im Westen, Stormarn im Süden, H. (Holsten, Holsaten = Waldsassen) im Norden und Wagrien im Osten. Es wurde von Karl dem Großen mit Hilfe der slawischen Abodriten unterworfen, denen er dafür Wagrien überließ. Die holsteinischen Gebiete waren im allgemeinen ein Teil des Herzogtums Sachsen, doch gehörte Dithmarschen zur Grafschaft Stade, später zum Erzbistum Bremen (Hamburg-Bremen). Herzog Lothar von Süpplingenburg ernannte 1110/1111 Adolf von Schauenburg (Schaumburg) zum Grafen von H. und Stormarn. Adolf II. eroberte Wagrien. Adolf III. erlangte nach dem Sturz seines Lehnsherren Heinrich des Löwen (1180) auch die Herrschaft über Dithmarschen, verlor die Güter aber 1201/1214 an Dänemark. Adolf IV. gelang die Wiedereroberung mit dem Sieg von Bornhöved (1227). Dithmarschen fiel allerdings an das Erzstift Bremen zurück. Nach 1261 teilte sich die Familie in mehrere Linien (1272/1273, 1294/1297). Die Schauenburger (Schaumburger) Linie, welche die Stammgrafschaft Schaumburg und die Herrschaft Pinneberg innehatte, erlosch 1640. Die Rendsburger Linie vereinigte nach und nach die übrigen Güter (1316 Holstein-Segeberg, 1390 Holstein-Plön), erwarb Schleswig zeitweise faktisch, 1375/1386 nach dem Aussterben des dänisch-schleswigschen Herzogshauses als Lehen Dänemarks. Seitdem blieben Schleswig und H. in fester staatsrechtlicher Verbindung. Als 1459 die Linie ausstarb, kamen Schleswig und H. auf Grund des Vertrages von Ripen (1460) in Personalunion an das Haus Oldenburg, das 1448 den Thron in Dänemark bestiegen hatte. 1474 wurde H. mit Stormarn, Wagrien und Dithmarschen, das endgültig aber erst 1559 einverleibt wurde, durch Kaiser Friedrich III. zum reichsunmittelbaren Herzogtum erhoben (und damit von Sachsen bzw. Sachsen-Lauenburg bzw. seit 1434 den Bischöfen von Lübeck gelöst). Eine Teilung von 1490 schuf einen königlichen Segeberger Anteil und einen herzoglichen Gottorper (Gottorfer) Anteil. 1524 wurde Friedrich zum König von Dänemark (Friedrich I.) gekrönt und wurden damit Schleswig und H. wieder vereint. (Die neben dem Herzogtum H. bestehende Grafschaft H. wurde nach dem Aussterben der Grafen von Holstein und Stormarn 1640 an den König von Dänemark verkauft). Am Ende des 18. Jahrhunderts bestanden auf dem Gebiet Holsteins die Herzogtümer Holstein-Glückstadt und Holstein-Gottorp (Holstein-Gottorf). Der Wiener Kongress des Jahres 1815 erklärte H. zum Mitglied des Deutschen Bundes. S. Schleswig-Holstein.
L.: Wolff 444ff.; Wallner 706 NiedersächsRK 6, 7; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F3, II 78 (1450) F3, III 38 (1789) C1; Geerz, F., Geschichte der geographischen Vermessungen und der Landkarten Nordalbingiens vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zum Jahre 1859, 1859; Schott, C., Beiträge zur Landeskunde von Schleswig-Holstein, 1953; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, II, 39, 40, 49, 72, III, 11, 14, 24, 33, Holcetae, Holzeten, Holsati, Holtsatia, Holzatenses, Holstenland, ‚Holstein‘; Dankwerth, C., Die Landkarten von Joh. Meyer, Husum, aus der Neuen Landesbeschreibung der zwei Herzogtümer Schleswig und Holstein 1652, neu hg. v. Domeiner, K./Haack, M., 1963; Wieden, H. bei der, Schaumburgische Genealogie, 1966; Kahlfuss, H., Landesaufnahme und Flurvermessung in den Herzogtümern Schleswig, Holstein, Lauenburg vor 1864, 1969; Brandt, O./Klüver, W., Geschichte Schleswig-Holsteins, 8. A. 1981; Kramer, K., Volksleben in Holstein (1550-1800), 1987; Opitz, E., Schleswig-Holstein, 1988; Hoffmann, E., Holstein, LexMA 5 1990, 100ff.; Geschichte Schleswig-Holsteins, hg. v. Lange, U., 1996; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 180; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 812; Die Fürsten des Landes. Herzöge und Grafen von Schleswig, Holstein und Lauenburg, hg. v. Rasmussen, C. u. a., 2008; Eick, S., Die Kanzlei und das Urkundenwesen der Grafen von Holstein-Schaumburg zwischen 1189 und 1209, 2008; Risch, H., Der holsteinische Adel im Hochmittelalter, 2010. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Holstein-Glückstadt (Herzogtum). Der 1721 bei Dänemark verbliebene Teil Holsteins gehörte um 1800 zusammen mit dem 1761 angefallenen Holstein-Plön und der Landschaft Süderdithmarschen als Herzogtum H. zum niedersächsischen Reichskreis.
L.: Wolff 445; Zeumer II b 32; Wallner 705 NiedersächsRK 6, 1; Großer Historischer Weltatlas III 32 (1648-189) F1; s. Schleswig-Holstein-Glückstadt. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Holstein-Gottorp (Herzogtum). Dem Herzog von Gottorp (Gottorf) blieben ab 1721 von seinem Anteil an Schleswig-Holstein nur die Gebiete in Holstein mit der Residenzstadt Kiel. Als 1767 Herzog Karl Peter Ulrich als Peter III. den Thron Russlands bestieg, gab er sein Herzogtum zugunsten Dänemarks auf. Die sog. bischöfliche Linie Gottorps (Gottorfs), die das Hochstift Lübeck mit Eutin innehatte, erhielt durch Vertrag Oldenburg. Um 1800 umfasste das Gebiet des mit der Landschaft Norderdithmarschen zum niedersächsischen Reichskreis zählenden Herzogtums etwa 70 Quadratmeilen.
L.: Wolff 446; Zeumer 553 II b 35; Wallner 705 NiedersächsRK 7; Großer Historischer Weltatlas III 32 (1648-189 F 1. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Holtland s. Holland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 48, 52, 55, 72, 74, 96, III, 23, 32. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Holtseton s. Holstein
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, II, 39, 40, 49, 72, III, 11, 14, 24, 33, Holcetae, Holzeten, Holsati, Holtsatia, Holzatenses, Holstenland, ‚Holstein‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Horevun (Gau zwischen Naab und Regen nördlich Regensburgs)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 10 (Holzheim); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 10. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Höri (Landschaft, Halbinsel am westlichen Bodensee zwischen Zeller See und Untersee um den Schiener Berg)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 9, 95 Biskofeshori; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 63 Biskofeshori (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hörzhausen (Grafschaft südlich der Paar rechts der Donau, Harteshusa)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Kühbach) Harteshusa; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 19 Herteshusa. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L. Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Klein-Wiederstadt bzw. Wiederstedt, Asendorf, Lobitzsch bzw. Lobitsch, Dornstedt, Oberschmon, Niederschmon, Geusa, Allstedt, Osterhausen, Riestedt, Oberklobikau und Niederklobikau bzw. Klobikau, Meinrichsdorf, Wenigen-Memleben bzw. Memleben, Liederstädt, Vitzenburg, Schortau, Gröst, Zeuchfeld, Reinsdorf, Kuckenburg, Obhausen, Groß Schierstedt bzw. Schierstedt, Burgsdorf, Beuna bzw. Bauna, Merseburg, Wormsleben); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 63, 126 Hosgau und Friesenfeld, (Allstedt, Asendorf, Benkendorf, Bornstedt, Burgsdorf, Dornstedt, Eisleben, Geusa, Goseck, Gröst, Helfta, Holleben, Hornburg, Oberklobikau, Niederklobikau, Knapendorf, Kuckenburg, Lauchstädt, Lettin, Liederstädt, Lobitzsch, Merseburg, Morungen, Mücheln, Müllerdorf bzw. Müllersdorf, Beyernaumburg, Neehausen, Obhausen, Osterhausen, Querfurt, Reinsdorf, Riestedt, Oberröblingen am See bzw. Oberröblingen, Oberröblingen an der Helme, Klosterrohrbach, Roßleben bzw. Rossleben, Salzmünde, Sangerhausen, Schaftstädt, Burgscheidungen, Groß Schierstedt bzw. Großschierstedt, Oberschmon, Schortau, Schraplau, Seeburg, Sittichenbach, Spergau, Vitzenburg, Burgwerben, Wippra, Wormsleben, Wünsch, Zeuchfeld); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 35, 69, III, 10, 28-31 Hassega. s. Frisenafeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hrittiga s. Rittigau, Rittegau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 68, 69, 96, III, 30, Hrittiga, Rietdega, Hratigan. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Huetigo (Gau in Lippe, Hwetiga, Uetego, Waizagawi) s. Wetigau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 10 Huetigo (Schieder); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96 Hwetiga, 309 Waizagawi, 310; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hugmerki (Gau im Westen der Provinz Groningen der heutigen Niederlande, Hummesingheland, Hummerkerland, Humsterland)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 524; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 10, 17, 23, 24, 28, zum Volksnamen Hugoz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Humsterland (Gau im Westen der Provinz Groningen der heutigen Niederlande, Hugmerki, Hummesingheland, Hummerkerland)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek 1960, 524; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961 (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hunesga (Gau im Nordwesten der Provinz Groningen in den heutigen Niederlanden um Baflo und Leens, Hunsingo, Hunsegen, Hunesgonia, Hunsgerlant, Hunsengeland, Hunsingerland, Hunsegoo). S. Hunsingo.
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 527 Hunzego; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 49, III, 10, 23, 30. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hunsigo (Gau im Nordwesten der Provinz Groningen in den heutigen Niederlanden um Baflo und Leens, Hunesga, Hunsegen, Hunesgonia, Hunsgerlant, Hunsengeland, Hunsingerland, Hunsegoo)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 527 Hunzego; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 49, III, 10, 23, 30. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Huosi (Gau zwischen Amper links der Isar und Würm, Huosun, Hausengau. Ouscowe, Personenverbandsname)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 Hausengau (Polling, Weilheim, Uffing, Landstetten, Aschering, Wangen, Oberpfaffenhofen, Rieden); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 36, 41, 90, III, 8, 9, 27, 29- (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hurnia (Gau im Nordwesten der schwäbischen Alb bzw. Schwäbischen Alb um Heidenheim)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95, 96. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hürrlingen (reichsritterschaftlicher Ort) s. Hirrlingen. Husengau? (Gau südlich Paderborns)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 10; nach Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, 244 irriger Ansatz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Husitin (Gau zwischen Unstrut und sächsischer Saale). S. Ostgau.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 22 (Wormstedt, Utenbach, Münchengosserstädt bzw. Münchengosserstedt); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 156 (Buttelstedt, Flurstedt, Gebstedt, Gernstedt, Münchengosserstädt, Hohlstedt, Niedertrebra, Utenbach, Vippach, Wormstedt); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 33, 66 Ostargouue. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Huy (Gau bzw. Grafschaft westlich der Maas, Hoio, Hoiensis,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 10 (Tourinne-la-Chaussée); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 528; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 18, 19, Hoio, Hoiensis, zum Ortsnamen Huy; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 107. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hwetiga (Gau in Lippe, Huetigo, Waizagawi). S. Wetigau.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 10 Huetigo (Schieder); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96 Hwetiga, 309 Waizagawi 310; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Hwitanga (Gau zwischen Gifhorn und Uelzen, Wittingen). S. Witingau.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 41, III, 4, heute Ortsname Wittingen. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Iffgau (Gau südwestlich Bambergs, Iphigouue, Iphigewi)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 27, Iphigouwe, ‚Iffgau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 120. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ijsselgau (Gau rechts der Ijssel in Overijssel) (Hisloa 794)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 537 Islo; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 24, 41, 45, 47, Isloi, Islegouwe, ‚Ijsselgau‘; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ilargouwe s. Illergau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 32, Ilargouwe, Hilargaugensies populus. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Illergau (Gau an der Iller)
L.: Polenz, P., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 24, III, 32; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 182 (Kempten, Heimertingen, Niederrieden). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ingeringtal (Gau am Oberlauf der Mur in der Steiermark, Undrimatal)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65, Undrimatal, ‚Ingeringtal‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Inntal (Gau) Val Eniana, bestehend aus dem pagus Vallenensium bzw. Uallenensium pagus (Oberinntal westlich des Zillertals) und dem pagus Inter Valles bzw. Intervalles (Unterinntal zwischen Zillertal und Kufstein).
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, 23, 64, 65, 66, III, 32, 33; Heitmeier, I., Das Inntal, 2005. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Innviertel (Landschaft, Gebiet). I. ist die zwischen Salzach, unterem Inn, Donau und Hochstift Salzburg gelegene Landschaft um den Hauptort Ried. Sie kam nach dem bayerischen Erbfolgekrieg 1779 im Frieden von Teschen an Österreich. Von 1809 bis 1814 fiel sie kurzzeitig an Bayern zurück.
L.: Wolff 27; Großer Historischer Weltatlas III 38 (1789) E3; Das Innviertel, (in) Oberösterreich 16 (1966); Schwentner, G., Das Landgericht Schärding, 2014. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Iphigouwe s. Iffgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 27. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ipsfeld (Geländename) s. Ybbsfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Isargouwe* (Gau, Isargau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Isengau (Gau zwischen Isen rechts der Isar und Vils rechts der Donau Ysinachgouue, Hisiniggouuue, Isinincgouua)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11 (Winhöring, Oberdingolfing, Goldern, Frichlkofen, Daibersdorf bzw. Deibersdorf, Tichling, Pilberskofen, Heilberskofen, Bergham, Mamming, Bachhausen, Berg, Kuttenkofen, Schmidlkofen, Adlkofen, Hirnkofen, Graflkofen, Anterskofen bzw. Anderskofen, Griesbach, Gablkofen, Obergünzkofen, Untergünzkofen, Reichersorf, Falkenberg, Oberhöft bzw. Oberheft, Pfistersham bzw. Pfisterham, Volksdorf, Heißprechting, Oberellbach, Unterellbach, Obereschlbach, Untereschlbach, Mertsee, Geigenkofen, Langenkatzbach, Bachham, Taubendorf, Windorf bzw. Wiendorf); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Isanahgouwe, ‚Isengau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Isloi (Islegouwe),Ijsselgau’. S. Ijsselgau.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 25, 24, 41, 45, 47. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ittergau (Gau zwischen Diemel und Eder, Nihterga, Nihtresi)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11, 15 Nihtersi (Lelbach, Rhena, Korbach); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 538; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 28, 41, III, 31, IV, 16, V, 2, Nihtresi, Nihterga, Itergowe, Niftarsi, Nistresi, ‚Ittergau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 169. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Jagstgau (Gau an der unteren Jagst, Jagasgouue,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, .II, 24, Jagesgouwe, ‚,Jagstgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Jeutz (Grafschaft im Moselgau, Judiciacensis, Judicii, Yutz)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 1096 Yütz; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 18, Judicii, Judiciacensis, zum Ortsnamen Jeutz; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 338 Judiciacum; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 188 Yutz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Jever (Herrschaft). Die alte friesische Siedlung J., die ursprünglich einen Zugang zur Jade hatte und in deren Nähe 1850 etwa 5000 römische Münzen der Kaiserzeit gefunden wurden, erscheint seit dem 11. Jahrhundert selbst als Münzstätte (Gefri denarii) der Billunger Herzöge von Sachsen und entwickelte sich im Mittelalter zum Hauptort der friesischen Landschaft Östringen. Durch Zusammenschluss der Landschaften Östringen und Wangerland sowie Teilen von Rüstringen um 1370 entstand die von Sachsen wie von Oldenburg gelöste Herrschaft J., deren ständiger Sitz J. im 15. Jahrhundert war. 1517 gewann Ostfriesland eine Anwartschaft auf J. 1532 suchte die Regentin Schutz bei Kaiser Karl V. und erkannte die Lehnshoheit Burgunds an. 1536 erhob sie J. zur Stadt. 1575 fiel im Streit zwischen Oldenburg und Ostfriesland die Herrschaft J. infolge testamentarischer Bestimmung an Oldenburg. 1667 kam sie nach dem Aussterben der Hauptlinie der Grafen von Oldenburg an Anhalt-Zerbst und bei der Aufteilung der Anhalt-Zerbster Güter 1793 über Katharina II., die Schwester des letzten Fürsten von Anhalt-Zerbst, von Anhalt-Zerbst an Russland. Die Herrschaft war 6 Quadratmeilen groß. 1818 übertrug Kaiser Alexander I. von Russland J. wieder an die verwandten Herzöge von Oldenburg, wodurch es 1946 an Niedersachsen gelangte.
L.: Wolff 495f.; Großer Historischer Weltatlas III 38 (1789) B1; Bauer 1, 287; Riemann, F., Geschichte des Jeverlandes, Bd. 1f. 1896ff.; Sello, G., Territoriale Entwicklung des Herzogtums Oldenburg, 1917; Sello, G., Östringen und Rüstringen, 1928; Niedersachsen um 1780. Landschaftsbild und Verwaltungsgebiete, 1. Lief., Prinz, J., Norden-Jever, 1938; Fissen, K., Burg und Schloss von Jever, 2. A. 1963; Rogowski, H., Verfassung und Verwaltung der Herrschaft und Stadt Jever bis zum Jahre 1807, 1967. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Judiciacensis (Judicii) s. Jeutz
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11 L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 18, Judicii, Judiciacensis, zum Ortsnamen Jeutz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Jülichgau (Gau um Jülich) (Juliacensis 846)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 545; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 23, 30, 31, 32 pagus Juliacensis, Julece, ‚Jülichgau‘; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 148 Juliers; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 172, 205; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Berg an der Wurm, Lindern, Körrenzig, Rurdorf?, Gereonsweiler, Freialdenhoven, Koslar, Kirchberg, Aldenhoven, Gevelsdorf, Hasselsweiler, Müntz, Güsten, Jülich, Niederzier, Oberzier, Kerpen, Pier, Arnoldsweiler, Bachem). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Junotal (Gau an der Drau um Eberndorf, Jauntal)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65, 66, Junotal. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kamenz (Herren, Herrschaft). Gegen 1200 gründeten die Herren von Vesta die Burg K. (zu tschech. kamen, Stein) an der Schwarzen Elster nördlich von Dresden. Sie machten sie zum Mittelpunkt eines ausgedehnten Herrschaftsbereichs in der späteren Oberlausitz und benannten sich seitdem nach K. K. gelangte später zu Sachsen.
L.: Wolff 470; Muhle, W., Die Kamenzer Landschaft im Wandel der Zeit, 1924; Kühne, G., Die Stadt Kamenz, 1937; Kubasch, H., Heimatbuch Kreis Kamenz, 1954. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Karabant (Gau zwischen den Flüssen Deule und Marque um Lille, Teil Flanderns, Quesnoy-sur-Deule, Camphin-en-Carembault, Carabant, pagus Karabantinsis).S. Carembault.
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 220; Polenz, P. v., Landschafts-und Bezirksnamen, 1961, II, 75, Karabant; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 72. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kärnten (Herzogtum, Bundesland). K. in einem Alpenbecken an der mittleren Drau war zunächst keltisch (2. Jh. v. Chr. Noriker [, dann römisch, 15 v. Chr.], 45 n. Chr. röm. Provinz Noricum), etwa ab 590 nach kurzer langobardischer Herrschaft vorwiegend slawisch besiedelt. Das in der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts errichtete slawische Reich, dessen Bewohner in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts als Carontani/Carantani (Kosmograph von Ravenna, Carantana d. h. Zollfeld, zwischen Klagenfurt und Sankt Veit, zu kelt. caranto, Fels) genannt werden, geriet um 740/750 (743/748) unter die Herrschaft der gegen die Awaren zu Hilfe gerufenen Bayern. 828 traten bayerisch-fränkische Grafen an die Stelle der slawischen Fürsten und verstärkten den bayerischen Einfluss noch. 976 trennte Kaiser Otto II. K. (als eigenes Herzogtum?), zu dem auch die Steiermark und die Marken Verona, Istrien, Friaul und Krain gehörten, von Bayern ab. Danach kam es überwiegend an landfremde Große, von 1077 bis 1122 an die Eppensteiner. Dabei zerfiel das Herzogtum.Bis etwa 1180 verselbständigten sich die Marken (1035 Karantanische Mark mit Mürztal und Ennstal, 1040 Krain, Istrien, 1055 Mark an der Mur/Steiermark, 1077 Friaul). Die aus Rheinfranken stammenden Grafen von Sponheim (Spanheimer) (1122-1269) nahmen nur eine schwache Stellung ein. 1269 kam K. nach dem Aussterben der Grafen von Sponheim (Spanheimer) an Böhmen (bis 1276), 1286 an die Grafen von Tirol, 1335 durch Kaiser Ludwig den Bayern an die Grafen von Habsburg. Sie fügten 1500 die (Vordere) Grafschaft Görz hinzu, fassten K. mit Steiermark, Krain, Istrien und Triest zur Ländergruppe Innerösterreich zusammen und setzten in der Neuzeit im Kampf gegen die Stände ihre Herrschaft durch. 1748 wurden drei Kreisämter eingerichtet. 1759 löste (Erzherzogin) Maria Theresia die Rechte des Hochstifts Bamberg in K. (Villach mit Tarvis und Pontafel, Wolfsberg und Bleiburg u. a.) durch Kauf ab. Von 1809 bis 1814 gehörte Oberkärnten (Villacher Kreis) zu den illyrischen Provinzen Frankreichs, von 1814 bis 1849 (seit 1816/1825 auch der Klagenfurter Kreis) zum österreichischen Königreich Illyrien. Danach war das Herzogtum K. Kronland Österreichs. Ohne Abstimmung kamen 1920 das Miestal/Mießtal mit Unterdrauburg und Seeland an Jugoslawien und das Kanaltal (mit 8350 Bewohnern) mit Tarvis an Italien. Im Kärntner Becken erklärten sich am 10.10. 1920 59 Prozent der Bevölkerung für Österreich. Bei der Auflösung Jugoslawiens zwischen 1991 und 1995 fielen die jugoslawischen Teile an Slowenien.
L.: Wolff 29; Wallner 713 ÖsterreichRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) G4, II 66 (1378) H5, III 22 (1648) F5, III 38 (1789) E4; Lechner, K., Kärnten, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Ankershofen, Frhr. G. v./Tangl, K., Handbuch der Geschichte des Herzogtums Kärnten, Bd.1ff. 1842ff.; Aelschker, E., Geschichte Kärntens, Bd. 1f. 1885; Monumenta historica ducatus Carinthiae 811-1414, hg. v. Jaksch, A. v./Wiessner, H., Bd. 1ff. 1896ff.; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert. Nach den Königsurkunden, Diss. phil. Göttingen 1908, 4 (Karintana, Karintriche, Karinthia); Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, hg. v. d. Ak. d. Wiss. Abt. 1,4, 2,8 1914ff.; Wutte, M., Kärntner Gerichtsbeschreibungen. Vorarbeit zu dem historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, Archiv f. vaterländ. Gesch. u. Topographie 20, 21 (1921); Wutte, M./Paschinger, V./Lex, F., Kärntner Heimatatlas, 1925; Jaksch, A., Geschichte Kärntens bis 1335, Bd. 1f. 1928ff.; Jaksch, A./Wutte, M., Kärnten, (in) Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, 1914, 1929; Paschinger, V., Landeskunde von Kärnten 1937; Braumüller, H., Geschichte von Kärnten, 1949; Paschinger, V., Kärntner Heimatatlas, Bd.1f. 1951ff.; Maier, A., Kirchengeschichte von Kärnten, Bd. 1ff. 1951ff.; Fresacher, W./Moro, G. u. a., Kärnten, (in) Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, 1956; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 51, 94, III, 23, 25, 31, regnum Carentanum, Charentariche, Karintriche (, Kärnten, Karantanien); Zopp, F., Kärntner Bibliographie, 1961ff.; Moro, G., Zur politischen Stellung Karantaniens im fränkischen und deutschen Reich, Südostforschungen 22 (1963), 78ff.; Klaar, Die Herrschaft der Eppensteiner in Kärnten, 1966; Zöllner, E., Geschichte Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 8. A. 1990; Fräss-Ehrfeld, C., Geschichte Kärntens, Bd. 1 Das Mittelalter, 1984; Neumann, W., Bausteine zur Geschichte Kärntens, 1985; Bertels, K., Carantania. Beobachtungen zur politisch-geographischen Terminologie und zur Geschichte des Landes und seiner Bevölkerung im frühen Mittelalter, Carinthia 177 (1987), 87ff.; Wallas, A., Stände und Staat in Innerösterreich im 18. Jahrhundert, 1988; Dopsch, H., Kärnten, LexMA 5 1990, 1002ff.; Stumfohl, R., Kärntner Bibliographie (1976-1980), 1989, (1981-1985), 1991; Migglautsch, K./Pust, I., Das Kanaltal und seine Geschichte, 1995; Karantanien – Ostarrichi, hg. v. Moritsch, A., 1997; Kärnten, hg. v. Rumpler, H., 1998; Gleirscher, P., Karantanien, 2000; Die Kärntner Volksabstimmung 1920, hg. v. Valentin, H. u. a., 2002. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Karosgau (Gau zwischen Eifelgau, Maifeldgau, Bitgau und Ardennen, an den Oberläufen von Alfbach, Mehlenbach, Nims, Nierbach und Oosbach, zu dem keltischen Gentilnamen *Karukes, pagus Caroascus)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 221 Caroascus; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 15, 23, Carascus pagus; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 73 Carosgau; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 153, 213, 250; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 150 (762 pago Charos) (Birresborn, Büdesheim, Dingdorf, Oos, Rommersheim, Schwirzheim, Steffeln, Wallersheim, Wetteldorf); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Steffeln, Oos, Schwirzheim, Büdesheim, Wallersheim, Rommersheim, Birresborn, Wetteldorf, Dingdorf). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kassel (Burg, Stadt, Residenz des Landgrafen von Hessen). K. an der Fulda (zu lat. castellum Burg, oder „Haus an einer Mulde“?) erscheint erstmals 913 (Chassella). Im Jahre 1008 gab Kaiser Heinrich II. den dortigen Königshof an seine Gemahlin Kunigunde, die ihn zur Ausstattung des Klosters Kaufungen verwendete. Nach ihrem Tod fiel K. an das Reich zurück, wurde aber von Kaiser Heinrich III. an Kunigundes Bruder gegeben. Von dort gelangte K. über den Erzbischof von Mainz 1039/1040 tauschweise wieder an Kaufungen. Nachdem zuletzt 1154 in K. Reichsgut erwähnt wurde, machte Landgraf Heinrich I. von Hessen 1277 den Ort, dem 1239 die Stadtrechte bestätigt wurden, zum Mittelpunkt der Landgrafschaft Hessen. 1391 endeten die Versuche des Patriziats ergebnislos, größere Unabhängigkeit vom Stadtherrn zu erlangen. Nach 1567 wurde die etwa 5000 Einwohner zählende Stadt Sitz bzw. später Hauptstadt der Landgrafen von Hessen-Kassel (1807-1813 zu Westphalen). Mit Hessen-Kassel kam sie 1866 zu Preußen und 1945 zu Hessen.
L.: Wolff 254; Piderit, F., Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Cassel, 1844, 2. A. 1882; Brunner, H., Geschichte der Residenzstadt Cassel, 1913; Eisenträger, M. u. a., Territorialgeschichte der Kasseler Landschaft, 1935; Cosanne, A., Kassel, LexMA 5 1990, 1034f.; Kassel im 18. Jahrhundert, hg. v. Wunder, H. u. a., 2000; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 2, 289. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kehdingen (Land). Das etwa 47 Kilometer lange und 2,5 bis 9 Kilometer breite Marschland links der Unterelbe zwischen unterer Schwinge und Ostemündung, das durch mehrere Elbarme inselartig aufgeteilt war, wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. 1157 erscheinen hier innerhalb der Grafschaft Stade liberi homines de Kedinghis, deren Name mit mittelniederländisch omkaden, eindeichen, in Verbindung gebracht wird. Seit dem 13. Jahrhundert kam das Land mit der Grafschaft Stade (1236) an das Erzstift Bremen, das seine Herrschaft durch mehrere Feldzüge (1274, 1300, 1306, 1336) sicherte, aber die weitgehenden Rechte der Bewohner nicht zu beseitigen vermochte. Seit 1397 bildete K. mit anderen Marschländern den vierten Stand des Erzstifts. Das seine Selbständigkeit weithin wahrende Land schloss im 15. Jahrhundert verhältnismäßig unabhängig verschiedene politische Bündnisse. 1648 kam es an Schweden und verlor seine seit 1594 bestrittene Landstandschaft. 1720 wurde es Hannover einverleibt, dem 1866 Preußen und 1946 Niedersachsen folgten. Seit 1932/1933 ist K. Teil des Kreises Stade.
L.: Wolff 431; Poppe, H., Vom Lande Kehdingen. Ein Beitrag zu seiner Geschichte und Kultur, 1924; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 10; Hofmeister, A., Besiedlung und Verfassung der Stader Elbmarschen im Mittelalter, 1979f.; Schmidt, H., Kehdingen, LexMA 5 1990, 1095. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Keldagau (Keldaggouwe) s. Gildegouwe, Gellepgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 296; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Hohenbudberg, Lank). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kelsgau (Gau östlich Ingolstadts zwischen Ingolstadt und Kelheim, Teil des Nordgaus, Chelsgouue, Kelescouve)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Eining, Pförring, Irnsing); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 32, Chelesgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Keltenstein (Gau zwischen Geltnach und Wertach, Keltinstein) Keltensteingau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Biessenhofen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 13 Keltinstein (Geltenstein). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kennemerland (Gau westlich der Zuidersee, Kinhem)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 558; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, 91, III, 23f., 28, 33, 196 (s. Kinhem). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kiel (Burg, Stadt, Residenz des Grafen von Schaumburg bzw. des Herzogs von Holstein-Gottorp). Zwischen 1233 und 1242 gründete Adolf IV. von Schauenburg, (Schaumburg), Graf von Holstein, auf einer Halbinsel der Förde die nach der keilförmigen Förde benannte Stadt Kiel (tom Kyle). 1250 wurde die Burg Hauptsitz der Grafen, später Sitz der Linie Holstein-Gottorp (Holstein-Gottorf). S. Holstein-Kiel, Schleswig-Holstein.
L.: Wolff 446Klose, O./Sedlmaier, R., Alt-Kiel und die Kieler Landschaft, 2. A. 1962; Hoffmann, E., Kiel, LexMA 5 1990, 1120; Feiler, A., Die Entwicklung Kiels, 1995; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 2, 294. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kilingohuntari (Gau in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 86, III, 4, 28. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kinhem (Kinemaria, Kenemaerland, Kinemarenses Bevölkerungsname) s. Kennemerland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, 91, III, 23, 24, 28, 33. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kinzheim (Mark im Unterelsass westlich Schlettstadts um Kinzheim, Kuningisheim marca)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3-7, zum Ortsnamen Kinzheim. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kinziggau (Gau zwischen Nidder und Kinzig, Kinzechewes)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Wirtheim bzw. Wertheim, Kassel bzw. Cassel, Höchst); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 29, Kinzehgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Klettgau (Gau östlich der Wutach, rechts des Oberrheins, gefürstete Landgrafschaft). Der K. (zu lat. cleta, Geflecht) an der unteren Wutach war in karolingischer Zeit eine Grafschaft. Um 1200 waren dort vor allem die Grafen von Küssaberg, die Herren von Krenkingen, das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen und das Hochstift Konstanz begütert. Die Güter der Grafen von Küssaberg kamen 1245 teilweise an das Hochstift Konstanz, die Güter der Herren von Krenkingen von 1270 bis 1287 an Habsburg. Von 1282 bis 1408 unterstand der K. als Landgrafschaft den Grafen von Habsburg-Laufenburg (1315 Grafenamt, 1325 Landgrafenamt). Danach kam er durch Heirat an die Grafen von Sulz (am Neckar bei Tübingen), die unter anderem 1656 die obere nördliche Hälfte der reichsunmittelbaren Stadt Schaffhausen überließen, die sich 1501 der Eidgenossenschaft der Schweiz anschließen hatte müssen und 1525 Teile der Güter des Hochstifts Konstanz erworben hatte. Der Rest, ein Gebiet von 5,5 Quadratmeilen bzw. rund 300 Quadratkilometern (die 1482 erworbene Stadt Tiengen und eine Anzahl Dörfer) kam 1687 beim Aussterben der Grafen von Sulz über die Erbtochter an die Fürsten von Schwarzenberg (bis 1805) und wurde 1698 zu einer gefürsteten Landgrafschaft erhoben, die dem schwäbischen Reichskreis angehörte. 1805/1806 erwarb Baden die Landeshoheit, 1812/1813 die schwarzenbergischen Eigengüter. Über Baden gelangte das Gebiet 1951/1952 zu Baden-Württemberg.
L.: Wolff 178; Zeumer 553 II b 61, 7; Wallner 689 SchwäbRK 25; Großer Historischer Weltatlas III 22 (1648) D5; Wanner, M., Geschichte des Klettgaues, 1857; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, Chletgouwe; Der Klettgau, hg. v. Schmidt, F., 1971; Bader, K., Der deutsche Südwesten in seiner territorial-staatlichen Entwicklung, 2. unv. A. 1978; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 59 (Löhningen), 208. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kochergau (Gau um den Kocher, Chohhanguue, Chochengowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Hüttlingen, Stödtlen bzw. Stödlen, Gerbertshofen, Hegenberg, Gauchshausen, Hochtänn, Eschelbach); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 27, Chochengouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kolingouwe (pagus Coloniensis) s. Kölngau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 30. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kölngau (Gau westlich Kölns) (Coloniensis 864)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Colingauwe), (Horrem); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 569; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 16, 30 Kolingouwe; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 91, Cologne; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 185, 205; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Weiler, Horrem, Bocklemünd, Köln, Junkersdorf, Frechen, Bachem, Sielsdorf, Bayenthal, Efferen, Rondorf, Höningen, Kendenich, Immendorf). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Königssundern (Gau zwischen Main und Taunus, Cunigissundra, Kuningessundera)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Kostheim, Wallau, Breckenheim, Wicker, Nordenstadt, Lorsbach, Schierstein, Biebrich, Mosburg bzw. Mosbach, Walluf); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 571; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 29, 55, III, 30 Kuningessundera; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, .107; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Bärstadt, Walluf). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kraichgau (Gau). Der 769 erstmals erwähnte, nach dem Kraichbach benannte K. zwischen Schwarzwald, Odenwald, Oberrheinebene und Neckar, der 985 in der Hand der Salier war, aber seit dem 12. Jahrhundert politisch zerfiel, gelangte teilweise an die Grafen von Katzenelnbogen, die Markgrafen von Baden, die Pfalzgrafen (bei Rhein), das Hochstift Speyer und die Grafen von Eberstein im Murgtal. 1803/1806 kam das Gebiet an Baden und damit 1951/1952 zu Baden-Württemberg.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 5 (Chreihkewe, Chreihgouue, zwischen Kraichbach und Elsenz); Metz, F., Der Kraichgau, 2. A. 1922; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27; Umminger, G., Brücke vom Oberrhein nach Schwaben. Der Kraichgau - eine alte Durchgangslandschaft, Ber. zur dt. Landeskunde 32 (1964), 167; Adam, T., Kleine Geschichte des Kraichgaus, 2010. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Krain (F.) (Herzogtum). Die schon vorgeschichtlich besiedelte Landschaft zwischen Karawanken, oberer Kulpa, Ternovaner Wald und Uskokengebirge gehörte seit dem späten ersten vorchristlichen Jahrhundert zur römischen Provinz Pannonien, später zu Italia annonaria und Illyricum. Vom späten 6. Jahrhundert an wurde sie nach dem Abzug der Langobarden von Slowenen besiedelt. Im 7./8. Jahrhundert war sie ein Teil des slowenischen Landes Carantana (Kärnten). Im 8. Jahrhundert kam sie an Bayern und wurde unter König Karl dem Großen einer Grafschaft der neugebildeten Mark Friaul zugeschlagen. 820 taucht dann für sie der Name Carniola, 973 die Craina marcha (zu krajina, Grenze) mit dem Hauptort Krainburg auf. 952 kam sie mit Friaul zu Bayern, 976 zu Kärnten. Seit 1077/1093 war sie Lehen der Patriarchen von Aquileja, die aber nur Unterkrain beherrschten. Begütert waren in K. vor allem die Hochstifte Brixen und Freising. Im 12. Jahrhundert wurde das 1144 erstmals erwähnte Laibach Vorort Krains. Von 1173/1180 bis 1209/1228 waren die Grafen von Andechs (nach den Grafen von Weimar-Orlamünde, Sponheim und Bogen) die eigentlichen Herren von K. (Oberkrain). Ihr Erbe traten zunächst die Babenberger, die Kärntner Linie der Grafen von Sponheim (bis 1264), Böhmen (1269-1276), 1282 die Söhne König Rudolfs von Habsburg und von 1282 bis 1335 als Pfandberechtigte die Grafen von Görz (Meinhardiner) sowie nach deren Aussterben 1335 die Grafen von Habsburg mit Kärnten, 1374 auch Windische Mark (mit Möttling) und Istrien (Grafschaft Mitterburg) an. 1379 kam K. an die leopoldinische Linie Habsburgs. 1394 wurde, nachdem schon Herzog Rudolf IV. sich seit 1364 Herzog von K. genannt hatte, K. zum Herzogtum erhoben. Kaiser Maximilian verband K. mit Steiermark, Kärnten, Istrien, Görz und Triest zur Ländergruppe Innerösterreich. Zeitweise litt das zum österreichischen Reichskreis zählende Land stark unter den Einfällen der Türken. 1803 wurden die reichsunmittelbaren Gebiete Freisings und Brixens einverleibt. Von 1809 bis 1814 war K. dann Teil der illyrischen Provinzen Frankreichs, fiel danach aber wieder an Österreich (Königreich Illyrien) zurück. 1849 wurde es österreichisches Kronland. Am 29. 10. 1918 kam der größte Teil mit Laibach an Jugoslawien, Innerkrain (Hinterland von Triest, Fiume) an Italien. 1947 fiel auch Innerkrain an Jugoslawien und damit 1991 an Slowenien.
L.: Wolff 30; Wallner 713 ÖsterreichRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) G4, II 48 (1300) F1/2, II 66 (1378) H6, II 78 (1450) G4, III 22 (1648) G5; Lechner, K., Krain, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Valvasor, W. v., Die Ehre des Herzogtums Krain, Bd. 1ff. 1869; Dimitz, A., Geschichte Krains, Bd. 1ff. Laibach 1874ff.; Schumi, F., Die Herren von Krain und die Windische Mark, Archiv für Heimatkunde 1 (1882/1883); Mell, A., Die territoriale Entwicklung Krains vom 10. bis 13. Jahrhundert, 1888; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 5 (Villach, Veldes); Hauptmann, L., Krain, (in) Erläuterungen zum Historischen Atlas der Österreichischen Alpenländer, 1914, 1929; Hauptmann, L., Entstehung und Entwicklung Krains, 1929; Kos, M., Zgodovina Slovencev, Laibach 1955; Vilfan, S., Rechtsgeschichte der Slowenen bis zum Jahre 1941, 1968; Wolfram, H., Die Geburt Mitteleuropas, 1987; Hödl, G., Krain, LexMA 5 1991, 1465ff.; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 210; Hösler, J., Von Krain zu Slowenien, 2006. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Krappfeld (Gau an der Gurk, einem linken Nebenfluss der Drau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, 63, 72, 96, Chrapuhfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kuningessundera (Gau) s. Königssundern (Königssondern)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 4 (Kostheim, Wallau, Breckenheim, Wicker, Nordenstadt, Lorsbach, Schierstein, Biebrich, Mosburg bzw. Mosbach, Walluf); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 571; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 29, 55, III, 30 Kuningessundera; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, .107; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Bärstadt, Walluf). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kuningisheim s. Kinzheim
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3-7, zum Ortsnamen Kinzheim. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Künzinggau (Cunzingouui, Gau südlich der niederbayerischen Vils, rechts der Donau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 5 (Perbing); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 32, Chwinzinggouwe, 303 Quinzingouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kurmark (Mark, Landschaft, Verwaltungseinheit). Seit 1356 (Goldene Bulle) wurde für die Gebiete Brandenburgs (Altmark mit Stendal, Prignitz [Vormark] mit Perleberg, Brandenburg [Mittelmark], Uckermark mit Prenzlau und die Herrschaften Beeskow und Storkow) der Name K. üblich. (1807 kam die Altmark an das Königreich Westphalen.) 1815 wurde die K. ohne Altmark, aber mit der Neumark und von Sachsen abgetretenen Gebieten zur Provinz Brandenburg Preußens. Von 1949 bis 1990 gehörte das Gebiet zur Deutschen Demokratischen Republik.
L.: Wolff 385. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Küstenland, Litorale (Land, Landschaft, Verwaltungseinheit). 1564 kam bei einer Neugliederung Österreichs K. neben Steiermark, Kärnten, Krain, Friaul-Görz und Westkroatien zur Ländergruppe Innerösterreich. 1809 wurde es den illyrischen Provinzen Frankreichs zugeschlagen. Nach dem Rückfall an Österreich 1814 wurde unter Abtrennung des Königreichs Dalmatien und Kroatien am 3. 8. 1816 das Königreich Illyrien mit der Hauptstadt Laibach gebildet. Zu ihm gehörten Kärnten, Krain, Görz mit Gradisca (Gradiska), Friaul und Istrien mit Trient. Von 1849 bis 1918 wurde nach Auflösung des Königreiches Illyrien aus Görz-Gradisca (Görz-Gradiska), Istrien und Triest ein Kronland K. mit einem gemeinsamen kaiserlichen Statthalter in Triest gebildet. Nach 1918/1919 kam es zu Italien, 1947 mit Ausnahme von Triest und Teilen von Görz-Gradisca (Görz-Gradiska) zu Jugoslawien, bei dessen Auflösung 1991 zu Slowenien und Kroatien.
L.: Wolff 35; Großer Historischer Weltatlas III 22 (1648) F6. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Kützgau (Gau zwischen Kölngau und Jülichgau) (Kuzzihgeuue 898)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 583; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 31, 33 Kuzzihgouwe, ‚Kützgau‘; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ladenburg (Mark am unteren Neckar bei Ladenburg zwischen Heidelberg und Mannheim)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 586; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 3, 7 Loboduburg. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ladenburggau (Lobodungouue, Lobotungouuue, Lobedengouue, Lobotengeuue, Lobitungeuue, Lobetengowe, Ladengau, Gau am unteren Neckar um Ladenburg), s. Lobodungouwe
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11 (Ladenburg, Hirschberg, Weinheim, Schriesheim); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 627 Lobodungau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 30, 32, Lobodungouwe, pagus Lobodunensis, ‚Ladenburggau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 89 (Lobdengau)(; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 330). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lahngau (Gau zwischen Lahn und Fulda, Logenahe, Loginahi, Logonei, Logonę, Loginahe, Logenehe, Logenahi)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11 (Oberzeuzheim und Niederzeuzheim bzw. Zeuzheim, Oberneisen bzw. Oberneizen, Reiskirchen, Nenterode, Weilburg, Lantswindehusen bzw. Landswindehausen, Kirch-Göns bzw. Kirchgöns, Rödgen, Camberg, Leidenhofen, Nieder-Ohmen bzw. Niederohmen [nach Curs Oberlahngau um die Ohm links der Lahn]); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 587; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, II, 16, 24, 41, III, 25, 31, IV, 8, V, 2, Loganahi, Loganahgouwe, Lognai, pagus Loganensis, Logeneher marca, ‚Lahngau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 164; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Marzhausen, Herschbach im Unterwesterwald, Hellenhahn, Westernohe, Seck, Haiger, Nenderoth, Dorndorf, Heuchelheim, Oberzeuzheim, Oberweyer, Ahlbach, Limburg an der Lahn, Holzheim, Oberneisen, Lahr?, Heckholzhausen, Villmar, Barmbach, Brechen, Dauborn, Nassau, Hahnstätten, Dörsdorf, Kettenbach). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lainega s. Leinegau, oberer
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, s. Logni; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lake (Gau nördlich des Lek bzw. zwischen Lek und Ijssel) s. Lek en Ijssel
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11 Isla, 12 Lake; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 605; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, 10, V, 1, Lake et Isla, Raumbezeichnung mit Flussnamen. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Langaneka (Gau? westlich Paderborns)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 16, Langaneka, Ortsname, Langeneicke. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Langwizza (Gau um die Ilm, links der Saale) Längwitzgau, Languizza
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 912 (Hausen); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 129 Langwizza (Hausen, Ichtershausen, Paulinzella); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, Langwizza, slawisch. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lantorfere marcha s. Londorf (Mar) Lunhane marcha)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, zum Ortsnamen Londorf. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lara (Largau [Gau zwischen Hunte und Unterweser, identisch mit Steiringgau bzw. Steiringen bzw. Steoringun], Lorgo, Laringia)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 41, 95, 96, III, 10, 31, S. 257. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Larere marca s. Lohra (Mark) (rechts der Lahn südöstlich Gladenbachs) pagus Lare, pagus Larensis
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 8, zum Ortsnamen Lohra. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Largau (Gau zwischen Hunte und Unterweser, identisch mit Steiringgau bzw. Steiringen bzw. Steoringun) s. Lara
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 41, 95, 96, III, 10, 31, S. 257. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lavanttal (Tal der von links in die Drau fließenden Lavant, Labanta vallis, Laventatal)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lechfeld (Gau bzw. Feld zwischen Lech und Wertach südlich Augsburgs)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Legeneraland (friesisch)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Leinegau, oberer (Gau um die obere Leine, Obere[r] Leinegau, Lainga, Laginga, Lagni, Lochne, Lainega, Logni, Lacnigouui, Logne,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 (Salzderhelden, Parensen, Lödingsen, Adelebsen, Lenglern, Reyershausen bzw. Reiershausen, Hetjershausen, Wiershausen, Meensen, Hedemünden, Bovenden, Gimbte bzw. Gimte, Diemarden, Groß Lengden bzw. Großlengden, Klein Lengen bzw. Kleinlengden, Wiensen?, Wöllmarshausen bzw. Wolbrechtshausen, Bremke, Wittmershof bzw. Witmarshof, Groß Schneen bzw. Großschneen, Kleinschneen?, Obernjesa?, Niedernjesa, Dransfeld, Weende, Behrensen, Grone); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 130 Leinegau (Adelebsen, Behrensen, Bodenfelde, Bovenden, Bremke, Diemarden, Dransfeld, Gertenbach, Gimte bzw. Gimbte, Grone westlich Göttingens, Hedemünden, Hemeln, Hetjershausen, Hübenthal, Niedernjesa, Groß Lengden bzw. Großlengden, Klein Lengden bzw. Kleinlengden, Lenglern, Lödingsen, Ludolfshausen, Meensen, Mollenfelde, Parensen, Reyershausen, Groß Schneen bzw. Großschneen, Oberscheden, Sülbeck, Weende, Wiershausen, Wöllmarshausen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 10, 30, Lainega, Loginga, ‚oberer Leinegau‘; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 181. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Leinegau, unterer (Gau um [die untere Leine bzw.] die Ihme rechts der Aller, Untere[r] Leinegau, Lainga,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 (Dorfmark); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 133 Loingau (Bommelsen, Büchten, Dorfmark, Hermannsburg, Mengebostel, Oldendorf, Ostenholz, Soltau, Niedernstöcken bzw. Niederstöcken, Stöckendrebber); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 10, 30, Loinga, Loingin, Loinge, Loinginge, Laginge, Langinge, ;unterer Leinegau’. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lek en Ijssel (Gau zwischen Lek und Ijssel). S. Lake, Isla.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11 Isla, 12 Lake; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 605; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, 10, V, 1, Lake et Isla, Raumbezeichnung mit Flussnamen. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Leoben (Grafschaft, Herrschaft). Auf altem Siedlungsboden erscheint 904 Liubina bzw. Liupina an der oberen Mur als Mittelpunkt einer gleichnamigen Grafschaft. Sie war später Mittelpunkt einer Herrschaft, die von den Herren der Steiermark (seit 1282 Habsburg) häufig zu Pfand ausgegeben wurde (1711 an Wurmbrand).
L.: Wolff 29; Loehr, M., Leoben, Werden und Wesen einer Stadt, 1934; Freudenthaler, J., Eisen auf immerdar. Geschichte der Stadt und des Bezirks Leoben, 1936; List, R., Die Bergstadt Leoben, 1948; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19 Liubana bzw. Leoben; Leben und Arbeiten im Bezirk Leoben, hg. v. d. Geschichtswerkstatt Leoben, 1989. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Leobengau (Gau Liubenthal bzw. Leobental in der Steiermark, Leobener Gau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 (Laming?); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, Leoben s. (Liubana,) Liunatal. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Leomeriche (Gau Lijmers östlich Arnheims) (846)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 617; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, s. Liemerska; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Leri I (Gau um die obere Oker, Leragau, Leriga I, Lere)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 Lere (Dörnten); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 131 Leragau, Teil Ostfalens (Beddingen, Groß Döhren bzw. Großdöhren, Dörnten, Groß Flöthe bzw. Großflöthe, Geitelde, Groß Gleidingen bzw. Großgleidingen, Klein Gleidingen bzw. Kleingleidingen, Lamme, Rüningen, Klein Schwülper bzw. Kleinschwülper, Sonnenberg, Groß Stöckheim bzw. Großstöckheim, Thiede, Timmerlah, Weddingen, Wehre); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 41, 95, 96, III, 31. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Leri II (Gau südlich Oldenburgs zwischen Hunte und Soeste, Lerigau, Leriga II, Lieron, Lerin)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 41, 95, 96, III, 30, 31. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lich (Stadt). An einer wichtigen Wegkreuzung einer seit langem besiedelten Landschaft erbauten vor 778 iroschottische Wandermissionare eine Kirche. Im 11. und frühen 12. Jahrhundert kam der zugehörige Ort L. an die Herren von Altenburg/Arnsburg (um 1160 Cuno de Liche), dann an die Hagen/Münzenberg. 1300 gab König Albrecht dem Ort das Recht der Reichsstädte. Innerhalb der Grafschaft Solms fiel L. mit Hohensolms und Laubach sowie 1478 Niederweisel (Nieder-Weisel) an die jüngere Linie Solms-Lich, die 1792 in den Reichsfürstenstand erhoben und 1806 in Hessen-Darmstadt mediatisiert wurde. Damit kam L. 1945 zu Hessen. S. Solms-Lich, Solms-Lich-Hohensolms.
L.: Wolff 274; Licher Heimatbuch, 1952; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 343. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lidbekega s. Lübbeckegau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Liemerska (Leomeriche, Leomerike), s. Leomeriche
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 617; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 94, 95, 96, Liemerska, de Lijmers; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lienzina (Gau am Oberlauf der Drau in Osttirol um Lienz, pagus Lienzina)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10, zum Ortsnamen Lienz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Liesgau (Gau zwischen Söse und Leine, Lisgau, Lisgo, Lisgouue, Lisga, Lischa,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 (Pöhlde, Mitlingerode, Förste, Elbingerode?, Bernshausen, Renshausen, Dorste, Landolfshausen, Ebergötzen, Himmigerode bzw. Minigerode, Waake, Germershausen, Gittelde); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 132 (Bernshausen, Dorste, Ebergötzen, Echte, Edesheim, Elbingerode, Förste, Germershausen, Gittelde, Hammenstedt, Himmigerode, Kalefeld, Landolfshausen, Pöhlde, Renshausen, Waake, Wulften); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 624; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, Liskga, Hlisgo, Lisgo, Lischa. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lijmers (Gau) s. Leomeriche, Liemerska
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, s. Liemerska; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Limgau (Gau um Lemgo in Westfalen, Limgauuue, Limga). S. Lemgo
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 619; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 96, IV, 16, heute Ortsname Lemgo. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Linagga (Gau zwischen Elde und Löcknitz rechts der Elbe im Gebiet der slawischen Linonen)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, Linagga, Linaa. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lindau (Reichsstadt). L. am Bodensee erscheint erstmals 822 als Damenstift, das vermutlich von Graf Adalbert von Rätien aus der Familie der Burcharde (Burchardinger) im frühen 9. Jahrhundert gegründet wurde. Um 1079 verlegte das Reichsstift den Markt vom gegenüberliegenden Festland auf die Bodenseeinsel. Vor 1216 wurde L. Stadt. Bereits um 1240 galt diese als reich. Infolge der wirtschaftlichen Notlagen des Reichsstifts verstärkte sich im 13. Jahrhundert die allmähliche Loslösung aus der Herrschaft des Stiftes. Unter König Rudolf von Habsburg erlangte die Stadt (1264 Ratsherren) die Stellung einer Reichsstadt (1274/1275 Freiheit von fremden Gerichten, Schutz vor Verpfändung der Vogtei). In den Auseinandersetzungen mit dem Kloster vermochte sie bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts im Wesentlichen sich durchzusetzen. 1396 erlangte sie den Blutbann und die Befreiung vom stiftischen Hochgericht. 1430/1648 gewann sie die Pfandschaft der Reichsvogtei über die Kelhöfe des Stifts. Kurz vor 1530 trat sie zur Reformation über. 1803 kam die zum schwäbischen Reichskreis zählende Stadt mit 1,5 Quadratmeilen Gebiet und 5000-6000 Einwohnern an die Fürsten von Bretzenheim (Fürstentum L.), dann an Österreich, 1805 an Bayern. Zwischen 1945 und 1955 nahm L. wegen seiner Zugehörigkeit zur französischen Besatzungszone einerseits und zu Bayern andererseits eine Sonderstellung ein.
L.: Wolff 217; Zeumer 555 III b 15; Wallner 689 SchwäbRK 71; Großer Historischer Weltatlas III 38 (1789) C4; Schroeder 427ff.; Wolfart, K., Geschichte der Stadt Lindau, 1909, Neudruck 1979; Müller, K., Die oberschwäbischen Reichsstädte, 1912; Cranach-Sichart, E. v., Lindau, 1929; Horn, A./Meyer, W., Stadt- und Landkreis Lindau, 1954; Schneiders, T., Lindau im Bodensee, 4. A. 1965; Rieger, I., Landschaft am Bodensee, 1967; Ott, M., Lindau, 1968, (in) Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben; Eitel, P., Die oberschwäbischen Reichsstädte im Zeitalter der Zunftherrschaft. Untersuchungen zu ihrer politischen und sozialen Struktur unter besonderer Berücksichtigung der Städte Lindau, Memmingen, Ravensburg und Überlingen, 1970; Dobras, W., Bibliographie zur Geschichte der Stadt Lindau, 1972, Neujahrsbl. des Museumsvereins Lindau 22; Burbach, R., Die Reformation in den freien Reichsstädten Lindau und Konstanz, 1983; Niederstätter, A., Kaiser Friedrich III. und Lindau, 1986; Tönsing, M., Lindau, LexMA 5 1991, 1998; Burmeister, K., Die Lindauer Stadtrechtsfamilie, Der Geschichtsfreund 152 (1999), 85. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Linzgau (Gau nördlich des Bodensees, Linzihkeuue)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 9 (Deisendorf, Oberteuringen und Unterteuringen bzw. Theuringen, Reute); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Linzgouwe; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 60, 187. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lipani (Mark im südlichen Wendland und in der nördlichen Altmark)
L.: Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 133 (Clenze, Kassuhn, Krevese, Lübbow bzw. Lübbnow, Seebenau bzw. Seeben, Tylsen bzw. Tülsen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 5. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lisgau (Gau zwischen Söse und Leine) s. Liesgau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 (Pöhlde, Mitlingerode, Förste, Elbingerode?, Bernshausen, Renshausen, Dorste, Landolfshausen, Ebergötzen, Himmigerode bzw. Minigerode, Waake, Germershausen, Gittelde); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 132 (Bernshausen, Dorste, Ebergötzen, Echte, Edesheim, Elbingerode, Förste, Germershausen, Gittelde, Hammenstedt, Himmigerode, Kalefeld, Landolfshausen, Pöhlde, Renshausen, Waake, Wulften); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 624; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, Liskga, Hlisgo, Lisgo, Lischa. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Liskga s. Liesgau, Lisgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, Liskga, Hlisgo, Lisgo, Lischa. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Listrogouwe (Gau an der Lys zwischen Kortrijk und Gent, Lysgau)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 624; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 42 Listrogouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Liubana s. Leobengau bzw. Leoben
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19, zum Ortsnamen Leoben, s. Liupinatal. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Liugas (Gau um Lüttich) s. Lüttichgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 18, 19, 21, Liugas, Leuchia, Liuvensis comitatus, zum Ortsnamen Lüttich, s. Liuhgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Liuhgouwe (Gau um Lüttich, Lewa, Liuhgouue) s. Lüttichgau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 Liuhgouui (Soumagne, Soiron); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 21, 30, 42, Liuhgouwe, pagus Lewa, pagus Liuvensis,Lüttichgau’. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Liupinatal s. Leobengau bzw. Leobental
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65, 66, s. Liubana. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lobdengau s. Ladenburggau (Ladengau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11 (Ladenburg, Hirschberg, Weinheim, Schriesheim); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 627 Lobodungau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 30, 32, Lobodungouwe, pagus Lobodunensis, ‚Ladenburggau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 89 (Lobdengau)(; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 330). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Loboduburg marcha (Lobodoburgensis marcha) s. Ladenburg (Mark)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 7, zum Ortsnamen Ladenburg. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lobodungouwe (pagus Lobodunensis) s. Ladenburggau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11 (Ladenburg, Hirschberg, Weinheim, Schriesheim); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 627 Lobodungau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 30, 32, Lobodungouwe, pagus Lobodunensis,Ladenburggau’; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 89 (Lobdengau)(; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 330). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lochtropgau, Lochtrop, Locdorp (Gau südlich der Ruhr, Lohthorp), s. Lohthorpe
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 (Stockhausen, Oedingen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 627; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 10 Lohthorpe; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 174 (Hellefeld, Stockhausen, Oedingen bzw. Ödingen); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Hellefeld, Stockhausen, Lochtrop, Oedingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Loganahi (Loganahgouwe, Lognai, pagus Loganensis, Logeneher marca) s. Lahngau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 7, II, 16, 24, 41, III, 25, 31, IV, 8, V, 2, Loganahi. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Logni s. Leinegau, oberer (oberer Leinegau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 15, 41, 31, V, 2, Logni, Lainega, Loginga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lohra (Mark rechts der Lahn südöstlich Gladenbachs) Larere marca
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 8, zum Ortsnamen Lohra. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lohthorpe (pagus Locdorp, pagus Lochthorpe) s. Lochtropgau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 (Stockhausen, Oedingen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 627; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 10 Lohthorpe; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 174 (Hellefeld, Stockhausen, Oedingen bzw. Ödingen); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Hellefeld, Stockhausen, Lochtrop, Oedingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Loinga (Loingin, Loinge, Loinginge, Laginge, Langinge) untere(r) Leinegau, s. Leinegau, unterer
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 10, 30 (Loinga). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lombardei (Landschaft). Das Gebiet der nordwestlichen Poebene war ursprünglich von Kelten besiedelt, die seit 222 v. Chr. allmählich in das römische Reich eingegliedert wurden. Nach dessen Zerfall wurden Norditalien und Mittelitalien (einschließlich der nordwestlichen Poebene) von den Langobarden erobert und erstmals 629 als Langobardia im geographischen Sinn bezeichnet. 774 fiel das Gebiet der Langobarden an die Franken. Am Ende des 11. Jahrhunderts erlangten die Städte der nordwestlichen Poebene wie Pavia, Mailand, Como oder Cremona Selbständigkeit. In Städtebünden wandten sie sich gegen die Staufer. Nach langen Kämpfen traten Signorien an die Stelle der Städte. Die Vormachtstellung gewann Mailand. Den Osten erlangte Venedig. 1535 kam das 1395 zum Herzogtum erhobene Mailand als Reichslehen an Spanien. 1714 fiel die L. nach dem spanischen Erbfolgekrieg an Österreich. 1797 wurde sie von Frankreich besetzt (Teil der Zisalpinischen Republik, seit 1805 des napoleonischen Königreiches Italien). 1815 wurde das Gebiet mit Venetien zum Lombardisch-Venezianischen Königreich (Lombardo-Venetien) Österreichs vereinigt. 1859 verlor Österreich die Lombardei an Sardinien, 1866 Venetien an das neue Königreich Italien (1861).
L.: Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F4; Rota, E., L'Austria in Lombardia, 1911; Hochholzer, H., Das geschichtliche Raumgefüge der Kulturlandschaft Oberitaliens, 1956; Arbinger, N., Komitat, Adel und städtische Kommune in der Lombardei während des 11. und 12. Jahrhunderts, Diss. phil. Wien 1967; Dilcher, G., Die Entstehung der lombardischen Stadtkommune, 1967; Margaroli, P., Lombardei, LexMA 5 1991, 2094; Mazohl-Wallnig, B., Österreichischer Verwaltungsstaat, 1993; Longobardia e longobardi nell’Italia meridionale, hg. v. Andenna, G. u. a., 1996. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lommegau (Gau zwischen Sambre und Maas westlich der Maas, Lomacensis) (Lommensis 762)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12, Lomacensis (Brogne), Luminensis (Waulsort); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 630 Lomensis; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 18, 24, 42, 61, Lomogouwe, pagus Lomensis, pagus Lomacensis, pagus Laumacensis; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 160 Lommois; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 143, 204. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961 IV, 3, 4. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Loosegau (Gau im Tecklenburger Land) Loose, s. Losa
L.: Polenz, P., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10 zum Ortsnamen Loose. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Losa (Gau im Tecklenburger Land, Loosegau, Loose)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10, zum Ortsnamen Loose. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lübbeckegau (Gau um Lübbecke in Westfalen, Lidbekegouue)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908,12; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33 Lidbekega. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lügenfeld (Geländename, Rothfelth, rubeus campus, campus mentibus)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lüneburg (Fürstentum, Residenz des Bischofs von Verden bzw. des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg). 795 wird erstmals der Ort Hliuni an der Ilmenau genannt. L. ist bei einer Billungerburg auf dem Kalkberg (um 950/951) entstanden und erhielt vermutlich durch Herzog Heinrich den Löwen Stadtrecht (1247 und 1401 erweitert aufgezeichnet, 1239 Ratsherren). 1267/1269 erwuchs durch Erbteilung des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg das Fürstentum L., das seine Residenz bis 1371 in L. hatte, das bis 1639 eine einer freien Reichsstadt ähnliche Sonderstellung innerhalb des Fürstentums einnahm. Das Herzogtum bildete bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts ein geschlossenes Herrschaftsgebiet zwischen Elbe, Weser, Altmark und den Hochstiften Hildesheim und Verden aus (Burg Hallermunt 1282, Grafschaft Wölpe 1302, Grafschaft Dannenberg 1303, Grafschaft Lüchow 1320, halbe Grafschaft Hallermunt 1366). 1369 erlosch die Linie im Mannesstamm. Im Lüneburger Erbfolgekrieg konnte sich 1388 die Göttinger Linie des alten Hauses Braunschweig gegen die von Kaiser Karl IV. auf Grund des Versäumnisses, eine Gesamtbelehnung zu gewinnen, allein belehnten Herzöge von Sachsen-Wittenberg durchsetzen, musste jedoch die Residenz nach Celle verlegen, nachdem die Stadt L. 1371 in einem Aufstand den Herzögen die Burg auf dem Kalkberg entrissen hatte. Von 1400 bis 1409 war L. bei der Braunschweiger Hauptlinie. 1409/1428 entstand durch deren Teilung das mittlere Haus L., dem das Fürstentum L. zugeordnet wurde, wobei 1409 Herzog Bernhard zunächst Wolfenbüttel erhalten, 1428 aber Lüneburg gewählt hatte. L. verlor 1443 einen angefallenen Teil der Grafschaften Everstein und Homburg als Pfand an das Hochstift Hildesheim. Von den Söhnen Herzog Heinrichs des Mittleren, der 1520 abdankte, begründeten Otto die Nebenlinie Harburg (1527 bis 1642) und Franz die Nebenlinie Gifhorn (bis 1549), während Ernst der Bekenner die Hauptlinie fortführte. Von ihr spaltete sich 1569 unter Ernsts drittem Sohn Heinrich die Nebenlinie Dannenberg ab, die das neue Haus Braunschweig begründete und 1635 das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel erhielt. Die seit 1569 als neues Haus L. das zum niedersächsischen Reichskreis zählende Fürstentum L. (oder Celle [Lüneburg-Celle]) beherrschende Hauptlinie erwarb 1582 die Grafschaft Hoya und 1585 die Grafschaft Diepholz als erledigte Lehen. 1617 fiel durch Gerichtsentscheid das zunächst von Braunschweig-Wolfenbüttel in Besitz genommene Fürstentum Braunschweig-Grubenhagen an L., 1635 (Braunschweig-)Calenberg, 1643 Harburg, das seit 1527 Sitz einer Seitenlinie des mittleren Hauses L. gewesen war. Hiervon erhielt 1635 die Hauptlinie die Fürstentümer L. und Calenberg-Göttingen, die Nebenlinie Dannenberg das Fürstentum Wolfenbüttel. 1639 zwang der Landesherr die Stadt L. zur Aufnahme von Soldaten. Das 200 Quadratmeilen ausmachende Fürstentum L. umfasste die Städte L., Uelzen, Celle, Harburg, Dannenberg, Lüchow, die Stifte Bardowick und Ramelsloh, die Klöster Lüne, Ebstorf, Medingen, Wienhausen, Isenhagen und Walsrode, die landesherrlichen Ämter Harburg, Wilhelmsburg, Moisburg, Winsen an der Luhe, Bütlingen, Scharnebeck, Lüne, Garze, Bleckede, Hitzacker, Dannenberg, Lüchow, Wustrow, Schnackenburg, Oldenstadt, Medingen, Ebstorf, Bodenteich, Isenhagen, Knesebeck, Klötze, Fallersleben, Gifhorn, Meinersen, Burgdorf, Ahlden und Rethem (Rethen), die Großvogtei Celle und die adligen Gerichte Gartow, Brome, Fahrenhorst und Wathlingen. Aus dem Reichsfürstentum Calenberg (seit 1636) ging 1692 das Kurfürstentum Hannover hervor. Das Fürstentum L. endete 1705 mit dem Tode Georg Wilhelms, nach dem es als Folge der Verheiratung der Erbtochter Sophie Dorothea mit dem Neffen Georg des Herzogs mit Hannover vereinigt wurde. Die landesherrliche Verwaltung wurde in Hannover verbunden, doch blieb Celle Sitz der lüneburgischen Landschaft und erhielt 1711 das Oberappellationsgericht. 1866 kam Hannover an Preußen, 1946 das preußische Gebiet an Niedersachsen. S. Braunschweig-Lüneburg.
L.: Wolf 434f.; Wallner 705 NiedersächsRK 1; Großer Historischer Weltatlas III 38 (1789) D1; Schnath, G./Lübbing, H./Engel, F., Niedersachsen, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg, Bd. 1ff. 1859f.; Urkundenbuch der Stadt Lüneburg, hg. v. Volger, W., Bd. 1ff. 1872ff.; Krieg, M., Entstehung und Entwicklung der Amtsbezirke im ehemaligen Fürstentum Lüneburg, 1922; Büttner, E., Geschichte Niedersachsens, 1931; Reinecke, W., Geschichte der Stadt Lüneburg, Bd. 1f. 1933; Busch, F., Bibliographie der niedersächsischen Geschichte, 1938ff.; Schnath, G., Geschichtlicher Handatlas Niedersachsens, 1939; Friedland, K., Der Kampf der Stadt Lüneburg mit ihren Landesherren, 1953; Franz, G., Verwaltungsgeschichte des Regierungsbezirks Lüneburg, 1955; Thurich, E., Die Geschichte des Lüneburger Stadtrechts im Mittelalter, 1960; Behr, H., Die Pfandschlosspolitik der Stadt Lüneburg im 15. und 16. Jahrhundert, Diss. phil. Hamburg 1964; Arnswaldt, C. v., Die Lüneburger Ritterschaft als Landstand im Spätmittelalter. Untersuchungen zur Verfassungsstruktur des Herzogtums Lüneburg zwischen 1300 und 1500, 1969; Pischke, G., Die Landesteilungen der Welfen im Mittelalter, 1987; Reinbold, M., Die Lüneburger Sate, 1987; Hergemöller, B., Lüneburg, LexMA 6 1992, 9; Mellinger, J., Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600, hg. v. Aufgebauer, P., 2001; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 2, 345, 346; Przybilla, P., Die Edelherren von Meinersen, 2007. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lungau (Gau nördlich der Mur, Lungovue, Lungowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 66, 72, 74, 96, Lungouwe, Lungau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lunhane marcha s. Lantorfere marcha
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, zum Ortsnamen Lumda. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lupnitz (Mark östlich Eisenachs um Großenlupnitz und Wenigenlupnitz, Lupinzgouwe, Lupnitzgouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, IV, 3, 4, 6, 7, 9, 14, Lupinzgouwe, Lupincemarcha, zum Ortsnamen Lupnitz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lurntal (Gau an der Drau nordwestlich Spittals im Mündungsgebiet der Möll)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65, 66, Lurntal, Lurna vallis. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lüttichgau (Gau um Lüttich) (Leuhio 779)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 12 Liuhgouue (Soumagne, Soiron); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 611 Leuwa; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 21, 30, 42, Liuhgouwe, pagus Lewa, pagus Liuvensis, IV, 18f., 21 Liugas; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 156 Liège; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 98, 204; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Vaals, Warche). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Lysgau s. Listrogouwe
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 624; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 42 Listrogouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Maasgau (Gau an der Maas in Limburg) (pagus Mosariorum 714) (Masao = Masuarien 633/656)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 669 Masau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 298, II, 21, 24, 41, 45, 47, 48, 55, III, 18, 19, Masao, Masagouwe, Masaland II, Mashau, Mosavo, Masaugo, pagus Mosariorum, Mansuariones, zum Bevölkerungsnamen *Maswarjoz, s. Maasland, Masao; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1872, Meuse (Gau); Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 89; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Blerick, Kessel, Sint Odilienberg, Gangelt, Burtscheid). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Maasland (Gau,Maasland’ an der Maasmündung, Masalant, Niedermaasland)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (Kessel); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1972, 646; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 48, 55, Masaland I, ‚Maasland‘ an der Maasmündung. s. Masaland, Masao. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Madfeld (Gau zwischen Diemel und Almequelle), Matfeld, Madfeldgau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 648; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 298 II, 58, 60, 61, 96, IV, 16, Matfeld, ‚Madfeld‘, Madfeld s. Matfeld; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 177 (im Quellgebiet der Alme). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Maifeld (Gau) s. Meinefeld
L.: ;Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 Meinefeld (Kesselheim, Andernach, Kaifenheim, Reil, Gillenfeld, Lay, Waldesch, Winningen, Bisholder, Trimbs, Urmitz); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 649; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961; II, 16, 18, 23, 30, 32, 58, 61f., IV 22 Meinefeld, pagus Maginensis, Magicampus, Maifeld um Mayen; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 176 Mayen; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Andernach, Plaidt, Fressenhof, Ochtendung, Kottenheim, Urmitz, Kettig, Kesselheim, Rübenach, Güls, Retterath, Gillenfeld, Polch, Rüber, Mertloch, Küttig, Münstermaifeld, Kaifenheim, Hambuch, Burgen, Pommern, Cond, Bruttig, Winningen, Gondorf, Lehmen, Oberfell an der Mosel, Moselsürsch, Alken an der Mosel, Boppard, Ediger an der Mosel, Merl, Briedel, Reil, Kröv). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Maingau (Gau südlich des unteren Maines, Moynichgouue, Moinehgouue, Moiinegouwe, Moiinegouwes, Moiinegouues, Moyngowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (Kleinostheim bzw. Ostheim, Dettingen, Mainaschaff, Groß-Umstadt bzw. Umstadt, Seligenstadt, Dietesheim); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 298 s. Moinahgouwe, II, 16, 24, 26, 27, 29, Moinahgouwe, ‚Maingau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 95 (Groß-Umstadt bzw. Großumstadt, Bellingen [verschwunden], Rumpenheim, Kleinwelzheim). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mainwenden (slawische Bevölkerungsgruppe am Obermain, Moinwinidun)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 27, 29, Bevölkerungsname. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Marchfeld (Gau östlich Wiens zwischen Donau und March, Marahafeld)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, Marahafeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (Tucheim bzw. Großtuchheim, Brietzke, Möser, Nedlitz, Pöthen, Lübs, Diederitz, Möckern, Dretzel, Neblitz, Büden, Nitzahme, Werbirg, Lietzow, Trippehna, Ziepel, Tröbnitz, Grebs, Krüssau, Loburg), s. a. Morazani; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 34, 135 Moraciani (Biederitz, Brietzke, Büden, Burg, Dretzel, Gommern, Grabow, Leitzkau, Loburg, Lübs bzw. Großlübs, Lüttgenziatz, Möckern, Möser, Nedlitz, Pechau, Pothen bzw. Pöthen, Schartau, Tryppehna bzw. Trippehna, Tucheim, Wörmlitz, Ziepel); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 50, III 25, Morazani, s. a. Moresceni. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Marstem (Gau zwischen Weser und Leine, Marstiem, Merstem)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908 (Herrenhausen s. Herrnhausen, Limmer, Pattensen, Davenstedt, Kobbensen, Nettelrode); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 134 (Davenstedt, Herrenhausen, Hüpede, Jeinsen, Kobbensen, Limmer, Linden [Teil Hannovers?], Nettelrode, Oerie, Pattensen, Völksen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 668; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 91, III, 11, 16, 28, 29, 30, S. 262, Mersthem, Marstem, Bevölkerungsname *Merseton; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Marsum (Gau an der Maasmündung) s. Maasland
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960; 668; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 48, 55, 91, III, 28, Marsum, vgl. Masaland I. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Masaland I s. Maasland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 48, 55, Masaland, ‚Maasland‘ an der Maasmündung, s. Maasland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Masao (s. Maasgau, Masuarien)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 21, 24, 41, 45, 47, 48, 55, III, 18, 19, Masao, Masagouve, Masaland II, Mashau, Mosavo, Masaugo, pagus Mosariorum, Mansuariones, zum Bevölkerungsnamen *Maswarjoz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Masuarien (Großgau neben dem Maasgau wohl Hasbanien umfassend)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 669, Masau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961 III, 18f.¸ Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 93, 203. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Matfeld s. Madfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 60, 61, 96, IV, 16, Matfeld, ‚Madfeld‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Matois (Gau zwischen Luxemburg und Longwy bzw. Metz. Mathois, pagus Matensis, Methingau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (fälschlich Metzgau) (Baslieux); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 693; Mettensis; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 18, Methingouwe, pagus Methinsis, ;Le Matois’; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 180; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 156 (780? pago Matinse, 785/786 pago Mettensi), Benennungsmotiv unklar, vielfach (Vanderkindere, Wampach, Hlawitschka, Droege) mit dem Metzgau verwechselt, zwischen Luxemburg und Longwy bzw. Metz (Angevillers bzw. Arsweiler bzw. Answeiler, Aumetz, Baslieux, Beuvillers, Contern, Labry, Luxemburg-Stadt, Mamer, Monnerich, Redingen bzw. Rédange, Syren, Wernheim bzw. Vernéville, Villers-la-Montagne). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mattiggau (Gau um die Mattig rechts des Innes und der Salzach, Matuggouuua, Matihgowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (Mattighofen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, Matahgouwe, pagus Maducianus, pagus Matahcensis. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Maulachgau (Gau um die Maulach links der Jagst, Mulahgouue, Muleggouui, Mulagcowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (Hüttlingen, Stödtlen bzw. Stödlen, Gerbertshofen, Hegenberg, Gauchshausen, Hochtänn, Eschelbach, Gallmersgarten, Hagenau, Traisdorf, Schillingsfürst, Bortenberg, Aurach, Mittelramstadt und Oberramstadt bzw. Ramstadt, Auerbach, Unterfelden und Oberfelden bzw. Felden, Preuntsfelden?); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Mulahgouwe, ‚Maulachgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Maursmünster (Mark im Unterelsass südlich Zaberns) Maursmünsterer Mark, Moresmarcha, marca Aquilejensis
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 7, Moresmarcha zum Ortsnamen Maursmünster(; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 398). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mechitamulinero marcha s. Möckmühl (Mark am Mittellauf der Jagst)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 8, Mechitamulinero marcha, pagus Meitamulin, zum Ortsnamen Möckmühl. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mecinga (Gau in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 4, Mecinga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Medenenti (Gau zwischen Marque und Deule östlich Lilles, pagus Medelentinsis, Mélantois)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 681; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 18; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1872, 177. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Meinefeld (Gau zwischen Rhein und Mosel um Mayen, Meiniueld, Meinifelt, Meinefelt, Moeniuelt, Meinefeld, Meinuelt, Maifeld,)
L.: ;Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 Meinefeld (Kesselheim, Andernach, Kaifenheim, Reil, Gillenfeld, Lay, Waldesch, Winningen, Bisholder, Trimbs, Urmitz); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 649; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961; II, 16, 18, 23, 30, 32, 58, 61f., IV 22 Meinefeld, pagus Maginensis, Magicampus, Maifeld um Mayen; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 176 Mayen; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Andernach, Plaidt, Fressenhof, Ochtendung, Kottenheim, Urmitz, Kettig, Kesselheim, Rübenach, Güls, Retterath, Gillenfeld, Polch, Rüber, Mertloch, Küttig, Münstermaifeld, Kaifenheim, Hambuch, Burgen, Pommern, Cond, Bruttig, Winningen, Gondorf, Lehmen, Oberfell an der Mosel, Moselsürsch, Alken an der Mosel, Boppard, Ediger an der Mosel, Merl, Briedel, Reil, Kröv). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Meißen (Markgrafschaft). Die 929 von Heinrich I. als Stützpunkt der deutschen Herrschaft im eroberten Mittelelbegebiet an der Einmündung der Triebisch in die Elbe oberhalb des Meisabaches angelegte Burg Misni wurde 968 Sitz eines Markgrafen, 1046 Sitz der Markgrafen von M. Die 1046 erstmals so genannte Mark M. (marchia Misnensis) geht auf eine deutsche, nach dem Tod Markgraf Geros (965) abgespaltete Markgrafschaft zurück, als deren erster Inhaber 968 Wigbert erscheint. Sie hatte wechselnden Umfang (982 Markgrafschaft Merseburg, Zeitz und M.) und unterstand Markgrafen aus den Häusern der Ekkehardiner (Ekkehardinger) (985-1046), Weimar-Orlamünde (1046-1067), der Brunonen (1067-1088) und seit 1089/1125 zusammen mit M. der Eilenburger (Heinrich I. von Eilenburg) bzw. Wettiner, die ursprünglich als Grafen im Schwabengau und Hosgau saßen und deren Stammarkgrafschaft Wettin mit der gleichnamigen Burg an der Saale lag. Sie gewannen bis 1156 Eilenburg (Eulenburg, Eilenberg) und Camburg, die Mark Niederlausitz (sächsische Ostmark), das Land Bautzen, die Gegend um Dresden, die Grafschaften Rochlitz und Groitzsch sowie die Kirchvogteien über das Hochstift Naumburg (Naumburg/Zeitz) und die Klöster Pegau, Chemnitz und Bosau. Der 1195 unternommene Versuch des Kaisers die Mark als erledigtes Reichslehen einzuziehen scheiterte. Markgraf Heinrich III. erwarb die Landgrafschaft Thüringen und die Pfalzgrafschaft Sachsen (1247/1274), sein Sohn das Reichsland Pleißen (Pleißenland) mit Altenburg, Chemnitz und Zwickau. Bei seinem Tode kam es zu Landesteilungen und Familienzwisten, welche die Bedeutung der Markgrafschaft erheblich minderten. 1300 zog König Adolf von Nassau das Land als erledigtes Lehen ein, doch konnte Markgraf Friedrich I. 1307 M. wie Thüringen zurückgewinnen. Unter den Nachfolgern gelangen Erwerbungen im Reichsland Pleißen (Pleißenland) sowie um Dohna und Pirna. Kernland der Markgrafen blieb das Gebiet um M. 1409 wurde von Markgraf Friedrich dem Streitbaren die Universität Leipzig gegründet. 1422/1423 erlangten die Markgrafen von M. Land, Herzogstitel und Kurwürde der Herzöge von Sachsen-Wittenberg. Damit trat die später zum obersächsischen Reichskreis zählende Markgrafschaft M. gegenüber dem Herzogtum Sachsen in den Hintergrund und wurde unter Sachsen mitverstanden. Sie umfasste das Gebiet der sogenannten meißnischen, Leipziger und erzgebirgischen Kreise. Der meißnische Kreis enthielt die Ämter M., Dresden, Dippoldiswalde, Pirna, Hohnstein (Hohenstein) und Lohmen, Stolpen, Radeberg mit Laußnitz (Lausnitz), Großenhain mit Moritzburg, Senftenberg, Finsterwalde, Mühlberg, Torgau und Oschatz. Der Leipziger Kreis umfasste die Ämter Leipzig, Delitzsch, Zörbig, Eilenburg mit Düben, Grimma, Mutzschen (Mutschen), Leisnig und Döbeln, Rochlitz, Colditz (Kolditz), Borna, Pegau und das Stiftsamt Wurzen. Der erzgebirgische Kreis zerfiel in die Ämter Freiberg, Augustusburg (Augustenburg), Chemnitz, Nossen, Grillenburg mit Tharandt, Frauenstein, Altenberg, Lauterstein, Wolkenstein mit Rauenstein, Grünhain mit Stollberg (Stolberg), Schwarzenberg mit Crottendorf (Krottendorf), Wiesenburg und Zwickau mit Werdau (Werda). Bei späteren Teilungen fiel der Hauptteil (Dresden, Freiberg, M.) an die albertinische Linie des späteren Königreichs Sachsen. Sachsen kam von 1949 bis 1990 zur Deutschen Demokratischen Republik.
L.: Wolff 378f.; Wallner 708 ObersächsRK 2; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) G3, II 66 (1378) G3; Blaschke, K./Kretzschmar, H., (Ober-)Sachsen und die Lausitzen, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Posse, O., Die Markgrafen von Meißen und das Haus Wettin bis zu Konrad dem Großen, 1881; Kötzschke, R./Kretzschmar, H., Sächsische Geschichte, Bd. 1, 2 1935, Neudruck 1965; Helbig, H., Der wettinische Ständestaat bis 1485, Bd. 1f. 2. A. 1980; Pannach, H., Das Amt Meißen vom Anfang des 14. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, 1960; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 25, IV, 5, Misner Bevölkerungsname; Mark Meißen, hg. v. Weise, H., 1989; Blaschke, K., Geschichte Sachsens im Mittelalter, 1990; Blaschke, K., Meißen, LexMA 6 1992, 476ff.; Rupp, G., Die Ekkehardiner, 1996; Weller, T., Die Heiratspolitik, 2004; Urkunden der Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen 1196-1234, Register bearb. v. Baudisch, S. u. a., 2009. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Meitamulin s. Mechitamulinero marcha (Möckmühl Mark, Möckmühler Mark)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 299. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Memelgebiet, Memelland (Landschaft, Verwaltungsgebiet). Das Gebiet an der Memel (Njemen) war im Frühmittelalter von Schalauen und Kuren bewohnt. 1252 gründete der Deutsche Orden die 1254 mit lübischem Recht begabte Stadt Memel. 1273 unterwarf der Landmeister in Livland das M. 1328 kam dieses an Preußen. 1422 wurde die Grenze zwischen Deutschem Orden und Litauen so festgelegt, dass ein 15 bis 20 Kilometer breiter Streifen nördlich der Memel mit der Stadt Memel dem Deutschen Orden verblieb. Nach starker Eindeutschung seit dem 18. Jahrhundert wurde das Gebiet nördlich der Memel (2565 Quadratkilometer mit 145000 Einwohnern, davon 1910 52,3 % deutschsprachig) nach Art. 99 des Versailler Vertrages vom 28. 6. 1919 an die Alliierten abgetreten und von einem französischen General vorläufig verwaltet. Nach militärischer Besetzung durch litauische Freischärler im Januar 1923 erhielt am 16. 2. 1923 Litauen die Souveränität. Im Memelabkommen vom 8. 5. 1924 wurden die Rechte der Alliierten auf Litauen übertragen. Im Memelstatut vom 17. 5. 1924 wurde weitgehende innenpolitische Autonomie zugestanden. Im Oktober 1938 trat Litauen das M. an Deutschland ab und gab es am 22. 3. 1939 vertraglich zurück. 1945 kam es unter die Verwaltung der Sowjetunion. Die Deutschen wurden weitgehend vertrieben. 1990 fiel es als politische Folge der deutschen Einheit an die Sowjetunion. S. Litauen.
L.: Kopp, F., Der Kampf um das Memelgebiet, 1935; Schätzel, W., Das Reich und das Memelgebiet, 1943; Szameitat, M., Bibliographie des Memellandes, 1957; Plieg, E., Das Memelland 1920-39, 1962; Wallat, J., Die völkerrechtliche Stellung des Memelgebietes 1991 (Diss.); Gornig, G., Das Memelland, 1991. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Meranien (Herzogtum). M. (Meerland) ist die Küstenlandschaft Kroatiens und Dalmatiens am adriatischen Meer (am Quarnero und um Fiume), die von Kaiser Heinrich IV. erobert wurde. Sie war zunächst Teil der Mark Istrien Bayerns. Kaiser Friedrich I. Barbarossa verlieh bereits 1152 den Titel eines Herzogs von M. an den 1159 verstorbenen Grafen von Dachau, trennte dann 1180 M. von Bayern und belehnte die Grafen von Andechs (seit 1173 Markgrafen von Istrien) als Herzöge von Kroatien, Dalmatien und M. mit M. Der Erwerb der Landeshoheit in dem Gebiet gelang dem Geschlecht nicht. Mit seinem Aussterben 1248 erlosch das Titularherzogtum.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 23, Meran; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 30; Weller, T., Die Heiratspolitik, 2004. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Merderaland (Gebiet in Friesland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Merseburg (Hochstift, Herzogtum, Residenz). Schon in karolingischer Zeit (um 850) war die Burg M. (slaw. Mesibor, Mittenwalde) auf einem Hügel westlich der Saale Sitz von Grafen (von M.). Sie fiel durch die Gemahlin (Hatheburg) König Heinrichs I. an die Liudolfinger. Neben der von Heinrich I. errichteten Pfalz gründete Kaiser Otto der Große (962/968) unter Auslösung aus der Diözese von Halberstadt das Bistum M. (erster Bischof Boso von Sankt Emmeram in Regensburg), das zur Erzdiözese Magdeburg gehörte. Bekanntester Bischof des von 981 bis 1004 aufgelösten, ziemlich kleinen Bistums (Landschaft Chutizi zwischen Saale und Mulde mit einem schmalen Streifen östlich der Mulde) war Thietmar von M. (1008-1018). Die weltliche Herrschaft beschränkte sich auf die Stadt M. mit ihrer unmittelbaren Umgebung, ein 974 von Kaiser Otto II. erhaltenes großes Waldgebiet zwischen Saale und Mulde (Schkeuditz, Lützen) und die Lehnshoheit über Leipzig. Nach der seit 1523 eindringenden Reformation brachte das Haus Wettin (Sachsen, Albertiner) als Administrator ab 1545/1561 das zum obersächsischen Reichskreis gehörige Stiftsgebiet, das die Ämter M., Lützen mit Zwenkau, Schkeuditz und Lauchstädt (Lauchstedt) umfasste, in seine Gewalt. Dies wurde 1635/1648 anerkannt. Von 1657 bis 1731 bestand eine wettinische Nebenlinie der Herzöge von Sachsen-Merseburg, bis 1815 eine besondere Verwaltung. 1815 kam das Gebiet ganz überwiegend zu Preußen, 1945 zur sowjetischen Besatzungszone und damit von 1949 bis 1990 zur Deutschen Demokratischen Republik. S. Sachsen-Merseburg.
L.: Wolff 380f.; Wallner 708 ObersächsRK 2; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) G3, III 38 (1789) D2; Gringmuth-Dallmer, H., Magdeburg-Württemberg, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Urkundenbuch des Hochstifts Merseburg, hg. v. Kehr, P., Teil 1 (bis 1357), 1899; Bönhoff, L., Das Bistum Merseburg, seine Diözesangrenzen und seine Archidiakonate, Neues Archiv f. Sächsische Geschichte 32 (1911); Heckel, J., Die evangelischen Dom- und Kollegiatstifte Preußens, insbesondere Brandenburg, Merseburg, Zeitz, 1924; Holtzmann, R., Die Aufhebung und Wiederherstellung des Bistums Merseburg, Sachsen und Anhalt 2 (1926); Schlesinger, W., Kirchengeschichte Sachsens, Bd. 1f. 1962; Streich, B., Die Bistümer Merseburg, Naumburg und Meißen zwischen Reichsstandschaft und Landsässigkeit, (in) Mitteldeutsche Bistümer im Spätmittelalter, 1988; Gemeinde auf dem Weg durch die Zeit, hg. v. Steenhoff, T., 1989; Blaschke, K., Die Christianisierung des Landes östlich des Saale, Jb. f. dt. Kirchengeschichte 17 (1989/90), 63ff.; Blaschke, K., Merseburg, LexMA 6 1992, 546; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 564, 1, 2378. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Merstem s. Marstem
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 91, III, 11, 16, 28, 29, 30, S. 262, Mersthem, Marstem, Bevölkerungsname *Merseton. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Methingau (Gau zwischen Luxemburg und Longwy bzw. Metz. Matois, Mathois, pagus Matensis)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (fälschlich Metzgau) (Baslieux); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 693; Mettensis; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 18, Methingouwe, pagus Methinsis, ;Le Matois’; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 180; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 156 (780? pago Matinse, 785/786 pago Mettensi), Benennungsmotiv unklar, vielfach (Vanderkindere, Wampach, Hlawitschka, Droege) mit dem Metzgau verwechselt, zwischen Luxemburg und Longwy bzw. Metz (Angevillers bzw. Arsweiler bzw. Answeiler, Aumetz, Baslieux, Beuvillers, Contern, Labry, Luxemburg-Stadt, Mamer, Monnerich, Redingen bzw. Rédange, Syren, Wernheim bzw. Vernéville, Villers-la-Montagne). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Methingouwe s. Methingau, (fälschlich) Metzgau
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 693; Mettensis; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 18, Methingouwe, pagus Methinsis, ;Le Matois’; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 180. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Metz (freie Reichsstadt). In keltischer Zeit war Divodurum Hauptort der Mediomatriker. Die Römer erbauten an der wichtigen Kreuzung der Straßen nach Reims, Trier, Straßburg und Mainz das Kastell Mediomatricum (später Mettis). Vermutlich im ausgehenden 3. (oder 4.) Jahrhundert wurde dort ein Bischofssitz eingerichtet. Zeitweise war der Ort Mittelpunkt des später Austrasien genannten fränkischen Reichsteils. 843 kam M., obwohl es dem romanisch-französischen Sprachraum zugehörig war, zu Lotharingien, 870 zum ostfränkischen Reich. Seit dem späten 12. Jahrhundert (1189) löste sich die Stadt aus der Abhängigkeit der Bischöfe, die ihren Sitz nach Vic verlegten, und stieg von 1180 bis 1210 zur Reichsstadt auf. Sie schuf sich ein Herrschaftsgebiet (Pays Messin), das im 14. Jahrhundert mit mehr als 130 Dörfern das größte aller Reichsstädte war, und verteidigte es gegen alle Angriffe der Herzöge von Lothringen. Nachdem 1551 die protestantischen deutschen Reichsfürsten dem König von Frankreich für dessen Hilfe gegen Kaiser Karl V. das Reichsvikariat über die Bistümer M., Toul und Verdun zugesprochen hatten, besetzte der König von Frankreich 1552 die Stadt. 1648 wurde sie endgültig an Frankreich abgetreten. Als Hauptstadt des Bezirks Lothringen des Reichslandes Elsass-Lothringen gehörte M. von 1871 bis 1918 zum Deutschen Reich und war von 1940 bis 1944 deutsch besetzt.
L.: Wolff 308; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F4, II 66 (1378) D4; Westphal, Geschichte der Stadt Metz, Bd. 1-3 1875ff.; Albers, J., Geschichte der Stadt Metz, 1902; Zeller, G., La réunion de Metz á la France de 1552 a 1648, Bd. 1f. Paris 1926; Schneider, J., La ville de Metz aux XIIIe et XVe siècles, Nancy 1950; Hocquard, G. u. a., Metz, 1961; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, 32, IV, 18, pagus Mettensis, zum Ortsnamen Metz; Pundt, M., Metz und Trier, 1998; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 408; Petry, C., Faire des sujets du roi, 2006. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Metzgau (Mattensis, Gau nordwestlich Metzs)
L.: [Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (Baslieux) fälschlich]; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 32, IV, 18, Methingouwe, pagus Methinse,Le Matois’; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 179 Messin; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999,167 (610/611 territurio Mittensem), abgeleitet von Metz, um Metz (Ars an der Mosel bzw. Ars-sur-Moselle, Bornen bzw. Borny, Kemnat bzw. Cheminot, Mariellen bzw. Marieulles, Sablon, Sankt Julian bzw. Saint-Julien-lès-Metz, Sigach bzw. Scy, Unterhofen bzw. Secourt, Wigingen bzw. Vigy, räumlich entfernt Zellen in der Gemeinde Kleintänchen bzw. Petit-Tenquin); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Luxemburg [Stadt], Contern, Syren, Niederrentgen bzw. Basse-Rentgen, Arsweiler bzw. Angevillers, Diedenhofen bzw. Thionville). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Michelbach (Mark, nordwestlich Marburgs Michelbergere marca)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, zum Ortsnamen Michelbach. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Michelbergere marca s. Michelbach (Mark nordwestlich Marburgs)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, zum Ortsnamen Michelbach (bei Marburg). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Michelstadt (Herrschaft). In der schon römisch besiedelten Gegend an der oberen Mümling erscheint 741/742 das Königsgut M. (Michilstat). 815 gab Kaiser Ludwig der Fromme Ort und Mark an Einhard, der es 819/840 an Lorsch weitergab. Seit dem 12. Jahrhundert wurde es dem Kloster durch die Schenken von Erbach als Vögte (1232, Aufhebung Lorschs) entfremdet. 1307 mussten die Schenken es der Pfalz zu Lehen auftragen. 1806 kam es an Hessen-Darmstadt und damit 1945 an Hessen. S. Erbach.
L.: Wolff 123; Buxbaum, P., Michelstadt, 1950; (Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 6, 7, Marcha pertinens ad Michlenstat;) Michelstadt vom Mittelalter zur Neuzeit, 1986; Braasch-Schwersmann, U., Michelstadt, LexMA 6 1992, 611. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Michelstadt (Mark um Michelstadt im Odenwald)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 6, 7, Marcha pertinens ad Michlenstat. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Midagsterland (Gau in der Provinz Groningen, Midahi, Middach, Midochi, Middag)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 696; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 46, 47, III, 17, 31, Midahi. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mindelried, Mindelriedgau (Gau in Ostschwaben, Mindilriet)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95, Mindilriet, ‚Mindelried‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mindilriet s. Mindelried (Mindelriedgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95, Mindilriet, ‚Mindelried‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mintga (Gau in der östlichen Altmark)
L.: Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 135 (Altenzaun, Räbel); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 96, Mintga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 8. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moguntiacensis pagus (Mainzgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 12, zum Ortsnamen Mainz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moilla s. Mühlgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 12, 15, 21, 31, 41, III, 32, V, 2, Moilla, Mulehkeuue, pagus Molensis, fines Molensium); Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205, 249 (Mühlgau). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moinahgouwe (Maingau) s. Maingau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 27, 29. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moinwinidun, Moiniwinidun (Mainwenden, slawische Bevölkerungsgruppe am Obermain)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 27, 29, Bevölkerungsname. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moltbizi (Gau südlich Celles)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 31, IV, 13, V, 2, Moltbizi, Mulbeze. S. a. Flutwidde. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moranga (Gau östlich Korveis bzw. Corveys) s. Moringergau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Moringen); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 137 Moringau (Moringen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 714; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, IV, 10, 11, zum Ortsnamen Moringen. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Morazani (Murizzi, Marscinerland) s. Moresceni
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (Tucheim bzw. Großtuchheim, Brietzke, Möser, Nedlitz, Pothen, Lübs, Diederitz, Möckern, Dretzel, Neblitz, Büden, Nitzahme, Werbirg, Lietzow, Tryppehna, Ziepel, Tröbnitz, Grebs, Krüssau, Loburg), s. a. Morazani; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 34, 135 Moraciani (Biederitz, Brietzke, Büden, Burg, Dretzel, Gommern, Grabow, Leitzkau, Loburg, Lübs bzw. Großlübs, Lüttgenziatz, Möckern, Möser, Nedlitz, Pechau, Pothen bzw. Pöthen, Schartau, Tryppehna bzw. Trippehna, Tucheim, Wörmlitz, Ziepel); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 50, III 25, Morazani, s. a. Moresceni. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moresceni (Moroszanorum pagus, Mrocini, Moriziani, Morazena, Morazani, Morozini, Mrozani, Gau zwischen Havel und Elbe östlich Magdeburgs)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 13 (Tucheim bzw. Großtuchheim, Brietzke, Möser, Nedlitz, Pöthen, Lübs, Diederitz, Möckern, Dretzel, Neblitz, Büden, Nitzahme, Werbirg, Lietzow, Trippehna, Ziepel, Tröbnitz, Grebs, Krüssau, Loburg), s. a. Morazani; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 34, 135 Moraciani (Biederitz, Brietzke, Büden, Burg, Dretzel, Gommern, Grabow, Leitzkau, Loburg, Lübs bzw. Großlübs, Lüttgenziatz, Möckern, Möser, Nedlitz, Pechau, Pothen bzw. Pöthen, Schartau, Tryppehna bzw. Trippehna, Tucheim, Wörmlitz, Ziepel); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 50, III 25, Morazani, s. a. Moresceni. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moresmarcha (marca Aquilejensis) s. Maursmünster (Mark) (Maursmünsterer Mark)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 7, Moresmarcha, Maursmünsterer Mark, zum Ortsnamen Maursmünster. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moringergau (Gau östlich Korveis bzw. Corveys, Moranga, Morongano, Moringen Gau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Moringen); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 137 Moringau (Moringen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 714; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, IV, 10, 11, zum Ortsnamen Moringen. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mormonnaland (Gau in Ostfriesland bei Hesel. Mormerland, Morseton)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, s. a. Morseton III, 11, 14, 33. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Morseton s. Mormonnaland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 11, 14, 33, Morseton, Morseti, Morsaten, Morsacienses. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mortenau s. Ortenau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 21, 22, 30, 41, 44, Mortunouwa, Mordenaugia, pagus Mortinaugensis, Mortonogouuua, ‚Ortenau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moselgau (Moslicinse, Musalgovve, Muselguuae, Muselgowe, Muselgowi, Musolensi, Gau um die Mosel)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Niederemmel bzw. Emmel, Wintrich bzw. Winterich, Wasserbillig, Lüxem, Löf, Rübenach, Mertert, Girst, Monzelfeld bzw. Moselfeld); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 718; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 32, Muselgouwe, Muselahgouwe, pagus Moslensis, pagus Muselenorum, ‚Moselgau‘; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 176 (699 pago Mosalinse), benannt nach der Mosel, zwischen Seillegau und Maifeldgau mit zeitlich unterschiedlicher Ausdehnung, (Altwiese bzw. Altwies, Ars an der Mosel bzw. Ars-sur-Moselle, Auning bzw. Augny, Berg-sur-Moselle, Bettemburg bzw. Bettembourg, Beyern bzw. Beyren, Beiern bzw. Beyren-lès-Sierck, Biwer, Boler, Bombogen, Büdingen unter Justberg bzw. Budange-sous-Justemont, Bürmeringen bzw. Burmerange, Kemnat bzw. Cheminot, Cochem, Dalheim, Daundorf, Dorf, Ebingen bzw. Ebange, Edingen bzw. Edange, Elwingen bzw. Elvange?, Elzingen bzw. Elzing, Emeringen bzw. Emerange, Ennerchen bzw. Ennery, Erden, Ersingen bzw. Erzange, Faulbach, Fixheim bzw. Fixem, Fontoy/Fentsch, Hallingen bzw. Halling, Hellingen bzw. Hellange, Homburg bzw. Hombourg, Jussingen bzw. Jussy, Kedingen bzw. Kédange-sur-Canner, Kirsch bei Lüttingen bzw. Kirsch-lès-Luttange, Klüsserath, Königsberg bzw. Koenigsberg, Königsmachern bzw. Koenigsmacker, Lenningen, Lessingen bzw. Lessy, Lüxem, Maring, Mars-la-Tour, Marspich, Mehring, Merl, Morlingen bzw. Morlange, Mutfort bzw. Moutfort, Mövern bzw. Moyeuvre, Neumagen, Oetringen bzw. Oeutrange, Pépinville, Petersweiler bzw. Pierrevillers, Pommern, Püttlingen bzw. Puttelange-lès-Thionville, Remelach bzw. Rémilly, Rodemachern bzw. Rodemack, Roßlingen bzw. Rosselange, Rüdlingen bzw. Rudling, Sackenheimerhof bzw. Sackenheimer Hof, Salzdorf bzw. Salonnes, Schengen?, Schweich, Unterhofen bzw. Secourt, Sigmarshofen bzw. Semécourt, Simmingen bzw. Semming, Séremange, Diedenhofen/Thionville, Valwig, Villers bei Rombach bzw. Villers-lès-Rombas, Wollmeringen bzw. Volmerange-lès-Mines, Wasserbillig, Wincheringen, Jeutz bzw. Yutz); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Rübenach, Sackenheimerhof, Valwig, Cochem, Lehmen, Dahlem, Orenhofen, Lüxem, Dorf, Bombogen, Ürzig, Lösnich, Erden, Kamp, Rachtig, Zeltingen, Wehlen, Maring, Piesport, Merl, Kröv, Monzelfeld, Longkamp, Wintersdorf, Girst, Födelich, Wasserbillig, Biwer, Mertert, Wellen?, Wintrich, Niederemmel an der Mosel, Dhron, Neumagen, Klüsserath, Schweich, Mehring, Ruwer, Thalfang?, Beyern bzw. Beyren, Mutfort bzw. Moutfort, Dalheim, Ellingen bzw. Ellange, Bettemburg bzw. Bettembourg, Hellingen bzw. Hellange, Altwies, Daundorf, Elwingen bzw. Elvange, Bürmeringen bzw. Burmerange, Emeringen bzw. Emerange, Halling?, Püttlingen bzw. Puttelange-lès-Thionville, Beiern bzw. Beyren-lès-Sierck, Rodemachern bzw. Rodemack, Faulbach, Simmingen bzw. Semming, Wollmeringen bzw. Volmerange-lès-Mines, Boler, Fixem, Wincheringen, Lenningen, Körrig, Beuren, Kleinmacher, Schengen, Rüdlingen bzw. Rudling, Berg an der Mosel bzw. Berg-sur-Moselle, Kattenhofen? bzw. Cattenom?, Oetringen bzw. Oeutrange, Königsmachern bzw. Koenigsmacker, Diedenhofen bzw. Thionville, Elsingen bzw. Elzange, Fentsch bzw. Fontoy, Serémange, Marspich, Ersingen bzw. Erzange, Ebingen bzw. Ebange). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Moswidi (Gau westlich der Luhe südlich der Elbe um Stade, Moside)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Bedestorf, Horst bzw. Rinchurst?, Buxtehude?); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 69, 70, 74, 96, III, 31, Moswidi, Moside. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mulahgouwe s. Maulachgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Mulahgouwe, ‚Maulachgau‘, s. a. Mulechgau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mulehkeuue (Gau um die Roer bzw. Rur rechts der Maas, Mühlgau, Moilla
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Oestrich, Wegberg, Rickelrath); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 721; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 12, 15, 21, 31, 41, III, 32, V, 2, Moilla, Mulehkeuue, pagus Molensis, fines Molensium; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 189;,Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205, 249; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Herongen, Oestrum, Süchteln, Rickelrath, Berg, Watern, Östrich, Erkelenz, Jüchen, Elsen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Munigiseshuntari bzw. Munigisingeshuntari (Gau um Münsingen auf der schwäbischen Alb)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 82, 83, 89, Munigiseshuntari, Munigisingeshuntari, s. Ortsname Münsingen; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 134 (Dapfen, Egenhausen, Eglingen, Böttingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Muntericheshuntari bzw. Muntricheshuntera (Gau um Munderkingen an der Donau südwestlich Ulms, Muntharicheshuntari), s. a. Munigiseshuntari (bzw. Munigiseshuntere).
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Aderzhofen, Dieterskirch, Reutlingendorf); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 82, 83, 89, IV, 8, Muntericheshuntari, s. Ortsname Munderkingen; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 122. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Muoriztal s. Mürztal
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65, 66, V, 2, Muoriztal, pagus Muoriza, ‚Mürztal‘, s. Mürztal. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Murrahgouwe s. Murrgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Murrgau (Murrensis, Gau um die Murr rechts des Neckars, Murrensis [pagus], Murrahgouwe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Marbach); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, .II, 16, 24, 26, 32, Murrahgouwe, pagus Murrensis, ‚Murrgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Mürztal (Gau um die Mürz links der Mur in. Kärnten
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Diemlach bzw. Dümlach); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65, 66, V, 2, Muoriztal, pagus Muoriza. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 32, Muselgouwe, Muselahgouwe, pagus Moslensis, pagus Muselenorum, ‚Moselgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Muskau (Herrschaft). M. an der Lausitzer Neiße war im 12. Jahrhundert ein kirchlicher Mittelpunkt. Später war es Sitz der Herrschaft M., zu der 1361 eine Wasserburg zählte. Die 27000 Hektar umfassende Standesherrschaft in Sachsen gehörte nacheinander Boto von Eilenburg bzw. Eulenburg (1361), Heinrich von Kittlitz, den Penzig bzw. Pentzig (1390), den Biberstein (Bieberstein) (vor 1444), Böhmen, den Schönaich bzw. Schöneich (1558), Böhmen bzw. dem Reich (zweiter Heimfall des Lehens an die Krone Böhmens), den Burggrafen von Dohna (1597), den Grafen von Callenberg (1644), den Grafen von Pückler (1785 [, Errichtung eines vorbildlichen Landschaftsparkes, vgl. Pückler-Muskau, Hermann von, Andeutungen über Landschaftsgärtnerei, 1834]) dem Prinzen Friedrich der Niederlande (1846-1861) sowie zuletzt bis 1945 den Grafen von Arnim. S. Polen.
L.: Wolff 470; Arnim, S. Gräfin v., Der Landvogt von Callenberg, 1934; Arnim-Muskau, H. v./Boelcke, W., Muskau. Standesherrschaft zwischen Spree und Neiße, 1978, Neudruck 1992. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Muthwidde (Gau an der Örtze bzw. Oertze rechts der Aller)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 Müdengau (Müden).; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 131 Muthwidde (Müden nördlich Celles); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 70, Muthiwidde. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nabburg (Mark an der Naab nördlich Schwandorfs, Napurg)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 7, Napurg, marcha ad Napurg, zum Ortsnamen Nabburg. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nabelgau (Gau zwischen Wipper und Helme, Nabelgowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908 14 (Ichstedt); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 137 (Bendeleben, Ichstedt, Wolkramshausen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nagaltgouwe s. Nagoldgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, 78, Nagaltgouwe, ‚Nagoldgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nagoldgau (Gau um die Nagold rechts der Elsenz)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Nagelkeuue, Nagalgouue, Kuppingen, Nagold); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, 78, Nagaltgouwe, Nagaltahgouwe, ‚Nagoldgau‘; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 129 (Dornstetten, Bildechingen, Gündringen, Gültstein, Bierlingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nahegau (Gau zwischen Nahe und Rhein, Nahgovue, Nahgouue, Nahgeuue, Nahcgouue, Nahkeuue, Nachgouue, Nachgouve, Nahgouue, Nahgowe, Nahgouui, Nachgowe, Nichgouue, Nahgowie,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 14 (Saulheim, Groß-Winternheim bzw. Großwinternheim, Albig bzw. Albich, Wöllstein, Traisen, Hüffelsheim bzw. Huffelsheim, Nieder-Olm bzw. Niederolen, Ober-Olm bzw. Oberolen, Kefersheim, Wieselbach, Hennweiler bzw. Hannweiler, Nierstein, Denzen, Flonheim, Ingelheim, Bornheim, Kirn, Mainz, Jugenheim, Bergen, Böschweiler, Niederhosenbach und Oberhosenbach bzw. Hosenbach, Wendelsheim, Gaualgesheim, Spiesheim); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 727; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 19, 24, 26, 27, Nahgouwe, pagus Nauuinsis, ‚Nahegau‘; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 190; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 224 (754 pago Nafinsi), benannt nach der Nahe, an der Nahe (u. a. Argenthal, Bergen, Biebern, Bosenbach, Denzen, Hausen, Hennweiler?, Niederhosenbach und Oberhosenbach bzw. Hosenbach, Kaiserslautern, Kappel, Kirchberg,Kirn, Kübelberg, Merxheim, Monzingen, Niederkirchen, Osterbrücken, Reichenbach?, Seesbach bzw. Sessbach, Simmertal); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Gondershausen, Kappel, Sohren, Krummenau, Michelbach, Biebern, Simmern, Argenthal, Denzen, Ravengiersburg, Lindenschied, Bingen, Kempten, Ingelheim, Weiler bei Bingen, Waldalgesheim, Waldlaubersheim, Großwinternheim, Grolsheim, Hergenfeld, Aspisheim, Jugenheim in Rheinhessen, Gensingen, Langenlonsheim, Finthen, Hausen, Rhaunen, Seesbach, Hennweiler?, Hahnenbach, Monzingen, Merxheim, Hühnerhof, Roxheim, Planig, Mandel, Weinsheim, Bad Kreuznach, Badenheim, Pleitersheim, Traisen, Wöllstein, Gumbsheim, Hüffelsheim, Norheim, Flonheim, Bornheim, Wendelsheim, Alsenz, Saulheim, Spiesheim, Albig, Weinheim, Wahlheim, Heimbach, Reichweiler, Niederkirchen im Ostertal, Saal, Brücken [Pfalz?], Bosenbach, Neunkirchen am Potzberg, Reichenbach). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Namur (Gau, Grafschaft, Markgrafschaft), fläm. Namen. Im Gebiet der Mündung der Sambre in die Maas lag wahrscheinlich schon im ersten vorchristlichen Jahrhundert das oppidum Aduatucorum bzw. Aduaticorum. Im 7. Jahrhundert erscheint hier die Münzstätte N. Um die Burg entwickelten sich Stadt und Grafschaft (832 Gau Namucensis). Die um 930 den Grafen von Lomme (um 1150 Heinrich der Blinde Graf von Namur, Laroche, Durbuy, Longwy und Luxemburg, Vogt von Stablo, Sankt Maximin und Echternach) und 1188 den verwandten Grafen bzw. Markgrafen von Hennegau (und Flandern) zustehende Grafschaft fiel 1213 an die Courtenay und durch Verkauf 1263 an die Grafen von Flandern, 1421/1429 durch Verkauf seitens des erbenlosen Grafen Johann III. an Philipp von Burgund. Mit Burgund kam sie 1477/1493 an Habsburg und zählte zum burgundischen Reichskreis. 1692 wurde N. von Ludwig XIV. von Frankreich, 1695 von Wilhelm von Oranien erobert. Von 1715 bis 1781 gehörte N. zu den Barrierefestungen der (österreichischen) Niederlande. 1815 fiel es an die Niederlande. 1830/1831 kam es bei der Lösung Belgiens vom Königreich der Niederlande an Belgien.
L.: Wolff 63; Wallner 701 BurgRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) C3, II 78 (1450) E3; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 Namucensis (Brogne); Vanderkindere, L., La formation territoriale des principautés belges, Bd. 1f. 1909; Actes des comtes de Namur, hg. v. Rousseau, 1936f.; Brouette, E., Introduction aux études historiques, archéologiques et folkloriques du Namurois, 1947; Balon, J., La maison de Namur sur la scène de la grande histoire, 1950; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, 32, IV, 18, pagus Namurensis, pagus Namucensis; Genicot, L., Le Namurois politique, 1964; Genicot, L., Études sur les principautés lotharingiennes, 1975; Bovesse, J., La maison comtale namuroise (Xe s.-1429), 1979; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 147, 205 ?; Namur. Le site, les hommes. De l’époque romaine au XVIIIe siècle, 1988; Genicot, L., Namur, LexMA 6 1992, 1011; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 53; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 452, 2, 448. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Napurg (Mark) (an der Naab nördlich Schwandorfs)s. Nabburg)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 3, 4, 7, Napurg, marcha ad Napurg, zum Ortsnamen Nabburg. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nardingland (Grafschaft südlich der Zuidersee, Nerdincklant)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 Nerdincklant; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 48, 55, III, 3, 23, 24, 28, 29, Nardingland, Nardinckland, Nardingherland (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nasina (Gau am Unterlauf der Aar südlich Limburgs an der Lahn
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 12, Nasina, pagus Nasina, zum Ortsnamen Neisen; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000, Oberneisen (Kaltenholzhausen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nassau (Grafschaft, Herzogtum). Nach der um 1125 von den Grafen von Laurenburg an der unteren Lahn erbauten, lehnshoheitlich im 12. Jahrhundert von Trier auf das Reich übergehenden Burg N. (Ort 915 erstmals erwähnt) nannte sich seit 1159/1160 ein Grafengeschlecht, das sich von dem Vogt Mainzs in Siegen Ruppert (1079-1089) und dessen Sohn Graf Dudo von Laurenburg herleitete (1117 erstmals sicher bezeugt), 1122/1124 den Grafen Udalrich von Idstein-Eppstein beerbte und nach 1124 Vogt des Hochstifts Worms in Weilburg wurde. Durch gezielte Erwerbspolitik gewann es zwischen Main, Mittelrhein, Sieg und Wetterau ein schmales Herrschaftsgebiet (um 1160 zusammen mit den Grafen von Katzenelnbogen von den Grafen von Isenburg die ursprünglich den Grafen von Arnstein zustehende Grafschaft auf dem Einrich, Herborner Mark, Kalenberger Zent, Westerwald, Lipporn, Miehlen, Marienfels, Idstein, Bleidenstadt, Ems, Wiesbaden um 1200) mit den Erzstiften Mainz und Trier sowie den Landgrafen von Hessen als Nachbarn. Am 16. 12. 1255 teilten die Grafen von N. die Güter längs der Lahn in die nördlich der Lahn gelegenen, wertvolleren Gebiete mit Siegen, Herborn und Dillenburg sowie den Vogteien Dietkirchen und Ems (ottonische [jüngere] Linie) und in die südlich der Lahn gelegenen Gebiete mit den Herrschaften Wiesbaden und Idstein sowie den Vogteien Weilburg und Bleidenstadt (walramische [ältere] Linie). Gemeinsam blieben die Burg N., der Einrich zwischen unterer Lahn und Taunus, die Laurenburg, die Pfandschaften und die Lehen. ----- Die jüngere ottonische Linie, die unter Heinrich († 1343) die Vogteien und Gerichte Dernbach, Eibelshausen (Eibelsberg, Haiger und Ewersbach [Ebersbach]) hinzuerwarb, spaltete sich 1303 in die Linien Nassau-Hadamar (ältere Linie, bis 1394), Nassau-Siegen und Nassau-Dillenburg. Nassau-Dillenburg fiel 1328 an Nassau-Siegen, doch blieb Dillenburg Hauptort. Die Linie teilte sich 1343 in Nassau-Dillenburg und Nassau-Beilstein (ältere Linie bis 1561). Nassau-(Siegen-)Dillenburg beerbte 1394 Nassau-Hadamar und gewann durch Heiraten 1376/1378 die Reichsgrafschaft Diez, 1403/1404 Polanen, Leck, Breda und weitere Güter im Gebiet der heutigen Niederlande sowie 1416/1420 die gemeinsam mit Brüdern beherrschte Grafschaft Vianden im Herzogtum Luxemburg. Diese Gebiete wurden im 15. Jahrhundert mehrfach geteilt (1416 vier Linien, 1425 drei Linien: Nassau-Dillenburg-Diez [bis 1443], Nassau-Haiger-Siegen [bis 1429] und Nassau-Herborn-Breda), doch waren die nassau-dillenburgischen Güter von 1451 bis 1472 und von 1504 bis 1516 wieder vereinigt. Seit 1507 nannte sich die Linie wegen ihrer vergeblich geltend gemachten Erbansprüche auf Katzenelnbogen auch Nassau-Katzenelnbogen und wegen der Heirat mit der Erbtochter des Prinzen/Fürsten von Chalon und Oranien am Unterlauf der Rhone (1515, Erbfall 1530) auch Nassau-Oranien. Etwa gleichzeitig wurde die Reformation (zunächst das Luthertum, dann der Calvinismus) eingeführt. 1559 erfolgte eine erneute Teilung in die linksrheinischen (Nassau-Oranien) und die rechtsrheinischen (Nassau-Dillenburg) Güter. 1561 beerbte Nassau-Dillenburg Nassau-Beilstein. 1601/1607 erfolgte eine Teilung in die Linien Nassau-Dillenburg, Nassau-Hadamar, Nassau-Beilstein, Nassau-Siegen (1652 in den Reichsfürstenstand erhoben) und Nassau-Diez. Nassau-Dillenburg mit Dillenburg, Haiger und Herborn wurde 1620 von Nassau-Beilstein beerbt, das sich seitdem nach Dillenburg Nassau-Dillenburg nannte (1652 in den Reichsfürstenstand erhoben). Nassau-Hadamar (1650 in den Reichsfürstenstand erhoben) mit Hadamar und Rennerod kam 1711/1717 an Nassau-Diez. 1739 fiel Nassau-Dillenburg mit der Herrschaft Schaumburg an Nassau-Diez. Nassau-Siegen gelangte 1742/1743 an Nassau-Diez, das damit alle rechtsrheinischen Güter der nassau-ottonischen Linie in sich vereinigte. Weil Nassau-Diez außerdem 1702 die linksrheinischen Güter der Linie Nassau-Oranien erlangt hatte, nannte sich die Linie Fürsten von Nassau-Oranien. 1747 verlegte sie ihre Residenz nach Den Haag und regierte das Stammland über das deutsche Kabinett in Dillenburg. 1795/1797/1801 verlor sie alle linksrheinischen Güter an Frankreich und erhielt hierfür das Hochstift Fulda, das Schloss Johannisberg (Vollrads bei Östrich-Winkel), Corvey und Höxter, Dortmund, Weingarten, Sankt Gerold (in Vorarlberg), Hofen (bei Friedrichshafen), Dietkirchen und Bendern (in Liechtenstein) als neues Fürstentum Oranien (insgesamt 46 Quadratmeilen mit 120000 Einwohnern). 1806 verlor es durch die Rheinbundakte auch die rechtsrheinischen Güter, vor allem das Fürstentum Diez an das Herzogtum Nassau und das Großherzogtum Berg. Nach dem Ende der französischen Vorherrschaft ergriff der Prinz von Nassau-Oranien am 20. 12. 1813 von seinen Ländern wieder Besitz. Am 14. 7. 1814 gab das Herzogtum Nassau an Nassau-Oranien das Fürstentum Diez und weitere Güter zurück. Durch Vertrag vom 31. 5. 1815 trat der Fürst von Nassau-Oranien, der 1815 König der Niederlande geworden war, alle deutschen Gebiete an Preußen als Gegenleistung für das ihm durch den Wiener Kongress zugesprochene Großherzogtum Luxemburg ab. Preußen gab seinerseits einen Teil der Gebiete (Fürstentum Diez, Hadamar, Dillenburg) an das Herzogtum Nassau (1806-1866) weiter. 1890 erlosch mit König Wilhelm III. von den Niederlanden die ottonische Linie im Mannesstamm.-----Die ältere walramische Linie, aus der König Adolf von N. (1292-1298) stammte, gewann 1328/1333 die Herrschaft (Reichsgrafschaft) Merenberg, die Herrschaft Lichtenstein und weitere Güter (pfandweise Neuweilnau, Burg und Stadt Katzenelnbogen, Altenkirchen, Dietenhausen [Diedenshausen]). 1355 teilte sie sich in die Linien Nassau-Idstein (mit Idstein und Wiesbaden) und Nassau-Weilburg (1366 gefürstete Grafen) mit Weilburg und Bleidenstadt. 1381 erlangte die Linie Nassau-Weilburg infolge Heirat die Grafschaft Saarbrücken, 1393 die Herrschaft Kirchheim und Stauf, 1405 Neuweilnau (Kauf), Bingenheim, Reichelsheim, Elkerhausen und Teile von Homburg, Löhnberg, Sonnenberg, Cleeberg bzw. Kleeberg und Mensfelden. 1429/1442 teilte sie sich in die Linien Nassau-Saarbrücken und die Neue Linie Nassau-Weilburg, wobei die Linie Nassau-Saarbrücken die meisten linksrheinischen Güter erhielt. Sie erwarb außerdem 1527 die Grafschaft Saarwerden und das Oberamt Lahr und Mahlberg. Nach ihrem Aussterben (1574) kamen ihre Güter an die 1561 in Nassau-Weilburg und Nassau-Weilnau geteilte neue Linie Nassau-Weilburg. Nassau-Weilnau wurde 1602 von Nassau-Weilburg beerbt. 1605 kam es durch Aussterben der Linie Nassau-Idstein zur Wiedervereinigung aller nassau-walramischen Güter in der Linie Nassau-Weilburg. Diese wurde 1629/1651 aufgeteilt in Nassau-Idstein mit Idstein, Wiesbaden und Lahr, Nassau-Weilburg mit Weilburg, Merenberg und Kirchheim und Nassau-Saarbrücken (mittlere Linie, 1659 dreigeteilt, mit Saarbrücken, Saarwerden und Usingen). 1688/1737 wurden die Grafen zu Reichsfürsten erhoben. Von den verschiedenen Linien starb Nassau-Idstein 1721 aus und vererbte die Güter an Nassau-Usingen (Nassau-Saarbrücken-Usingen), das außerdem 1723 Nassau-Saarbrücken (Nassau-Saarbrücken-Saarbrücken) und 1728 Nassau-Ottweiler (Nassau-Saarbrücken-Ottweiler) beerbte. Nassau-Weilburg erheiratete 1799 den größten Teil der Reichsgrafschaft Sayn-Hachenburg. 1801 verlor es alle linksrheinischen Gebiete an Frankreich, wurde aber dafür mit Gütern aus dem Erzstift Trier entschädigt. Nassau-Saarbrücken (mittlere Linie) teilte sich 1659 in die Linien Nassau-Ottweiler, Nassau-Saarbrücken und Nassau-Usingen. Dieses beerbte 1723 Nassau-Saarbrücken, 1721 Nassau-Idstein und 1728 Nassau-Ottweiler. 1735 wurde es erneut in Nassau-Saarbrücken (jüngere Linie) und Nassau-Usingen, das 1744 die Residenz von Usingen nach Biebrich und die Regierung nach Wiesbaden verlegte, geteilt. Nassau-Saarbrücken wurde 1797 von Nassau-Usingen beerbt. 1793/1801 verlor Nassau-Usingen seine linksrheinischen Güter, von denen die alte Grafschaft Saarbrücken 1815 an Preußen kam, erhielt dafür aber Entschädigung vor allem aus dem Erzstift Mainz im Rheingau und am unteren Main, aus dem Erzstift Trier (Montabaur, Limburg), aus dem Erzstift Köln (u. a. Deutz, Königswinter), aus Hessen-Darmstadt (Anteil an der Niedergrafschaft Katzenelnbogen um Braubach), aus Sayn-Altenkirchen und verschiedenen Klöstern und Stiften sowie Virilstimme im Reichsfürstenrat.----- Am 30. 8. 1806 schlossen sich die am 31. 7. 1806 dem Rheinbund unter Erhöhung zu Herzögen beigetretenen Fürsten von Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen, das 1816 ausstarb, zu einem vereinten, für unteilbar und souverän erklärten Herzogtum N. zusammen. Sie bekamen die Grafschaft Wied-Runkel, die Grafschaft Wied-Neuwied, das Fürstentum Nassau-Oranien mit Grafschaft Diez, die Grafschaft Solms-Braunfels und andere Güter (Bassenheim, Grafschaft Holzappel, Herrschaft Schaumburg, Herrschaft Reifenberg, Herrschaft Kransberg, Gebiete der Reichsritterschaft), mussten aber die ehemals kölnischen Gebiete an das Großherzogtum Berg sowie Kastel (Mainz-Kastel) und Kostheim an Frankreich abtreten (Gesamtgebiet 103 Quadratmeilen mit 270000 Einwohnern). 1813 mussten sie Güter an Nassau-Oranien zurückgeben. Am 1./2. 9. 1814 erhielt das Herzogtum, um den Widerspruch verschiedener mediatisierter Familien (Ostein, Schönborn, Waldbott von Bassenheim [Waldbott-Bassenheim], von der Leyen) und des Freiherren vom Stein zu beseitigen, vor allen anderen deutschen Staaten eine landständische Verfassung. 1815 tauschte das Herzogtum N. mit Preußen umfangreiche Gebiete (ehemals hessen-kasselische Niedergrafschaft Katzenelnbogen, Diez, Dillenburg, Hadamar [gegen die späteren Kreise Neuwied, Altenkirchen, Wetzlar und den rechtsrheinischen Teil des Kreises Koblenz]). Seit 1815 war das Herzogtum Mitglied des Deutschen Bundes. Seit 1816 regierte Nassau-Weilburg allein. 1836 trat N. dem Deutschen Zollverein bei. Am 28. 12. 1849 wurde eine liberale Verfassung erlassen, die im November 1851 aber wieder aufgehoben wurde. Am 8. 10. 1866 wurde N. wegen seiner Unterstützung Österreichs von Preußen (in die Provinz Hessen-Nassau) einverleibt und durch 8,5 Millionen Taler und die Schlösser Weilburg und Biebrich (Wiesbaden-Biebrich) abgefunden. Herzog Adolf von Nassau (aus der walramischen Linie) wurde 1890 Großherzog von Luxemburg. 1912 starb das Haus N. aus. 1945 kam der größte Teil Hessen-Nassaus an Hessen.
L.: Wolff 263, 336; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) E3, II 78 (1450) F3; Demandt, K., Die Mittelrheinlande, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Die Territorien des Reichs 4, 234; Arnoldi, J., Geschichte der oranien-nassauischen Länder, Teil 1ff. 1799ff.; Vogel, C., Beschreibung des Herzogtums Nassau, 1843; Schliephake, F./Menzel, K., Geschichte von Nassau walramischen Teils, Bd. 1ff. 1864ff.; Roth, F., Fontes rerum Nassoicarum, Bd. 1ff. 1880ff.; Codex diplomaticus Nassoicus, hg. v. Menzel, K./Sauer, W., Bd. 1ff. 1885ff., Neudruck 1969; Düssell, H., Rechtskarte des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main, hg. v. Sayn, O., 1902; Spielmann, C., Geschichte von Nassau, Bd. 1ff. 1909ff.; Renkhoff, O., Die Grundlagen der nassau-dillenburgischen Territorialentwicklung, Korr. Bl. Gesamtverein. 80 (1932); Kleinfeldt, G./Weirich, H., Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum, 1937; May, K., Territorialgeschichte des Oberlahnkreises, 1939; Fritzemeyer, J., Die Ausbildung einer zentralen Behördenorganisation der Grafen bzw. Fürsten von Nassau, Diss. phil. Frankfurt am Main 1943; Gensicke, H., Landesgeschichte des Westerwaldes, 2. A. 1987; Demandt, K., Geschichte des Landes Hessen, 2. A. 1972, Neudruck 1980; Oestreich, G., Grafschaft und Dynastie Nassau im Zeitalter der konfessionellen Kriege, (in) Bll. f. dt. LG. 96 (1960); Kissel, O., Neuere Territorial- und Rechtsgeschichte des Landes Hessen, 1961; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, Territorialname; Demandt, K., Schrifttum zur Geschichte und geschichtlichen Landeskunde von Hessen, Bd. 1ff. 1965f.; Sante, G. W., Strukturen, Funktionen und Wandel eines historischen Raumes: Nassau, (in) Nassauische Annalen 85 (1974), 151ff.; Herzogtum Nassau: 1806-1866. Politik, Wirtschaft, Kultur. Eine Ausstellung des Landes Hessen und der Landeshauptstadt Wiesbaden (Katalog), Neudruck 1981; Gerlich, A., Nassau in politischen Konstellationen am Mittelrhein von König Adolf bis Erzbischof Gerlach (1292-1346), Nassauische Annalen 95 (1984), 1ff.; Renkhoff, O., Nassauische Biographie, 1986; Steubing, J., Kirchen- und Reformationsgeschichte der Oranien-nassauischen Lande, 1987; Faber, R., Die Bemühungen im Herzogtum Nassau um die Einführung von Mündlichkeit und Öffentlichkeit im Zivilprozessverfahren, 1990; Treichel, E., Der Primat der Bürokratie, 1991; Gerlich, A., Nassau, LexMA 6 1992, 1035; Jäger, W., Staatsbildung und Reformpolitik, 1993; Nassauische Parlamentarier, hg. v. Rösner, C., 1997; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 232; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W. u. a., 2003, 1, 1, 166; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 1, 479; Schüler, W., Das Herzogtum Nassau 1806-1866, 2006; Menk, G., Das Haus Nassau-Oranien in der Neuzeit, 2009; Handbuch der hessischen Geschichte Bd. 3 Ritter, Grafen und Fürsten hg. v. Speitkamp, W., 2014, 3 (mit Übersichtskarte Nassau im 18. Jh.). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Natergouwe, Natresgauwe (Gau nördlich der Unstrut, Teil des Altgaus)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Heroldishausen bzw. Heroldeshusen [nach Curs unbekannt]), 22 [Uatergau], Gau nördlich der Unstrut, Bothenheilingen bzw. Kirchheiligen, Großgrabe bzw. Grabe, Merxleben, Großurleben, [nach Curs auch Kleinurleben,] Zimmern, Körner, Großmehlra, Altengottern), Natresgauwe; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 154 Vatergau, Teil des Altgaus (Altengottern, Großgrabe, Bothenheilingen, Körner, Großmehlra, Merxleben, Großurleben); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Natergouwe, Uatergouue, Natresgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Neckargau (Gau um den Neckar, Necchargouue, Nechergeuue,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Kirchheim); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 27, Neckergouwe, ‚Neckargau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nederne (comitatus) (Grafschaft südlich Eschweges) s. Netra
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19, zum Ortsnamen Netra. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nellenburg (Grafen, Landgrafschaft). Die Burg N. bei Stockach war Sitz der mit den Burchardingern und Udalrichingern verwandten, seit 889 erkennbaren Grafen von N., die als Stifter des Klosters Allerheiligen bei Schaffhausen hervortraten. Um 1050 wechselten die Grafen vom Zürichgau an den oberen Rhein. 1077/1078 verloren sie die Grafschaft im Zürichgau. Seit 1080 nannten sie sich nach N. 1100/1105 starben die älteren Grafen von N. aus und vererbten Herrschaft und Namen auf die Grafen von Bürglen, um 1170 auf die Grafen von Veringen. Vor 1256 vereinigten diese das zu N. und Stockach gehörige Gebiet mit dem Hegau (Landgrafschaft). 1422 kamen die Landgrafschaft und die Grafschaft an die Herren von Tengen. Von 1465 bis 1805 gehörte N. durch Kauf zu Habsburg/Österreich und bildete einen Teil Schwäbisch-Österreichs. 1805 kam die zum österreichischen Reichskreis zählende, von mehreren adligen Herrschaften und Städten durchsetzte Landgrafschaft N. mit rund 25000 Einwohnern an Württemberg, 1810 an Baden und damit 1951/1952 zu Baden-Württemberg.
L.: Wolff 43; Wallner 713 ÖsterreichRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) E5; Berner, H., Die Landgrafschaft Nellenburg, (in) Vorderösterreich, hg. v. Metz, F., 3. A. 1978; Hils, K., Die Grafen von Nellenburg im 11. Jahrhundert, 1967; Der Landkreis Konstanz, Bd. 1 1968, 293ff.; Schib, K., Geschichte der Stadt und der Landschaft Schaffhausen, 1972; Seibert, H., Nellenburg, LexMA 6 1992, 1087. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nethegau (Gau im Einzugsbereich der Nethe bzw. Nette links der Weser, Netga, Nettegau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Lethgauue, Netga, Nithega, Gau um die Nette links der Weser, Bökendorf); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Netga, ‚Nettegau‘; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 178 (Bökendorf 965), sichere Festlegung des Umfangs nach Niemeyer schwierig. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19 Nederne comitatus (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nettegau (Gau) s. Nethegau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Lethgauue, Netga, Nithega, Gau um die Nethe bzw. Nette links der Weser, Bökendorf); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Netga, ‚Nettegau‘; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Netzedistrikt (Gebiet). Von den Gebieten beiderseits der Netze, die seit dem späten Mittelalter zur Landschaft Kujawien in Polen gehörten, fiel 1772 der nördliche Teil an Preußen. 1776 wurde dieses sog. Kleinpreußen mit zwischenzeitlich erfolgten Erweiterungen zum N. (Kreise Deutsch Krone [Deutsch-Krone], Flatow und Bromberg) zusammengefasst. 1807 kamen große Teile hiervon an das neue Herzogtum Warschau. 1815 wurden die Kreise Deutsch Krone (Deutsch-Krone) und Flatow der Provinz Westpreußen, der Südteil des Netzedistrikts der Provinz Posen innerhalb Preußens zugeteilt. 1919 fiel der größte Teil an Polen, der Rest verblieb in der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen. Er kam 1945 unter die Verwaltung Polens und fiel 1990 als politische Folge der deutschen Einheit an Polen.
L.: Ludat, H., Netze, LexMA 6 1992, 1099 (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nibelgau (Gau nordöstlich des Bodensees)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Schwarzensee); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 30, IV, 8, 9, Nibalgouwe, pagus Nibalgaunensis; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 63, 170 (Leutkirch, Karbach, Kißlegg [Kisslegg?], Rempertshofen, Aichstetten, Haselburg, Ausnang, Hettisried, Frauenzell, Winterstetten, Englisweiler, Arrisried, Zaisenhofen, Lauterseebach, Schönenberg, Willerazhofen, Herrot, Enenhofen, Allmishofen, Urlau). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Niddagau (Gau um die Nidder rechts des Mains, Nitehgouue, Nidehgouue, Nitigowe, Nitegowe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Seckbach, Sindlingen, Eschborn bzw. Escheborn); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 738; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 19, 24, 26, 29, Nitahgouwe, pagus Nitensis, ‚Niddagau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 109. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nidinga (Gau östlich und nördlich Donaueschingens)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19, 21, comitatus, zum Ortsnamen Neudingen; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 128 (Neudingen, Klengen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Niederlande (Staat). Bei der karolinigischen Reichsteilung 843 fiel Flandern westlich der Schelde an das westfränkische Reich (Westfranzien, Frankreich), der übrige Raum um Maas, Schelde und Rhein an das mittlere Reich Kaiser Lothars und 879/925 an das ostfränkische Reich. 1477/1493 kam das sich (seit etwa 1200 oder 1540?) sprachlich verselbständigende Gebiet der späteren N. über Maria von Burgund von Burgund an Habsburg, das die von Burgund zusammengefassten Gebiete hausmachtpolitisch gegenüber dem Reich zu verselbständigen suchte. Kaiser Karl V. fügte durch Kauf 1524 Friesland, durch Säkularisation 1528 Utrecht und Overijssel mit Deventer sowie 1538 Groningen und 1543 Geldern dem 1512/1548 gebildeten burgundischen Reichskreis hinzu, so dass insgesamt ein Komplex von 17 Gebieten entstand (Brabant, Limburg, Luxemburg, Geldern, Flandern, Artois [mit Arras], Hennegau, Holland, Seeland, Namur, Friesland, Rijssel [Lille], Doornik [Tournai], Mecheln, Utrecht, Overijssel und Groningen), und übertrug 1555 die Nachfolge an Philipp II. von Spanien (spanische N.). Seit 1565 wehrten sich Adlige in dem seit etwa 1540 zunehmend calvinisierten Gebiet gegen die von Philipp II. seiner Statthalterin Margarete von Parma (1559) in Auftrag gegebene Steigerung der königlichen Macht, mit der eine starke Erhöhung finanziellen wie religiösen Druckes einherging. Nach Ablehnung einer Bittschrift bildeten sie einen Bund des als Geusen verhöhnten Adels, der von den calvinistischen Religionsführern unterstützt wurde. 1567 wurde Margarete von Parma durch Herzog Alba als Statthalter abgelöst, der den Aufstand zunächst niederschlug. Am 1. 4. 1571 besetzten die Meergeusen Brielle (Briel) an der Maasmündung. Danach erhoben sich Seeland und Holland. Am 18. 7. 1572 wählten zwölf Städte in Seeland und Holland Wilhelm von Oranien zum königlichen Statthalter von Holland, Seeland und Utrecht. Am 8. 11. 1576 schlossen sich weitere Gebiete an. Am 23. 1. 1579 einigte Oranien in der Union von Utrecht die sieben nördlichen Provinzen Holland, Seeland, Utrecht, Geldern, Groningen, Overijssel (mit Drente) und Friesland, zu denen noch Flandern und Brabant kamen. 1581 setzte die Utrechter Union Philipp II. ab und schloss sich in den Generalstaaten zu einem losen Staatenbund zusammen (Republik der Vereinigten N.). Die südlichen N. wurden von Spanien erneut unterworfen. Nach weiteren schweren Kämpfen, in denen die seit 1635 mit Frankreich verbündeten Generalstaaten 1629-1637 den nördlichen Teil Brabants als Generalitätslande eroberten, wurden die Generalstaaten 1648 als eigener vom Reich gelöster Staat anerkannt. Ihr Interesse verlagerte sich rasch vom Reich auf die überseeischen Kolonien. Von 1590 bis 1700 waren die von 1572 bis 1650, von 1672 bis 1702 sowie von 1742 bis 1795 unter einem Statthalter handelnden N. das am stärksten urbanisierte und wirtschaftlich fortgeschrittenste Land Europas. Die südlichen (spanischen) Niederlande (Hennegau, Flandern, Artois, Namur, Luxemburg) kamen nach dem spanischen Erbfolgekrieg 1713/1714 von Spanien an Österreich. 1794 wurden sie von Frankreich erobert. Sie blieben Teil des deutschen Reiches. 1797/1801 musste Österreich sie an Frankreich abtreten. 1806 machte Napoleon die Generalstaaten zum Königreich Holland und vereinigte dieses 1810 mit Frankreich. 1814 wurde nach der Vertreibung der französischen Truppen die Vereinigung der nördlichen und südlichen N. sowie Lüttichs als Königreich der Vereinigten N. beschlossen. Dieses gehörte dem Deutschen Bund durch Personalunion mit Luxemburg an. 1830 wurde mittels der belgischen Revolution die Verbindung der sich benachteiligt fühlenden südlichen N. mit den nördlichen N. gelöst und Belgien von den N. getrennt. 1866 schieden Limburg und Luxemburg mit der Auflösung des Deutschen Bundes aus diesem aus. S. Flandern, Brabant, Hennegau, Namur, Limburg, Lüttich, Holland, Utrecht, Seeland, Geldern, Cambrai, Niederlothringen.
L.: Die Territorien des Reichs 3, 200; Blok, P., Geschichte des niederländischen Volkes, Bd. 1ff. 1901ff.; Geschiedkundige Atlas van Nederland, hg. v. Beekman, A., 1911ff.; Pirenne, H., Histoire de Belgique, Bd. 1ff. 1926; Geschiedenis van Nederland, hg. v. Brugmans, H., Bd. 1ff. 1933ff.; Reese, W., Die Niederlande und das Reich, Bd. 1 3. A. 1943; Allgemene geschiedenis der Nederlanden, hg. v. Niermeyer, J. u. a., Bd. 1ff. 1949ff., Neue Ausgabe 1980ff.; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 50; Buck, H. de, Bibliografie der geschiedenis van Nederland, Leiden 1968; Prevenier, W./Blockmans, W., Die burgundischen Niederlande, 1986; De Nederlanden in de late middeleeuwen, hg. v. Boer, D. de/Marsilje, J., 1987; Schepper, H. de, Belgium Nostrum, 1987; Schilling, J./Täubrich, R., Niederlande, 1988; Blockmans, W., Niederlande, LexMA 6 1993, 1141; Lademacher, H., Die Niederlande, 1993; North, M., Geschichte der Niederlande, 1997; Mörke, O., Stadtholder oder Staetholder?, 1997; Weis, M., Les pays-bas espagnols, 2003; Seggern, H. v., Geschichte der burgundischen Niederlande, 2009; Verortete Herrschaft, hg. v. Lieven, J., 2014, 211. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Niedersachsen (Land, Bundesland). Der Name N., der 1354 erstmals bezeugt ist, stellte das Gebiet in Gegensatz zum oberen Sachsen um Lauenburg und Wittenberg. Bereits 1512 fand er im niedersächsischen Reichskreis Verwendung, doch gewann er größere Bedeutung erst nach der Annexion Hannovers durch Preußen (1866). Die 1945 unter britische Besatzung gelangten Länder Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie das am 23. 8. 1946 aus einer Provinz wiedererrichtete Land Hannover Preußens wurden durch Verordnung Nr. 55 der britischen Militärregierung vom 1. 11. 1946 zum Land N. zusammengefasst. Hinzu kamen am 1. 1. 1947 Teile des Landgebiets Bremens. Verfassungsgrundlage war zunächst das Gesetz zur vorläufigen Ordnung der Landesgewalt vom 11. 2. 1947, danach die Verfassung vom 13. 4. 1951. Mit 47412 (2006 rund 47625) Quadratkilometern ist N. das zweitgrößte Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Zahl seiner Einwohner betrug 1969 7100400 (1985 7204000, 2005 7993946). Am 1. 7. 1993 wechselten 8 Gemeinden um (Amt) Neuhaus (Neu Wendischthun [Neuwindischthun], Sückau, Niendorf, Viehle, Sumte, Haar, Darchau, Vockfey, Stapel, Zeetze [Zetze], Laave, Kaarßen, Tripkau, Wehningen, Wilkenstorf mit rund 6200 Bewohnern), die 1945 durch Beschluss der britischen Besatzungsbehörden von Preußen (Hannover) abgetrennt und der sowjetischen Besatzungszone zugeteilt wurden, von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen.
L.: Schnath, G./Lübbing, H./Engel, F., Niedersachsen, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Keyser, E./Stoob, H. (Hg.), Deutsches Städtebuch, Bd. 3 Teilband 1 1952; Schnath, G., Niedersachsen und Hannover, 4. A. 1964; Geschichtlicher Handatlas Niedersachsens, hg. v. Schnath, G., 1939; Geschichtliches Ortsverzeichnis von Niedersachsen, Bd. 1ff. 1964ff. (Bremen, Braunschweig, Osnabrück, Hoya und Diepholz, Gifhorn, Peine, Schaumburg); Schnath, G., Streifzüge durch Niedersachsens Vergangenheit, 1968; Schnath, G., Ausgewählte Beiträge zur Landesgeschichte Niedersachsens, 1968; Niedersachsen. Territorien, Verwaltungseinheiten, geschichtliche Landschaften, hg. v. Haase, C., 1971; Schnath, G. u. a., Geschichte des Landes Niedersachsen, 6. A. 1994 (aus: Geschichte der deutschen Länder); Geschichte Niedersachsens, hg. v. Patze, H., Bd. 1f. 1977ff.; Oberschelp, R., Niedersachsen 1760-1820, 1982; Katalog zur Landesausstellung Niedersachsen 1985, 1985; Streich, G., Klöster, Stifte und Kommenden in Niedersachsen vor der Reformation, 1986; Kaemling, W., Atlas zur Geschichte Niedersachsens, 1987; Pischke, G., Geschichtlicher Handatlas von Niedersachsen, 1989; Krumwiede, H., Kirchengeschichte Niedersachsens, 1995; Casemir, C./Ohainski, U., Niedersächsische Orte bis zum Ende des ersten Jahrtausends, 1995; Geschichte Niedersachsens, hg. v. Hucker, B. u. a., Bd. 1ff. 1997ff.; Übergang und Neubeginn, hg. v. Merker, O., 1997; Niedersächsische Juristen, hg. v. Rückert, J. u. a., 2003; Handbuch der niedersächsischen Landtags- und Ständegeschichte, hg. v. Wieden, B. bei der, Bd. 1f. 2004ff.; Hundertmal Niedersachsen, hg. v. Otte, H u. a., 2011; Die Kabinettsprotokolle der hannoverschen und der niedersächsischen Landesregierung 1946-1951, bearb. v. Nentwig, T., 2012; Flurnamensammlung und Flurnamenforschung in Niedersachsen, 2011; .Niedersächsisches Klosterbuch, hg. v. Dolle, J., Teil 1ff. 2012; Zusammenschlüsse und Neubildungen deutscher Länder im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Kretzschmar, R. u. a., 2013, 215ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Niedgau (Gau zwischen Warndtwald [Waldgebiet westlich Saarbrückens] und deutscher Nied, Nitagouwe)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 739; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 27, Nitagaue, Nitachowa, pagus Nedinsis, ‚Niedgau‘; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 242, (840 pago Netensi), benannt nach der Nied, zwischen Warndtwald und deutscher Nied (Baumbiedersdorf bzw. Bambiderstroff [villa Buderstorff], Berg-sur-Moselle, Bürmeringen bzw. Burmerange, Ewringen bzw. Evrange, Lisdorf, Remelach bzw. Rémilly, Saint-Martin-de-Glandière); Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 195; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Ewringen bzw. Evrange, Bürmeringen bzw. Burmerange, Berg an der Mosel bzw. Berg-sur-Moselle). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nievenheim (Gau links des Rheines um Dormagen) Nievenheimgau
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 742; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I,10, IV, 10, 11, Nivanheim, pagus Nivanheim, zum Ortsnamen Nievenheim; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 195; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 Nievenheimgau (Kreitz, Holzheim, Wehl). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Niftarlake (Gau an der Vecht südwestlich der Zuiderzee in Nordholland, Insterlaca)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 11; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 742; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 95, V, 2, Niftarlake, Instarlaca. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nihtresi, Nihtersi (Nihterse, Nitherseo, Gau zwischen Diemel und Eder östlich der Eder und östlich Kassels = Ittergau), s. Ittergau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Lelbach, Rhena, Korbach), Nihtersi; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 28, 41, III, 31, IV, 16, V, 2, Nihtresi, Nihterga, Itergowe, Niftarsi, Nistresi, ‚Ittergau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 169. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nitagouwe (Niedgau) s. Niedgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 27, Nitagouwe, Nitachowa, pagus Nedinsis,Niedgau’. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nitahgouwe (Niddagau) s. Niddagau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 19, 24, 26, 29, Nitahgouwe, pagus Nitensis,Niddagau’. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nivanheim s. Nievenheim (Nievenheimgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 10, IV, 10, 11, Nivanheim, pagus Nivanheim, zum Ortsnamen Nievenheim. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordalbingien (Landschaft der Northalbingi[er] rechts der Unterelbe, zum Volksnamen Nordalbinger)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 13, 37, 51, III, 1, 3, 32, Northalbingi, Transalbiani, aquilonales Saxones, Nordleudi, s. a. Astfalahun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Norderaland (Gau um Norden in Ostfriesland, Northwidu, Norderland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 49, 69, 70, Northwidu (Dornum). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Norderdithmarschen (Land, Landschaft). Die Landschaft N. um Heide kam als Teil von Dithmarschen 1580/1581 an Holstein-Gottorp (Gottorf) und 1773 unter die Oberherrschaft Dänemarks. Über Holstein-Gottorp (Gottorf, Holstein-Gottorf) gehörte sie am Ende des 18. Jahrhunderts zum niedersächsischen Reichskreis.
L.: Wolff 446; Hadel, W. v., Die Eingliederung des Landes Dithmarschen in den Verband der Herzogtümer Schleswig und Holstein, 1963; Witt, R., Die Privilegien der Landschaft Norderdithmarschen in gottorfischer Zeit 1559-1773, 1975. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Norderland (Gau um Norden in Ostfriesland, Northwidu, Norderaland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 49, 69, 70, Northwidu. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Norderney (Insel, zwischen Juist und Baltrum)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, V, 2. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordfilusa (Gau an der oberpfälzischen Vils um Ensdorf und Vilshofen)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, V, 2. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Gysseling, J., Toponymisch Woordenboek, 1960, 747 Nordgoe; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 37, S. 255, Nordgouwe II, Unterelsass; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique 198. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordgau, bayerischer (Gau nördlich der Donau zwischen Neuburg und Regensburg, Landschaft, bayerischer Nordgau). Im Gebiet nördlich der Donau zwischen Neuburg und Regensburg, das später bis zum oberen Main (1060 Egerland) ausgedehnt wurde, fassten nach den Karolingern, den Liutpoldingern (Luitpoldingern), den Markgrafen von Schweinfurt (939-1003), den Grafen von Sulzbach und den Diepoldingern seit Ende des 12. Jahrhunderts die Grafen von Wittelsbach Fuß, die 1255 als Herzöge von Bayern den größeren Teil des Gebiets erwerben konnten. Danach kam als Folge der wittelsbachischen Zweiteilung des Gebiets von 1329 der Name allmählich ab und seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts hierfür der Name Oberpfalz auf.
L.: Doeberl, M., Die Markgrafschaft und die Markgrafen auf dem bayerischen Nordgau, 1893; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Nortgouue, Nortgouui, Nordgeuui, Nordgouue, Norgovve, Nordgeuue, Nortgowa, Nortgowe, Norekawe, Nordgowe, Gau zwischen Regensburg und Fürth, Oberweiling, Dürn, Mantlach, Hohenschambach bzw. Schambach, Fürth in Bayern, Beilngries, Bergen, Velden, Kirchenreinbach, Kemnath, Machendorf, Lintach, Schwarzenfeld, Weilindorf [= Oberweiling?], Förrenbach, Hersbruck, Vorra, Oberkrumbach, Schnaittach, Oberrüsselbach und Unterrüsselbach bzw. Rüsselbach, Ittling, Schierstadt (= jetzt Stadtamhof), Großprüfening bzw. Prüfening, Großgründlach bzw. Gründlach, Walkersbrunn, Eltersdorf, Herpersdorf, Sickenreuth, Wenigrötz bzw. Wenigritz, Neunburg vorm Wald, Diendorf, Gütenland, Hillstett bzw. Hiltstedt, Premberg); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 37, III, 32, IV, 8, Nordgouwe I, der bayerische Nordgau; Gagel, E., Der Nordgau im Mittelalter, Oberpfälzer Heimat 13 (1969), 7ff.; Kraus, A., Marginalien zur ältesten Geschichte des bayerischen Nordgaus, Jb. f. fränk. Landesforschung 34/35 (1974/5), 163ff.; Schmid, A., Nordgau, LexMA 6 1993, 1235. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordgau, fränkischer (Gau links der Ijssel in der Provinz Gelderland der Niederlande, nördlicher Teil der Veluwe)
L.: Gysseling, J., Toponymisch Woordenboek, 1960, 748 Nortgouwe (Elburg, Harderwijk); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36 (an der Ijssel) Northgo I. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordgau, sächsischer (in Westfalen) nach Polenz südwestlich des Südergaus, nach den von Bauer ermittelten Belegorten zwischen oberer Lippe und dem Süden Münsters
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 37 (in Westfalen) Northgo II; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Senden, Lenklar?). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordgouwe II (Nordgau, elsässischer im Unterelsass) s. Nordgau, alemannischer
L.: Gysseling, J., Toponymisch Woordenboek, 1960, 747; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 37, S. 255, Nordgouwe II, Unterelsass; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique 198. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordmark (Mark, Landschaft). N. ist der nördliche Teil der unter König Otto dem Großen dem Markgrafen Gero an der mittleren Elbe übertragenen Gebiete, der nach Geros Tod (965) an Markgrafen aus den Häusern Walbeck, Haldensleben, Stade und Plötzkau gegeben wurde und 1134 an den Askanier Albrecht den Bären kam. Über ihn und seine Nachfolger wurde die inzwischen fast ausschließlich auf die linkselbischen Güter zusammengeschrumpfte Mark Ausgangspunkt der Mark Brandenburg.
L.: Schultze, J., Nordmark und Altmark, Forschungen zur brandenburgischen Geschichte, 1964. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordrhein-Westfalen (Land, Bundesland). Durch Verordnung der britischen Militärregierung vom 23. 8. 1946 wurde aus dem nördlichen Teil der Rheinprovinz (Regierungsbezirke Aachen, Köln, Düsseldorf) und der Provinz Westfalen Preußens das Land N. gebildet. Durch Verordnungen vom 21. 1. 1947 wurde ihm das Land Lippe-Detmold eingegliedert. Am 11. 7. 1950 trat die Verfassung in Kraft. Mit 34057 Quadratkilometern (1986 34068, 2006 34083) ist N. (nach Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg) das viertgrößte, jedoch nach der Zahl seiner Einwohner an der Spitze stehende Land der Bundesrepublik Deutschland. 1975 zählte es 17200000 Einwohner (1986 16665000, 2006 18043814). Hauptstadt ist Düsseldorf.
L.: Nordrhein-Westfalen-Atlas 1953ff.; Köhler, W., Das Land aus dem Schmelztiegel. Die Entstehungeschichte Nordrhein-Westfalens, 1961; Loschelder, W./Salzwedel, J., Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Landes Nordrhein-Westfalen, 1964; Petri, F., Nordrhein-Westfalen, Ergebnis geschichtlicher Entwicklung oder politische Neuschöpfung, (in) Rhein. Vjbll. 31 (1966/1967); Breuer, R., Nordrhein-Westfalen, 1967; Handbuch der historischen Stätten, Bd. 3: Nordrhein-Westfalen, hg. v. Petri, F. u. a., 1965, 2. A. 1970, 3. A: 2006; Först, W., Geschichte Nordrhein-Westfalens, 1970ff.; Wisplinghoff, E. u. a., Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen, 1973; Rheinischer Städteatlas, hg. v. Landschaftsverband Rheinland, Amt für rheinische Landeskunde in Bonn, Lief. 5ff. 1979ff.; Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, hg. v. Irsigler, F., Lief. 1ff., 1982ff.; Die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen: Vorläufer-Vorbilder-Entstehung, Veröff. d. staatl. Archive des Landes Nordrhein-Westfalen Reihe D, Heft 17 (1984); Nordrhein-Westfälische Bibliographie, hg. v. d. Universitätsbibliotheken Düsseldorf und Münster, Bd. 1ff. 1984ff.; Neuland. Nordrhein-Westfalen und seine Anfänge 1945/1946, hg. v. Brunn, G., 1986; Först, W., Kleine Geschichte Nordrhein-Westfalens, 1986; Nordrhein-Westfalen. Kernland der Bundesrepublik. Eine Ausstellung, 1989; Nordrhein-Westfalen und der Bund, hg. v. Boldt, H., 1989; Engelbrecht, J., Landesgeschichte Nordrhein-Westfalens, 1994; NRW-Lexikon, 2000; Korte, K. u. a., Regieren in Nordrhein-Westfalen, 2006; Haunfelder, B., Nordrhein_Westfalen, 2006; Weißer, A., Die „innere“ Landesgründung von Nordrhein-Westfalen, 2012; Zusammenschlüsse und Neubildungen deutscher Länder im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Kretzschmar, R. u. a., 2013, 235. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordschwaben (Bevölkerungsgruppe). N. sind die Bewohner des Schwabengaus in Ostfalen.
L.: Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38 Nortsuavi. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordthüringen s. Nordthüringgau, Norththuringun
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 ([Nordthüringergau,] Nordthuringa, Nordduringa, Nordturinga, Nordthuringia, Nordthuringi, Northuringorum pagus, Northuringa, Nordthuringo, Norturingia, Norththuringe, Northuriggia, Nordduringon, Norturinga, Northturingon, Northduringe, Gau westlich der Elbe, Klein Germersleben bzw. Großgermersleben, Wolmirsleben, Buckau bzw. Buckow, Magdeburg, Rottersdorf [statt Großrodensleben, Kleinrodensleben,] Ottersleben, Sülldorf bzw. Suldorf, Hohendodeleben, Niederndodeleben, Frohse bzw. Frose, [nicht Prester,] Wiedersorf bzw. Bideritz, [nicht Pechau], Fermersleben, Biere, Unseburg, Schwaneberg, Borne, Bisdorf, Atzendorf, [nicht Hermsdorf, Velsdorf,] Langenweddingen, Immenweddingen und Osterweddingen bzw. Altweddingen, Wanzleben, Dönstedt bzw. Dönstet, Flechtingen, Etingen bzw. Ettingen, Calbe, Bornstedt, Veltheim, Hessen, Barnstorf bzw. Barnsdorf, Küblingen, Eggestedt, Seehausen, Dreileben bzw. Dreyleben, Althaldensleben, Vahldorf bzw. Wahldorf, [nicht Köteritz,] Barby, Nienburg, Badeleben, Hohendodeleben [statt Großdedeleben, Kleindedeleben,] Wormsdorf, Emden [statt Emmeringen], Hohendorf statt Heyersdorf, Ellersorf bzw. Algesdorf, Hamersleben, Zeitz bzw. Zitz); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 41, 140 (Atzendorf, Badeleben, Barby, Barleben, Biere, Bisdorf, Borne, Bornstedt, Bregenstedt, Buckau, Calbe, Diesdorf, Hohendodeleben, Niederndodeleben, Dodendorf, Domersleben, Dönstedt, Dreileben, Emden, Etgersleben, Etingen, Fermersleben, Flechtingen, Klein Germersleben bzw. Kleingermersleben, Gutenswegen, Althaldensleben, Hamersleben, Hohnsleben, Irxleben, Lemsell, Lemsdorf, Magdeburg, Mose, Nienburg, Offleben, Klein Oschersleben bzw. Kleinoschersleben, Ottersleben bzw. Großottersleben, Peseckendorf, Remkersleben, Groß Rodensleben bzw. Großrodensleben, Rothenförde, Salbke bzw. Kleinsalbke, Schwaneberg, Seehausen, Sohlen, Sülldorf, Uhrsleben, Unseburg, Üplingen, Vahldorf, Wanzleben, Altenweddingen, Osterweddingen, Wolmirsleben, Wormsdorf, Zeitz, Zielitz); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 38, 41, III, 1, 2, 3, Norththuringun, Bevölkerungsname, Northuringgowe, ‚Nordthüringen‘; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nordwald (Gebiet des heutigen Böhmerwalds, Bayerischen Waldes, Oberpfälzer Waldes) Nortwald
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezriksnamen, 1961, II, 36, 74, Gebietsname, s. Nordgouwe I, bayerischer Nordgau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Noricum s. Norital, Nurihtal
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 64-66, III, 28, 29, Nurihtal, vallis Norica, Orital. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Norital (Gau am Eisack in Südtirol) s. Brixen (Hochstift)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 64-66, III, 28, 29, Nurihtal, vallis Norica, Orital, s. a. Noricum. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nörtengau (Gau an der Leine um Nörten nördlich Göttingens?). Möglicherweise bezieht sich Northaga nicht auf das Gebiet um Nörten, sondern auf den sächsischen Nordgau, der wahrscheinlich mit dem unteren Leinegau (nördlichen Leinegau) identisch ist., nach Curs Nörthengau zwischen Aa und Else links der Werre, Nordagoe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 36 Northaga; Wenskus, R., Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel, 1976. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Northaga (Nörtengau), s. Nörtengau, Nordagoe
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 15 (Beverse = Bevensen? [an Enger in Westfalen]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 36. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Northalbingi (Volksname Nordalbinger) s. Nordalbingien
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 13, 37, 51, III, 1, 3, 32, Northalbingi, Transalbiani, aquilonales Saxones, Nordleudi, s. a. Astfalahun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Northgo I s. Nordgau, fränkischer
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36 (links der Ijssel). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Northgo II (Gau) s. Nordgau, sächsischer (in Westfalen)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 37 (in Westfalen) ; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Senden, Lenklar?). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Norththuianti s. Twente (Twianta)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 301. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Norththuringun (Gau westlich der Elbe, Nortthuringia, Nordthüringen, Nordthüringgau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 ([Nordthüringergau,] Nordthuringa, Nordduringa, Nordturinga, Nordthuringia, Nordthuringi, Northuringorum pagus, Northuringa, Nordthiringo, Norturingia, Norththuringe, Northuriggia, Nordduringon, Norturinga, Northturingon, Norhtduringe, Gau westlich der Elbe, Klein Germersleben bzw. Großgermersleben, Wolmirsleben, Buckau bzw. Buckow, Magdeburg, Ruttersdorf [statt Großrodensleben, Kleinrodensleben,] Ottersleben, Sülldorf bzw. Suldorf, Hohendodeleben, Niederndodeleben, Frohse bzw. Frose, [nicht Prester,] Wiedersorf bzw. Bideritz, [nicht Pechau], Fermersleben, Biere, Unseburg, Schwaneberg, Borne, Bisdorf, Atzendorf, [nicht Hermsdorf, Velsdorf,] Langenweddingen, Immenweddingen und Osterweddingen bzw. Altweddingen, Wanzleben, Dönstedt bzw. Dönstet, Flechtingen, Etingen bzw. Ettingen, Calbe, Bornstedt, Veltheim, Hessen, Barnstorf bzw. Barnsdorf, Küblingen, Eggestedt, Seehausen, Dreileben bzw. Dreyleben, Althaldensleben, Vahldorf bzw. Wahldorf, [nicht Köteritz,] Barby, Nienburg, Badeleben, Hohendodeleben [statt Großdedeleben, Kleindedeleben,] Wormsdorf, Emden [statt Emmeringen], Hohendorf statt Heyersdorf, Ellersorf bzw. Algesdorf, Hamersleben, Zeitz bzw. Zitz); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 41, 140 (Atzendorf, Badeleben, Barby, Barleben, Biere, Bisdorf, Borne, Bornstedt, Bregenstedt, Buckau, Calbe, Diesdorf, Hohendodeleben, Niederndodeleben, Dodendorf, Domersleben, Dönstedt, Dreileben, Emden, Etgersleben, Etingen, Fermersleben, Flechtingen, Klein Germersleben bzw. Kleingermersleben, Gutenswegen, Althaldensleben, Hamersleben, Hohnsleben, Irxleben, Lemsell, Lemsdorf, Magdeburg, Mose, Nienburg, Offleben, Klein Oschersleben bzw. Kleinoschersleben, Ottersleben bzw. Großottersleben, Peseckendorf, Remkersleben, Groß Rodensleben bzw. Großrodensleben, Rothenförde, Salbke bzw. Kleinsalbke, Schwaneberg, Seehausen, Sohlen, Sülldorf, Uhrsleben, Unseburg, Üplingen, Vahldorf, Wanzleben, Altenweddingen, Osterweddingen, Wolmirsleben, Wormsdorf, Zeitz, Zielitz); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 38, 41, III, 1, 2, 3, Norththuringun, Bevölkerungsname, Northuringgowe,Nordthüriungen’; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Northwidu (Nordedi, Nordendi, Norderland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 49, 69, 70, Northwidu, Nordedi, Nordeni, Norderaland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nortsuavi, Norsuavi (Volksname Nordschwaben) s. Nordschwaben
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, Nor(t)suavi, s. a. Swebun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nortwald (Gebiet des heutigen Böhmerwalds, Bayerischen Waldes, Oberpfälzer Waldes, Gebietsname Nortwald) s. Nordwald)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 74, Gebietsname, s. Nordgouwe I, bayerischer Nordgau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Nurihtal (Gau am Eisack in Südtirol) s. Norital
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 35, 64-66, III, 28, 29, Nurihtal, vallis Norica, Orital., s. a. Noricum. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Oberargeuue s. Aargau.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 301; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 21 Aragouwe I (zwischen dem Unterlauf der Aare und der Reuß). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Oberrheingau (Gau) (südlich des Maines rechts des Rheines) Rinichgouwe, Rinahgouwe s. Rheingau, fränkischer
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Rinichgooue, Rinichgouue, Rinecgouue, Rinihgowi superior, Riniggowe superior, Reinicgowe, Reninse, Gau südlich des Mains rechts des Rheins, Erfelden, Eberstadt, Trebur, Stein, Groß-Gerau bzw. Großgerau, Lorsch, Bessungen, Bensheim); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 29, Rinahgouwe, pagus Reni, pagus Renensis, ‚Rheingau‘, 303 Renensis pagus; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 91. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Oberschlesien (Herzogtum, Provinz). Bei der Teilung Schlesiens 1173 erhielt Mesko Ratibor und Teschen. Er erwarb nach 1177 die zum Großfürstentum Krakau gehörenden Gebiete Beuthen, Auschwitz, Zator, Sewerien und Pless und eroberte 1202 Oppeln. Nach 1281 zerfiel O. in Oppeln (mit Oberglogau, Falkenberg und Groß Strehlitz [Groß-Strelitz, Großstrehlitz], bis 1532), Beuthen (mit Cosel, Tost und Gleiwitz, bis 1355), Ratibor (mit Rybnik, Sohrau [Sorau] und Pless, bis 1336) und Teschen mit Auschwitz (bis 1625). 1457 fielen Auschwitz an Polen, 1494 Zator, 1443 Sewerien an den Bischof von Krakau. Für die bei Schlesien verbliebenen Gebiete sowie Troppau bürgerte sich seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Bezeichnung O. ein. Von 1919 bis 1938 war O. eine eigene Provinz Preußens. Nachdem sich am 20. 3. 1921 bei einer Volksabstimmung 59,6% für den Verbleib bei Deutschland entschieden hatten, wurde O. am 20. 10. 1921 geteilt. Der größte Teil des Industriegebiets fiel an Polen. S. Schlesien.
L.: Triest, F., Topographisches Handbuch von Oberschlesien, 1864, Neudruck 1984; Karzel, O., Die Reformation in Oberschlesien, 1979; Fuchs, K., Wirtschaftsgeschichte Oberschlesiens: 1871-1945, 1981; Oberschlesien im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Bein, W., 1984; Oberschlesien 1815-1945, Landschaft, Geschichte, Kultur, hg. v. Bein, W., o. J.; Oberschlesien im späten Mittelalter, hg. v. Wünsch, T., 1993; Stadtgeschichte Oberschlesiens, hg. v. Wünsch, T., 1995. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Oberschwaben (Reichslandvogtei). König Rudolf von Habsburg fasste nach 1273 das Reichsgut im östlichen Schwaben - südlich der schwäbischen Alb - zu den Reichslandvogteien Augsburg und O. (Ravensburg) zusammen. 1487 erwarb Bayern die Reichslandvogtei O., die aber von Österreich wieder ausgelöst wurde.
L.: Stälin, P., Geschichte Württembergs, Bd. 1 1882ff.; Vorderösterreich. Eine geschichtliche Landeskunde, hg. v. Metz, F., 3. A. 1978; Oberschwaben, Gesicht einer Landschaft, hg. v. Ott, S., 2. A. 1972; Bradler, G., Die Landschaftsnamen Allgäu und Oberschwaben in geographischer und historischer Sicht, 1973; Richter, G., Oberschwaben zwischen Donau, Iller und Bodensee, 1974; Hofacker, H., Die schwäbischen Reichslandvogteien im späten Mittelalter, 1980; Riechert, U., Oberschwäbische Reichsklöster im Beziehungsgeflecht mit Königtum, Adel und Städten, 1986; Oberschwaben, hg. v. Eitel, P., 1995; Oberschwaben, hg. v. Wehling, H., 1996; Landschaften und Landstände in Oberschwaben, hg. v. Blickle, P., 2000; Adel im Wandel, hg. v. Bumiller, C., 2006; Adel im Wandel, hg. v. Hengerer, M. u. a., 2006; Die Integration in den modernen Staat, hg. v. Hoffmann, C. u. a., 2007. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Öbleinstal s. Ouliupestal, Ulstal.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 (Schlierbach)(; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 64, Ouliupestal, vallis Oliupespurk, pagus Olesburgensis, Öbleinstal, ‚Ulstal‘, S. 308). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ochtland (zwischen Aare und Saane um Freiburg im Üchtland in der Schweiz, Üchtland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 50, Ochtland, 308. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Odangau (Gau zwischen dem Ahrgau und dem Bonngau) (Odene 830/831)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 755; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 95, Odangouwe, Odene; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205, Odangau; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Eckendorf, Königswinter, Mehlem, Niederbachem, Villip, Unkel, Kasbach, Remagen, Ringen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Odenwald (Kanton, Ritterkanton). Der Kanton O. war eine Untergliederung des Ritterkreises Franken der Reichsritterschaft. Er hatte seine Kanzlei zunächst in Heilbronn (das Archiv wurde im Dreißigjährigen Krieg vernichtet) und seit 1762 in dem gemeinschaftlich gekauften Ort Kochendorf. Die inkorporierten Güter lagen etwa zwischen Würzburg, Rothenburg, Heilbronn und Frankfurt am Main. Um 1790 war die Kantonskorporation mit Teilen von Kochendorf Mitglied des Kantons O. des Ritterkreises Franken (fränkischen Ritterkreises). Die Güter fielen 1808 an Württemberg und damit 1951/1952 an Baden-Württemberg.
L.: Wolff 511; Winkelmann-Holzapfel 171; Stetten 184; Riedenauer 116, 122ff.; Bauer, H., Der Ritterkanton Odenwald, Zs. f. württemberg. Franken 8, 1 (1868), 115ff.; (Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II. 74, S. 301, Gebietsname;) Neumaier, H., Dass wir khein annder Haupt …, 2005; Handbuch der hessischen Geschichte Bd. 3 Ritter, Grafen und Fürsten hg. v. Speitkamp, W., 2014, 372. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ogasgouwe s. Augustgouwe I, Augstgau, östlicher (um Augsburg)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, 301. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ohmfeld (Gau im Quellgebiet der Leine im Norden Thüringens, Onfeld)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, 62, Onfeld, ‚Ohmfeld‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Oliupestale (Gau um die obere Krems rechts der Traun, Öbleinstal), Ulstal
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 (Schlierbach)(; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 64, Ouliupestal, vallis Oliupespurk, pagus Olesburgensis, Öbleinstal, ‚Ulstal‘, S. 308). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ommergavvi s. Amberga bzw. Ambergau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 301. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Onfeld (Gau im Quellegebiet der Leine im Norden Thüringens), Ohmfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 61, 62, Onfeld, ‚Ohmfeld‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Oosgau (Gau an der Oos bei Baden-Baden, Ousegouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 24, 27, *Ousegouwe, pagus Auciacensis,Oosgau’. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Oostergo (Gau in Friesland nordöstlich Leeuwardens, Astrahi, Austrachia, Ostoraeche, Ostroh, Ostrike, Ostargao, Hostraga, Astergaland, ‚Ostergoo, Eastergea‘).
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 36, 38, 41, 46, 47, 49, 94, III, 31, Astrahi, s. a. Asterga; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 36 Astrahi; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 765. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Opgooi (Gau südöstlich Utrechts um Wijk-bij-Duurstede) Upgo.
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 768; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 49, 96, Upgo. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 49, III, 17, Upsater (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ortenau (Gau rechts des Rheines zwischen Kinzig und Murr, Landgrafschaft, Landvogtei, Reichslandvogtei). Zwischen Oos, Schwarzwald, Bleich und Rhein lag die alemannische Grafschaft Mortenau (768 Mordenaugia, Mordunowa). Sie löste sich vor allem nach dem Aussterben der Herzöge von Zähringen 1218 und der Staufer (1268) in viele kleine Herrschaftsgebiete auf (u. a. Habsburg, Geroldseck, Hochstift Straßburg). König Rudolf von Habsburg unternahm 1274 mit der Gründung der Reichslandvogtei O. (1302 Reichslandvogt erwähnt) den nur teilweise gelungenen Versuch, das entfremdete Reichsgut zurückzugewinnen. Die Reichslandvogtei (rund 30 Dörfer um Ortenberg, Griesheim, Appenweier und Achern sowie Zell am Harmersbach, Offenburg und Gengenbach) wurde von 1334 bis 1351 an Baden, von dort von 1351 bis 1405 an das Hochstift Straßburg und später an Straßburg und an die Pfalz (bis 1504) bzw. Fürstenberg (1504-1551) verpfändet. Seit dem 15. Jahrhundert setzte sich der nach Ortenberg veränderte Name O. durch. 1551/1556 löste Österreich das fürstenbergisch-straßburgische Pfand ein und fügte die O. zu Vorderösterreich hinzu. 1701 wurde die O. Lehen bzw. Pfand Baden-Badens, 1771 beim Aussterben der markgräflichen Linie aber von den Habsburgern eingezogen. 1801 kam sie an den Herzog von Modena, 1803 erbweise an Erzherzog Ferdinand von Modena/Österreich (Österreich-Este) und 1805/1806 mit rund 400 Quadratkilometern und etwa 19000 Einwohnern an Baden, wodurch die nördlichen und südlichen Teile der Markgrafschaft vereinigt wurden. Mit Baden gelangte die O. 1951/1952 an Baden-Württemberg.
L.: Wolff 165; Ruppert, P., Geschichte der Ortenau, 1878; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 (Mortanouua, Mortanhouua, Mordenouua, Mortenovua, Mortenoua, Mortenuua, Mortenaugensis, Mortonowa, Mortungaugensis, Mortenovua, Mortinouua, Gau rechts des Rheins zwischen Kinzig und Murr, Dinglingen (Tenzlingen), Bohlsbach, Schuttern, Nussbach, Gengenbach, Friesenheim, Heiligenzell, Schwarzach, Allmannsweiler), Die Ortenau in Wort und Bild, (in) Die Ortenau, Mitteilungen des hist. Vereins f. Mittelbaden, 16 (1929); Offenburg und die Ortenau, hg. v. Busse, H., Bad. Heimat 22 (1935); Bader, K., Der deutsche Südwesten in seiner territorialstaatlichen Entwicklung, 2. unv. A. 1978; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 21, 22, 30, 41, 44, Mortunouwa, Mordenaugia, pagus Mortinaugensis, Mortonogouuua, Ortenau’, s. Mortunouwa; Kähni, O., Die Landvogtei Ortenau, (in) Vorderösterreich, hg. v. Metz, F., 3. A. 1978; Sick, W., Siedlungsgeographische Fragen in der Ortenau, Alemann. Jb. (1970); Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 212; Andermann, K., Ortenau, LexMA 6 1993, 1481; Geschichte der Ortenau, hg. v. Hanss, K., 1995. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ösling (Gau östlich der Quelle der Sauer links der Mosel) Osninge
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 (Longlier); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 757 Oesling; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 10, 12, Osniung, Oscling, Gebietsname, Ardennen, Eifel. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Osninge (Gau östlich der Quelle der Sauer links der Mosel, Ösling
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 (Longlier); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 757 Oesling; .Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 10, 12, Osniung, Oscling, Gebietsname, Ardennen, Eifel. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostarbant (Gau zwischen Schelde und Scarpe, Ostrevant)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 775; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 75, 76, 77, III, 32, Ostarbant, Ostrevedenses, Bevölkerungsname; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 206. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostarfrankun (Ostfranken)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, III, 29, 33, Ostarfrankun, Austria, Austrasia, ducatus Austrasiorum, orientales Franchi, Ostrofrancia, Ostfranken. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostargouwe (Gau zwischen Unstrut und sächsischer Saale, Ostgau) s. Ostgau
L.: (Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 156 Ostgau [Buttelstedt, Flurstedt, Gebstedt, Gernstedt, Münchengosserstädt, Hohlstedt, Niedertrebra, Utenbach, Vippach, Wormstedt]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 36, Ostargouue. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostarrichi I (Ostfrankenreich)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 94, Ostarrichi, Landname. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, II, 22, 36, 50, 54, IV, 5. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostarwald (Gau westlich der Jeetzel links der Elbe) s. Osterwalde
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 Osteruualde (Lagendorf); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 145 Osterwalde (Lagendorf [westlich Salzwedels]); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 775; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 71, 74 Ostarwald. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostegau (Gau um die Oste links bzw. westlich der Elbemündung, Hogtrunga, Ostinga,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 ([Aue in ]Bülkau, Hollen, Seth); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 2, 3, Ostinga, Hogtrunga, ‚Ostegau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Osterland (Landschaft, Landesteil). Seit dem (12. bzw.)14. Jahrhundert erscheint die Bezeichnung O. für die um Leipzig an der unteren Elster und Pleiße liegenden, an Pleißenland angrenzenden Gebiete der wettinischen Mark Landsberg. 1382 trat das um das Pleißenland im Süden und Teile Thüringens im Westen vergrößerte O. als eigener Landesteil neben Thüringen und Meißen. Es fiel an die Hauptlinie der Wettiner. 1485 wurde es zwischen Thüringen und Meißen aufgeteilt. Als Folge hiervon ging die Bezeichnung auf die zum Pleißenland gehörige Gegend um Altenburg über. Seit 1547 wurde sie durch den Namen des Vorortes Leipzig abgelöst.
L.: Das Lehnbuch Friedrich des Strengen 1349/50, hg. v. Lippert, W./Beschorner, H., 1983; Blaschke, K., Osterland, LexMA 6 1993, 1517. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Osterland-Föhr (Landschaft). Die Landschaft O. an der Westküste Schleswig-Holsteins wurde innerhalb Schleswigs weitgehend genossenschaftlich regiert. Über Preußen (1866) kam sie 1946 an Schleswig-Holstein.
L.: Hansen, C., Chronik der friesischen Uthlande, 1856; Jensen, C., Die nordfriesischen Inseln, 1927. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Österreich (Mark, Herzogtum, Kaisertum, Republik). Das Gebiet zwischen mittlerer Donau und Alpen (sowie Inn und March bzw. Leitha) wurde zunächst von Kelten, seit 29/15 v. Chr. von Römern (Noricum), seit dem 5. Jahrhundert von durchziehenden Stämmen der Germanen, dann zumindest teilweise von Slawen und spätestens seit dem 8. Jahrhundert von den 788 unter die Herrschaft der Franken gelangten Bayern (um 660 im Wienerwald) beherrscht. Nach dem Tod des bayerischen praefectus Gerold 799 wurde der Kern des späteren Ö. (zwischen Enns und Wienerwald) als Mark eingerichtet, neben der es eine Mark Oberpannonien gab. Gegen Ende des 9. Jahrhunderts (881) wurden die karolingischen Marken im Südosten von den Ungarn angegriffen und beseitigt (907). Nach der Schlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld (955) erscheint 970 erneut ein Markgraf im Südosten. 976 wird die Mark (Markgrafschaft) den Babenbergern gegeben. In einer Urkunde Kaiser Ottos III. vom 1. 11. 996 für das Hochstift Freising begegnet Ö. (Ostarrichi, 998 Ostarriche) erstmals als Name für ein um Neuhofen an der Ybbs liegendes, nicht sicher bestimmbares Gebiet („Ostland“, Ostreich, Osten). Um die Mitte des 11. Jahrhunderts erreichte die Mark Thaya und Leitha. Ab 1147 wurde die Mark auch als Austria bezeichnet. Hauptort wurde zwischen 1141 und 1177 Wien. 1139 entzog der 1138 im Wettbewerb mit dem welfischen Herzog der Bayern und Sachsen zum deutschen König gewählte Staufer Konrad III. den übermächtigen Welfen (Heinrich dem Stolzen) das Herzogtum der Bayern mit der Begründung, dass kein Herzog zwei Herzogtümer gleichzeitig haben könne, und gab es als Lehen an seinen Stiefbruder, den babenbergischen Markgrafen Leopold IV., der damit vom Grafen einer Mark zum Herzog des gesamten Herzogtums (Stammesherzogtums) der Bayern aufstieg. Als sich der seinen Vater Heinrich den Stolzen beerbende Welfe Heinrich der Löwe mit diesem Verlust nicht abfinden wollte, gab sein um Ausgleich bemühter Vetter, Kaiser Friedrich I. Barbarossa, 1156 das Herzogtum Bayern an die Welfen zurück (bis 1180), löste aber im seit dem 19. Jahrhundert so genannten privilegium minus die Mark vom Herzogtum Bayern und erhob sie zum eigenen, dadurch von Bayern getrennten Herzogtum (Territorialherzogtum) Ö. (Weiberlehen), in dem der Herzog die grundsätzlich oberste Gerichtsgewalt innehatte. 1180 wurde auch die karantanische Mark ein Herzogtum (Steiermark). 1192 fiel durch Erbvertrag (Georgenberger Handfeste) von 1186 das Herzogtum Steiermark von den Traungauern (Otakaren) an die Babenberger. 1246 starben die Babenberger im Mannesstamm aus. Der mit einer Erbtochter verheiratete Ottokar II. von Böhmen und Bela IV. von Ungarn teilten sich 1254 das Erbe. Dabei gelangten Ö. und der Traungau an Böhmen. Seit etwa dieser Zeit (1252/1254/1264) wurde von der provincia super Anasum (Land ob der Enns) oder von der Austria superior gesprochen, von wo aus es allmählich zur Benennung des Herzogtums Ö. als Land unter der Enns (Niederösterreich) kam, obwohl beide Länder bis 1806 nur ein einheitliches Reichslehen bildeten und weitgehend gemeinsame Wege gingen. Über diese beiden Länder hinaus errang Ottokar II. von Böhmen 1260 die Steiermark sowie 1269 Kärnten und Krain, nachdem schon 1192 und 1198 unter den Babenbergern eine Personalunion zwischen Ö. und Steiermark bestanden hatte. Nach dem Sieg über Ottokar 1276/1278 belehnte König Rudolf von Habsburg 1282 seine Söhne mit Ö., das während des 13. Jahrhunderts zwei eigene Landrechte erhielt, Steiermark und Krain, von denen Krain aber bis 1335/1374 als Pfandschaft an die in Friaul, Istrien und Krain sowie in Tirol (1248) begüterten Grafen von Görz kam, die auch das Herzogtum Kärnten erhalten hatten. Von diesen übernahmen die Herzöge von Ö., die (durch Rudolf IV.) 1358/1359 zwecks Angleichung ihrer minderen Rechtsstellung an diejenige der Kurfürsten das im 19. Jahrhundert sog. privilegium maius als Fälschung herstellen ließen und 1365 in Wien eine Universität gründeten, 1335 Kärnten, Teile Krains und der Windischen Mark, 1363/1364 Tirol, 1374 Istrien und weitere Teile Krains sowie 1500 schließlich die vordere und hintere Grafschaft Görz. Dazu kamen 1368 der Breisgau mit Freiburg sowie die Reichslandvogtei in Schwaben und die Reichsgrafschaft Hohenberg, 1375 Herrschaften westlich des Arlbergs (Feldkirch, Bregenz), 1382 Triest und 1471 Sankt Veit/Pflaum (Fiume). 1379 wurden diese Gebiete zwischen Herzog Albrecht III. (Ö. ob der Enns und Ö. unter der Enns, außer Pitten-Wiener Neustadt) und seinem Bruder Leopold II. (übrige Länder Steiermark, Kärnten, Krain, Tirol, Gebiete vor dem Arlberg) geteilt. Die leopoldinische Linie wurde ab 1396 mehrmals geteilt, wobei eigene Linien für Tirol (und das Gebiet westlich vor dem Arlberg, Vorderösterreich) und die schwäbisch-alemannischen Herrschaften entstanden. Albert VII. (als König [1438] Albrecht II.) erlangte als Schwiegersohn und Erbe König Sigmunds dessen Güter und den Königsthron. Unter Friedrich III. wurde infolge Anerkennung des gefälschten privilegium maius Ö. Erzherzogtum bzw. Pfalzerzherzogtum. 1457 kam das albertinische Erbe an die Leopoldiner, die aber im Westen (Schweiz), im Süden (Friaul) und vorübergehend im Osten (Böhmen, Ungarn, 1485/1487-1490 Wien und Niederösterreich) Güter verloren. Nach dem Aussterben der übrigen Linien vereinigte die leopoldinische Linie unter Maximilian I. alle Herrschaften (einschließlich Burgunds mit rund 2000 Quadratmeilen), die nunmehr in ”niederösterreichische” Länder (Ö. ob der Enns und Ö. unter der Enns, Steiermark, Kärnten, Krain) und ”oberösterreichische” Länder (Tirol, Vorderösterreich) eingeteilt wurden, mit denen Württemberg (von 1519 bis 1534) und das 1477 erworbene Burgund in Personalunion verbunden waren. Dazu kamen 1500 Görz, um 1505 als Gewinn aus dem bayerischen Erbfolgekrieg die drei unterinntalischen Gerichte Rattenberg, Kufstein, Kitzbühel, Landvogtei Hagenau und Ortenau (1551/1556 Lösung des Pfands Fürstenbergs) sowie 1516 venetianische Gebiete (Ampezzo, Rovereto u. a.). 1519/1521/1522 fiel der Herrschaftskomplex dieses Hauses Ö. (Oberösterreich und Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Krain, Tirol, Vorderösterreich, Württemberg), der im Wesentlichen den 1512 geschaffenen österreichischen Reichskreis bildete, vertraglich (von Karl V.) an Ferdinand I. Dieser erwarb gemäß dem Hausgrundsatz bella gerant alii, tu felix Austria nube (Mögen andere Kriege führen, du, glückliches Ö., heirate) nach dem Tod des Königs von Ungarn 1526 das Königreich Böhmen mit seinen Nebenländern sowie einen Teil Ungarns. 1564 wurde dann weiter aufgeteilt in eine oberösterreichische Ländergruppe (mit Tirol, Vorderösterreich) mit der Residenz Innsbruck, eine innerösterreichische Ländergruppe (Steiermark, Kärnten, Krain) mit der Residenz in Graz sowie Ö. ob der Enns und Ö. unter der Enns mit Böhmen und dem restlichen Ungarn und der Residenz in Prag bzw. Wien. 1648 gingen das Elsass an Frankreich und die Lausitz an Sachsen verloren. Mit dem Aussterben der jüngeren Tiroler Linie, die in der oberösterreichischen Ländergruppe nachgefolgt war, kamen deren Güter 1665 an die innerösterreichische Linie. Ihr gelangen in den Türkenkriegen 1683-1699 und 1715-1718 erhebliche Erweiterungen (Ungarn, Siebenbürgen, Banat, Kleine Walachei, Teile Serbiens mit Belgrad). Am Ende des um das Erbe der spanischen Habsburger (Karl II. † 1. 11. 1700) geführten spanischen Erbfolgekriegs erhielt Karl (VI.) 1713/1714 bei Verzicht auf Spanien, das an Philipp V. von Frankreich fiel, die (Reste der) spanischen Niederlande, Mailand (mit den Grafschaften Pavia und Angleria und den Markgrafschaften Castro und Malgrate), Mantua, Mirandola, Neapel und Sardinien, das er 1720 gegen Sizilien, das an Savoyen gefallen war, tauschte. 1735/1738 wurde Neapel-Sizilien gegen das 1748 zusammen mit dem 1729 eingezogenen Guastalla wieder verlorene Parma-Piacenza ausgetauscht sowie das Herzogtum Lothringen, das Franz Stefan, der Gemahl Maria Theresias, eingebracht hatte, gegen die Toskana, wobei die Niederlande, Ungarn, Siebenbürgen, die Militärgrenzbezirke sowie die ab 1713 in Italien erworbenen Gebiete (beansprucht u. a. Mailand, Generalvikariat Siena, Finale, Piombino mit Elba, Correggio) nicht dem Heiligen Römischen Reich angehörten. 1713 erhielt die sog. monarchische Union in der Pragmatischen Sanktion erstmals ein Grundgesetz, das die unteilbare Einheit (unio indivisibilis et inseparabilis), die Primogeniturnachfolge und die subsidiäre weibliche Erbfolge festschrieb. Erster gemeinsamer Landesfürst war Karls VI. Tochter Maria Theresia (1740-1780), unter der als Auswirkung des Absolutismus das Behördenwesen in der Form sachlich gegliederter Zentralbehörden reformiert wurde, zugleich aber im schlesischen Erbfolgekrieg Schlesien mit Ausnahme Jägerndorf-Teschens an Preußen verloren ging. Unter ihren Nachfolgern, Joseph II. und Leopold II., wurde aus der monarchischen Union, die vor allem als Folge der Aufteilung Polens 1772 um Ostgalizien mit Lodomerien, 1775 um die Bukowina, 1779 um das Innviertel und 1795 um Westgalizien erweitert wurde, ein Staat im Sinne des aufgeklärten Absolutismus, in dem bisher von den Ländern ausgeübte Hoheitsrechte der Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung auf Zentralbehörden übergingen. Folgerichtig entstanden ein einheitliches Strafgesetzbuch (1787) und ein für die deutschen Erbländer gültiges Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (1811). 1804 erhielt der Staat nach dem Vorbild Frankreichs auch durch die Annahme des Titels eines erblichen Kaisers von Ö. einen einheitlichen, in seinem Umfang aber bis 1867 nicht ganz klaren Namen. Infolge der Kriege mit Frankreich gingen 1797 die (verbliebenen) österreichischen Niederlande und die Lombardei verloren, doch wurden von der 1797 durch Frankreich aufgelösten Republik Venedig Venetien, das istrianische Küstenland und Dalmatien erworben. Im § 1 des Reichsdeputationshauptschlusses vom 25. 2. 1803 erhielt Ö. für die Abtretung der Landvogtei Ortenau die Bistümer Trient und Brixen und die in beiden Bistümern gelegenen Kapitel, Abteien und Klöster. Weiteres kam an Toskana und Modena. 1805 musste auf Venetien, das istrianische Küstenland und Dalmatien bzw. Vorderösterreich und Tirol (zu Bayern) verzichtet werden, doch konnte das 1803 an Toskana gelangte Erzstift Salzburg mit Berchtesgaden eingegliedert werden. 1809 mussten Salzburg, Westgalizien, Teile Österreichs ob der Enns und Kärntens, Krain und das Küstenland mit Triest abgegeben werden. 1815 wurde dann der Stand von 1797 mit Ausnahme der Niederlande, Vorderösterreichs und Westgaliziens wiederhergestellt. Zugleich begann die Mitgliedschaft Österreichs mit seinen ehemaligen Reichsländern im Deutschen Bund als Präsidialmacht. 1816 wurde von Bayern gegen Marktredwitz Vils im Außerfern gewonnen. Im Gefolge der Unruhen von 1848 erhielt Ö. am 25. 4. 1848 eine vom Kaiser durch Oktroi in Kraft gesetzte Verfassung, die abgelehnt und am 31. 12. 1851 unter Rückkehr zum Absolutismus (Neoabsolutismus) wieder aufgehoben wurde. Nach § 1 der österreichischen oktroyierten Verfassung vom 4. 3. 1849 bestand zu dieser Zeit das Kaisertum Ö. aus folgenden Kronländern: Erzherzogtum Ö. ob der Enns, Ö. unter der Enns, Herzogtum Salzburg, Herzogtum Steiermark, Königreich Illyrien (Herzogtum Kärnten, Herzogtum Krain, gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca [Gradiska], Markgrafschaft Istrien und Stadt Triest mit ihrem Gebiet), gefürstete Grafschaft Tirol und Vorarlberg, Königreich Böhmen, Markgrafschaft Mähren, Herzogtum Oberschlesien und Niederschlesien (Schlesien), (Königreich Galizien und Lodomerien [mit den Herzogtümern Auschwitz und Zator und dem Großherzogtum Krakau], Herzogtum Bukowina, Königreich Dalmatien, Kroatien, Slawonien, Ungarn, Großfürstentum Siebenbürgen, Militärgrenzbezirke, lombardisch-venetianisches Königreich (lombardo-venezianisches Königreich), wobei nach dem 5. 3. 1860 diese strikte Terminologie zugunsten von Königreichen und Ländern aufgegeben wurde. 1859 ging infolge der Niederlage gegen Sardinien und Frankreich die Lombardei an Sardinien (1861 Italien) verloren. 1861 wurde erneut eine wenig eindrucksvolle Verfassung geschaffen. 1866 fiel infolge der Niederlage gegen Preußen und Italien Venetien an das 1861 aus Sardinien neu entstandene Italien. Außerdem musste Ö. der Auflösung des Deutschen Bundes und der Begründung des Norddeutschen Bundes zustimmen. 1867 mussten im sog. Ausgleich Ungarn besondere Rechte zugestanden werden, so dass aus dem Kaisertum Ö. die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie (Transleithanien und Zisleithanien, seit 1915 Ungarn und Ö.) erwuchs. Da Ungarn seit 1848 eine Verfassung hatte, führte dies im Dezember 1867 zugleich in Erweiterung der Reichsverfassung von 1861 zu einer konstitutionellen Verfassung. Die weitere Entwicklung wurde von den Nationalitätenproblemen bestimmt. Die sich aus der fehlenden Übereinstimmung von Staat und Nation ergebenden Spannungen verschärften sich durch die Okkupation (1878) und die Annexion (1908) Bosniens und der Herzegowina aus dem zuvor osmanisch-türkischen Herrschaftsbereich. Sie führten schließlich in den durch das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand (Sarajewo 18. 6. 1914) ausgelösten ersten Weltkrieg. Nach der militärischen Niederlage und nach dem missglückten Versuch der Umwandlung Zisleithaniens in einen Nationalitätenstaat (17. 10. 1918) verzichtete der Kaiser von Ö. am 11. 11. 1918 auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften. Schon zuvor hatten sich nichtdeutsche nationale Bestandteile von Ö. abgelöst (Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien). Neben Tschechen, Südslawen und Ukrainern begründeten am 21. 10. 1918 auch die deutschen Abgeordneten des Reichsrates als provisorische Nationalversammlung den eigenen Staat Deutschösterreich (Deutsch-Österreich), in den die deutschen Siedlungsgebiete Österreich-Ungarns einbezogen werden sollten, dem Deutsch-Böhmen, Sudetenland, Südtirol sowie kleinere Teile Kärntens und Deutsch-Westungarns aber verloren gingen und der auf Druck der nichtdeutschen Mächte auf die Verbindung mit dem Deutschen Reich verzichten und den Namen Ö. annehmen musste. Am 1. 10. 1920 erhielt die neue Republik Ö. eine Verfassung. 1933/1934 kam es in ihr zu einem schrittweisen Staatsstreich durch das Kabinett Dollfuß, das am 1. 5. 1934 eine neue Verfassung (ständischer Bundesstaat) erließ, und am 11. 3. 1938 zum 1918 von den Alliierten verwehrten, von dem in Braunau am Inn in Oberösterreich geborenen deutschen Reichskanzler Adolf Hitler ultimativ geforderten Anschluss an das Deutsche Reich, dem in einer Volksabstimmung vom 10. 4. 1938 99,73% der Österreicher zustimmten. Durch das Ostmarkgesetz vom 14.4.1939 wurde Ö. bis 1945 in die sieben Reichsgaue Wien, Kärnten, Niederdonau, Oberdonau, Salzburg, Steiermark und Tirol gegliedert. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde Ö. wiederhergestellt und wurde durch Verfassungsüberleitungsgesetz vom 1. 5. 1945 am 19. 12. 1945 die Verfassung von 1920 wieder in Kraft gesetzt. 1955 endete mit dem Abschluss eines Staatsvertrages (15. 5. 1955) mit den alliierten Siegermächten gegen Zusicherung der Neutralität die Besatzungszeit. Wirtschaftlich an Deutschland orientiert trat Ö. unter äußerlicher Wahrung der Neutralität zum 1. 1. 1995 der Europäischen Union bei. S. a. Habsburg, Ostarrihhi II.
L.: Wolff 23; Zeumer 552 II a 1, II b 61, 5, 61, 13; Wallner 713 ÖsterreichRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) H4, II 66 (1378) G/I4, II 78 (1450) H4, III 22 (1648) F-H4, III 38 (1789) E3/4; Lechner, K., Österreich, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Wurzbach, K. v., Biographisches Lexikon des Kaisertums Österreich, Bd. 1-60 1856ff.; Huber, A./Redlich, O., Geschichte Österreichs (bis 1740), Bd. 1ff. 1885ff., Neudruck 1968; Werunsky, E., Österreichische Reichs- und Rechtsgeschichte, Wien 1894-1938 (Lieferungswerk); Luschin v. Ebengreuth, A., Österreichische Reichsgeschichte. Geschichte der Staatsbildung, der Rechtsquellen und des öffentlichen Rechts, Bd. 1f. 1895, 2. A. 1918; Beidtel, I., Geschichte der österreichischen Staatsverwaltung 1740-1848, bearb. v. Huber, A., 2 Bde Innsbruck 1896ff., Neudruck 1968; Historischer Atlas der österreichischen Alpenländer, 1906f.; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 (Osterriche, Ostarike, Ostarriche, [Gau um die Donau?,] Nöchling, Neuhofen an der Ybbs, nicht Enzersdorf?); Luschin v. Ebengreuth, A., Handbuch der österreichischen Rechtsgeschichte, Bd. 1 Österreichische Reichsgeschichte des Mittelalters, 2. A. 1914; Stolz, O., Grundriss der Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte Österreichs, 1951; Österreichisches biographisches Lexikon 1815-1950, 1954ff.; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, II, 22, 36, 50, 94, IV, 5, Ostarrichi, Oriens, orientales partes, orientalis plaga, terra australis; Goldinger, W., Geschichte der Republik Österreich, Wien 1962; Mitterauer, M., Karolingische Markgrafen im Südosten, 1963; Brunner, O., Land und Herrschaft. Grundfragen der territorialen Verfassungsgeschichte Österreichs im Mittelalter, 6. A. 1973; Hohenecker, L./Otruba, G., Von Saint Germain zum Staatsvertrag. Österreich 1918-1955, Wien 1967; Lhotsky, A., Geschichte Österreichs seit der Mitte des 13. Jahrhunderts, 1967; Grass, N., Der Wiener Dom, die Herrschaft zu Österreich und das Land Tirol, 1968; Österreich im Jahre 1918, hg. v. Neck, R., 1968; Bauer, R., Österreich. Ein Jahrtausend Geschichte im Herzen Europas, 1970; Walter, F., Österreichische Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte von 1500-1955, 1972; Hellbling, E., Österreichische Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte, 2. A. Wien 1974; Lechner, K., Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Wien 1976; Weltin, M., Das österreichische Land des 13. Jahrhunderts im Spiegel der Verfassungsentwicklung, (in) Vorträge und Forschungen 23, hg. v. Classen, P., 1977, 381ff.; Sturmberger, H., Land ob der Enns und Österreich, 1979; Zöllner, E., Geschichte Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 8. A. 1990; Autriche (Österreich), bearb. v. Grass, N., 1979, (in) Introduction bibliographique à l’histoire du droit et à l’ethnologie juridique, hg. v. Gilissen, J., D/4; Brauneder, W., Österreichische Verfassungsgeschichte, 10. A. 2005; Simon, W., Österreich 1918-1938, 1984; Bibliographie zur Geschichte der Städte Österreichs, hg. v. Rausch, W., 1984; Reichert, F., Landesherrschaft, Adel und Vogtei. Zur Vorgeschichte des spätmittelalterlichen Ständestaates im Herzogtum Österreich, 1985; Österreich im Europa der Aufklärung, Bd. 1, 2 hg. v. Plaschke, R./Klingenstein, G., 1985; Bruckmüller, E., Sozialgeschichte Österreichs, 1985; Baltl, H./Kocher, G., Österreichische Rechtsgeschichte, 10. 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Wolfram, H., 1994ff.; Brunner, K., Österreichiche Geschichte 907-1156, 1994; Wolfram, H., Salzburg, Bayern, Österreich, 1996; Dopsch, H., Die Länder und das Reich, 1999; Österreichische Wirtschafts- und Sozialgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Eigner, P. u. a., 1999; Wiesflecker, H., Österreich im Zeitalter Maximilians I., 1999; Scheuch, M., Österreich im 20. Jahrhundert, 2000; Brauneder, W., Deutschösterreich 1918, 2000; Urban, O., Der lange Weg zur Geschichte, 2000; Vocelka, K., Geschichte Österreichs, 2000; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 846; Kulenkampff, A., Österreich und das alte Reich, 2005; Beller, S., Geschichte Österreichs, 2007; Die Geburt Österreichs, hg. v. Schmid, P. u. a., 2007. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Osterwalde (Gau westlich der Jeetzel links der Elbe, Osteruualde, Ostarwald)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Lagendorf); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 145 Osterwalde (Lagendorf [westlich Salzwedels]); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 775; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 71, 74 Ostarwald. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostfalen (Gau [zwischen Oker und Innerste und Leine?], Astfalahun)
L.: (Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 [Königsdahlum bzw. Dahlum, Nettlingen, Großlafferde, Kleinlafferde, Sauingen, Gadenstedt, Schmedenstedt, Hallendorf, Heerte, Denstorf, Vöhrum, Wendhausen, Adersheim, Leinde, Dörnten, Össelse, Hotteln, Wirringen, Heisede, Heiningen, Groß Flöthe bzw. Großflöthe, Klein Flöthe bzw. Kleinflöthe, Ohlum bzw. Ohlhof, Bettingerode, Berßel bzw. Bersse, Aderstedt, Groß Quenstedt bzw. Großquenstedt, Klein Quenstedt bzw. Kleinquenstedt, Riestedt, Dittichenrode, Hildesheim]); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 145 (Denstorf, Döhren, Dungelbeck, Einum, Gadenstedt, Garbolzum, Garmissen, Hallendorf, Harsum, Heiningen, Heisede, Heerte, Hildesheim, Hotteln, Groß Ilsede bzw. Großilsede, Kemme, Groß Lafferde bzw. Großlafferde, Leinde, Nettlingen, Össelse, Ohlum, Poppenburg, Ruthe, Schmedenstedt, Groß Stöckheim bzw. Großstöckheim, Üfingen, Vöhrum, Wendhausen, Wirringen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 775; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, 26, II, 60, III, 27 Astfalahun, 301, Ostfalen s. Astfalahun; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 29 Astfalahun; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostfriesland (Reichsgrafschaft, Fürstentum). Der Raum zwischen Dollart, Jadebusen, Oldenburg und Nordsee war schon in der Steinzeit besiedelt. Um 700 bildete sich dort ein Reich der Friesen unter Herzog Radbod. Noch vor 800 wurde dieses 785 von den Franken unterworfene Gebiet christianisiert. 843 kam es zum Mittelreich Kaiser Lothars I., 870 zum ostfränkischen Reich. Nach dem Zerfall des Karolingerreiches bildeten sich in O. mehrere selbständige Länder (terrae) (Brokmerland bzw. Brookmerland, Emsigerland, Harlingerland u. a.), die im Hochmittelalter von consules regiert wurden und sich im sog. Upstalsboom (benannt nach einem Versammlungsplatz südlich Aurichs) in einer Art Landfriedensbund zusammenschlossen. Nach 1327 verfiel dieser Verband der friesischen Freiheit und die einzelnen Gebiete gerieten unter die Herrschaft von Häuptlingen (u. a. das Geschlecht tom Brok auf der Oldeborg im Brokmerland bzw. Brookmerland, später in Aurich), die sich in zahlreichen Fehden gegenseitig bekämpften. Nach dem zunächst das Geschlecht tom Brok (1361 Keno Hilmersna) eine gewisse Führung erlangt hatte (1371 Häuptling des Brokmerlandes (Brookmerlandes), 1376ff. Norderland, Emsigerland, Harlingerland und Auricherland, 1413 Emden, westliches Friesland, Okko II. 1417-1427 Häuptling in O.), gelang es seit 1427/1430/1441 dem Häuptling Edzard Cirksena und dann seinem Bruder Ulrich Cirksena aus der seit dem 13. Jahrhundert in führender Stellung der Norder Landesgemeinde nachweisbaren Familie Cirksena, die ihren Namen und ihr Erbe in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts über die Erbtochter an die Häuptlinge von Greetsiel übertragen hatte, die Fehden zu beenden und den größten Teils des Landes östlich der Ems unter einer Herrschaft zu vereinigen (1453 Emden). 1464 ließ sich Ulrich Cirksena als Ulrich I. vom Kaiser mit der Reichsgrafschaft (in) O. belehnen (Grafschaft zu Norden, Emden, Emisgonien in O., von der Westerems bis an die Weser), was zur Folge hatte, dass O. beim Reich verblieb und nicht, wie das schon früh in der Grafschaft Holland aufgegangene Gebiet von Sinkfal bei Brügge bis zur Zuidersee und später das westerlauwersche Friesland (Westfriesland) und das Groningerland, über das Herzogtum Burgund an die sich seit 1571 verselbständigenden Niederlande gelangte. Ausgenommen blieben Jever, Butjadingen östlich des Jadebusens, Harlingerland und Stadland, Hauptstadt wurde Emden, 1561 Aurich. 1511 entstand ein eigenes ostfriesisches Landrecht. Seit 1519 drang die Reformation ein. Zwischen 1568 und 1648 kam es zum achtzigjährigen Krieg, in dem sich der lutherische Landesherr und die unter Führung der calvinistischen, 1595 verloren gegangenen Stadt Emden (Genf des Nordens) stehenden Stände gegenübertraten. Die Gewinnung Jevers misslang 1529/1575. 1600 wurde durch Heirat das Harlingerland mit O. vereinigt. 1654/1662 wurde Graf Enno Ludwig in den Fürstenstand erhoben (Reichsfürstentum O., 1677 Sitz und Stimme auf dem Reichstag, Einführung in den Reichsfürstenrat 1677, Entstehung des Titels Fürstentum O. durch Observanz und Verjährung, Zugehörigkeit zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis, nur zeitweilige Zugehörigkeit zum westfälischen Reichsgrafenkollegium). 1682 verlegte Brandenburg Truppen in das faktisch selbständige Emden. 1744 starb das Geschlecht Cirksena aus. König Friedrich der Große von Preußen besetzte das an sich den Generalstaaten vermachte, von diesen aber nicht angenommene Land auf Grund einer kaiserlichen Anwartschaft von 1694 und machte es zu einer Provinz Preußens mit der Hauptstadt Aurich. Das Fürstentum enthielt die Städte und Ämter Aurich, Norden, Emden, Berum, Greetsiel, Pewsum, Leer, Stickhausen und Friedeburg und die adligen Herrschaften Dornum, Lütetsburg, Jennelt (Jindelt), Rysum (Risum), Petkum und Gödens. 1807 verlor Preußen das 60 Quadratmeilen große O. (ohne Rheiderland bzw. Reiderland) mit 110000 Einwohnern an Napoleon I., der es dem Königreich Holland, 1810 Frankreich unmittelbar einverleibte (Département Ost-Ems). 1813 kam O. an Preußen, 1815 an Hannover (Landdrostei Aurich), 1866 mit diesem an Preußen. 1946 wurde es als Regierungsbezirk Aurich Teil Niedersachsens.
L.: Wolff 338ff.; Zeumer 553 II b 54; Wallner 702 WestfälRK 5; Großer Historischer Weltatlas III 22 (1648) C2, III 38 (1789) B1; Möhlmann, G., Ostfriesland, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Die Territorien des Reichs 3, 162; Wiarda, T., Ostfriesische Geschichte, Bd. 1-10 1792ff., Neudruck 1968; Ostfriesisches Urkundenbuch, hg. v. Friedländer, E., Bd. 1f. 1878ff., Neudruck 1968; Klinkenborg, M., Geschichte der tom Broks, 1895; Reimers, H., Ostfriesland bis zum Aussterben seines Fürstenhauses, 1925; Koolmann, A./Wiemann, H., Ostfriesische Geschichte, Bd. 1ff. 1951; König, J., Verwaltungsgeschichte Ostfrieslands bis zum Aussterben seines Fürstenhauses, 1955; Lang, A., Die älteste gedruckte Seekarte der Ems, Erläuterungen zur Neudruckausgabe der Beschreibungen der ostfriesischen Küste des L. Waghenaer von 1584, 1957; Möhlmann, G., Geschichte Ostfrieslands, 1962; Baker, G., De grenzen van Frisia tussen 600 en 1150, 1962; Lengen, H. van, Zur Geschichte des Namens Ostfriesland im Mittelalter, Jb. d. Ges. für bildende Kunst und vaterländ. Altertümer zu Emden 42 (1962), 5ff.; Teschke, G., Studien zur Sozial- und Verfassungsgeschichte Frieslands im Hoch- und Spätmittelalter, 1966; Wiemann, H., Die Grundlagen der landständischen Verfassung Ostfrieslands, 1974; Ostfriesland, hg. v. Möhlmann, G., 3. A. 1975; Schmidt, H., Politische Geschichte Ostfrieslands, (in) Ostfriesland im Schutze des Deiches 5 (1975), 86ff.; Wiemann, H., Materialien zur Geschichte der ostfriesischen Landschaft, 1982; Lamschus, C., Emden unter der Herrschaft der Cirksena, 1984; Burgen, Siedlungen und Klöster im Mittelalter, hg. v. Barlage, D., 1989; Deeters, W., Geschichte der Grenze zwischen Drenthe und dem Emsland und Groningen und Ostfriesland, (in) Rondom Eems en Doolard, 1992, 59ff.; Lengen, H. van, Ostfriesland, LexMA 6 1993, 1529; Ostfriesland, hg. v. Lengen, H. van, 1995; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 856; Haefs, H., Ostfriesland, 2013. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostgau (Gau zwischen Unstrut und sächsischer Saale, Ostargouue, Husitin, Usiti)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 22 Usiti (Wormstedt, Utenbach, Munchengosserstädt bzw. Münchengosserstedt); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 156 (Buttelstedt, Flurstedt, Gebstedt, Gernstedt, Münchengosserstädt, Hohlstedt, Niedertrebra, Utenbach, Vippach, Wormstedt); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 33, 36, Ostargouue. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostinga (Gau um die Oste links bzw. westlich der Elbmündung) s. Ostegau
L.: (Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 >Aue in< Bülkau, Hollen, Seth]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 2, 3, Ostinga, Hogtruna ‚Ostegau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostpreußen (Landschaft, [Teil des] Herzogtum[s], Gebiet, Provinz). Das Gebiet zwischen Weichsel- und Memelmündung wurde in der Jungsteinzeit von Jägern und Fischern besiedelt. Im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. bewohnten es die Goten, später die baltischen Pruzzen, deren im 10. Jahrhundert erstmals genannter Name (um 965 Brus) auf das Siedlungsgebiet übertragen wurde. Um 1225 wandte sich der polnische Herzog Konrad I. von Masowien an den Deutschen Orden um Hilfe gegen die heidnischen Pruzzen und übertrug ihm als Lohn das Kulmer Land (Kulmerland). Kaiser Friedrich II. gewährte 1226 dem Hochmeister Culm (Kulm, Kulmerland) und alle noch zu erobernden pruzzischen Gebiete. 1283 war die Eroberung des Landes abgeschlossen. Die Niederlage gegen Polen in der Schlacht von Tannenberg (1410) schwächte den Deutschen Orden, der zwischen 1231 und 1410 93 Städte und etwa 1400 Dörfer gegründet hatte, sehr. 1466 wurde er auf den östlichen Teil Preußens ohne das Ermland beschränkt. Der verbliebene Ordensstaat war vom Heiligen Römischen Reich getrennt und musste die Oberhoheit Polens anerkennen. 1525 wurde der Ordensstaat unter dem Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbach in das erbliche, unter Lehnshoheit Polens stehende Herzogtum Preußen, in dem 1544 die Universität Königsberg gegründet wurde, umgewandelt. Dieses wurde 1618 mit Brandenburg in Personalunion vereinigt und 1657/1660 vertraglich von der Lehnshoheit befreit. 1701 wurde es als einziges voll souveränes Land der Kurfürsten von Brandenburg zur Keimzelle des Königreichs Preußen, indem Kurfürst Friedrich sich selbst zum König in Preußen krönte. Der Name O. für das Herzogtum Preußen setzte sich amtlich erst durch, als 1772 Westpreußen (Pomerellen bzw. Pommerellen) bei der ersten Teilung Polens mit dem Königreich Preußen vereinigt wurde. Das Ermland kam zu O., Marienwerder zu Westpreußen. Beide Provinzen wurden 1815 getrennt, von 1824 personal und 1829 real bis 1878 zur Provinz Preußen vereinigt und dann wieder getrennt. 1919/1920 kam das Gebiet um Soldau zu Polen, das Memelgebiet an die Alliierten und 1923 faktisch an Litauen. Danzig wurde Freie Stadt. Das restliche Westpreußen wurde O. angefügt. 1939 wurde das Memelgebiet von Litauen zurückerzwungen, wurden Westpreußen und Danzig zurückerobert und damit wurde O. wieder mit dem Reich verbunden. 1945 wurde der nördliche Teil O. unter die Verwaltung der Sowjetunion, der westliche Teil unter die Verwaltung Polens gestellt, die ansässige deutsche Bevölkerung fast vollständig ausgesiedelt. 1990 kam das Gebiet als politische Folge der deutschen Einheit an die Sowjetunion bzw. Polen.
L.: Goldbeck, J., Königreich Preußen, Teil 1 1785, Neudruck 1975ff.; Horn, A., Die Verwaltung Ostpreußens seit der Säkularisation (1525-1875), 1890; Heim, M., Geschichte der ostpreußischen Landschaft 1788-1888, 1938; Dehio, G./Gall, E., Deutschordensland Preußen, 1952; Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße, hg. v. Schieder, T., Bd. 1f. 1953; Schumacher, B., Geschichte Ost- und Westpreußens, 7. A. 1987; Schumacher, B., Wege und Wirkungen ostpreußischer Geschichte, 4. A. 1959; Dönhoff, M. Gräfin, Namen, die keiner mehr nennt. Ostpreußen, Menschen und Geschichte, 1962; Henning, F., Herrschaft und Bauernuntertänigkeit, 1964; Bibliographie der Geschichte von Ost- und Westpreußen, Bd. 1 2. A. 1962, 2 1964, Ergänzungsbände; Ost- und Westpreußen. Handbuch der historischen Stätten, hg. v. Weise, E., 1966; Historisch-geographischer Atlas des Preußenlandes, hg. v. Mortensen, H. u. a. 1968ff.; Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 bis 1945, Reihe A, Preußen I: Ost- und Westpreußen, bearb. v. Stüttgen, D., 1975; Gause, F., Geschichte des Preußenlandes, 1986; Ambrassat, A., Die Provinz Ostpreußen, 1988; Rankl, M., Bibliographie zur Literatur Ost- und Westpreußens mit Danzig 1945-1988, Bd. 1f. 1990; Neuschäffer, H., Das Königsberger Gebiet, 1991; Groeben, K. v. d., Das Land Ostpreußen, 1993; Handbuch der Geschichte Ost- und Westpreußens, hg.v. Opgenoorth, E., Bd. 2, 1 1994; Kibelka, R., Ostpreußens Schicksalsjahre, 2000; Mast, P., Ost- und Westpreußen und die Deutschen in Litauen, 2000; Kulturgeschichte Ostpreußens in der frühen Neuzeit, hg. v. Garber, K. u. a., 2001; Kossert, A., Ostpreußen, 2005. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ostrevant (Gau zwischen Schelde und Scarpe). S. Ostarbant.
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 775; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 75, 76, 77, III, 32, Ostarbant, Ostrevedenses, Bevölkerungsname; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 206. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Östringen (Gau Ostringen [westlich der Jademündung?, um Jever und Friedeburg im späteren Ostfriesland])
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 2 (Reepsholt); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 49, III, 10, 23, Asterga Astringi, Astringia, Astringerland, Östringen, s. a. Astrahi?,, 302, Östringen s. Asterga?; Polenz, P. v., Germanisch-deutsche Landschafts- und Bezirksnamen vom 7. bis 11. Jahrhundert, Teil I B. Alphabetisches Namenbuch, 1. Lieferung Achilgouwe-Borhtergo, 28 Asterga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ougesgouwe (Gau westlich des Leches, Ougiskeuue) s. Augstgau, östlicher)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Holzhausen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, Ougesgouwe, Ougestgouwe s. Augustgouwe I (bei Augsburg)(, Augustgouwe II [um Kaiseraugst]). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ouliupestal (Gau um die obere Krems rechts der Traun, Ulstal, Öbleinstal)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 16 (Schlierbach); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 64, Ouliupestal, vallis Oliupespurk, pagus Olesburgensis, Öbleinstal, ‚Ulstal‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ousegouwe* (Gau an der Oos bei Baden-Baden, Oosgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 24, 27, Ousegouwe*, pagus Auciacensis, ‚Oosgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Overijssel (Herrschaft). Im Gebiet östlich des Ijsselmeeres, das seit Ende des 8. Jahrhunderts fest dem karolingischen Reich eingefügt war, hatte der Bischof von Utrecht im 10. Jahrhundert Güter (das sogenannte Oberstift). Im 12. Jahrhundert nahm der Graf von Geldern die Landschaft Veluwe in Besitz, die Utrecht von diesem Gebiet, das seit der Mitte des 15. Jahrhunderts O. genannt wurde, trennte. 1527/1528 kam O. an Habsburg, wurde aber 1591-1597 durch Moritz von Oranien für die Generalstaaten der Niederlande erobert.
L.: Wolff 74; Großer Historischer Weltatlas III 2 E3; Nagge, W., Historie van Overijssel, Bd. 1, 2 1908ff.; Overijssel, hg. v. Wiersma, H. u. a., 1965. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Paltental (Gau am Paltenbach rechts der Enns in der Steiermark)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 64f. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pefferanga (Gau südlich der Vogesen um Belfort, nach Phaffans bei Belfort)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961 II, 44 Pefferanga, Pefferauga?. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Perfmark (Mark an der Perf links der Lahn südlich Biedenkopfs, Berenebere marcha)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 3f., 8, V, 2 Berenebere marcha. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10. Pergon pagus, zum Ortsnamen Berg bei Steinhöring bei Ebersberg (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Peugerich (Gau um Poigen nordwestlich Horns im Waldviertel, Poigreich)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 94 Piugen. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pfinzgau (Gau an der Pfinz nördlich Karlsruhes, Phunzingouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 24, 26f. Phunzingouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pfirnihgau (Gau südlich Kassels, Firnihgouwe, Vernika). S. Vernagau.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Dillich); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961,II, 15, 26, 31, 33 Firnihgouwe, Vernika, Vernagau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pfullichgau (Phullichgouwe, Gau um die Echaz rechts des Neckars)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Honau); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 26, 31, 34, 90, III, 8 Phullichgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Phullichgouwe (Gau um die Echatz rechts des Neckars) s. Pfullichgau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Honau); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 26, 31, 34, 90, III, 8 Phullichgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Phunzingouwe (Gau an der Pfinz nördlich Karlsruhes, s. Pfinzgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 24, 26f. Phunzingouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pielaha (Gau bei Melk in der Wachau) Pielach
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 10f. Pielaha. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pinzgau (Gau, Grafschaft). Der P. im oberen Salzachtal und Saalachtal nördlich der Hohen Tauern war bis 1228 Reichslehen der Herzöge von Bayern. Als diese es dem Reich aufsandten, verlieh es der Kaiser an das Erzstift Salzburg. Die Erzbischöfe gaben den oberen P. an die Grafen von Mittersill, den unteren P. an die Grafen von Plain als Aftervasallen weiter. Über Salzburg kam der P. 1805 an Österreich.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 35, 39, 66, 96 Pinzgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pirihtilinpara (Gau auf der schwäbischen Alb um Hechingen und Balingen, Pirihtilinsbaar)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 26, 31, 34, 90, III, 8 Phullichgouwe; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 128 (Holzheim, Rietheim, Deilingen, Dormettingen, Bisingen, Hechingen, Wessingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pirihtilinsbaar(Gau auf der schwäbischen Alb um Hechingen und Balingen), Pirihtilinpara
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 26, 31, 34, 90, III, 8 Phullichgouwe; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 128 (Holzheim, Rietheim, Deilingen, Dormettingen, Bisingen, Hechingen, Wessingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pleißen bzw. Pleißenland (Gau zwischen Weißer Elster bzw. weißer Elster und Mulde, Reichsland). Aus älterem Reichsgut um die Reichsburg Altenburg und neu erworbenen Gütern an der Mulde (Leisnig, Colditz, Laußig [Lausick]) bildete Kaiser Friedrich I. Barbarossa um 1158 ein Reichsland (terra Plisnensis) zur Stützung des Reiches im Osten, das von Reichsministerialen unter einem Landrichter verwaltet wurde. 1195 wurde ihm vorübergehend die als erledigtes Reichslehen eingezogene Mark Meißen zugeschlagen. Nach 1198 verselbständigten sich verschiedene kleine Herrschaften. Versuche Kaiser Friedrichs II. und später König Rudolfs von Habsburg, das Reichsland zu reorganisieren, scheiterten. Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts hatten die Markgrafen von Meißen aus dem Hause Wettin Pfandrechte am Reichsland P. (1243 Verpfändung für die Mitgift der mit Heinrich von Meißen vermählten Tochter Friedrichs II., 1252). Im 14. Jahrhundert gliederten sie es größtenteils (Altenburg, Chemnitz, Zwickau) ihrer Herrschaft ein (Belehnung 1310, endgültiger Übergang 1372/1373). Eigene Herrschaftsgebiete schufen sich die Herren von Schönburg und einzelne Linien der Vögte von Weida (Reuß). Damit endete das Reichsland P. S. Schönburg, Reuß, Sachsen, Thüringen.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Plisina, Plisni, Gau zwischen Elster und Mulde, Zehma, Boderitz bzw. Böderitz, Drescha, Großröda, Gödissa, Altenburg); Kötzschke, R./Kretzschmar, H., Sächsische Geschichte, Bd. 1 1935; Schlesinger, W., Egerland, Vogtland, Pleißenland, (in) Forschungen zur Geschichte Böhmens und Sachsens, hg. v. Kötzschke, R., 1937; Bosl, K., Die Reichsministerialität der Salier und Staufer, Bd. 1f. 1950f.; Schlesinger, W., Die Landesherrschaft der Herren von Schönburg, 1954; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, Plisni (Altenburg, Altkirchen, Boderitz, Drescha, Gödissa, Kauritz, Leesen, Monstab, Nobitz, Großröda, Schmölln, Zehma); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 50; Rübsamen, D., Kleine Herrschaftsträger im Pleißenland, 1987; Blaschke, K., Geschichte Sachsens im Mittelalter, 1990; Blaschke, K., Pleißenland, LexMA 7 1994, 18; Billig, G., Pleißenland – Vogtland, 2002. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pleoninga (Gau um Pliening nordöstlich Münchens)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 90, III, 8, IV, 10f., 14. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pleonungotal (Gau im Quellgebiet der Fils rechts des Neckars)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 64, 67, 83, 90, III, 8, 28f. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Poapintal (Gau am Oberlauf des Innes südlich Imsts)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 64, 67, 90. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pöhlde (Mark an der Oder im Südharz im Lisgau, Polidi?)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Elbingerode?); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 3f., 7 Polide. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Poigreich (Gau um Poigen nordwestlich Horns im Waldviertel, s. Peugerich)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 94 Piugen. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Polen (Königreich, Republik). Um 960 erscheint im von den namengebenden Polanen (zu pole, Feld, Acker) besiedelten Gebiet zwischen Karpaten und Ostsee an der mittleren Weichsel und Warthe Herzog Miezsko aus dem Hause der Piasten, der 966 Christ wurde. Sein Sohn (König) Boleslaw I. Chrobry (992-1025) dehnte das Reich erheblich aus (Mähren, Lausitz, Gebiet am oberen Bug und San). Im Jahre 1000 erhielt es mit Gnesen ein eigenes Erzbistum mit den Suffraganbistümern Breslau, Kolberg, Krakau und Posen. Nach Gebietsverlusten von 1032/1034 bildeten die Landschaften Großpolen (ab 1239 dux Poloniae maioris), Masowien, Schlesien, Kleinpolen und Pommern den verbliebenen Herrschaftsbereich. 1163 wurde Schlesien von P. abgetrennt, 1181 Pommern dem Deutschen Reich eingegliedert. 1225/1226 kam auf Bitten des Teilfürsten Herzog Konrads von Masowien der Deutsche Orden ins Land und gewann das Culmer Land (Kulmer Land, Kulmerland). 1249 fiel Lebus an Brandenburg. 1295 und 1320 ließ sich der Herzog zum König krönen (Großpolen, Kleinpolen und einige mittelpolnische Gebiete). König Kasimir III. (1333-1370) verzichtete zugunsten des Deutschen Ordens auf Pommerellen (Pomerellen) sowie auf Schlesien (1348), schuf ein allgemeines polnisches Landrecht und gründete 1364 die Universität Krakau. Nach seinem Tod gelangten zunächst sein Neffe und dann 1386 infolge Heirat der Erbtochter (Hedwig) das litauische Haus der Jagiellonen, das außer Litauen auch Weißrussland und die Ukraine beherrschte, auf den Thron. 1466 musste der Deutsche Orden die Oberlehnshoheit Polens über Ostpreußen anerkennen und verlor Pomerellen, das Culmer Land (Kulmer Land, Kulmerland) und Ermland. 1561 kam Livland an P. Kurland wurde ein Lehen Polens. 1572 starben die Jagiellonen aus. 1629 verlor P. Livland an Schweden, 1657/1670 die Lehnshoheit über Ostpreußen an Brandenburg, 1654 die Ukraine an Russland. 1697 wurde der dafür zum Katholizismus übertretende Kurfürst von Sachsen durch Wahl König von Polen. 1763 endete die damit geschaffene Verbindung aber wieder. 1772, 1793 und 1795 wurde P., dessen Adel gegen den von Katharina II. von Russland protegierten neuen König Stanislaus Poniatowski seit 1768 rebellierte, zwischen Russland, Preußen und Österreich aufgeteilt. In der ersten Teilung (1772) erhielt Österreich Ostgalizien und Lodomerien und behielt die 1769 besetzte Zips (85000 Quadratkilometer mit mehr als 2000000 Einwohnern). Preußen erlangte Westpreußen (ohne Danzig und Thorn) sowie Ermland und den Netzedistrikt (35000 Quadratkilometer mit etwa 350000 Einwohnern). Russland gewann das polnische Livland und Teile von Weißrussland, Polozk, Minsk, Witebsk und Mstislaw (84000 Quadratkilometer mit 1300000 Einwohnern). Dadurch verringerte sich das Gebiet und die Einwohnerzahl um 30%. In der zweiten Teilung (1793) erhielt Russland die restlichen Teile Litauens, die Ukraine, die Hälfte von Wolhynien, Podolien, Nowogrodek (Nowgrodek) und Brest-Litowsk (Brzesk) sowie die noch polnischen Gebiete von Polozk und Minsk (228000 Quadratkilometer). Preußen erlangte Danzig, Thorn, Posen, Kalisch, Gnesen, Lodz (Lodsch), Dobrin (Dobrzyn), Tschenstochau (Czenstochau), einen Teil von Rawa und die Hälfte von Brześć Kujawski (Brzesk) (58000 Quadratkilometer, 1130000 Einwohner, „Südpreußen“). Dadurch wurde Polen auf 240000 Quadratkilometer mit 3400000 Einwohnern beschränkt. Bei der dritten Teilung (1795)kamen das restliche polnische Litauen, der Großteil von Samogitien, das übrige Schwarzrussland, Podlesien und Wolhynien, ein Stück von Cholm, Kurland und Semgallen an Rußland (146000 Quadratkilometer), Sandomir, Lublin, Radom, Teile von Brest-Litowsk (Brzesk), Podlachien und Masowien an Österreich (51000 Quadratkilometer mit 1000000 Einwohnern) sowie Teile Masowiens mit Warschau, das Gebiet zwischen Weichsel, Bug und Memel (Njemen) (Neuostpreußen) sowie ein Teil Krakaus (Neuschlesien) an Preußen (43000 Quadratkilometer mit 1000000 Einwohnern). 1807 wurde durch Napoleon aus preußischen Gebieten das Herzogtum Warschau geschaffen, das 1815 in veränderter Gestalt als Kongresspolen mit Russland in Personalunion vereinigt wurde. Am 11. 11. 1918 wurde die Republik P. gegründet, die 1919 den größten Teil Westpreußens erhielt. 1939 wurde Polen zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion aufgeteilt, 1945/1990 aber, unter zugunsten der Sowjetunion erfolgender Verlagerung nach Westen bis zur Oder-Neiße-Grenze, wiederhergestellt. S. Brandenburg, Breslau, Cammin, Danzig, Deutscher Orden, Ermland, Galizien, Gnesen, Kulm, Kurland, Lausitz, Lebus, Memelgebiet, Pommerellen (Pomerellen), Pommern, Posen, Preußen, Schlesien, Teschen.
L.: Beer, A., Die erste Teilung Polens, 1873; Lord, H., The Second Partition of Poland, 1916; Rhode, G., Geschichte Polens, 3. A. 1980; Hoensch, J., Geschichte Polens, 1983; Boockmann, H., Deutsche Geschichte im Osten Europas. Ostpreußen und Westpreußen, 1992; Jasinski, K., Rodowód pierwszych Piastów, 1992; Labuda, G., Mieszko II król polski 1025-34, 1992; Atlas historyczny miast Polskich, hg. v. Czacharowski, A., 1993; Gieysztor, A., Polen, LexMA 7 1994, 52; Zernack, K., Polen und Russland, 1994; Urban, T., Deutsche in Polen, 4. A. 2000; Bömelburg, H., Zwischen polnischer Ständegesellschaft und preußischem Obrigkeitsstaat, 1995; Normdurchsetzung in osteuropäischen Nachkriegsgesellschaften, Bd. 3 1997; Kempen, B., Die deutsch-polnische Grenze, 1997; Urban, T., Von Krakau bis Danzig, 2000; Davies, N., Im Herzen Europas, 2000; Deutsch-polnische Beziehungen in Geschichte und Gegenwart, hg. v. Lawaty, A. u. a., Bd. 1f. 2000; Borodhiej, W., Der Warschauer Aufstand 1944, 2001; Alexander, M., Kleine Geschichte Polens, 2003; Urban, T., Polen, 2. A. 2003; Wyszkowski, M., (Die politische Verfassung Großpolens in den Jahren 1138-1296), 2009; Michel, A., Polens Staatlichkeit in sieben Jahrhunderten, 2014. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pongau (Gau, Grafschaft). Das Tal der mittleren Salzach bildete den P. Bis 1243 trugen die Gutrat bzw. Guetrater die Grafschaft P. vom Erzstift Salzburg zu Lehen. Über Salzburg kam der P. zu Österreich.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 39, 66, 96. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Portensis (Gau um Vesoul in Burgund, benannt nach Port-sur-Saône, Portois). S. Portois.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Offonis villa = Vellefaux, nicht Schuttern); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 18; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 221. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Portois (Gau um Vesoul in Burgund, benannt nach Port-sur-Saône, Portensis). S. Portensis.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Offonis villa = Vellefaux bei Vesoul); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 18; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 221. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Prignitz (Landschaft). Die Landschaft zwischen Elbe, Elde, Havel und Dosse wurde im 7. Jahrhundert von slawischen Liutizen besiedelt. 928/929 wurde das Gebiet dem Deutschen Reich eingegliedert und von dem 948 gegründeten Bistum Havelberg aus christianisiert, ging aber 983 wieder verloren. 1147 wurde es erneut unterworfen. Die Herrschaft fiel an die askanischen Grafen der Nordmark, den Bischof von Havelberg und einzelne Adelsfamilien (Gans von Putlitz, Plotho bzw. Plothe, Quitzow), kam aber bis etwa 1300 fast ganz an die Markgrafen von Brandenburg. Nach dem Aussterben der Askanier kämpften Mecklenburg und Wittelsbach um das 1349 erstmals nach den slawischen Brizani P. (Prygnitz) genannte Gebiet, das aber bei der Markgrafschaft Brandenburg verblieb. Der dadurch erstarkende Adel wurde im 15. Jahrhundert (1411ff.) durch die Hohenzollern wieder zurückgedrängt. Von 1952 bis 1990 wurde das Gebiet auf die Bezirke Schwerin und Potsdam der Deutschen Demokratischen Republik aufgeteilt. S. Brandenburg.
L.: Wolff 386; Luck, W., Die Prignitz, ihre Besitzverhältnisse vom 12.-15. Jahrhundert, 1917; Schultze, J., Die Prignitz, 1956; Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Bd. 1 Die Prignitz, bearb. v. Enders, L., 1962; Prignitz-Kataster 1686-1687, hg. v. Vogel, W., 1986; Die Ortsnamen der Prignitz, 1989; Escher, F., Prignitz, LexMA 7 1994, 209; Enders, L., Die Prignitz, Jb.f. Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte 60 (1995), 10; Enders, L., Die Prignitz, 2000. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Prisinga (Gau um Moosburg an der Isar, zu Langenpreising)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 34, 40, III, 8, IV, 10f. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Provence (Grafschaft, Landschaft). Das ursprünglich von Kelten und Ligurern bewohnte Gebiet zwischen Mittelmeer, Rhone, Var und Alpen wurde 121 v. Chr. zur römischen Provinz Gallia transalpina, Gallia Narbonensis, die als älteste römische Provinz in Gallien bald nur noch provincia hieß. 470/477 kam sie an die Westgoten (bis 507), 509 an die Ostgoten und 536/537 an die Franken. 843 gelangte sie zum Mittelreich Kaiser Lothars I. Von 855 bis 863 fiel sie an Lothars I. Sohn Karl, 879 an Boso von Vienne (Königreich Niederburgund, bis 933 mit Hauptstadt Arles), 934 an Hochburgund und damit 1032 an das Deutsche Reich, dem sie trotz etwa der noch 1365 in Arles erfolgten Krönung Karls IV. immer nur lose angehörte, auf das sie aber zeitweise einen nicht unbeträchtlichen kulturellen Einfluss ausübte. Tatsächliche Herren waren die Grafen von Arles (nach 974 Markgrafen), deren Grafschaft P. 1112 dreigeteilt wurde und in dem südlich der Durance gelegenen Teil an die Grafen von Barcelona, eine Seitenlinie des Hauses Barcelona-Aragón kam. 1246 fiel die Grafschaft durch Heirat an Karl von Anjou, 1382 an das jüngere Haus Anjou und 1481 an Frankreich, das die P. ab 1660 wie eine französische Provinz verwaltete und nach 1789 in Departements auflöste. Lediglich östliche Randgebiete um Nizza (u. a. Monaco) unterfielen anderen Herren und verblieben so beim Heiligen Römischen Reich. Die 1053/1112 verselbständigte, nördlich der Durance gelegene Grafschaft Forcalquier kam 1209 zur Grafschaft P. zurück. Die Markgrafschaft P. um Avignon gelangte von den Grafen von Toulouse im Zuge der Ketzerkreuzzüge allmählich an den Papst (1274). Hiervon verselbständigte sich im Norden das Fürstentum Orange/Oranien und kam über Nassau-Oranien durch Annexion 1713 an Frankreich. Der verbleibende, allmählich schrumpfende Rest des päpstlichen Kirchenstaates (Comtat Venaissin) fiel 1791 an Frankreich.
L.: Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F5; Poupardin, R., Le royaume de Provence sous les Carolingiens, 1901; Fornery, J., Histoire du Comté venaissin et de la ville d’Avignon, Bd. 1ff. 1909; Bourilly, V./Busquet, R., La Provence au moyen âge 1112-1481, 1924; Tournadre, G. de, Histoire du comté de Forcalquier, 1930; Buchner, R., Die Provence in merowingischer Zeit, 1933; Busquet, R., Histoire de la Provence, 4. A. 1966, 6. A. 1976; Histoire de la Provence, hg. v. Baratier, E., 1969; Baratier, E. u. a., Atlas historique: Provence, Comtat Venaissin, principauté de Monaco, principauté d’Orange, comté de Nice, 1969; Baratier, E., Documents de l’histoire de la Provence, 1971; Forbin, M. de, L’Union de la Provence à la France, Mem. Acad. Vaucluse 1981, 19ff.; La Provence des origines à l’an mille, hg. v. Février, P., 1989; Schottky, M./Coulet, N., Provence, LexMA 7 1994, 275; Keck, C., Die Provence in der späteren Stauferzeit, 1996; Kiesewetter, A., Die Anfänge der Regierung König Karls II., 1999; Aurell, M. u. a., La Provence au Moyen Âge, 2005. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Purihdinga (Gau im Quellgebiet des Neckar)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 34, 83, 90, III, 8; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 128 (Dürbheim, Spaichingen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pustertal (Grafschaft). Die Grafschaft im etwa 100 Kilometer langen Tal von Rienz und oberer Drau zwischen Hohen Tauern und Südtiroler Dolomiten bzw. Karnischen Alpen gehörte zeitweise zum Hochstift Brixen, kam aber schon früh an die Grafen von Tirol. 1919 fiel es im westlichen Teil an Italien (Südtirol).
L.: Wolff 37; Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 Pustruzza; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 23, 64ff. Pustertal; Riedmann, J., Geschichte Tirols, 3. A. 2001. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Pustruzza (Pustriza, Gau) s. Pustertal
L.: (Wolff 37; )Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 Pustruzza(; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 23, 64ff. Pustertal; Riedmann, J., Geschichte Tirols, 3. A. 2001). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Quinzingouwe (Gau, s. Künzinggau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 5 (Perbing); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 32, Chwinzinggouwe, 303 Quinzingouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Radenzgau (Gau um die Regnitz links des Maines, Ratinzgouue, Ratintzgouui, Ratenzgouue, Ratenzgouui, Radinzguve, Ratenzgoew, Radinzgouui, Radenzegewi, Radonzgowe, Ratingowe, Ratenzgowie, ‚Regnitzgau‘, sprachlich eigentlich Rednitzgau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Hallstadt bzw. Hallstatt, Mühlhausen, Lonnerstadt, Etzelskirchen, Rothemann, Schlopp, Forchheim, Erlangen, Eggolsheim, Kersbach, Ebermannstadt, Wachenroth); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 23f., 27 Ratenzgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Raetia vgl. Rieza (Ries), Churwalahun
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 303. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ramestal (Gau an der Rems rechts des Neckars) .s. Remstal
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 29, 64f. Ramestal, S. 303. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Remstal)
L.:
Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 29, 64, 65, Ramestal. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rammachgau bzw. Rammagau (Gau zwischen Iller und Donau in Oberschwaben in Alemannien)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 31, 34, 90, Rammahgouwe; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 63, 179 (Laupheim, Schönebürg). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rangau (Gau südlich des Radenzgaus, Rangeuue, Rangouue, Rangouui, Rangovve, benannt nach der Ranna bzw. Rannach am Oberlauf der Aisch)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Büchenbach, Herzogenaurach, Langenzenn); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 19, II, 24, 27; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 120. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ratanzwinidun (Bevölkerungsgruppe der Slawen im Radenzgau bzw. Rednitzgau, Rednitzwenden)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 27, 29, Ratanzwinidun, Bevölkerungsname,Rednitzwenden’. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ratenzgouwe (Regnitzgau) s. Radenzgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 23, 24, 27, Ratenzgouwe, ‚Regnitzgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ratoltesbuoch, Ratoldesbuch (Gebiet bzw. Wald zwischen Donau und westlichem Bodensee)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961,.II, 72, 74, 83, 90, Ratoltesbouch (Ratolvesbuch). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ravensburg (Reichsstadt). Das 1152 erstmals genannte R. an der Schussen entstand auf Altsiedelland bei einer um 1020/1080 erbauten Burg der welfischen Herzöge von Bayern. 1179/1180 kam der Ort an die Staufer. Vielleicht schon vor 1276 wurde R. Reichsstadt (1286 Recht Überlingens, 1296 Recht Ulms), jedenfalls war mit dem Erwerb des Blutbannes 1396 der Aufstieg zur Reichsstadt abgeschlossen. Die Stadt erreichte ihre höchste Blüte in der Zeit der großen Ravensburger Handelsgesellschaft der Patrizier Humpiß, Mötteli und Muntprat (1380-1530), die Leinwandhandel in ganz Südeuropa und Westeuropa betrieb. Vor 1546 wurde die Reformation eingeführt, aber bis 1649 teilweise wieder rückgängig gemacht. 1647 brannte die Burg R. ab. Die Stadt hatte Sitz und Stimme auf dem Reichstag und im schwäbischen Reichskreis. 1802/1803 kam R. mit den Ämtern Bavendorf, Bitzenhofen, Hinzistobel, Mochenwangen, Schmalegg, Winterbach und Wolpertswende, einem Gebiet von 2,5 Quadratmeilen bzw. 130 Quadratkilometern mit 5000-6000 Einwohnern an Bayern, 1810 an Württemberg, wo es Sitz eines Oberamtes wurde. 1951/1952 gelangte es mit Württemberg an Baden-Württemberg.
L.: Wolff 219; Zeumer 555 III b 18; Wallner 688 SchwäbRK 51; Großer Historischer Weltatlas III (1648) D5; Schroeder 195ff.; Müller, K., Die oberschwäbischen Reichsstädte, 1912; Schulte, A., Geschichte der großen Ravensburger Handelsgesellschaft 1380-1530, Bd. 1ff. 1923; Müller, K., Die älteren Stadtrechte der Reichsstadt Ravensburg, 1924; Hölzle, E., Der deutsche Südwesten am Ende des alten Reiches, 1938; Dreher, A., Das Patriziat der Reichsstadt Ravensburg, 1966; Eitel, P., Die oberschwäbischen Reichsstädte im Zeitalter der Zunftherrschaft, 1970; Dreher, A., Geschichte der Reichsstadt Ravensburg und ihrer Landschaft von den Anfängen bis zur Mediatisierung 1802, Bd. 1f. 1972; Der Kreis Ravensburg, hg. v. Sailer, O., 1976; Warmbrunn, P., Zwei Konfessionen in einer Stadt. Das Zusammenleben von Katholiken und Protestanten in den paritätischen Reichsstädten Augsburg, Biberach, Ravensburg und Dinkelsbühl von 1548-1648, 1983; Gutermann, F., Die alte Rauenspurc (Ravensburg), das Stammschloss der Welfen, seine Umgebung und sein Geschlecht, 1986; Klauser, H., Ravensburg, 1987; Schuler, P., Ravensburg, LexMA 7 1994, 486; Die Zeit der Händler, hg. v. Schmauder, A., 2002; Lutz, A., Zwischen Beharrung und Aufbruch, 2005. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Regnitzgau (Gau um die Regnitz links des Maines, Ratinzgouue, Ratintzgouui, Ratenzgouue, Ratenzgouui, Radinzguve, Ratenzgoew, Radinzgouui, Radenzegewi, Radonzgowe, Ratingowe, Ratenzgowie,) s. Radenzgau (sprachlich eigentlich Rednitzgau).
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 17 (Hallstadt bzw. Hallstatt, Mühlhausen, Lonnerstadt, Etzelskirchen, Rothemann, Schlopp, Forchheim, Erlangen, Eggolsheim, Kersbach, Ebermannstadt, Wachenroth); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 23, 24, 27 Ratenzgouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Reinidi s. Dreingau (Dragini)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 303 Reinidi. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Reinihgouwe (Ringgau an der Werra westnordwestlich Eisenachs) s. Ringgau.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 9, 26, 31, 33, 303 Reinihgouwe, Ringgau. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Remstal (Gau an der Rems rechts des Neckars, Ramestal)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 29, 64f. Ramestal, S. 303. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Renensis pagus s. Rheingau, fränkischer (Rinahgouwe, Rheingau,, Oberrheingau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 303. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rheingau, alemannischer (Gau südlich des Bodensees in Alemannien am Hochrhein)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Ringgouue, Gau südlich des Bodensees, Höchst, Dornbirn); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 27, 29, Ringouwe, ‚Rheingau‘ am Hochrhein; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 189 (Lustenau, Berneck, Höchst, Altstätten, Marbach). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rheingau, fränkischer (Landschaft, zwischen Lorsch bzw. Niederwalluf/Eltville und Lorch rechts des Rheines). Das im fränkischen, seit 772 belegten R. zwischen Lorsch bzw. Niederwalluf/Eltville und Lorch rechts des Rheines liegende Reichsgut um Eltville, Geisenheim, Lorch und Rüdesheim kam im 9. und 10. Jahrhundert an das Erzstift Mainz, das 1279/1281 die von ihm abhängigen Rheingrafen (Wild- und Rheingrafen, Wildgrafen und Rheingrafen) aus dem R. verdrängte. Innerhalb des Erzstifts bildeten die Bewohner die sog. Rheingauer Bürgerfreiheit aus, deren besondere Rechte 1527 weitgehend beseitigt wurden. 1803 kam der Rheingau an Nassau-Usingen (Nassau), 1866 an Preußen (Hessen-Nassau) und damit 1945 an Hessen. S. a. Oberrheingau.
L.: Wolff 79; (Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 [Rinichgooue, Rinichgouue, Rinecgouue, Rinihgowi superior, Riniggowe superior, Reinicgowe, Reninse, Gau südlich des Mains rechts des Rheins, Erfelden, Eberstadt, Trebur, Stein, Großgerau, Lorsch, Bessungen, Bensheim, Herleshausen]); Witte, B., Herrschaft und Land im Rheingau, 1959; (Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 29, Rinahgouwe, pagus Reni, pagus Renensis, ‚Rheingau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 105;) Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Fischbach, Lorch, Kiedrich, Oestrich, Johannisberg, Winkel, Eibingen, Geisenheim, Rüdesheim). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ribuarien (Großgau am Niederrhein Jülichgau, Zülpichgau, Eifelgau, Bonngau und Kölngau umfassend, Riphera)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1972, 847 Ripuarien); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, 21, III, 11, 18, 22, 26, 29, Riboarii, Ribuaria, Riphera, Volksname Ripuarii, Riboarii, Landname Ribuaria, zu lat. ripa Ufer; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 164; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Menden, Heisingen, Fischlaken, Harnscheidt, Pöttringsgut, Werden, Oefte, Laupendahl. Hetterscheidt, Büttgen, Wehl, Hemmerden, Gereonsweiler, Prummern, Übach, Blerichen, Rödingen, Güsten, Wissersheim, Düren, Bachem, Berg vor Floisdorf, Oberelvenich, Niederelvenich, Flamersheim, Rheinbach, Eckendorf, Bonn, Kessenich, Lannesdorf, Mehlem, Werthhoven, Fritzdorf, Remagen, Golbach?, Bad Münstereifel, Hospelt). S. Riphera. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rien (Gau östlich Bredas und nördlich Antwerpens) (974). S. Rijen.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Boechout bzw. Bocholt); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 842; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, V, 2, Rien, het Land van Rijen; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ries (Gau westlich der Wörnitz, links der Donau um Nördlingen), Riezzin, Rhecia, Riesgau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908 (Mönchsdeggingen bzw. Deggingen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, I, 9, II, 9, 21f., 29, 32, 95, III, 18, 30 Rieza. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L. : Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 9, II, 9, 21, 22, 29, 32, 95, III, 18, 30, Rieza, Retia, Riezzin, pagus Retiensis, ‚Ries‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rijen (Land zwischen Breda und Tilburg in der Provinz Nordbrabant der Niederlande.), Rien.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Boechout bzw. Bocholt); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 842; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, V, 2, Rien, het Land van Rijen; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 23, 48, 55, Rinland, Rinlandia, Rienlant, comitatus circa horas Reni, Rijnland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L. : Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 29, Rinahgouwe, pagus Reni, pagus Renensis, ‚Rheingau‘ am mittleren Rhein. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ringgau (Gau an der Werra westnordwestlich Eisenachs) s. Reinihgouwe
L.: Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 148 Ringgau (Herleshausen westnordwestlich Eisenachs); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961,II, 9, 26, 31, 33, 303. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ringouwe, s. Rheingau alemannischer (am Hochrhein) Ringowe,
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 17, 29, Ringouwe,Rheingau’ am Hochrhein. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rinland* s. Rijnland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 23, 48, 55, Rinland, Rinlandia, Rienlant, comitatus circa horas Reni, Rijnland. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Riphera (Ribuarien, Ribuarier) s. Ribuarien
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, 21, III, 11, 18, 22, 26, 29, Riboarii, Ribuaria, Riphera, Volksname Ripuarii, Riboarii, Landname Ribuaria, zu lat. ripa Ufer; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 Ribuarien (Menden, Heisingen, Fischlaken, Harnscheidt, Pöttringsgut, Werden, Oefte, Laupendahl. Hetterscheidt, Büttgen, Wehl, Hemmerden, Gereonsweiler, Prummern, Übach, Blerichen, Rödingen, Güsten, Wissersheim, Düren, Bachem, Berg vor Floisdorf, Oberelvenich, Niederelvenich, Flamersheim, Rheinbach, Eckendorf, Bonn, Kessenich, Lannesdorf, Mehlem, Werthhoven, Fritzdorf, Remagen, Golbach?, Bad Münstereifel, Hospelt). S. Ribuarien. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rittegau (Gau am rechten Ufer der Leine südöstlich Einbecks, Rittigau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 ([Rittigau,] Rietdiega, Rittiga, Gau am rechten Ufer der Leine südöstlich Einbecks, Hohnstedt, Hammenstedt); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 148 Rittigau (Ellierode, Hammenstedt, Hohnstedt); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 847; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 68, 69, 96, III, 30, Hrittiga, Rietdega, Hratigan, Rittiga; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rittigau (Gau am rechten Ufer der Leine südöstlich Einbecks, Rittegau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 ([Rittigau,] Rietdiega, Rittiga, Gau am rechten Ufer der Leine südöstlich Einbecks, Hohnstedt, Hammenstedt); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 148 Rittigau (Ellierode, Hammenstedt, Hohnstedt); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 847; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 39, 68, 69, 96, III, 30, Hrittiga, Rietdega, Hratigan, Rittiga; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Riustringeland s. Rüstringen
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 303. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rizzigau, Rizzigouwe (Gau benannt nach dem vicus Ricciacum (= Ritzingen östlich Siercks an der Mosel in Lothringen?), Ausdehnung ungewiss, Ritzingengau, Ritziggau)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek 848 Ritziggau um Ritzig bei Dalheim; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 30, 31, Rizzigouwe, pagus Rizogohensis, pagus Rezcensis; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 234; Nonn, U., Pagus und Comitatus in Niederlothringen, 1983, 157 Rizzigau als Untergau des Woëvre; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 249 Rizzigau (938 pago Rizogohensi), benannt nach dem vicus Ricciacum, Ausdehnung ungewiss (Aspelt, Dalheim, Diekirch, Ewringen bzw. Evrange, Filsdorf, Frisingen bzw. Frisange, Preisch); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Diekirch, Brücherhof?, Dalheim, Filsdorf, Aspelt, Frisingen bzw. Frisange, Ewringen bzw. Evrange, Preisch bzw. Preiche, Wallerfangen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Röddenau (Mark an der Eder südwestlich Frankenbergs, Rutene marcha)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, IV, 3f. Rutene marcha. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Roergau s. Rurgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Rurgaue, ‚Rurgau‘, ‚Roergau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Roslinse (Rosselgau östlich der Nahe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Kusel); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, Rosselgouwe, pagus Roslinsis; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 236 Rosselle; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 256 (777 Rosalinse), benannt nach dem Flüsschen Rossel, vom Tal der Rossel bis zum Tal der Saar zwischen Saarbrücken und Saargemünd (Behren bei Forbach bzw. Behren-lès-Forbach, Bischmisheim, Sankt Arnual); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Kusel). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rosoga (Gau südlich der unteren Elbe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 96, Rosoga. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rosselgau (Gau östlich der Nahe, Roslinse)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Kusel); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, Rosselgouwe, pagus Roslinsis; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 236 Rosselle; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 256 (777 Rosalinse), benannt nach dem Flüsschen Rossel, vom Tal der Rossel bis zum Tal der Saar zwischen Saarbrücken und Saargemünd (Behren bei Forbach bzw. Behren-lès-Forbach, Bischmisheim, Sankt Arnual); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Kusel). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rotahgouwe s. Rottgau (Gau zwischen Inn und Rott, Rôtgouue, Rottgouui)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Ering, Attenham, Meispach, Habach, Hammersbach, Tiefstadt, Zeiling, Obergrasensee, Untergrasensee, Holham, Reischach, Golderberg, Elsenbach, Aushofen, Putting); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Rotahgouwe, ‚Rottgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rothfelth s. Lügenfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 304. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rottgau (Rôtgouue, Rottgouui, Gau zwischen Inn und Rott, Rotahgouwe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Ering, Attenham, Maispach bzw. Meispach, Habach, Hammersbach, Tiefstadt, Zeiling, Obergrasensee, Untergrasensee, Holzham, Reischach, Golderberg, Elsenbach, Aushofen, Putting); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Rotahgouwe, ‚Rottgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ruadolteshuntari (Gau, möglicherweise teilweise deckungsgleich mit der östlichen Albuinsbaar)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 82, 83, 84. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rügen (Fürsten, Fürstentum). Die 926 Quadratkilometer große Insel R. in der Ostsee war vielleicht seit 500 v. Chr. von den germanischen Rugiern besiedelt. Nach deren Abzug drangen im 7. Jahrhundert n. Chr. slawische Ranen ein. Diese wurden 1168 von König Waldemar von Dänemark unterworfen und christianisiert (Bistum Roskilde). Die von 1162 bis 1325 herrschenden Fürsten von R. waren Lehnsträger Dänemarks. 1325 fiel R. beim Aussterben der Fürsten an die Herzöge von Pommern und zählte später zum obersächsischen Reichskreis. 1534 wurde im Herzogtum Pommern die Reformation eingeführt. 1648 kam R. an Schweden, 1815 an Preußen, 1945 an Mecklenburg und damit von 1949 bis 1990 zur Deutschen Demokratischen Republik. S. Mecklenburg-Vorpommern, Putbus.
L.: Wolff 404; Wehrmann, M., Geschichte der Insel Rügen, Bd. 1f. 2. A. 1923; Rudolph, W., Die Insel Rügen, 3. A. 1955; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 56; Scheil, U., Zur Genealogie der einheimischen Fürsten von Rügen, 1962; Steffen, W., Kulturgeschichte von Rügen bis 1815, 1963; Leciejewicz, L., Rügen, LexMA 7 1995, 1091f.; Büttner, B., Die Pfarreien der Insel Rügen, 2006; Rügen im Mittelalter, hg. v. Reimann, H. u. a., 2011. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ruhrgau (Gau an der unteren Ruhr)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 869; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 31, Ruricgo, ‚Ruhrgau‘ Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Duisburg, Menden, Fischlaken, Werden, Oefte). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rurgau (Gau an der Rur bzw. Roer rechts der Maas)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Rurgouwe, ‚Rurgau‘, ‚,Roergau‘; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Düren). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Ruricgo (Ruhrgau) s. Ruhrgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 31, Ruricgo, ‚Ruhrgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Rüstringen (Land). 782 erscheint erstmals das Gebiet am Jadebusen unter dem Namen Riustringi. 793 ist es ein fränkischer Gau Frieslands. Aus ihm erwuchs bis ins Hochmittelalter ein friesisches, zur Reichsunmittelbarkeit strebendes Land mit eigenem Recht (Rüstringer Asegabuch, um 1300?) unter der losen Oberherrschaft der Grafen von Oldenburg. Seit 1314 zerfiel es durch Landuntergang in zwei Teile östlich und westlich der Jade. Im westlichen Teil bildete sich seit dem 14. Jahrhundert die 1575 an Oldenburg fallende Herrschaft Jever. Den östlichen Teil (Butjadingen, Stadland) zogen die Grafen von Oldenburg 1499/1514 an sich. S. Niedersachsen.
L.: Wolff 496; Sello, G., Östringen und Rüstringen, 1928; Hannemann, M., Der Landkreis Wesermarsch, 1954; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 40, 49, 95, III, 10, 22, 31, Hriustri, Rustri, Rustringia, Riustringaland, Upriustri; Buma, W./Ebel, W., Das Rüstringer Recht, 1963. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saalbachgau (Gau am Saalbach rechts des Rheins nördlich Karlsruhes, Salzgau in Schwaben) s. Salzgouwe I
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 15, II, 24, 26, 27, S. 266. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saalegau (Gau an der fränkischen Saale, Saalgau), Saalgau
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1969, 876 Saalgau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 27, III, 30, 32, IV, 8, Salagouwe, ‚Saalegau‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 122. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saalfeld (Gau an der oberen Saalach links der Salzach, Salveld) bzw. Saalfeldengau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 58Salfeld, zum Ortsnamen Saalfelden. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1969, 876 Saalgau); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 62, IV, 10, 11, Salveld pagus, provincia, zum Ortsnamen Saalfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saargau, oberer (Gau, oberer Saargau zwischen Bliesgau, Eichelgau, Albegau, Seillegau und Vogesen, vom unteren Saargau getrennt durch Rosselgau, Bliesgau und das Saarkohlengebirge)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 177; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 27, Sarahgouwe, Sarachowa, pagus Sarenis, pagus Saroensis,Saargau’; (oberer Saargau) Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 239; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 261 (699 Saruinse), benannt nach der Saar, zwischen Bliesgau, Eichelgau, Albegau, Seillegau, Vogesen (Amenoncourt, Autrepierre, Barville, Berg, Berthelmingen bzw. Berthelming, Birsingen, Kuttingen bzw. Cutting, Durstel, Gisselfingen, Görlingen bzw. Goerlingen, Geblingen bzw. Val-de-Guéblange, Genesdorf bzw. Guénestroff, Germingen bzw. Guermange, Gungweiler bzw. Gungwiller, Heringen bzw. Hérange, Hessen bzw. Hesse, Hilbesheim, Imlingen bzw. Imling, Lohr, Lörchingen bzw. Lorquin, Niederwieler? bzw. Niderviller?, Nitting, Ottweiler bzw. Ottwiller, Ratzweiler bzw. Ratzwiller, Réning/Reiningen, Rimsdorf, Rohrbach bzw. Rorbach-lès-Dieuze, Saarburg bzw. Sarrebourg, Sieweiler bzw. Siewiller, Tiefenbach bzw. Tieffenbach, Wirtsdorf bzw. Vergaville, Völlerdingen bzw. Voellerdingen, Waldhambach, Weyer, Zittersorf/Haut-Clocher), (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saargau, unterer (Gau, unterer Saargau zwischen Saarbrücken und Saarburg, vom oberen Saargau getrennt durch Rosselgau, Bliesgau und das Saarkohlengebirge)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 877; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 27, Sarahgouwe, Sarachowa, pagus Sarenis, pagus Saroensis, ‚Saargau‘; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 287) (870 Sarachouua), benannt nach der Saar, zwischen Saarbrücken und Saarburg, (Eschringen, Fremersdorf, Oberleuken, Roden, Saarbrücken, Saarburg, Wadgassen); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (unterer Saargau) (Niederleuken, Saarburg, Oberleuken, Fremersdorf, Wallerfangen, Roden). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saarland (Land, Bundesland). Am 1. 1. 1957 kam das 1945/1946 um 142 Gemeinden vergrößerte, aus der Besatzungszone Frankreichs ausgegliederte und dem Zollgebiet Frankreichs eingefügte Saargebiet nach einer Ablehnung der Europäisierung in einer Volksabstimmung zu Deutschland zurück (Gesetz vom 23. 12. 1956). Seitdem bildet das S. ein 2547 Quadratkilometer und etwa 1,1 Millionen Einwohner umfassendes Land der Bundesrepublik Deutschland, dessen Hauptstadt Saarbrücken ist und dessen Verfassung vom 29. 9. 1960 stammt. Die wirtschaftliche Eingliederung wurde am 5. 7. 1959 vollzogen. S. Saargebiet.
L.: Saaratlas, hg. v. Overbeck, H./Sante, G., 1934; Gemeinde- und Ortslexikon des Saarlandes, Lieferungen 1ff. (A-D) 1957; Haselier, G./Sante, G., Die Pfalz - Das Saarland, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Das Saarland, hg. v. Altmeyer, K. u. a., 1958; Fischer, P., Die Saar zwischen Deutschland und Frankreich, 1959; Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes, hg. v. Hoppenstädter, K./Hermann, H., 1960; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 50; Deutsches Städtebuch, hg. v. Keyser, E./Stoob, H., Bd. 4 Teilband 3 1964; Geschichtlicher Atlas für das Land an der Saar, hg. v. Ammann, A./Meynen, E. u. a., 1965ff.; Herrmann, H./Sante, G., Geschichte des Saarlandes, 1972; Hellwig, F., Zur älteren Kartographie der Saargegend, Jb. f. westdt. LG. 3 (1977); Klitscher, E., Zwischen Kaiser und französischer Krone, 1986; Saarländische Geschichte, hg. v. Klimt, R. u. a., 1995; Hahn, M., Das Saarland im doppelten Strukturwandel 1956-1970, 2003; Burgard, P., Kleine Geschichte des Saarlands, 2010. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sachsen (Herzogtum, [Kurfürstentum,] Königreich, Land, Freistaat). Bei den wohl für das Gebiet nördlich der unteren Elbe um 150 n. Chr. erstmals erwähnten, danach sich nach Südosten und gemeinsam mit den Angeln auch nach Westen (Britannien) ausbreitenden, von (König) Karl dem Großen (772-804) unterworfenen westgermanischen S. (germ. *sahsaz, Schwert, Messer) in Nordalbingien, Westfalen, Engern und Ostfalen gewannen im 9. Jahrhundert die zwischen Harz und Weser begüterten Liudolfinger (Liudolf † 868) die Stellung eines Stammesherzogs der Sachsen. Nach der Wahl der Liudolfinger zum sächsischen Königshaus des Reiches (919, Heinrich I., 936ff. Otto I., Otto II., Otto III., Heinrich II.) wurden 966 die Billunger (Hermann Billung † 973) mit der Wahrnehmung des von der Elbe-Saale bis zum Rhein reichenden sächsischen Herzogtums betraut, doch beherrschten sie nur die nördlichen Teile des Herzogtums wirklich. Im südlichen Teil des Herzogtums richtete Otto I. die Pfalzgrafschaft S. ein, die 1088 bei den Grafen von Sommerschenburg und 1180 bei den Landgrafen von Thüringen lag und auch später häufig den Inhaber wechselte, bis sie 1356 zum Zubehör des Herzogtums S. bestimmt wurde. Nach dem Aussterben der Billunger 1106 kam das Herzogtum nicht an die askanischen bzw. welfischen Schwiegersöhne sondern an Lothar von Süpplingenburg, dessen Macht auf dem ihm angefallenen Erbe der Brunonen und Ottos von Northeim († 1083) beruhte, 1137 aber an die Askanier und 1142 an Lothars Schwiegersohn Heinrich den Stolzen aus dem Hause der Welfen, neben denen jedoch vor allem der Erzbischof von Magdeburg und die Askanier eigene Herrschaftsbereiche ausbauten. Der Welfe Heinrich der Löwe erweiterte Sachsen um Mecklenburg und das westliche Pommern. Mit seinem Sturz 1180 endete das alte Herzogtum der Sachsen. An seine Stelle trat neben dem Herzogtum (Engern und) Westfalen der Erzbischöfe von Köln, dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg (1235) der Welfen zwischen Elbe und Weser sowie den Hochstiften Münster und Osnabrück und mehreren Grafschaften (Oldenburg, Hoya, Diepholz, Schaumburg, Bentheim u. a.) im Westen das um diese Gebiete verkleinerte, aus nicht zusammenhängenden Gebieten bestehende neue Herzogtum S. der Askanier (Bernhard von Anhalt) in Ostsachsen (Ostfalen). Dieses gründete sich auf das Land Hadeln zwischen Unterweser und Unterelbe, auf einst billungisches Gebiet an der Unterelbe (Lauenburg) und Gebiete um Neuhaus sowie altes askanisches Gut um Wittenberg an der mittleren Elbe. 1260/1296 teilte sich dieses verbleibende Herzogtum S., das 1227 die Grafschaft Ratzeburg erworben hatte, in die Linien Sachsen-Lauenburg und Sachsen-Wittenberg. Das Herzogtum Sachsen-Wittenberg erlangte 1356 durch die Goldene Bulle die sächsische Kurwürde. Nach dem Aussterben der Herzöge von Sachsen-Wittenberg fielen Land, Herzogstitel und Kurwürde 1422/1423 für ihre Hilfe im Kampf gegen die Hussiten als Lehen an die in der Markgrafschaft Meißen seit 1089/1125 herrschenden Markgrafen von Meißen (Haus Wettin), die 1247 schon die Landgrafschaft Thüringen erlangt hatten. Damit wurde der Name S. auf die wettinischen Gebiete (Meißen, Lausitz, Thüringen) übertragen (Obersachsen im Gegensatz zu dem seitdem als Niedersachsen bezeichneten, ursprünglichen sächsischen Stammesgebiet). 1423 wurde die Herrschaft Stollberg im Erzgebirge gewonnen, 1427 die Herrschaft Weida in Thüringen. 1443 und 1451 wurden die Herrschaften Hohnstein und Wildenstein gekauft. 1439 erwarb S. im meißnisch-thüringischen Raum die Burggrafschaft Meißen, 1466 von den Grafen von Reuß die Herrschaft Plauen und damit den Kern des Vogtlandes. Mit dem Kauf von Finsterwalde 1425, Senftenberg 1448, Beeskow, Storkow 1477 (Wiederkauf) und Sagan 1472 drang S. nach Osten vor. Von 1440 bis 1445 und von 1482 bis 1485 wurden die zwischenzeitlich entstandenen Teilherrschaften wieder zusammengeführt. 1485 kam es zur Teilung in die ernestinische Linie und die albertinische Linie, die nicht mehr rückgängig gemacht wurde. Kurfürst Ernst (Ernestiner) erhielt das Kurland S. (Sachsen-Wittenberg), kleine Teile der Mark Meißen und des Osterlandes und Pleißenlandes (Eilenburg, Grimma, Borna, Leisnig, Altenburg, Zwickau, Plauen, Schwarzenberg), den größten Teil Thüringens (Weimar, Gotha, Eisenach) und die Pflege Coburg, das fränkische Königsberg, die Schutzherrschaft über das Bistum Naumburg und die Reichsgrafschaft von Gleichen, Kirchberg und Reuß sowie zum Teil Schwarzburg. Herzog Albrecht (Albertiner) erlangte die Markgrafschaft Meißen mit den Hauptorten Dresden und Freiberg, die Ämter Leipzig, Delitzsch-Landsberg, Zörbig, die Pfalzgrafschaft S. nebst Sangerhausen, Ämter im nördlichen Thüringen, die Schutzherrschaft über das Bistum Merseburg und über die Reichsgrafen und Herren von Stolberg-Hohnstein, Mansfeld, Arnstein, Beichlingen, Leisnig, Querfurt und Schönburg. Gemeinsam blieben die Herrschaft in Schlesien und den Lausitzen sowie die Schutzherrschaft über Erfurt, Nordhausen, Mühlhausen, Görlitz und das Hochstift Meißen. Die ernestinische Linie stiftete 1502 für das verloren gegangene Leipzig die Universität Wittenberg, von der die Reformation ihren Ausgang nahm und förderte Luther und die Reformation. 1547 unterlag Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige Kaiser Karl V., der daraufhin das Kurland S. (Sachsen-Wittenberg) der albertinischen Linie übertrug, die seitdem die Kurwürde führte. Die ernestinische Linie behielt nur die Ämter Weimar, Jena, Saalfeld, Weida, Gotha und Eisenach sowie Coburg und erhielt 1554 noch die Ämter Sachsenburg, Altenburg, Herbsleben und Eisenberg. ----- Das 1531 einen Hof von schätzungsweise 500 Personen umfassende ernestinische Herzogtum teilte sich 1572 weiter auf. Die zahlreichen Erbteilungen zersplitterten es in eine Vielzahl kleiner Länder. Dabei entstanden 1572 Sachsen-Coburg-Eisenach (1572-1596) und Sachsen-Weimar (1572-1603). Sachsen-Coburg-Eisenach teilte sich 1596 in Sachsen-Coburg (1596-1633) und Sachsen-Eisenach (1596-1638). Die Linie Coburg erlosch 1633 und vererbte die Güter an Sachsen-Eisenach. Die Linie Eisenach endete 1638. Ihre Güter fielen zu zwei Dritteln an die Linie Sachsen-Weimar und zu einem Drittel an die Linie Sachsen-Altenburg, die 1603 durch Teilung aus Sachsen-Weimar entstanden war(en). Sachsen-Weimar zerfiel weiter 1640(/1641) in die Linien Sachsen-Weimar (1640-1672), Sachsen-Eisenach (1640-1644) und Sachsen-Gotha (1640-1680). Hiervon starb Sachsen-Eisenach 1644 aus, wobei die Güter je zur Hälfte an Sachsen-Weimar und Sachsen-Gotha kamen. Die Güter Sachsen-Altenburgs fielen bei dessen Aussterben 1672 zu drei Vierteln (darunter Coburg) an Sachsen-Gotha, zu einem Viertel an Sachsen-Weimar. Im gleichen Jahr teilte sich Sachsen-Weimar in Sachsen-Weimar (1672-1918), Sachsen-Eisenach (1672-1741) und Sachsen-Jena (1672-1690), wovon Sachsen-Jena 1690 erlosch und seine Güter an Sachsen-Weimar und Sachsen-Eisenach vererbte, Sachsen-Eisenach wiederum fiel 1741 an Sachsen-Weimar, das bald Mittelpunkt der klassischen deutschen Literatur wurde, brachte. 1680/1681 zerfiel Sachsen-Gotha in die sieben Linien Sachsen-Gotha-Altenburg (1681-1825), Sachsen-Coburg (1681-1699), Sachsen-Meiningen (1681-1826), Sachsen-Römhild (ohne Landeshoheit) (1680-1710), Sachsen-Eisenberg (ohne Landeshoheit) (1680-1807), Sachsen-Hildburghausen (1680-1826) und Sachsen-Saalfeld (ohne Landeshoheit) (1680-1735, Sachsen-Coburg-Saalfeld). Sachsen-Coburg erlosch 1699 und fiel an Sachsen-Saalfeld und Sachsen-Meiningen, Sachsen-Eisenberg 1707 und gelangte an Sachsen-Altenburg. Sachsen-Römhild endete 1710 und fiel an Sachsen-Gotha-Altenburg, Sachsen-Coburg-Saalfeld, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Hildburghausen. 1741 starb Sachsen-Eisenach aus und kam an Sachsen-Weimar (Sachsen-Weimar-Eisenach), wobei die beiden Landesteile verfassungsmäßig bis 1809, verwaltungsmäßig bis 1849 getrennt blieben. 1806 traten die sächsischen Herzogtümer dem Rheinbund bei. 1815 gewann Sachsen-Coburg-Saalfeld das Fürstentum Lichtenberg an der Nahe, das es am 31. 5. 1834 an Preußen verkaufte. Sachsen-Weimar-Eisenach wurde Großherzogtum, erhielt einen Teil des Erfurter Gebiets, das vorher fuldische Amt Dermbach (Dernbach) und die königlich-sächsischen Orte Weida und Neustadt an der Orla (Neustadt-Orla) und gab sich 1816 eine Verfassung. Als 1825 Sachsen-Gotha-Altenburg ausstarb, wurden die vier Herzogtümer Sachsen-Gotha-Altenburg, Sachsen-Hildburghausen, Sachsen-Coburg-Saalfeld und Sachsen-Meiningen am 12. 11. 1826 durch Schiedsspruch König Friedrich Augusts I. von S. in die Herzogtümer Sachsen-Meiningen (1826-1918), Sachsen-Altenburg (1826-1918) sowie Sachsen-Coburg und Gotha (1826-1918) neu gegliedert, wobei der Herzog von Sachsen-Hildburghausen unter Verzicht auf dieses Sachsen-Altenburg übernahm, Sachsen-Meiningen Sachsen-Hildburghausen und das zu Sachsen-Coburg gehörige Sachsen-Saalfeld erhielt und Sachsen-Coburg mit Sachsen-Gotha in Personalunion vereinigt wurde. Die(se) vier sächsischen Herzogtümer (Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg und Gotha), von denen Coburg 1821, Meiningen 1829 und Altenburg 1831 eine Verfassung erhielten, traten 1833/1834 dem Deutschen Zollverein, 1867 dem Norddeutschen Bund und 1871 dem Deutschen Reich bei. 1877/1903 wurde Sachsen-Weimar-Eisenach in Großherzogtum S. umbenannt. Vom 9. bis 14. 11. 1918 dankten die Fürsten ab. Aus den damit entstandenen Freistaaten bildete sich von 1918 bis 1921 das Land Thüringen (so ab 1. 5. 1920). Lediglich Coburg fiel an Bayern. ----- Das seit 1547 albertinische Kursachsen, das 1499 die Primogeniturerbfolge einführte, Beeskow, Storkow und Sorau (1515 an Brandenburg), Sagan (bis 1547) und Friedland (bis 1515) erwarb, 1547 einen Großteil der Gebiete der ernestinischen Linie erhielt, 1539/1541 zur Reformation übertrat und 1572 in den Kursächsischen Konstitutionen sein Recht zu vereinheitlichen versuchte, erlangte 1559/1591 die evangelisch gewordenen Hochstifte Meißen, Merseburg und Naumburg sowie 1556/1569 das Vogtland und Teile der Herrschaft Schönburg sowie 1583 Teile der Grafschaft Henneberg, näherte sich im Dreißigjährigen Krieg an Österreich/Habsburg an und erlangte dafür 1620/1635 die Niederlausitz, die Oberlausitz und das Erzstift Magdeburg, das 1648/1680 aber an Brandenburg kam. Von der Hauptlinie spalteten sich 1657 die Nebenlinien Sachsen-Weißenfels (bis 1746), Sachsen-Merseburg (bis 1738) und Sachsen-Zeitz (bis 1718, Naumburg, Zeitz, Neustadt, Schleusingen, Suhl) ab, fielen aber bis 1746 wieder zurück. Unter August dem Starken setzte sich der Absolutismus durch. Dresden wurde als Hauptstadt ein Kulturzentrum. Der Kurfürst trat zum Katholizismus über und gab die Rechte an Sachsen-Lauenburg an Hannover, die Erbvogtei über Quedlinburg, das Reichsschulzenamt über Nordhausen und die Ämter Lauenburg (Lauterberg), Seweckenberge (Sevenberg), Gersdorf (Gersdorff) und Petersberg (bei Halle) an Brandenburg, um die Königskrone Polens zu gewinnen (1697). Danach bestand eine Personalunion mit Polen bis 1763. Am Ende des 18. Jahrhunderts umfasste S. 450 Quadratmeilen mit 1,35 Millionen Einwohnern. 1806 wurde Kurfürst Friedrich August III. Mitglied des Rheinbunds, musste Gebiete an das Königreich Westphalen abtreten, erhielt dafür den Königstitel und wurde 1807 in Personalunion Herzog des Herzogtums Warschau. Nach der an der Seite Frankreichs erlittenen Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig kam S. 1813 zunächst unter die Verwaltung eines russischen, dann eines preußischen Gouverneurs. Am 12. 5. 1815 musste S. seine nördlichen Gebiete ([Kurkreis mit Wittenberg, Stiftsgebiete von Merseburg und Naumburg, thüringischer Kreis, Mansfeld, Stolberg, Barby, Querfurt], insgesamt 20000 Quadratkilometer, 860000 Einwohner, 57,5 Prozent der Fläche und 42,2 Prozent der Einwohner) an Preußen abtreten (Ämter Wittenberg [mit den Städten Wittenberg, Kemberg, Zahna und Schmiedeberg], Gräfenhainichen, Belzig [mit den Städten Belzig, Brück <Bruck> und Niemegk <Niemeck>], Gommern mit Elbenau [Burggrafschaft Magdeburg mit der Stadt Gommern], Seyda, Annaburg, Schweinitz [mit den Städten Schweinitz, Jessen, Schönewalde <Schönwalde>, Herzberg und Prettin], Pretzsch, Schlieben [mit der Stadt Schlieben und den Herrschaften Baruth und Sonnewalde], Liebenwerda und Bitterfeld). Dabei kam die Ostoberlausitz (Görlitz, Lauban) zur preußischen Provinz Schlesien, die Niederlausitz und der erst 1807 von Preußen übernommene Kreis Cottbus gelangten zur Provinz Brandenburg und das Gebiet des ehemaligen Herzogtums Sachsen-Wittenberg mit der Grafschaft Brehna, die Hochstifte Merseburg und Naumburg (Naumburg-Zeitz), die Grafschaft Barby, der Thüringer Kreis, ein Teil des Neustädter Kreises (Ziegenrück) sowie Teile der Grafschaft Henneberg bildeten zusammen mit Altmark, Erzstift Magdeburg, Hochstift Halberstadt (mit Aschersleben), den Grafschaften Hohnstein, Wernigerode, Stolberg, Querfurt und Mansfeld, Stift Quedlinburg, Mühlhausen, Nordhausen, Erfurt und dem Eichsfeld sowie der Ganerbschaft Treffurt die neue Provinz S. (1. 4. 1816, Verordnung vom 30. 4. 1815) mit der Hauptstadt Magdeburg, die den Rang eines Herzogtums hatte (Gliederung in drei Regierungsbezirke Magdeburg, Merseburg und Erfurt, Sitz der Provinzialselbstverwaltung in Merseburg). 1866 kamen Schmalkalden und Ilfeld hinzu. Am 1. 4. 1944 wurde zum 1. 7. 1944 bezüglich dieser durch das Fürstentum Anhalt in zwei Teile geteilten und durch mehrere Exklaven und Enklaven aufgesplitterten Provinz S. mit den Regierungsbezirken Magdeburg, Merseburg und Erfurt der Reichsstatthalter in Thüringen mit der Wahrnehmung der Aufgaben und Befugnisse des Oberpräsidenten in der staatlichen Verwaltung des Regierungsbezirks Erfurt beauftragt (nach der Kapitulation vom 8. 5. 1945 an Thüringen) und die Provinz in die Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg aufgeteilt. 1945 gelangte nach dem Rückzug der Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika, die das Gebiet bis zur Elbe besetzt hatten, das Land Anhalt zu diesen beiden Provinzen und bildete mit ihnen vom 5. 7. 1945 bis 1952 (str.) das Land (Provinz) Sachsen-Anhalt, das vom 23. 7. 1952 bis 3.10.1990 auf die Bezirke Magdeburg und Halle aufgeteilt, mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik aber wiederhergestellt wurde. ----- Das 1813/1815 nach der Abtretung des nördlichen Teiles an Preußen (Provinz Sachsen) verbliebene Gebiet des Königreiches S. (Riesa, Löbau, Bautzen, Kamenz, Zittau, Königstein, Marienberg, Plauen, Zwickau, Crimmitschau, Leipzig, Chemnitz, Meißen, Dresden, Großenhain, Oschatz, Grimma, Borna, Rochlitz, Glauchau, Auerbach, Oelsnitz, Schwarzenberg, Annaberg, Freiberg, Dippoldiswalde, Pirna, Döbeln, Flöha, Stollberg) umfasste etwa 15000 Quadratkilometer mit 1183000 Einwohnern und wurde rasch zum ausgeprägten Industriestaat. 1831 erhielt er eine Verfassung mit Zweikammersystem. 1848/1849 schlug S. mit Hilfe Preußens einen Aufstand blutig nieder. 1863 gab es sich ein Bürgerliches Gesetzbuch. 1866 blieb S. trotz der Niederlage des Deutschen Bundes gegen Preußen auf Betreiben Bismarcks erhalten, musste aber dem Norddeutschen Bund beitreten. 1903 errangen die Sozialdemokraten fast alle sächsischen Reichstagssitze (rotes S.). Am 10. 11. 1918 wurde in Dresden von den Arbeiterräten und Soldatenräten die Republik S. ausgerufen. Am 13. 11. 1918 verzichtete der König auf den Thron. Am 1. 11. 1920 wurde eine Landesverfassung des Freistaats S. in Kraft gesetzt. 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht. 1939 umfasste das Land S. 14995 Quadratkilometer mit 5230000 Einwohnern. 1945 kam auch der zuerst von amerikanischen Truppen besetzte Westen Sachsens zur sowjetischen Besatzungszone. Die westlich der Oder-Neiße liegenden Gebiete der preußischen Provinz Niederschlesien (Hoyerswerda, Görlitz) wurden dem Land S. eingegliedert. Die östlich der Neiße gelegene Hälfte des sächsischen Kreises Zittau mit Kleinschönau, Reichenau, Zittau-Poritsch, Seitendorf, Weigsdorf und den später im Tagebau untergegangenen Dörfern Reibersdorf und Friedersdorf kam unter die Verwaltung Polens und damit 1990 an Polen. Am 28. 2. 1947 erließ der Landtag eine Landesverfassung. 1949 wurde das Land ein Teil der Deutschen Demokratischen Republik. Am 23. 7. 1952 wurde es aufgelöst (str.) und auf die Bezirke Chemnitz, Dresden und Leipzig aufgeteilt, zum 3. 10. 1990 wiederbegründet (ohne die Kreise Altenburg und Schmölln, aber mit den Kreisen Hoyerswerda und Weißwasser). Hauptstadt des rund 4900000 Einwohner zählenden Landes wurde wieder Dresden. Am 1. 4. 1992 kamen zehn Gemeinden (Elsterberg, Mühltroff, Pausa, Ebersgrün, Görschnitz, Langenbach [Lengenbach], Ranspach [Ransbach], Thierbach, Unterreichenau, Cunsdorf) mit 12000 Einwohnern von Thüringen wieder an Sachsen zurück.
L.: Wolff 374ff., 392ff.; Zeumer 552ff. I 6; Großer Historischer Weltatlas II 34 F3, II 66 (1378) F3, II 78 E2, III 21 (1648) F3, III 22 F3, III 38 (1789) E2; Blaschke, K./Kretzschmar, H., (Ober-)Sachsen und die Lausitzen, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Die Territorien des Reichs 2, 8; Die Territorien des Reichs 4, 8; Bauer 1, 569; Historischer Atlas von Sachsen (950-1815), 1816; Süssmilch-Hörnig, M. v., Historisch-geographischer Atlas von Sachsen und Thüringen, 1861f.; Codex diplomaticus Saxoniae regiae, Bd. 1ff. 1864ff.; Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete, hg. v. d. hist. Komm. d. Provinz Sachsen 1870ff.; Oeder, M., Die erste Landesvermessung des Kurstaates Sachsen, hg. v. Ruge, S., 1889; Kirchhoff, A., Karte der territorialen Zusammensetzung der Provinz Sachsen, 1891; Beschorner, H., Denkschrift über die Herstellung eines historischen Ortsverzeichnisses für das Königreich Sachsen, 1903; Hantzsch, V., Die ältesten gedruckten Karten der sächsisch-thüringischen Länder 1550-1593, 1906; Beschorner, H., Geschichte der sächsischen Kartographie im Grundriss, 1907; Hänsch, E., Die wettinische Hauptteilung von 1485 und die aus ihr folgenden Streitigkeiten bis 1491, Diss. phil. Leipzig 1909; Bibliographie der sächsischen Geschichte, hg. v. Bemmann, R./Jatzwauk, J., Bd. 1ff. 1918ff.; Friedensburg, W., Die Provinz Sachsen, ihre Entstehung und Entwicklung, 1919; Treitschke, C., Die Landesaufnahmen Sachsens von 1780-1921, Beiträge zur deutschen Kartographie, hg. v. Praesent, H., 1921; Kessler, E., Die Ämter und Kreise im Gebiete des Kurfürstentums Sachsen mit Einschluss der Lausitzen von den Anfängen bis 1815, 1921; Kretzschmar, H., Historisch-statistisches Handbuch für den Regierungsbezirk Magdeburg, Bd. 1 1926; Meiche, A., Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna, 1927; Beschorner, H., Der geschichtliche Atlas von Sachsen, 1931, Amt und Volk 5; Schnath, G., Hannover und Westfalen in der Raumgeschichte Nordwestdeutschlands, 1932; Mörtzsch, O., Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Großenhain, 1935; Kötzschke, R./Kretzschmar, H., Sächsische Geschichte, Bd. 1f. 1935, Neudruck 1965; Mitteldeutscher Heimatatlas, hg. v. d. Hist. Kommission für die Provinz Sachsen, 1935-1943; Mentz, G., Weimarische Staats- und Regentengeschichte 1648-1750, 1936; Flach, W., Die staatliche Entwicklung Thüringens in der Neuzeit, Zs. d. V. f. thür. G. N.F. 35 (1941); Freytag, H., Die Herrschaft der Billunger in Sachsen, 1951; Brather, H., Die ernestinischen Landesteilungen des 16. und 17. Jahrhunderts, 1951; Helbig, H., Der wettinische Ständestaat, 1955; Blaschke, K., Historisches Ortsnamensverzeichnis von Sachsen, 1957; Lütge, F., Die mitteldeutsche Grundherrschaft, 2. A. 1957; Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957; Hömberg, A., Westfalen und das sächsische Herzogtum, 1958; Atlas des Saale- und mittleren Elbegebietes, hg. v. Schlüter, O./August, O., 1959f.; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 12, II, 22, 51, 52, III, 30, Sahsonolant, Saxonia, Saxones Volksname, Sachsen; Schnath, G./Lübbing, H./Möhlmann, G./Engel, F., Geschichte des Landes Niedersachsen, 1962; Schlesinger, W., Kirchengeschichte Sachsens im Mittelalter, Bd. 1f. 1962; Sächsische Bibliographie, hg. v. d. Sächsischen Landesbibliothek, 1962ff.; Handbuch der historischen Stätten, Bd. 8, hg. v. Schlesinger, W., 1965; Schmidt, G., Die Staatsreform in Sachsen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, 1966; Geschichte Thüringens, hg. v. Patze, H./Schlesinger, W., Bd. 1ff. 1967ff.; Blaschke, K., Sachsen im Zeitalter der Reformation, 1970; Klein, T., Provinz Sachsen, (in) Grundriss der deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, hg. v. Hubatsch, W., 1975f.; Klein, T., Sachsen, 1982; Geschichte Sachsens, hg. v. Czok, K., 1989; Blaschke, K., Geschichte Sachsens im Mittelalter, 1990; Sachsen. Eine politische Landeskunde, hg. v. Gerlach, S., 1993; Sachsen und Mitteldeutschland, hg. v. Hess, U. u. a., 1995; Meyn, J., Vom spätmittelalterlichen Gebietsherzogtum zum frühneuzeitlichen ”Territorialstaat”, 1995; Ehlers, J. u. a., Sachsen, LexMA 7 1995, 1231ff.; Sachsen 1763-1832, hg. v. Schirmer, U., 1996; Schirmer, U., Das Amt Grimma, 1996; Becher, M., Rex, Dux und Gens, 1996; Lück, H., Die kursächsische Gerichtsverfassung 1423-1550, 1997; Landesgeschichte in Sachsen, hg. v. Aurig, S. u. a., 1997; Geschichte des sächsischen Adels, hg. v. Keller, K. u. a., 1997; Held, W., August der Starke und der sächsische Adel, 1999; Gross, R., Geschichte Sachsens, 1999; Sachsen in Deutschland, hg. v. Retallack, J., 2000; Sächsische Parlamentarier, bearb. v. Dröscher, E. u. a., 2001; Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, hg. v. Eichler, E. u. a., 2001; Sachsen in der NS-Zeit, hg. v. Vollnhals, C., 2002; Keller, K., Landesgeschichte Sachsen, 2002; Vötsch, J., Kursachsen, das Reich und der mitteldeutsche Raum zu Beginn des 18. Jahrhunderts, 2003; Diktaturdurchsetzung in Sachsen, hg. v. Behring, R. u. a., 2003; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 446, 880; Richter, M., Die Bildung des Freistaates Sachsen, 2004; Die Herrscher Sachsens, hg. v. Kroll, F., 2004; Hesse, C., Amtsträger der Fürsten im spätmittelalterlichen Reich, 2005; Hädecke, W., Dresden, 2006; Geschichte der Stadt Dresden, hg. v. Blaschke, K. u. a., Bd. 1-3, 2006; Schirmer, U., Kursächsische Staatsfinanzen (1456-1656), 2006; Krüger, N., Landesherr und Landstände in Kursachsen, 2007; Moritz von Sachsen, hg. v. Blaschke, K., 2007; Ott, T., Präzedenz und Nachbarschaft. Das albertinische Sachsen und seine Zuordnung zu Kaiser und Reich im 16. Jahrhundert, 2008; Ostsiedlung und Landesausbau in Sachsen, hg. v. Bünz, E., 2008; .Zusammenschlüsse und Neubildungen deutscher Länder im 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Kretzschmar, R. u. a., 2013, 51ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sachsen-Lauenburg (Herzogtum). Das an der Niederelbe gelegene Land wurde nach dem Abzug der Germanen im Frühmittelalter von wendischen Polaben besiedelt, im 12. Jahrhundert aber von den Welfen erobert. 1142/1143 belehnte Herzog Heinrich der Löwe Heinrich von Badwide mit der Grafschaft Ratzeburg, die den größten Teil des späteren Lauenburg einnahm. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen (1180) fiel das Gebiet an Dänemark und durch Eroberung (1227) an die Askanier, die 1182 die Burg Lauenburg erbauten und nach dem Aussterben der Badewider die Grafschaft Ratzeburg einzogen. Bei der Teilung des askanischen Herzogtums Sachsen 1260/1295/1296 erhielt die ältere Linie das Herzogtum S. (verstreute Güter an der unteren Elbe) mit Hadeln. 1302/1303 wurde in drei Linien geteilt. Später gingen umfangreiche Güter an Lübeck und Hamburg verloren (1359 Mölln, 1370 Bergedorf). 1683 konnte Mölln zurückerworben werden. Bei dem Aussterben der Herzöge kam das zum niedersächsischen Reichskreis gehörige Herzogtum 1689 nach längerem Streit erbweise an Herzog Georg-Wilhelm von Lüneburg-Celle (Hannover). S. behielt aber eine eigene Verwaltung. Das Gebiet des ca. 28 Quadratmeilen umfassenden Herzogtums enthielt neben dem Land Hadeln die Städte Ratzeburg, Lauenburg (beide mit den gleichnamigen Ämtern) und Mölln, die Ämter Neuhaus, Schwarzenbek (Schwarzenbeck) und Steinhorst und 27 adlige Güter. 1803 kam es an Frankreich, dann an Preußen, Schweden und 1810 wieder an Frankreich. 1815 wurde das Land nördlich der Elbe Dänemark zugesprochen, 1864/1865 aber nach dem deutsch-dänischen Krieg an Preußen gegeben und dort 1876 der Provinz Schleswig-Holstein angegliedert. S. Lauenburg.
L.: Wolff 449ff.; Zeumer 553 II b 33; Wallner 707 NiedersächsRK 13; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) F2; Lammert, F., Die älteste Geschichte des Landes Lauenburg, 1933; Kersten, K., Vorgeschichte des Kreises Herzogtum Lauenburg, 1951; Prange, W., Siedlungsgeschichte des Landes Lauenburg im Mittelalter, 1960; Blaschke, K., Sachsen-Lauenburg, LexMA 7 1995, 1235; Kenzler, C., Die Ritter- und Landschaft im Herzogtum Sachsen-Lauenburg in der frühen Neuzeit, 1997; Hillmann, J., Territorialrechtliche Auseinandersetzungen der Herzöge von Sachsen-Lauenburg, 1999; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 884. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salagouwe s.Saalegau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 27, III, 30, 32, IV, 8, Salagouwe, ‚Saalegau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salalant (Gau um die Mündung der Ijssel in die Zuidersee, Salo, Salon,) s. Salland
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, (Urk bzw. Vrck, Deventer); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 885; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, Salaland.S. 304, II, 45, 47, 48 55, 91, III, 28, V, 2, Salo, Salon, Salohom, Salaland, ‚Salland‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salingouwe s. Seillegau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 18, 24, 27, V, 2, Salingouwe, pagus Salinensis, pagus Seline, ‚Seillegau‘, Le Saulnois. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salland (Gau um die Mündung der Ijssel in die Zuidersee, Salo, Salon, Salalant)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, (Urk bzs. Vrck, Deventer); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 885; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, Salaland. S. 304, II, 45, 47, 48 55, 91, III, 28, V, 2, Salo, Salon, Salohom, Salaland, ‚Salland‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salo s. Salland, Salaland
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, Salaland.S. 304, II, 45, 47, 48 55, 91, III, 28, V, 2, Salo, Salon, Salohom, Salaland, ‚Salland‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saltga (Gau zwischen Aller und Leine, Salzgau, ostfälischer) s. Salzgau in Ostfalen.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 15, II, 40, 96, S. 266. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saluelt s. Zollfeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 304. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salzburggau (Gau westlich der Salzach Salzbarchgouue, Salzburgensis,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Salzburghofen, Reichenhall, Lauterbach); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 23, 30, 32, III, 25, 33, Salzpurcgouwe, pagus Iuuauensis, pagus Iobaocensium, ‚Salzburggau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salzgau, fränkischer (in Baden) (Gau am Saalbach rechts des Rheines nördlich Karlsruhes, Salzgau, badischer, Salzgouwe I) s. Saalbachgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 15, II, 24, 26, 27, S. 266 Salzgouwe I. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salzgau, fränkischer in Unterfranken (Gau an der fränkischen Saale bei Bad Neustadt, Salzgau, fränkischer, Salzgau in Franken)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 15, II, 33, IV, 9, 14, S. 266, Salzgouwe II, ‚Salzgau‘, zum Ortsnamen Salz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salzgau, sächsischer (Gau zwischen Innerste und Fuhse [bzw. zwischen Aller und Leine, ostfälischer Salzgau, Teil Ostfalens], Saltga. Salzgau, sächsischer, Salzgau in Ostfalen)
L.: Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 148 Salzgau (Gutstedt, Ringelheim [westsüdwestlich Salzgitters]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 15, II, 40, 96 Saltga, S. 266. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salzgouwe I (Gau am Saalbach rechts des Rheins nördlich Karlsruhes, Salzgau, fränkischer in Baden, Salzgau in Schwaben) s. Saalbachgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 15, II, 24, 26, 27, S. 266. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Salzpurcgouwe s. Salzburggau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 23, 30, 32, III, 25, 33, Salzpurcgouwe, pagus Iuuauensis, pagus Iobaocensium, ‚Salzburggau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sambregau (Gau an der Sambre) (Sambriensis 868/869)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 886; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, 27, pagus Sambriensis, zum Flussnamen Sambre; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 245; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Samland (Bistum). 1243 gründete der päpstliche Legat Wilhelm von Modena für die Gebiete des Deutschen Ordens nördlich des Pregel bis zur Memel das Bistum S. mit einem in drei Teile aufgeteilten Drittel des noch zu erobernden Gebiets als weltlichem Herrschaftsgebiet. Zwischen (1246 bzw.) 1252 und 1265 gelang die Eroberung durch den Deutschen Orden. 1255 wurde das Bistum nach der Unterwerfung der Pruzzen durch den Deutschen Orden dem Erzbistum Riga unterstellt. 1264 nahm der Bischof seinen Sitz in Fischhausen. 1294 wurde die Stiftung des Domkapitels endgültig vollzogen. 1322 wurden die Gebiete des Bischofs (um Fischhausen, nördlich Königsbergs und nördlich Insterburgs) von den Gebieten des dem Deutschen Orden inkorporierten Domkapitels dauerhaft getrennt. 1525 führte der Bischof die Reformation ein und trat die weltliche Herrschaft an Herzog Albrecht von Brandenburg ab. 1587 wurde das Bistum aufgehoben und stattdessen ein Konsistorium in Königsberg geschaffen.
L.: Urkundenbuch des Bistums Samland, hg. v. Woelky, C./Mendthal, H., Bd. 1ff. 1891ff.; Das westliche Samland, hg. v. Schlicht, O., 1920, Neudruck 2001; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 50; Der Landkreis Samland, bearb. v. Gusovius, P., 1966; Boockmann, H., Samland, LexMA 7 1995, 1342; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 605; Biskup, R., Das Domkapitel von Samland, 2007. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sandizell (Herren, Reichsfreiherren, Reichsgrafen). S. südlich von Neuburg an der Donau wird 1007 erstmals erwähnt. Seit Ende des 11. Jahrhunderts war es Sitz der Herren von S. Diese wurden 1640 Reichsfreiherren und 1780 Reichsgrafen. S. kam zu Bayern.
L.: Schmidbauer, M., Sandizell aus Vergangenheit und Gegenwart, 1926; Reischl, G., Haus Sandizell 948-1948, 1948. L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sanntal (Gau bzw. Tal südlich der Drau, Sanngau, Sounital, Sovuina)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Drachenburg, Friesach, Tal von Admont), 20, Sanngau; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65, 66, Sounital, Seuna, Sovuina, ‚Sanntal‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sarahgouwe s. Saargau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 24, 26, 27, Sarahgouwe, Sarachowa, pagus Sarenis, pagus Saroensis, ‚Saargau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sardinien (Insel, Königreich). Sarden werden bereits am Ende des 13. vorchristlichen Jahrhunderts in ägyptischen Quellen erwähnt. Seit dem 9. Jahrhundert wurde die nach ihnen benannte Insel von den Phönikern bzw. Karthagern besiedelt. 238/237 v. Chr. kam sie an Rom, später an Wandalen (um 456) und Ostrom (534). Seit dem 6. Jahrhundert gewann der Papst zunehmenden Einfluss in dem zwischen 803/804 und 1014 von zahlreichen Sarazenenüberfällen heimgesuchten Land. In der Mitte des 11. Jahrhunderts erlangte Pisa mit Hilfe des Papstes die Herrschaft. 1297 belehnte der Papst das spanische Haus Aragon bzw. Aragonien mit der Insel. 1718 kam sie nach dem spanischen Erbfolgekrieg an Österreich und 1720 von Österreich im Tausch gegen Sizilien an Savoyen. Dieses bildete als Königreich S. den Kristallisationspunkt für das 1861 entstandene Königreich Italien.
L.: Carta-Raspi, E., Breve storia di Sardegna, 1950; Zeddo, T., La Sardegna nel primo medio evo, 1956; Zeddo, T., Studi sulla Sardegna medioeviale, 1958; Mori, A., Sardegna, 1966; Satta-Branca, A., La Sardegna attraverso i secoli. Leggende, storie, cronacche, 1970; Sanna, S. A., Sardinien-Bibliographie, 1974; Boscolo, A., La Sardegna bizantina e altogiudicale, 1978; Pauli, R., Sardinien. Geschichte, Kultur, Landschaft. Entdeckungsreisen auf einer der schönsten Inseln im Mittelmeer, 1986; Casula, F., La Sardegna catalano-aragonese, 1990; Simbula, P., Sardinien, LexMA 7 1995, 1378ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sasonia (Gau im Elsass, Sasonia, Sassun*)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 22, III, 27, 29, Sasonia, Sassun* (im Elsass). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saterland (Land). Das von Hochmooren umgebene S. südwestlich von Oldenburg war anfangs wohl von Westfalen besiedelt und stand unter der lockeren Herrschaft der Grafen von Tecklenburg. Seit dem 11. Jahrhundert bildete sich unter dem Einfluss zusiedelnder Friesen ein unter Berufung auf Karl den Großen zur Selbständigkeit strebendes Land. Nach dem Zusammenbruch der Oberherrschaft Tecklenburgs kam das S. 1400 an das Hochstift Münster, 1803 an Oldenburg und damit 1946 an Niedersachsen.
L.: Sello, G., Saterlands ältere Geschichte und Verfassung, 1896; Bröring, J., Das Saterland, Bd. 1f. 1897ff.; Heimatkunde des Herzogtums Oldenburg, Bd. 1 1913; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 23, Sagelteraland, ‚Saterland‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sauergau (Gau entlang rechts der unteren Sauer, pagus Surensis)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 1960, 891; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 18, 27, Surense, zum Flussnamen Sauer; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 297 (795/796 pago Surense), benannt nach der Sauer, entlang rechts der unteren Sauer (Gilsdorf, Osweiler); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Gilsdorf, Osweiler). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sauerland (Südland)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 50, Sauerland (Surlandia, Suderland); Flöer, M., Die Ortsnamen des Hochsauerlandkreises, 2013. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Saxlingen (Gau um Lingen im Emsland)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 878 Sahslingung; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, II, 1, 4, 6 Sahslingung. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scaflenzgouwe (Gau an der Schefflenz rechts der Jagst) s. Schefflenzgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 23, Scaflenzgouwe, ‚Schefflenzgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scaldis (Gau gegenüber der Scheldemündung, jetzt Insel [bzw. südlich der Maas und der Rheinmündungen], Schaldis) s. Schouwen
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 902; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, V, 2, Raumbezeichnung mit dem Flussnamen Schelde. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scapefeld (Gau an der Weser nordöstlich Mindens) s. Schaffeldgau bzw. Schaffeld
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, IV, 10, Scapefeld, Ortsname, pagus Scapefeld, zum Ortsnamen Schaffeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scarponagau (Gau westlich der Mosel südlich Metzs, Scarponenis)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 (Norroy, Onville, Waville, Liverdun); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 893; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 18, 32, IV, 18, pagus Scarponenis, comitatus Scarponensis; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 84 Charmois, Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 298 (748 pago Scarponinse), benannt nach dem vicus Scarpona, zwischen Moselgau, Metzgau, pagus Salnensis, pagus Tullensis, pagus Bedensis, pagus Virdunensis und pagus Wabrensis (Arnaville, Ars an der Mosel bzw. Ars-sur-Moselle, Auconville, Autreville-sur-Moselle, Bayonville-sur-Mad, Belleville, Boncourt, Bouconville-sur-Mad, Buret, Bussières, Chahury?, Champey-sur-Moselle, Champey, Dampvitoux, Dieulouard, Dombasle-sur-Meurthe, Doncourt-lès-Conflans, Essey, Fleury-lès-Jouaville, Gélamont/Gellamont, Gorze, Jaulny, Jonville-en-Woëvre, Jonville, Lironville, Liverdun, Maidières, Malleloy, Mamey, Mandres-aux-Quatre-Tours, Marbache, Moivrons, Montauville?, Montenoy, Morey, Nonsard, Norroy, Noveánt-sur-Moselle, Onville, Pannes, Pompey, Raulecourt, Rembercourt-sur-Mad, Rosières-en-Haye, Saint-Baussant, Saint-Julien-lès-Gorze, Saizerais, Seraincourt, Soiron, Sponville, Thiaucourt, Vandelainville, Vionville, Vittonville, Voisage, Waville, Xammes, Xonville). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scerra s. Scherra
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 83, 95, 96, III, 30, Scerra (Scerrun), ‚Scheer‘, s. Scherra. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schaffeld bzw. Schaffeldgau (Gau an der Weser nordöstlich Mindens, Scapefeld)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, IV, 10, Scapefeld, Ortsname, pagus Scapefeld, zum Ortsnamen Schaffeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schaffhausen (Kanton). Nach dem Übergang der Güter des Klosters Allerheiligen, des Kloster Sankt Agnes und des Franziskanerklosters an die Stadt S. 1529 ließ diese sie durch Landvögte verwalten. Nach der französischen Revolution wurde die Stadt der Helvetischen Republik einverleibt. 1803 wurde der aus drei nicht zusammenhängenden Teilen bestehende Kanton S. mit der Hauptstadt S. gebildet. S. Schaffhausen (Reichskloster), Schaffhausen (Reichsstadt).
L.: Wolff 526; Urkundenregister für den Kanton Schaffhausen 987-1530, Bd. 1,2 1906; Hedinger, G., Landgrafschaften und Vogteien im Gebiet des Kantons Schaffhausen, 1922; Bächtold, K., Beiträge zur Verwaltung des Stadtstaates Schaffhausen von der Reformation bis zur Revolution, 1947; Schib, K., Geschichte der Stadt und Landschaft Schaffhausen, 1972; Schulthess, M., Institutionen und Ämterorganisation in der Stadt Schaffhausen 1400-1550, 2006. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schaffhausen (Reichsstadt). An wichtigen Handelswegen entstand um 1045 der Handelsplatz S. am Rhein. 1080 wurde der Ort dem 1049/1050 von Graf Eberhard von Nellenburg auf Eigengut gegründeten Benediktinerkloster Allerheiligen übertragen, dessen Vogtei seit 1198 die Herzöge von Zähringen und seit 1218 als deren Nachfolger die Staufer innehatten. 1190 bzw. 1218 erlangte der zur Stadt gewordene Ort Reichsunmittelbarkeit, 1277 eigene Gerichtsbarkeit. Von 1330 bis 1415 war S., das 1407 vom Kloster das Schultheißenamt erwarb, an Habsburg verpfändet, kaufte sich aber nach dem Zunftaufstand von 1411 im Jahre 1415 wieder frei. 1454 schloss es sich der Eidgenossenschaft der Schweiz als zugewandter Ort an und trat ihr 1501 als zwölfter Ort bei. 1491 erwarb die Stadt von den Landgrafen im Klettgau die Blutgerichtsbarkeit über die meisten Vogteien im Mundat am Randen (Mundat von Randen) und 1525 vom Hochstift Konstanz die Herrschaft Neunkirch-Hallau. 1529 wurde die Reformation eingeführt und das Kloster Allerheiligen, das seine Herrschaftsrechte im 15. Jahrhundert an die Stadt abgetreten hatte, säkularisiert. 1656/1657 gewann S. von den Grafen von Sulz die Hochgerichtsbarkeit über den oberen Klettgau, 1651/1723 von Österreich die Hochgerichtsbarkeit über einige Vogteien im Hegau. 1798 wurde S. Teil der Helvetischen Republik, 1803/1815 Hauptstadt des neuen Kantons S. S. Schaffhausen (Kanton), Schaffhausen (Reichskloster).
L.: Wolff 526; Großer Historischer Weltatlas II 72 b (bis 1797) F1; Früh, K., Beiträge zur Stadtgeographie Schaffhausens, Diss. phil. Zürich 1950; Schib, K., Geschichte der Stadt und Landschaft Schaffhausen, 1972; Zotz, T., Schaffhausen, LexMA 7 1995, 1434f.; Escher, M. u. a., Die urbanen Zentren, 2005, 2, 546; Schultheiss, M., Institutionen und Ämterorganisation der Stadt Schaffhausen 1400-1550, 2006. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scheer (Burg, Herrschaft). Vor 1267 kam die Burg S. an der Donau bei Sigmaringen an den Grafen von Montfort, der S. 1289 an König Rudolf von Habsburg verkaufte, es aber 1314 wieder als Pfand erhielt. Seit 1368 war S. mit der Grafschaft Friedberg vereinigt und kam 1452/1454 an die Truchsessen von Waldburg, unter denen es Sitz einer eigenen Linie wurde. Über Württemberg fiel S. 1951/1952 an Baden-Württemberg. S. Friedberg-Scheer, Scherra, Waldburg.
L.: Wolff 180; Großer Historischer Weltatlas III 39 (1803) C3; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 305, s. Scherra; Der Kreis Saulgau, 1971. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schefflenzgau (Gau an der Schefflenz rechts der Jagst, Scaflenzgouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, III, 23, Scaflenzgouwe, ‚Schefflenzgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scherra (Gau links der oberen Donau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 83, 95, 96, III, 30, Scerra (Scerrun), Scherra, ‚Scheer‘; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 128 (Straßberg, Buchheim, Fridingen an der Donau, Vilsingen, Nusplingen, Donaueschingen?), s. Scerra. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schlehengäu s. Tornegouwe, Dorngau.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 305. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schleiden (Herren, Grafschaft). 1121 wird die Burg S. der Edelherren von Blankenheim in der nördlichen Eifel erstmals erwähnt. Nach ihr nannten sich seit 1115 bzw. 1140 Herren von S., die von den Herren von Blankenheim abstammten, in der Mitte des 13. Jahrhunderts die Herrschaft Jünkerath durch Heirat erlangten und 1271 die Grafen von Luxemburg als Lehnsherren anerkannten. 1435 starb die Familie im Mannesstamm aus. Die Töchter des letzten Herren von S. waren mit Grafen von Nassau-Diez bzw. von Manderscheid verheiratet. S. kam 1435 über eine Erbtochter an die Herren von Manderscheid, 1488 an die Linie Manderscheid-Schleiden, die 1487 durch Heirat Kronenburg und Neuerburg, 1525 Kerpen und 1545 durch Erbfall die Grafschaft Virneburg (bis 1600/15/23) erwarb und am Ende des 16. Jahrhunderts die Reformation einführte. 1593 kam S. an die verschwägerten Grafen von der Mark (1602 Reichsgrafschaft mit Sitz und Stimme im niederrheinisch-westfälischen Reichskreis sowie später im westfälischen Reichsgrafenkollegium), wobei 1610 Luxemburg die Lehnshoheit gewann, sowie 1773 bis 1794 durch weibliche Erbfolge an die Herzöge von Arenberg. 1794 wurde es wie schon von 1682 bis 1697 von Frankreich besetzt. 1814 kam es mit 5 Quadratmeilen Gebiet an Preußen (Rheinprovinz), 1946 S. an Nordrhein-Westfalen. S. a. Manderscheid-Schleiden.
L.: Wolff 368; Zeumer 554 II b 63, 28; Wallner 704 WestfälRK 30; Virmond, Geschichte des Kreises Schleiden, 1898; Janssen, J., Das mittelalterliche Schleiden, 1927; Möller, W., Stammtafeln westdeutscher Adelsgeschlechter im Mittelalter 3, 1936; Neu, H., Der Kreis Schleiden, 1951; Heimatchronik des Kreises Schleiden, bearb. v. Neu, H. u. a., 1954; Schüttler, A., Der Landkreis Schleiden und seine geographische Struktur, Berichte zur deutschen Landeskunde 19 (1957), 111; Guthausen, K., Die Siedlungsnamen des Kreises Schleiden, 1967; Schleiden. Geschichte - Sehenswürdigkeiten - Landschaft, 1981. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schlesien (Herzogtum, Kronland). Das Gebiet an der mittleren und oberen Oder zwischen Sudeten, Mährischer Pforte, Beskiden, der Wasserscheide zwischen Oder und Warthe sowie der Bartsch-Obra-Niederung war zunächst von Skythen und Kelten besiedelt, wurde aber schon vor der Zeitenwende von den germanischen Vandalen eingenommen. Deren links der Oder um den Zobten ansässiger Teilstamm der Silingen wurde in allmählicher Ausdehnung namengebend für das gesamte Gebiet. Nach dem Abzug der Germanen im 5. Jahrhundert drangen Slawen ein. Im 10. Jahrhundert unterstand S. Böhmen, seit etwa 990 (bis auf das Glatzer Land) Polen, wobei Polen eine Art Oberhoheit des Reichs anerkannte, wodurch S. in eine mittelbare Verbindung zum deutschen Reich kam. Im Jahre 1000 wurde unter Mitwirkung Kaiser Ottos III. das Bistum Breslau gegründet und dem Erzbistum Gnesen unterstellt. 1138 entstand durch Erbteilung der Piasten (Polen) das piastische Teilfürstentum (Krakau mit) S. mit einem eigenen Herzog, der allerdings schon 1146 zu seinen staufischen Verwandten vertrieben wurde. Von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zurückgeführt, teilte sich das Herzogshaus 1173/1202 in die zwei Linien Breslau (mit Liegnitz;, Breslau, Oppeln, Niederschlesien;, Mittelschlesien und teilweise Oberschlesien) bzw. Schlesien bzw. Niederschlesien und das unbedeutendere restliche Oberschlesien (mit Ratibor, Beuthen, Teschen und Pless, 1201 Oppeln) bzw. Oppeln, wobei beide, seit 1202 unabhängige Teile dem Reich tributpflichtig waren (und König Rudolf von Habsburg 1280 sogar die vasallitische Huldigung, die Schlesien unter die Reichsfürstentümer einfügte, erreichte). Zahlreiche Einwanderer aus Sachsen und Thüringen verstärkten die Beziehungen zum Reich. Seit 1249 bzw. 1251 entstanden durch Erbteilungen in Niederschlesien die Teilherzogtümer Breslau, Liegnitz und Glogau, 1278 Jauer, 1281 Schweidnitz. Glogau seinerseits zerfiel in Sagan, Steinau und Oels. Dazu kamen Brieg und Münsterberg. In Oberschlesien entstanden 1281 die Herzogtümer Oppeln, Ratibor und Teschen. Weitere Teilungen und Vereinigungen folgten ([Cosel] Kosel, Beuthen, Falkenberg, Groß Strehlitz [Strehlitz] [1313-1460], Troppau). Daneben besaß der Bischof von Breslau das Fürstentum Neiße. 1327/1329 unterstellten sich, nachdem schon Wenzel III. seit 1300 über sämtliche oberschlesische Herzogtümer hatte verfügen können, alle oberschlesischen und bis auf Schweidnitz-Jauer, die 1353 durch Heirat Annas von Schweidnitz-Jauer an Kaiser Karl IV. kamen, alle niederschlesischen Herzöge, die insgesamt alle die deutsche Zuwanderung förderten, zum Schutz vor Polen der Lehnshoheit der zum deutschen Reich gehörigen Krone von Böhmen, die 1306/1310 an das Haus Luxemburg gekommen war (1327 Teschen, Falkenberg, Cosel-Beuthen, Auschwitz, Ratibor, Oppeln und Breslau, 1329 Sagan, Oels, Steinau, Liegnitz-Brieg, 1331 Glogau, 1336 Münsterberg [, 1342 das Bistumsland Neiße-Ottmachau]). Umgekehrt verzichteten die Könige von Polen 1335, 1339, 1356 und 1372 auf ihre Ansprüche auf S., das nunmehr nicht mehr über Polen, sondern - neben den Akten von 1163 und 1280 - über Böhmen dem Reich verbunden war. Im Verhältnis zu Böhmen standen dabei lehnsrührige schlesische Herzöge neben eigenen Erbfürstentümern der Krone Böhmens (1462 Troppau, Münsterberg, Oels, Glatz, 1475 Sagan, 1523 Jägerndorf, 1551 Beuthen). Im 15. Jahrhundert fielen Teile Oberschlesiens an Polen, 1482 Crossen an Brandenburg und 1472 Sagan an Sachsen (bis 1549). Dagegen wurde Troppau neu zu S. gezählt. 1526 gelangte ganz S. mit Böhmen im Erbwege an Habsburg bzw. Österreich, das seit 1570/1621 die Gegenreformation des von 1522 bis 1555 zu neun Zehnteln protestantisch gewordenen Landes durchführte. Dabei waren Schweidnitz-Jauer, Glatz, Breslau, seit 1532 Oppeln-Ratibor, Teschen, Neiße und seit 1544 Glogau Erbfürstentümer Österreichs, während die übrigen Herzogtümer nur in Lehnsabhängigkeit standen. Brandenburg erhob auf Grund eines 1537 geschlossenen, 1546 aber für nichtig erklärten Erbvertrags Ansprüche auf Liegnitz, Brieg, Wohlau und das 1621 in Vollstreckung der Reichsacht Georg von Brandenburg entzogene Jägerndorf, wurde 1686 durch Überlassung des Kreises Schwiebus zur Aufgabe seiner Ansprüche veranlasst, gab den Kreis aber 1695 gegen Geldentschädigung zurück. Nach dem auf dieser Grundlage zwischen König Friedrich dem Großen von Preußen und Erzherzogin Maria Theresia von Österreich geführten ersten schlesischen Krieg kamen (1742/1744) Niederschlesien, große Teile Oberschlesiens und die Grafschaft Glatz Böhmens an Preußen, während die südwestlichen Teile der Fürstentümer Neiße, Troppau und Jägerndorf und die Fürstentümer Teschen und Bielitz (etwa ein Sechstel) bei Österreich blieben und zunächst als Herzogtum Oberschlesien und Niederschlesien eingerichtet und von 1782 bis 1849 mit Mähren vereinigt wurden, aber ab 1849 als Herzogtum S. ein durch einen Landespräsidenten in Troppau verwaltetes österreichisches Kronland S. (Österreichisch-Schlesien) mit der Hauptstadt Troppau bildeten. Die Teilungen Polens brachten eine Verbreiterung der Landbrücke zu den anderen preußischen Ostprovinzen. 1815 wurde die aus den 1742 erworbenen schlesischen Gebieten und der Grafschaft Glatz gebildete Provinz S. Preußens um Teile der Oberlausitz erweitert. Durch die Industrialisierung wurde sie eine der reichsten Provinzen und wurde 1919 in Oberschlesien und Niederschlesien geteilt. 1918/1919 kam das Kronland S. Österreichs (Österreichisch-Schlesien), vergrößert um das bis dahin preußische Ländchen Hultschin (Hultschiner Ländchen) und verkleinert um den 1922 an Polen fallenden Ostteil des Teschener Gebiets (Ostoberschlesien) an die Tschechoslowakei, 1938 zum Gau Sudetenland. An Polen fielen Gebiete der niederschlesischen Kreise Guhrau, Militsch, Groß Wartenberg (Großwartenberg) und Namslau (512 Quadratkilometer mit 26000 Einwohnern) und Teile Oberschlesiens. 1934/1938 wurden die seit 1919 bestehenden preußischen Provinzen Oberschlesien und Niederschlesien (26981 Quadratkilometer, 3,204 Millionen Einwohner, Regierungsbezirke Breslau und Liegnitz) vereinigt. 1939 wurden Ostoberschlesien, das Olsagebiet und weitere Grenzgebiete Polens S. eingegliedert. 1941 wurde S. wieder in die Provinzen Oberschlesien und Niederschlesien geteilt. 1945 kam S. mit Ausnahme des kleinen Gebiets westlich der Lausitzer Neiße (Hoyerswerda, Görlitz, Rothenburg), das von 1949 bis 1990 an die Deutsche Demokratische Republik fiel, unter die Verwaltung Polens und damit 1990 als politische Folge der deutschen Einheit an Polen. Die deutsche Bevölkerung wurde überwiegend vertrieben. S. a. Beuthen, Bielitz, Breslau, Brieg, Falkenberg, Glatz, Glogau, Goschütz, Hultschin (Hultschiner Ländchen), Jägerndorf, Jauer, Kosel (Cosel), Liegnitz, Militsch, Münsterberg, Neiße, Niederschlesien, Oberschlesien, Oels, Oppeln, Pless, Ratibor, Sagan, Schweidnitz, Steinau, Strelitz, Teschen, Trachenberg, Troppau, Wartenberg, Wohlau.
L.: Wolff 472ff.; Birke, E., Schlesien, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) I3, III 22 (1648) H3; Die Territorien des Reichs 2, 102; Scriptores rerum Silesiacarum, Bd. 1ff. 1835ff.; Codex diplomaticus Silesiae, Bd. 1ff. 1857ff.; Triest, F., Topographisches Handbuch von Oberschlesien, 1864, Neudruck 1984; Grünhagen, C., Geschichte Schlesiens, Bd. 1ff. 1884ff.; Schlesische Landeskunde, hg. v. Frech, F./Kampfers, F., Bd. 1ff. 1913; Kutscha, A., Die Stellung Schlesiens zum deutschen Reich im Mittelalter, 1922; Loewe, V., Bibliographie zur schlesischen Geschichte, 1927; Kartographische Denkmäler der Sudetenländer, hg. v. Brandt, B., 10 He. 1930ff.; Gierach, K./Schwarz, E., Sudetendeutsches Ortsnamenbuch, 1932ff.; Holtzmann, R., Schlesien im Mittelalter, (in) Deutschland und Polen, hg. v. Brackmann, A., 1933; Geschichtlicher Atlas von Schlesien, hg. v. d. hist. Kommission für Schlesien, 1933; Geschichte Schlesiens, hg. v. Aubin, H., Bd. 1 1938; Bellée, H./Belée-Vogt, L., Oberschlesische Bibliographie, Bd. 1ff. 1938; Deutsches Städtebuch, hg. v. Keyser, E., Bd. 1 1939; Grögler, A., Das Landkartenwesen von Mähren und Schlesien seit Beginn des 16. Jahrhunderts, 1943; Kaps, J., Die Tragödie Schlesiens 1945-46, 1952; Rister, E., Schlesische Bibliographie, Bd. 1ff. 1953ff.; Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost- und Mitteleuropa, hg. v. Bundesministerium für Vertriebene, Bd. 1 1953; Sudetendeutscher Atlas, hg. v. Meynen, E., 1954; Kuhn, W., Siedlungsgeschichte Oberschlesiens, 1954; Krallert, W., Atlas zur Geschichte der deutschen Ostsiedlung, 1958; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 27; Schlesisches Urkundenbuch, hg. v. Appelt, H., 1963ff.; Niederschlesien unter polnischer Verwaltung, hg. v. Bahr, E./König, K., 1967; Rückert, H., Entwurf einer systematischen Darstellung der schlesischen Mundart im Mittelalter, 1971; Bahr, E. u. a., Oberschlesien nach dem Zweiten Weltkrieg. Verwaltung, Bevölkerung, Wirtschaft, 1975; Stüttgen, D., Schlesien, (in) Grundriss der deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, hg. v. Hubatsch, W., 1975f.; Schlesien im 18. Jahrhundert (Karte 1:500000); Menzel, J., Formen und Wandlungen der mittelalterlichen Grundherrschaft in Schlesien, (in) Die Grundherrschaft im späten Mittelalter, Bd. 1 hg. v. Patze, H., 1983; Geschichtlicher Atlas von Schlesien, hg. v. Petry, L./Menzel, J., 1985; Loebel, H., Schlesien, 1987; Sommer, F., Die Geschichte Schlesiens, 1987; Trux, E., Schlesien in der Biedermeierzeit, 1987; Geschichte Schlesiens, Bd. 1 Von der Urzeit bis zum Jahre 1526, hg. v. Petry, L., 5. A. 1988, Bd. 2 Die Habsburger Zeit 1526-1740, hg. v. Petry, L., 2. A. 1988, Bd. 3 Preußisch-Schlesien 1740-1945, Österreichisch-Schlesien 1740-1918/45, hg. v. Menzel, J., 1999; Weber, M., Das Verhältnis Schlesiens zum Alten Reich in der frühen Neuzeit, 1989; Kontinuität und Wandel, hg. v. Baumgart, P., 1990; Weber, M., Das Verhältnis Schlesiens zum Alten Reich, 1992; Schlesien, hg. v. Conrads, N., 1994; Schlesisches Städtebuch, hg. v. Johanek, P. u. a., 1995; Menzel, J., Schlesien, LexMA 7 1995, 1481ff.; Schlesien und die Schlesier, hg. v. Bahlcke, J., 1996; Schlinker, S., Fürstenamt und Rezeption, 1999, 205; Hofmann, A., Die Nachkriegszeit in Schlesien, 2000; Bartosz, J./Hofbauer, H., Schlesien, 2000; Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, hg. v. Paravicini, W., 2003, 1, 895; Filip, V. u. a., Schlesien, Georg von Podiebrad und die römische Kurie, 2005; Rüther, A., Region und Identität, 2010. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schmiegau (Gau an der Schmie links der Enz um Illingen und Lienzingen, ein Untergau des Enzgaus)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, Smehgaouwe, ‚Schmiegau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schöppingen, Schöppingengau (Gau zwischen Vechte und Ems, Scopingon, Schöppingen)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 19 (Wettringen, Stockum); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 901; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 2, 4, Scopingun, Personenverbandsname, heute Ortsname Schöppingen; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Velen?, Hennewig, Haltern). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schouwen (Gau gegenüber der Scheldemündung, jetzt Insel [bzw. südlich der Maas und der Rheinmündungen] in Seeland, Schaldis, Scaldis)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 18 Scaldis; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 902; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, V, 2, Raumbezeichnung mit dem Flussnamen Schelde. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schozachgau, Schotzachgau (Scuzingouwi) Gau zwischen der Murr und der Sulm rechts des Neckars
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Scuzingouwi, ‚Schozachgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schussengau (Gau an der Schussen nördlich des Bodensees, Scuzingouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Scuzingouwe, ‚Schussengau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schwaben (Herzogtum, Reichslandvogtei Oberschwaben und Niederschwaben). Das nach der germanischen Völkerschaft der Sweben bezeichnete S. umfasste ursprünglich die (spätere) deutsche Schweiz, das Elsass, Südbaden, Südwürttemberg und das Gebiet bis zum Lech und wurde zunächst von den swebischen Alemannen besiedelt und nach ihnen benannt. Das ältere, seit dem 6. Jahrhundert ausgebildete Herzogtum der Alemannen wurde 746 von den Franken beseitigt. 843 kam Alemannien zum ostfränkischen Reich, in dem es zunehmend als S. bezeichnet wurde. Mehrere Geschlechter rangen miteinander um die Macht (Hunfridinger, Alaholfinger). Nach dem Aussterben der ostfränkischen Karolinger wechselte die Würde des Herzogs von S. zwischen verschiedenen Familien (Hunfridinger/Burchardinger, Konradiner, Babenberger/Liudolfinger). Heinrich IV. übertrug sie 1079 seinem Schwiegersohn Friedrich von Büren bzw. Staufen, dessen Geschlecht die durch Anfall welfischer, Pfullendorfer, Lenzburger und zähringischer Güter vermehrte Würde bis 1268 (Herzog Konradin) innehatte. Nach Aussterben der Familie bereicherten sich die Großen des Landes, vor allem die Grafen von Württemberg, am Reichsgut und Herzogsgut und verhinderten die Wiederherstellung des Herzogtums S. durch König Rudolf von Habsburg, der zwar das Herzogtum seinem Sohn Rudolf († 1290) verlieh, unter dessen Enkel Johann Parricida aber der Titel erlosch. Immerhin vereinigte Rudolf von Habsburg die Reste des Reichsgutes in Reichslandsvogteien. Von diesen verlor die nördlich der Donau gelegene Reichslandvogtei Niederschwaben rasch an Bedeutung. Dagegen vermochte die südlich der Donau gelegene Reichslandvogtei Oberschwaben, gestützt auf ursprünglich welfisch-staufische Rechte um Ravensburg und seit 1415 auf das Gebiet der sog. Freien auf der Leutkircher Heide, sich zu behaupten. 1378 wurde ihr die Reichslandvogtei Niederschwaben zugeschlagen. Sitz der Landvogtei (Reichslandvogtei in Oberschwaben und Niederschwaben) war die Ravensburg, seit 1647 Altdorf (Weingarten). Eine umfassende Wiedergewinnung der alten Reichsrechte gelang freilich nicht. Lediglich um Altdorf (Weingarten) blieb ein bescheidenes Herrschaftsgebiet bestehen. Die Landvogtei wurde mehrfach verpfändet. 1541 kam sie als Reichspfandschaft endgültig an Österreich (Schwäbisch-Österreich). Ihre Landeshoheit erfasste rund 25000 Einwohner, doch bestanden Geleitsrechte, Forstrechte, Gerichtsrechte und Vogteirechte auch gegenüber vielen anderen oberschwäbischen Reichsständen. 1805 kam die zum österreichischen Reichskreis zählende Vogtei an Württemberg. Das Gebiet der Freien auf der Leutkircher Heide (Amt Gebrazhofen) fiel 1805 an Bayern und 1810 an Württemberg und damit 1951/1952 an Baden-Württemberg.
L.: Wolff 43, 136; Wallner 713 ÖsterreichRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) F4; Gönner, E./Zorn, W., Schwaben, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Stälin, P., Geschichte Württembergs, Bd. 1 1882ff.; Baumann, F., Forschungen zur schwäbischen Geschichte, 1898; Schröder, A./Schröder, H., Die Herrschaftsgebiete im heutigen Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg nach dem Stand von Mitte 1801, Z. hist. Ver. Schwaben und Neuburg 32 (1906); Schröder, A., Die staatsrechtlichen Verhältnisse im Bayerischen Schwaben um 1801, Jb. Hist. Ver. Dillingen 19 (1906); Weller, K., Die freien Bauern in Schwaben, ZRG 54 (1934); Ernst, F., Zur Geschichte Schwabens im ausgehenden Mittelalter, (in) Festgabe Bohnenberger, 1938; Weller, K./Weller, A., Besiedlungsgeschichte Württembergs vom 3. bis 13. Jahrhundert, 1938; Bader, K., Der deutsche Südwesten in seiner territorialstaatlichen Entwicklung, 2. unv. A. 1978; Tüchle, H., Kirchengeschichte Schwabens, Bd. 1f. 1950ff.; Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, hg. v. der Komm. f. bay. LG. (1952ff.), Teil Schwaben; Zorn, W., Historischer Atlas von Schwaben, Schwäbische Bll. 4 (1953); Historischer Atlas von Bayerisch Schwaben, hg. v. Zorn, W., 1955; Gönner, E./Müller, M., Die Landvogtei Schwaben, (in) Vorderösterreich, hg. v. Metz, F., 3. A. 1978; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 22, 51, 52, 94, III, 27, Swabun, Volksname, Landname, Swabolant, Svavaland, Swabo richi, Suevia, Schwaben; Lautenbacher, G., Bayerisch Schwaben, 1968; Weller, K./Weller, A., Württembergische Geschichte im südwestdeutschen Raum, 8. A. 1975; Maurer, H., Der Herzog von Schwaben, 1978; Blickle, P./Blickle, R., Schwaben von 1268 bis 1803, 1979; Hofacker, H., Die schwäbischen Reichslandvogteien im späten Mittelalter, 1980; Fried, P./Lengle, P., Schwaben von den Anfängen bis 1268, 1988; Früh- und hochmittelalterlicher Adel in Schwaben und Bayern, hg. v. Eberl, I., 1988; Graf, K., Das Land Schwaben im späten Mittelalter, (in) Regionale Identität und soziale Gruppen im deutschen Mittelalter, 1992, 127; Baum, W., Die Habsburger in den Vorlanden, 1993; Zotz, T., Schwaben, LexMA 7 1995, 1598ff.; Handbuch der bayerischen Geschichte, hg. v. Spindler, M., Bd. 3, 3 3. A. 1997; Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, hg. v. Kraus, A., 2001; Zettler, A., Geschichte des Herzogtums Schwaben, 2003; Das Reich in der Region während des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit, hg. v. Kießling, R. u. a., 2005; Adel im Wandel, hg. v. Bumiller, C. u. a., 2006; Die Integration in den modernen Staat, hg. v. Hoffmann, C. u. a., 2007. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schwabengau (Gau im Gebiet von Bode, Selke und Wipper)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 19 (Sueuia, Sueuon, Suaua, Sueua, Sueuum, Svoua, Sueuun, Gau im Gebiet von Bode, Selke und Wipper, Gröningen, Kroppenstedt, Giersleben, Ritterode, Hedersleben, Rodersdorf bzw. Roderstorf, Wedderstedt, Walbeck, Groß Schierstedt bzw. Schierstedt, Schackenthal bzw. Schakental, Zehling); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 59, 148 Schwabengau (Adersleben, Aderstedt, Badeborn, Preußisch Börnecke, Bräunrode, Bründel, Cochstedt, Cölbigk, Egeln, Westeregeln, Gernrode, Giersleben, Gröningen, Hedersleben, Hettstedt, Kroppenstedt, Quenstedt, Reinstedt, Rieder, Ritterode, Ritzgerode, Rodersdorf, Sandersleben, Schackenthal, Groß Schierstedt bzw. Großschierstedt, Walbeck, Wedderstedt, Welbsleben, Wiederstedt, Winningen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, 35, 38, 41, III, 27, 29, Swebun, Suevon, Swabengowe, (Schwabengau); Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 9. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schweikerstal (Gau an der Erms links des Neckars, Swiggerstall)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 14, II, 64, 67, 90, Swiggerstal (Schweikerstal). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schweinachgau (Gau zwischen Isarmündung und Innmündung, Sueinihgouui, Svveinigovve, Sweinachgouwe)
L.: (Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, [Flintsbach bzw. Flinsbach, Windorf]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, 27, Sweinahgouwe, ‚Schweinachgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schweinfurt (Reichsstadt). Eine an einer Mainfurt vermutlich im 7. Jahrhundert entstandene Siedlung erscheint 791 als Suinvurde. Im 10./11. Jahrhundert tritt eine Burg S. auf, nach der sich wohl mit den älteren Babenbergern verwandte, reich begüterte (Ammerthal, Creußen, Kronach) Markgrafen von S. benannten, die 1057 ausstarben und ihre Güter vor allem (1100) dem Erzstift Magdeburg und (1112) dem Hochstift Eichstätt (sowie etwa den 1108 und 1149 nachweisbaren Herren von Wonsees) hinterließen. Die danach auf Reichsboden entstandene Siedlung unterhalb der Burg war am Anfang des 13. Jahrhunderts Stadt und wurde spätestens 1254 Reichsstadt. Nach einer Zerstörung wurde sie 1259 neu erbaut und von den Grafen von Henneberg und dem Hochstift Würzburg in Besitz genommen. Allerdings konnte sie sich allmählich dem Zugriff des Hochstifts Würzburg und auch der Hochstiftsvögte (Grafen von Henneberg) entziehen. 1282 befreite König Rudolf von Habsburg sie von fremder Gerichtsbarkeit. 1361 und 1386 löste sie sich aus der 1354 nach mehreren früheren Verpfändungen erfolgten Verpfändung an Würzburg. 1362 erhielt sie das Recht der freien Ammannwahl (Reichsvogtswahl), 1443 den Blutbann. 1542 schloss sie sich der Reformation an. 1554 wurde die Stadt, die Sitz und Stimme im fränkischen Reichskreis hatte und im schwäbischen Reichsstädtekollegium des Reichstags vertreten war, völlig zerstört. 1802/1803 kam sie mit 2 Quadratmeilen Gebiet und 6000 Einwohnern an Bayern, von 1810 bis 1814 zum Großherzogtum Würzburg, 1814 wieder an Bayern.
L.: Wolff 130; Zeumer 555 III b 19; Wallner 693 FränkRK 23; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) F3, II 78 (1450) G3, III 22 (1648) E3, III 38 (1789) D2; Schroeder 245ff.; Stein, F., Monumenta Suinfurtensia, 1875; Dirian, H., Das Schweinfurter Stadtregiment während der Reichsstadtzeit, 1954; 700 Jahre Stadt Schweinfurt 1254-1954, 1954; Holzner, L., Schweinfurt am Main, 1964; Fuchs, A., Schweinfurt. Die Entwicklung einer fränkischen villula zur Reichsstadt Schweinfurt, 1972; Reichsstädte in Franken, hg. v. Müller, R., 1987; Bundschuh, J., Beschreibung der Reichsstadt Schweinfurt, 1989; Schweinfurt im 19. Jahrhundert, 1991; Fahlbusch, F., Schweinfurt, LexMA 7 1995, 1640; Vor 1000 Jahren. Die Schweinfurter Fehde und die Landschaft am Obermain, hg. v. Schneider, E. u. a., 2004. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Schweiz (Land). Nach der Aufteilung des karolingischen Reiches gehörte das Gebiet der späteren S. im westlichen Teil zu Burgund, im östlichen Teil zum deutschen Reich. 1032/1033 kam das Königreich Burgund zum Reich. 1127 traten die Herzöge von Zähringen, die während des Investiturstreites Zürich als Reichslehen gewonnen hatten, als Rektoren von Burgund die Nachfolge der ausgestorbenen Grafen von Burgund an. Bei ihrem Aussterben 1218 zerfiel ihr Herrschaftsgebiet in teilweise reichsunmittelbare Teilherrschaften. 1231 kaufte König Heinrich (VII.) zur Sicherung des Gotthardpasses den Grafen von Habsburg, die über die Grafen von Kiburg (Kyburg) das Erbe der Herzöge von Zähringen erlangt hatten, die Leute von Uri ab und versprach ihnen ewige Reichsunmittelbarkeit. 1240 erlangten die Leute von Schwyz ein ähnliches Privileg von Kaiser Friedrich II., konnten sich aber gegen Habsburg nicht durchsetzen. Am Anfang des Monats August 1291 schlossen sich wenige Tage nach dem Tod Rudolfs von Habsburg die drei im ehemaligen Herzogtum Schwaben gelegenen Landschaften (Waldstätte) Uri mit Altdorf, Schwyz mit Schwyz und Unterwalden (Nidwalden mit Stans und Obwalden mit Sarnen) in einem ewigen Bündnis gegen die Grafen von Habsburg und jede andere herrschaftliche Einmischung zusammen. König Heinrich VII. dehnte am 3. 6. 1309 die Reichsunmittelbarkeit auf Unterwalden aus. Das Gebiet der drei Bündnispartner wurde ein einem Reichsvogt unterstellter Gerichtsbezirk. Als die Herzöge von Österreich aus dem Hause Habsburg auf Grund eines Überfalles von Schwyz auf Kloster Einsiedeln gegen die Schwyzer militärisch vorgingen, wurden sie am 15. 11. 1315 bei Morgarten besiegt. Als Eidgenossen bekräftigten Schwyz, Uri und Unterwalden (Waldstätte), auf die bald auch der Name der Schwyzer (Switenses, Swicenses, Anfang 14. Jahrhundert Sweizer) allgemein überging, daraufhin ihren Bund. 1318 begaben sich die Herzöge ihrer gräflichen Rechte. Bald verlor der Reichsvogt seine Bedeutung. 1332 schloss sich Luzern dem Bund an, 1351 die freie Reichsstadt Zürich, 1352 Glarus und Zug, 1353 das 1218 Reichsstadt gewordene Bern (achtörtiger Bund, Eidgenossenschaft der acht alten Orte, Bezeichnung als Orte seit 1426). 1386 und 1388 wurde Habsburg bei Sempach und Näfels erneut geschlagen. 1411 schloss sich Appenzell, das der Herrschaft Sankt Gallens entkommen wollte, an, 1415 wurde der restliche Aargau als Untertanenland einverleibt. Im Süden griff Uri nach dem Wallis, dem Urserental und dem Tessin aus. 1450 wurde nach einer durch den Streit um Toggenburg ausgelösten Entfremdung Zürich zurückgewonnen, 1460 dem habsburgischen Erzherzog von Tirol der Thurgau entrissen. 1481 wurden Freiburg und Solothurn aufgenommen, womit die Eidgenossenschaft erstmals über den deutschsprachigen Raum hinausgriff. 1495 lehnten die Eidgenossen Beschlüsse des Reichstags, die sie mit der Einführung des gemeinen Pfennigs und des Reichskammergerichts an das Reich binden wollten, ab. 1499 lösten sie sich tatsächlich vom Reich. 1501 zwangen sie Basel und Schaffhausen zum Eintritt. 1513 wurde Appenzell als 13. Ort aufgenommen. 1512/1526 wurde ein Teil der Lombardei (Tessin, Veltlin), 1563 von Bern das Waadtland gewonnen. Die durch die Reformation (Zwingli, Calvin) drohende Spaltung konnte verhindert werden, doch wurde die S. konfessionell gespalten, wobei sieben Orte katholisch blieben. 1648 schied die Eidgenossenschaft mit 13 Orten und 10 zugewandten Orten (Reichsabtei und Stadt Sankt Gallen, Biel, Rottweil, Mülhausen, Genf, Neuenburg, Hochstift Basel [1579], Wallis, Graubünden) aus dem Reich aus, dem seitdem aus dem betreffenden Gebiet nur noch der Reichsabt von Sankt Gallen und der Bischof von Basel angehörten. Die einzelnen Orte entwickelten bis zum 17. Jahrhundert überwiegend eine aristokratische Verfassung und verwalteten ihre Landgebiete wie die ihnen gemeinsam gehörenden Gebiete in deutlicher Abhängigkeit. 1798 griff auf Ruf der Anhänger der revolutionären Ideen Frankreich ein und errichtete die Helvetische Republik. Seitdem heißen die Orte Kantone. Mülhausen, das Hochstift Basel, Biel, Neuenburg und Genf kamen zu Frankreich, das Veltlin zur Zisalpinischen Republik. Auf Grund eines Aufstands gab Napoleon am 19. 2. 1803 eine neue Verfassung für die 13 alten und 6 neuen Kantone (Sankt Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und Waadt). Wallis wurde verselbständigt und 1810 Frankreich einverleibt, Neuenburg von 1806 bis 1813 ein Fürstentum des französischen Marschalls Berthier. 1814 kamen die von Frankreich entrissenen Gebiete mit Ausnahme Veltlins zurück. Das Hochstift Basel fiel an Bern. Genf, Wallis und Neuenburg vermehrten die Zahl der Kantone auf 22. 1815 wurde die dauernde Neutralität des am 7. 8. 1815 errichteten lockeren Staatenbundes anerkannt. Die Verfassung vom 12. 9. 1848 machte die S. zu einem Bundesstaat. Die Verfassung vom 29. 5. 1874 verstärkte die Bundesgewalt. 1978 spaltete sich von Bern der Kanton Jura ab, so dass seitdem insgesamt 26 Kantone und Halbkantone bestehen. Da die Halbkantone bei dem für Verfassungsabstimmungen erforderlichen sog. Ständemehr (Mehrheit der Ständestimmen) nur eine halbe Stimme haben, setzt sich die S. verfassungsrechtlich aus 23 Ständen zusammen. Zum 1. 1. 2000 wurde die Verfassung überarbeitet (z. B. Streikrecht, Sozialziele, Recht des Kindes).
L.: Wolff 517; Haselier, G., Die Oberrheinlande, (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Die Territorien des Reichs 5, 278; Dierauer, J., Geschichte der schweizerischen Eidgenossenschaft, Bd. 1ff. 4. A. 1912ff.; Heusler, A., Schweizerische Verfassungsgeschichte, Basel 1920; Gagliardi, E., Geschichte der Schweiz, Bd. 1ff. 3. A. 1938; Historisch-biographisches Lexikon der Schweiz, hg. v. Türler, H. u. a., Bd. 1-8 1921ff.; Gasser, A., Die territoriale Entwicklung der Schweizer Eidgenossenschaft 1291-1797, 1932; Quellenwerk zur Entstehung der Schweizer Eidgenossenschaft, Abt. 1ff. 1933ff.; Näf, W., Die Eidgenossenschaft und das Reich, 1940; Mayer, T., Die Entstehung der Schweizer Eidgenossenschaft und die deutsche Geschichte, DA 6 (1943); Blumer, W., Bibliographie der Gesamtkarten der Schweiz von Anfang bis 1802, hg. v. d. Schweizerischen Landesbibliothek Bern, 1957; Historischer Atlas der Schweiz, hg. v. Ammann, H./Schib, K., 2. A. 1958; Pfister, R., Kirchengeschichte der Schweiz, 1964; Handbuch der Schweizer Geschichte, Bd. 1f. 1971f.; Meyer, B., Die Bildung der Eidgenossenschaft im 14. Jahrhundert, 1972; Bohnenblust, E., Geschichte der Schweiz, 1974; Ruffieux, R., La Suisse de l’entre-deux-guerres, e 1974; Im Hof, U., Geschichte der Schweiz, 5. A. 1991, 7. A. 2001, 8. A: 2007; Peyer, H. C., Verfassungsgeschichte der alten Schweiz, Zürich 1978, Neudruck 1980; Braun, R., Das ausgehende Ancien Régime in der Schweiz, 1984; Schuler-Adler, H., Reichsprivilegien und Reichsdienste der eidgenössischen Orte unter König Sigmund 1410-1437, 1985; Mattmüller, M., Bevölkerungsgeschichte der Schweiz, Bd. 1f 1987; Furrer, N., Glossarium Helvetiae Historicum, Ortsnamen 1991; Greyerz, H. v. u. a., Geschichte der Schweiz, 1991; Schweizer Lexikon, Bd. 1ff. 1991ff.; Handbuch der historischen Stätten der Schweiz, hg. v. Reinhardt, V., 1996; Böning, H., Der Traum von Freiheit und Gleichheit, 1998; Kästli, T., Die Schweiz, 1998; Historisches Lexikon der Schweiz, hg. v. d. Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz, Bd. 1ff. 2002ff. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scodingorum pagus (Gau Écuens in Burgund um Lons-le-Saunier)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, Scodingorum; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 109 Écuens. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scopingon (Gau zwischen Vechte und Ems, Schöppingen, Schöppingengau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 19 (Wettringen, Stockum); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 901; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 2, 4, Scopingun, Personenverbandsname, heute Ortsname Schöppingen; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Velen?, Hennewig, Haltern). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scotilingon (Gau zwischen Innerste und Leine, Teil Ostfalens, Scotelingau, Scotilingen)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 19 (Himmelsthür bzw. Himmelstür, Heyersum); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, Scotelingau, Teil Ostfalens (Heyersum, Himmelsthür bzw. Himmelstür); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 14, III, 1, 4, 6, Scotilingon Personenverbandsname. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scuzingouwe (Schussengau) s. Schussengau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Scuzingouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Scuzingouwi (Schozachgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Scuzingouwi, ‚Schozachgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Seeland (Grafschaft). Das Mündungsgebiet von Schelde, Rhein und Maas mit den vorgelagerten Inseln war schon in römischer Zeit besiedelt. Im späten 7. Jahrhundert verstärkte sich die Einbeziehung in das fränkische Reich. 1012 erhielten die Grafen von Flandern das Land westlich der Osterschelde als Reichslehen. Um 1090 verliehen sie die Inseln zwischen den Scheldearmen an die Grafen von Holland weiter. 1323 verzichtete Flandern gegenüber Holland auf die Lehnshoheit. Von 1345/1358 bis 1428 war die Grafschaft S. bei Wittelsbach (Bayern). Mit Holland war S. Führer im Kampf gegen Spanien, an das Flandern 1556 über Habsburg (1477) und Burgund (1384) gekommen war. 1587 schloss sich S. der Republik der Vereinigten Niederlande an. Der festländische Teil Seelands wurde von den Niederlanden 1577 erobert, ihnen 1648 überlassen und bildete bis 1795/1796 als Staatsflandern ein Generalitätsland. Danach wurde es, 1810 auch das übrige Seeland, von Frankreich annektiert. 1814 wurden S. und Staatsflandern (Seeländisch Flandern) als Provinz S. Teil des Königreiches der Vereinigten Niederlande.
L.: Wolff 71; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) B3; Empel, M. van/Pieters, H., Zeeland door de eeuwen heen, 1931ff.; Lemmink, F., Het ontstaan van de staten van Zeeland, Diss. Nimwegen 1951; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, (I, 50,) II, 23, 48, 55, 96, Seoland*, Zeeland; Algemene Geschiedenis der Nederlanden, Bd. 4 1980; Sicking, L., Seeland, LexMA 7 1995, 1674f. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Seillegau (Gau um die Seille rechts der Mosel zwischen Niedgau, Itongau, oberem Saargau, Kalmenzgau bzw. Chaumontois und Scarponagau, Salingouue)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 19 (Juvrecourt, Bessingen); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 891 Saulnois; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 18, 24, 27, V, 2, Salingouwe, pagus Salinensis, pagus Seline, ‚Seillegau‘, Le Saulnois; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 247 Saulnois; Puhl, R., Die Gaue und Grafschaften des frühen Mittelalters im Saar-Mosel-Raum, 1999, 324 (682/683 pago Salininse), Namensherkunft ungewiss, zwischen Niedgau, Itongau, oberem Saargau, Kalmenzgau/Chaumontois und Scarponagau (Almerichshofen bzw. Amelécourt, Amenoncourt, Autrepierre, Bassing/Bessingen, Bermeringen bzw. Bermering, Kleinbessingen bzw. Bezange-la-Petite, Bionshofen bzw. Bioncourt-sur-Seille, Burgaltdorf bzw. Borgaltroff, Buchingen bzw. Buchy, Dürkastel bzw. Château-Voué, Schersingen bzw. Chérisey, Kuttingen bzw. Cutting, Kubern bzw. Cuvry, Destry/Destrich, Duß bzw. Dieuze, Dombasle, Domjevin, Domnom-lès-Dieuze/Dommenheim, Einville-au-Jard, Gerbertshofen bzw. Gerbécourt, Val-de-Guéblange/Geblingen, Gisselfingen, Habudingen bzw. Haboudange, Handorf bzw. Hannocourt, Linhofen bzw. Liocourt?, Niederum bzw. Many/Merchen, Marsal, Marthil bzw. Marthille, Moivrons, Morsweiler an der Nied bzw. Morville-sur-Nied, Medewich bzw. Moyenvic, Racrange/Rakringen, Salzdorf bzw. Salonnes, Seraincourt, Sionviller, Sotzeling, Dinkrich bzw. Tincry, Torcheville/Dorsweiler, Warnhofen bzw. Vannecourt, Wich bzw. Vic-sur-Seille). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Serimunt (Gau zwischen Saale und Mulde, Serimuntilante, Serimode, Sirmuntus, Serimuntus, Seremode, Zirmuti, Sirmutus, Sirimuntus, Seromuntus, Zirimuodis,)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 19 (Burg-Kühnau bzw. Kühnau, Klein Rosenburg bzw. Rosenburg, Wisegk bzw. Wieskau, Biendorf, Grimschleben bzw. Grimsleben, Weddegast, Roschwitz, Wispitz, Wedlitz, Dröbel, Libbersdorf, Trebbichau); Hessler, W., Mitteldeutsche Gaue des frühen und hohen Mittelalters, 1957, 32, 151 (Biendorf, Grimschleben, Pobzig, Klein Rosenburg bzw. Kleinrosenburg, Weddegast, Wedlitz, Wispitz, Wohlsdorf bzw. Wahlsdorf); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, I, 13, II, 50, Serimunt, Sirmuti, Serimuntilant; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 10. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Silbachgau? (Silbiki, Gau um die obere Ruhr)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20; Nach Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, 244 irriger Ansatz. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sindfeld (Gau zwischen Diemel und Alme, Sinatfeld, Sinuthuelt)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 919 Sintfeld; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 60, 61, 62, 68, 69, 96, III, 30, IV, 16, Sinithfeld, ‚Sindfeld‘; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 177. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sinithfeld ((Gau zwischen Diemel und Alme, Sinatfeld, Sinuthuelt) s.Sindfeld)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 60, 61, 62, 68, 69, 96, III, 30, IV, 16, Sinithfeld, ‚Sindfeld‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sinithi (Gau südlich des Teutoburger Waldes, Senne)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 911; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 68, 96, Sinithi,Senne’. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sinnahgouwe (Gau an der Sinn zwischen Spessart und Rhön) s.Sinngau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, Sinnahgouwe, ‚Sinngau’ (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sinngau (Gau an der Sinn zwischen Spessart und Rhön, Sinnahgouwe
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, Sinnahgouwe, ‚Sinngau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sisgau (Teil des Baselgaus um Sissach, Sisgouwe, Sissachgau)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 31, Sisgouwe, ‚Sissachgau‘; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1971, 257. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sisgouwe (Teil des Baselgaus um Sissach, Sisgau, Sissachgau) s. Sisgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 31, Sisgouwe, ‚Sissachgau‘; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1971, 257. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Smehgouwe (Gau an der Schmie links der Enz um Illingen und Lienzingen, ein Untergau des Enzgaus) s. Schmiegau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, 26, Smehgaouwe, ‚Schmiegau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Soestgau (Gau um Soest in Westfalen)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 33, IV, 13, Sosatgo, pagus Sosaciensis, zum Ortsnamen Soest. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Solanzgouwe (Gau an der Sulz links der Altmühl bzw. nördlich der Altmühl,Sulzgau) s. Sulzgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Solanzgouwe, ‚Sulzgau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Soratfeld (Gau nördlich der Diemel rechts der Weser, Sorehtfeld, Soretfeld, Sarethuelt, Sorathueld, Sorethfeld)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, Sorehtfeld; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 926 Sorethfeld; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 60, 61, 62, 68, 69, 96, Sorethfeld; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 177 Soratfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sorethfeld Gau nördlich der Diemel rechts der Weser, Sorehtfeld, Soretfeld, Sarethuelt, Sorathueld) s. Soratfeld
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, Sorehtfeld; Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 926 Sorethfeld; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 60, 61, 62, 68, 69, 96, Sorethfeld; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 177 Soratfeld. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sornegau (Gau an der Sorne links der Birs um Delsberg bzw. Delémont im Kanton Jura der Schweiz, Sornegouwe)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Sornegouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sornegouwe (Gau an der Sorne links der Birs um Delsberg bzw. Delémont im Kanton Jura der Schweiz, Sornegouwe) s.Sornegau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 24, Sornegouwe. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sosatgo* (Soestgau) s. Soestgau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 17, 33, IV, 13, zum Ortsnamen Soest. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sounital (Sanntal südlich der Drau), Seuna, Sovuina, s. Sanntal.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 64, 65, 55. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Spechtrain bzw. Spechtraingau (Gau zwischen Inn und Isar, Spehtreino, Spehtraingau,Spechtrain’)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20 (Engkofen, Loizenkirchen bzw. Loitzenkirchen, Geiging, Bach, Pfistersham, Frauensattling, Oberdießbach, Unterdießbach, Haselbach, Kirchstettenm Reit); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10, 11, Spehtreio, pagus Spehtreino, zum Ortsnamen Spechtrein. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Spehtreino (Spechtreino) s. Spechtrain, bzw. Spechtraingau.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 10, 11, Spehtreio, pagus Spehtreino, zum Ortsnamen Spechtrein. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Speyer (Reichsstadt, freie Reichsstadt). Um 150 n. Chr. nannte Ptolemäus das ursprünglich keltische Noviomagus, das den Hauptort der (germanischen,) 58 v. Chr. von Cäsar unterworfenen Nemeter (civitas Nemetum) bildete. 496 wurde der Ort von den Franken erobert und im 6. Jahrhundert erstmals als Spira bezeichnet. 614 ist S. (nach Untergang und Erneuerung?) als Bischofssitz sicher bezeugt. 843 kam es zum Ostreich. Durch ein Privileg Kaiser Ottos I. von 969 erlangte der Bischof die vermutlich anfänglich königliche Stadtherrschaft. 1084 wurden aus Mainz geflohene Juden angesiedelt. Weitere Privilegien von 1104 und 1111 führten 1294 zur Befreiung der von Saliern und Staufern sehr häufig aufgesuchten Stadt von der bischöflichen Herrschaft. In der Folge war S. Reichsstadt. Bereits mit den spätmittelalterlichen Judenverfolgungen begann aber ein allmählicher Abstieg. Immerhin war S. aber noch seit 1471 mit Peter Drach ein hervorragender Druckort und von 1526/1527 bis 1689 Sitz des Reichskammergerichtes. 1523/1538/1540 führte es die Reformation ein. 1689 wurde S., das zum oberrheinischen Reichskreis zählte, von Frankreich fast völlig zerstört und erst 1714 zur Wiederbesiedelung freigegeben. Seit dem frühen 18. Jahrhundert war es im Kanton Odenwald des Ritterkreises Franken immatrikuliert. Von 1794 bis 1814 war es Sitz eines französischen Arondissements im Département Mont-Tonnerre (Donnersberg). 1815/1816 fiel es mit 1 Quadratmeile Gebiet und 5000 Einwohnern an Bayern und wurde Sitz der pfälzischen (rheinpfälzischen) Bezirksregierung Bayerns. 1946 kam es zu Rheinland-Pfalz.
L.: Wolff 290; Zeumer 554 III a 5; Wallner 699 OberrheinRK 52; Großer Historischer Weltatlas II 66 (1378) E4, II 78 (1450), III 22 (1648) D4, III 38 (1789) C3; Weiß, C., Geschichte der Stadt Speyer, 1876; Doll, A., Das alte Speyer, 1950; (Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 306;) Bohlender, R., Dom und Bistum Speyer. Eine Bibliographie, 1963; Klotz, F., Speyer. Kleine Stadtgeschichte, 1971; Roland, B., Speyer. Bilder aus der Vergangenheit, 2. A. 1976; Voltmer, E., Reichsstadt und Herrschaft: Zur Geschichte der Stadt Speyer im hohen und späten Mittelalter, 1981; Geschichte der Stadt Speyer, hg. v. d. Stadt Speyer, 2. A. 1983; Andermann, K., Speyer, LexMA 7 1995, 2096ff.; Ammerich, H., Kleine Geschichte der Stadt Speyer, 2008. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Speyergau (Gau zwischen Lauter und Speyerbach, Reichslandvogtei). Zur Rückgewinnung und Verwaltung des Reichsguts um Speyer richtete König Rudolf von Habsburg die Reichslandvogtei S. ein, deren Bedeutung aber rasch schwand.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20 ([Speiergau,] Spirihgeuue, Spyrensis, Spirehkewe, Spirehkeuui, Spirechgouue, Spirihgouue, Spirigovue, Spirichowe, Gau zwischen Lauter und Speyerbach, Deidesheim, Weißenburg, Steinweiler, Oberotterbach, Niederotterbach, Dörrenbach bzw. Dierbach, Gleisweiler, Hochstadt, Speyerdorf, Wollmesheim); Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 929; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 18, 23, 24, 26, 27, 30, IV, 18, Spirahgouwe, pagus Spirensis, Nemetis, Namnetis, Spirensis comitatus, ‚Speyergau‘, zum Ortsnamen Speyer, S. 306; Moreau, J., Dictionnaire de géographie historique, 1972, 260; Niemeyer, W., Der pagus des frühen Mittelalters in Hessen, 1968, 80 (Altrip, Wachenheim); Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Eisenberg in der Pfalz?, Battenberg in der Pfalz, Limburg an der Haardt, Helmbach, Lambrecht in der Pfalz). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Spielberg bzw. Spielberggau (Gau bei Eckartsberga in Sachsen-Anhalt, Spiliberch)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 11, pagus Spiliberch, zum Ortsnamen Spielberg. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Spiliberch (Gau Spielberg bei Eckartsberga in Sachsen-Anhalt) s. Spielberg
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 11, pagus Spiliberch, zum Ortsnamen Spielberg. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Spirahgouwe (Speyergau) s. Speyergau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 16, 23, 24, 26, 27, 30, Spirahgouwe, pagus Spirensis, Namnetis, ‚Speyergau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Spirensis, Spirensis comitatus (Speyergau) s. Speyergau
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 18, Spirensis comitatus, Spirahgouwe, zum Ortsnamen Speyer. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stapelholm (Landschaft). In der Landschaft zwischen der unteren Eider, Treene und Alten Sorge in Schleswig entstand im Mittelalter eine kleine Landschaft, die weitgehende Selbstverwaltung unter einem Landvogt im Vorort Süderstapel hatte (Stapelholmer Konstitution 1623). 1866 kam S. an Preußen, 1946 an Schleswig-Holstein.
L.: Bolten, J., Beschreibung und Nachrichten von der im Herzogthume Schleswig belegenen Landschaft Stapelholm nebst einer Landkarte von derselben, 1777, Neudruck 1979; Jessen, W., Chronik der Landschaft Stapelholm, 1950; Stegmann, D., Die Stapelholmer Konstitution von 1623, 1967. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stedingen (Landschaft, freie Bauerngemeinde). Die im 12. Jahrhundert in den Weserniederungen nordwestlich Bremens sowie nördlich und südlich der unteren Hunte angesiedelten, persönlich freien, dem Erzstift Bremen aber grundzinspflichtigen und zehntpflichtigen friesischen und niedersächsischen Bauern (Leute am Gestade?) leisteten (seit 1204?) gegen die Versuche des Erzbischof von Bremen und der Grafen von Oldenburg, sie leibeigen zu machen, Widerstand, wurden aber 1234 im Stedingerkreuzzug vernichtend geschlagen. Das Land wurde zwischen dem Erzbistum Bremen und den Grafen von Oldenburg als den erzbischöflichen Vögten geteilt, wobei Oldenburg den größeren, nördlich der Hunte gelegenen Teil erhielt. Die Stedinger mussten künftig Zins und Zehnt entrichten, behielten aber eine genossenschaftliche Selbständigkeit im Deichwesen. 1547 fiel auch der südlich der Hunte gelegene Teil an Oldenburg. Über Oldenburg kam S. 1946 an Niedersachsen.
L.: Probst, W., Die weltliche Regierung des Erzbischofs Gerhard II. von Bremen, Diss. phil. Jena 1922 (masch.schr.); Goens, H./Ramsauer, B., Stedingen beiderseits der Hunte in alter und neuer Zeit, Oldenburg. Jb. 28 (1924); Stephan, H., Zur Geschichte der Stedinger, Oldenburg Jb. 46/47 (1942/1943); Deike, L., Die Entstehung der Grundherrschaft in den Hollerkolonien an der Niederweser, 1959; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 10, Stedingen, Stade, Statland, Stedingerland; Meiners, G., Stedingen und die Stedinger, 1987; Schmid, H., Stedingen, LexMA 8 1996, 83. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stegon
L.:
Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 12, Stegon, pagus, zum Ortsnamen Stegen (bei Bruneck in Südtirol). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Steiermark (Mark, Herzogtum, Bundesland). In das Gebiet zwischen den nördlichen Kalkalpen, dem oststeirischen Hügelland und dem pannonischen Tiefland, das schon in der Altsteinzeit besiedelt war, wanderten im 1. Jahrtausend n. Chr. die Noriker ein, mit denen sich später die keltischen Taurisker vermischten. 15 v. Chr./45 n. Chr. wurde das Land von den Römern erobert und als römische Provinz Noricum eingegliedert. Nach dem Durchzug verschiedener Germanenstämme während der Völkerwanderung wurde es seit 582 weitgehend von Slawen (Slowenen) besiedelt. 772 wurde es von Bayern besetzt und 788 dem fränkischen Reich einverleibt. Nach zeitweiliger Herrschaft der Ungarn wurde nach der Schlacht auf dem Lechfeld (955) 976 das Herzogtum Kärnten gebildet. Die zu Kärnten gehörige Kärntnermark (Mark an der Mur 970, marchia Carantana, karantanische Mark mit dem Mittelpunkt Hengistburg bei Wildon) unterstand zunächst bis 1035 den Grafen von Eppenstein, dann den Grafen von Wels-Lambach und seit etwa 1050/1056 den Markgrafen aus dem Geschlecht der Grafen von Traungau (Otakare) mit dem Sitz Steyr (Styraburg). 1122 wurde sie mit der Obersteiermark verbunden. Die Markgrafen Leopold (1122-1129) und Ottokar III. (1129-1164) setzten unter Beerbung der Grafen von Eppenstein (1122), Sponheim (1147, u. a. Mark an der Drau) und Formbach-Pitten (1158) ihre Herrschaft durch und schufen die nun nach der Burg Steyr benannte Markgrafschaft S. 1180 wurden beim Sturz Heinrichs des Löwen Obersteiermark und Mittelsteiermark zum Herzogtum erhoben und damit lehnsrechtlich von Bayern, zu dem sie zwischenzeitlich gelangt waren, gelöst. 1186/1192 fiel dieses Herzogtum nach dem Aussterben der Traungauer auf Grund eines Erbvertrages von 1186 (Georgenberger Handfeste) an die verwandten Babenberger. Nach deren Aussterben 1246 kam die 1236 als Reichsland bezeichnete S. 1251 an König Ottokar II. von Böhmen, 1254 nach Aufteilung durch Vereinbarung an Ungarn (Gebiete zwischen Enns und Hausruck sowie um Pitten-Wiener Neustadt an Österreich), von 1260 bis 1276 an Böhmen und 1282 durch König Rudolf von Habsburg an Habsburg. Etwa zu dieser Zeit war auch der innere Ausbau durch deutsche Siedler vollendet. 1311 kam das Sanntal hinzu. 1379 gelangte die S. an die leopoldinische Nebenlinie Habsburgs, 1411 an den steirischen Zweig mit Sitz in Graz (S., Kärnten, Krain, Inneristrien, Triest). Dieser gewann bis 1493 alle habsburgischen Länder, von denen die 1456 um die Grafschaft Cilli und 1482 um das Gebiet von Windischgraz vermehrte S. durch zahlreiche Einfälle der Türken (seit 1471) und Ungarn verwüstet wurde. Von 1564 bis 1619 gehörte die S. zu den innerösterreichischen Ländern (Innerösterreich) mit weitgehender Selbständigkeit. 1585 gründete Erzherzog Karl die Universität Graz. Im 18. Jahrhundert wurden die Reste der innerösterreichischen Sonderstellung beseitigt. 1919/1920 kam das südliche, zu 86% von Slowenen besiedelte Drittel der S. (Untersteiermark) an Jugoslawien, während die übrige S. als Bundesland bei der Republik Österreich verblieb. Von 1938 (22. 5. 1938) bis 1945 war das 3965 Quadratkilometer umfassende Bundesland Burgenland mit der Hauptstadt Eisenstadt zwischen Niederösterreich (Niederdonau) und Steiermark (Südburgenland mit Güssing, Jennersdorf, Oberwart) aufgeteilt. Ab April 1941 unterstand die 1918 von Österreich getrennte Untersteiermark (erweitert um die Save-Gebiete und sechs oberkrainische Gemeinden sowie verringert um das Gebiet Prekmurje) rechtstatsächlich dem Gauleiter der Steiermark als dem Leiter der eingesetzten Zivilverwaltung des Deutschen Reiches und war damit vorübergehend wieder der S. eingegliedert.
L.: Wolff 27; Wallner 713 ÖsterreichRK 1; Großer Historischer Weltatlas II 34 (1138-1254) G4, II 66 (1378) H5, II 78 (1450) G4, III 22 (1648) F5; Lechner, K., Steiermark (Karantanische Mark), (in) Geschichte der deutschen Länder, Bd. 1; Schmutz, K., Historisch-topographisches Lexikon von Steiermark, Bd. 1ff. 1822f.; Urkundenbuch des Herzogthums Steiermark, hg. v. Zahn, J. v., Bd. 1ff. 1875ff.; Zahn, J. v., Ortsnamenbuch der Steiermark im Mittelalter, 1893; Pirchegger, H., Die Pfarren als Grundlage der politisch-militärischen Einteilung der Steiermark, (in) Abhandlungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, (in) Archiv für österr. Gesch. 102 (1913); Mell, A./Pirchegger, H., Steirische Geschichtsbeschreibungen als Quellen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, Beitr. z. Erforschung steirischer Geschichtsquellen 37-40 (1914); Pirchegger, H., Steiermark, (in) Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, 1917, 1957; Mell, A., Grundriss der Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte des Landes Steiermark, Bd. 1f. 1929; Heimatatlas der Steiermark, hg. v. hist. Ver. d. Steiermark, 1946-1949; Mayer, F./Kaindl, R./Pirchegger, H., Geschichte der Steiermark, Bd. 1ff. 4./5. A. 1958ff.; Atlas der Steiermark, hg. v. d. steiermärkischen Landesregierung, Redaktion Morawetz, S./Straka, M., 1949-1970, Erläuterungen 1973; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 50, III, 25, 31, Steiermark, Landname, Stirlant; Pirchegger, H., Die Untersteiermark in der Geschichte ihrer Herrschaften und Gülten, Städte und Märkte, 1962; Stock, K., Bibliographien, Sammelbibliographien und andere geographische Hilfsmittel der Steiermark, 1969; Die Steiermark. Land, Leute, Leistung, hg. v. Sutter, B., 1971; Paschinger, H., Steiermark, 1974; Das Werden der Steiermark, hg. v. Pferschy, G., 1980; Woisetschläger, K., Steiermark, 1982; 800 Jahre Steiermark und Österreich, hg. v. Pickl, O., 1992; Amon, K./Liebmann, M., Kirchengeschichte der Steiermark, 1993; Obersteiner, G., Theresianische Verwaltungsreformen im Herzogtum Steiermark, 1993; Ebner, H., Steiermark, LexMA 8 1996, 95ff.; Karner, S., Die Steiermark im 20. Jahrhundert, 2000; Binder, D./Ableitinger, A., Steiermark, 2001; Baltl, H., Die Steiermark im Frühmittelalter, 2004; Moll, M., Die Steiermark im ersten Weltkrieg, 2014. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Steinheringa (Steinhöring)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19, Steinheringa, comitatus, zum Ortsnamen Steinhöring bei Ebersberg. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Steiringen, Steiringgau (Gau zwischen Hunte und Unterweser, identisch mit dem Largau) Steoringun
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, III, 1f., 4 Steoringun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stellingwerf (friesisch)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 4, 10. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Steoringun (Gau zwischen Hunte und Unterweser, identisch mit dem Largau). S. Steiringen.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen im frühmittelalterlichen Deutschland, 1961, III, 1f., 4 Steoringun. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Steverfeld (Gau an der Stever östlich Nottulns um Stevern, Stivarnafildi)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 939; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 59, 61, 70, III, 31, IV, 13, Stibarnafildi, Stivarnafildi, Stiarnun, Gifaron,Steverfeld’; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Elvert, Lüdinghausen, Emkum, Steuermür, Ternsche, Selm). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stirland, Stirlant s. Steiermark
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, S. 306. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stivarnafildi (Gau an der Stever östlich Nottulns um Stevern, Steverfeld)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 939; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 58, 59, 61, 70, III, 31, IV, 13, Stibarnafildi, Stivarnafildi, Stiarnun, Gifaron,Steverfeld’; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Elvert, Lüdinghausen, Emkum, Steuermür, Ternsche, Selm). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stockstadt (Gau bzw. Grafschaft an der Mündung der Gersprenz in den Main, im Maingau) Stoddenstat.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19, Stoddenstat, comitatus, zum Ortsnamen Stockstadt (am Main). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stoddenstat (Gau bzw. Grafschaft an der Mündung der Gersprenz in den Main, im Maingau). S. Stockstadt.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 19, Stoddenstat, comitatus, zum Ortsnamen Stockstadt (am Main). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stormarn (Landschaft, Sturmariun). S. in Nordalbingien war das Gebiet der zu den Sachsen zählenden Sturmarii zwischen Holstein im Westen und Wenden im Osten. Im Mittelalter gehörte das hinter Holstein zurücktretende S. teils den Grafen von Schauenburg (Schaumburg) teils der Plöner Herzogslinie, im 16. und 17. Jahrhundert teils zum königlichen Anteil, teils zum Gottorper (Gottorfer) Anteil Schleswig-Holsteins. 1864/1866 kam es an Preußen und 1946 an Schleswig-Holstein.
L.: Wülfingen, C. Bock v./Frahm, W., Stormarn, 1938; Nordstormarnsches Heimatbuch, 1952; Sahrhage, H., Südstormarn, 1960; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 18f., 24, 26, 306, s. Sturmariun (Stormere); Carsten, R., Das alte Stormerland. Kultur- und Siedlungsgeschichte, 1979; Wulf, M., Heimatkundliche Aufsätze, 1987; Hoffmann, E., Stormarn, LexMA 8 1996, 194; Bock. G., Studien zur Geschichte Stormarns im Mittelalter, 1996. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Stria (Gau beiderseits der Rheinmündung) (967/968), Strya, s. Strijen
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 30 (Geertruidenberg bzw. Gertruidenberg, Tremella bzw. Tremalle, Strijen bzw. Sturnahem); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 32, V, 2, Stria, het Land van Strien, s. Strya; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Strijen (Land beiderseits der Rheinmündung in den Provinzen Südholland und Nordbrabant der Niederlande mit Strijen, Klundert, Zevenbergen und den Herrlichkeiten Hooge Zwaluwe und Lage Zwaluwe) (967/968), Stria, Strya
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 30 (Geertruidenberg bzw. Gertruidenberg, Tremella bzw. Tremalle, Strijen bzw. Sturnahem); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 32, V, 2, Stria, het Land van Strien, s. Strya; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Strya (Gau beiderseits der Rheinmündung) (967/968), Stria s. Strijen
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 30 (Geertruidenberg bzw. Gertruidenberg, Tremella bzw. Tremalle, Strijen bzw. Sturnahem); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 49, III, 32, V, 2, Stria, het Land van Strien, s. Strya; Nonn, U., Pagus und comitatus in Niederlothringen, 1983, 205. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sturmariun (Landschaft in Noralbingien) s. Stormarn.
L.: Wülfingen, C. Bock v./Frahm, W., Stormarn, 1938; Nordstormarnsches Heimatbuch, 1952; Sahrhage, H., Südstormarn, 1960; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, III, 18, 19., 24, 26, 306, s. Sturmariun (Stormere), Stormarn; Carsten, R., Das alte Stormerland. Kultur- und Siedlungsgeschichte, 1979; Wulf, M., Heimatkundliche Aufsätze, 1987; Hoffmann, E., Stormarn, LexMA 8 1996, 194; Bock. G., Studien zur Geschichte Stormarns im Mittelalter, 1996. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sturmi (Gau an der Mündung der Aller in die Weser)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20 (Verden); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 41, III, 18, 27, Sturmiun, Sturmi, Sturmego. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sualafeld (Gau südlich der Altmühl links der Donau, Sualaueldun, Sualaueldensis, Swalafeld,Schwalbfeld’)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 19 (Heidenheim, Auhausen, Westheim, Dollnstein bzw. Dollenstein); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 27, 58, 61, 62, III, 30, 31, Swalafeld (Sualafeld), ‚Schwalbfeld‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Suderberggau(Gau südlich Osnabrücks, Sutherbergi)
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 95, III, 3, 31, Sutherbergi. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Südergau (Gau um Münster und Ahlen im Münsterland, Suthergo)
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 944 Sudergo; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 36, 37, Suthergo; Bauer, T., Die mittelalterlichen Gaue, 2000 (Ahlen). (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sudergo (Gau östlich der mittleren Zuidersee um Gaveren in Friesland, Suthrahi). S. Zuidergo.
L.: Gysseling, M., Toponymisch Woordenboek, 1960, 1105. Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 46, 47, Suthrahi. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sudetenland (Reichsgau, Gau). Seit 1912 wurden unter Verwendung des Gebirgsnamens Sudeten die Bewohner von Deutsch-Böhmen, Deutsch-Mähren und Österreichisch-Schlesien als Sudetendeutsche bezeichnet, nachdem wenige Jahre zuvor das Wort sudetendeutsch erstmals geprägt worden war. Seit 1919, als durch den Frieden von St. Germain, entgegen dem Grundsatz der Selbstbestimmung, von Deutschen bewohnte Gebiete Westmährens, in denen 1919 etwa 3,1 Millionen Deutsche und rund 200000 Tschechen (durch Zuwanderung 1930 690000) gelebt haben dürften, der Tschechoslowakei eingegliedert worden waren, wurde dieser Name allgemein für die innerhalb der neu gegründeten Tschechoslowakei wohnenden etwa 3,5 Millionen Deutschen verwandt, die vor allem um Eger, Karlsbad, Aussig, Reichenberg und Troppau in geschlossenen deutschen Sprachgebieten lebten und 28 Prozent der Stadtbevölkerung (1930 Karlsbad 87, Eger 80, Reichenberg 78, Aussig 75, Troppau 61 Prozent). Innerhalb der Tschechoslowakei wurden ihre Rechte immer stärker eingeschränkt und 840000 Hektar Land enteignet und fast ausschließlich Tschechen übertragen. 1933 wurde die Deutsche Nationalpartei in der Tschechoslowakei verboten. Danach bildete sich die sudetendeutsche Heimatfront unter Konrad Henlein. Sie wurde 1935 mit 66 % aller deutschen Stimmen die stärkste Partei der Tschechoslowakei (1938 92 % aller deutschen Stimmen). Am 29. 9. 1938 wurde das von der Tschechoslowakei angenommene Münchener Abkommen beschlossen, das die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an das Deutsche Reich vorsah. Am 1. 10. 1938 besetzten deutsche Truppen das Land (29000 Quadratkilometer mit 3,4 Millionen Einwohnern). Aus dem Kern des sudetendeutschen Gebiets wurde der Reichsgau S. (Hauptstadt Reichenberg) unter dem Reichsstatthalter Konrad Henlein gebildet. 1945 kam das Gebiet an die Tschechoslowakei zurück. Allen Deutschen wurde die Staatsangehörigkeit aberkannt. Ihr Vermögen wurde entschädigungslos enteignet. Bei der anschließenden Vertreibung kamen etwa 400000 Menschen um. 1,9 Millionen gelangten in die westliche Besatzungszonen (Bayern, Hessen), 800000 in die sowjetische Besatzungszone und 140000 nach Österreich, etwa 250000 blieben zurück.
L.: Pfitzner, J., Sudentendeutsche Geschichte, 2. A. 1937; Das Sudetendeutschtum, hg. v. Pirchan, G., 2. A. 1939; Aubin, H., Geschichtliche Kräfte im Sudetenraum, 1941; Sudetenland. Ein Hand- und Nachschlagebuch, hg. v. Kurth, K., 1954; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 50; Urban, R., Die sudetendeutschen Gebiete nach 1945, 1964; Brügel, J., Tschechen und Deutsche 1918-1938, 1967; Sudetenland in Europas Mitte, hg. v. Loebel, H. v., 1987; Franzel, E., Sudetendeutsche Geschichte, 1990; Ermacora, F., Die sudetendeutschen Fragen, Rechtsgutachten, 1992; Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen, hg. v. d. Arbeitsgemeinschaft zur Wahrung sudetendeutscher Interessen, 1992; Habel, F., Eine politische Legende. Die Massenvertreibung von Tschechen aus dem Sudetengebiet 1938/39, 1996; Gebel, R., Heim ins Reich, 1998; Zimmermann, V., Die Sudetendeutschen im NS-Staat, 1999; Odsun, bearb. v. Hoffmann, R. u. a., 2000. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Südtirol (Gebiet, Landschaft). Seit dem 6. Jahrhundert wurde das südlich an den Brennerpass angrenzende Gebiet durch Bayern besiedelt. Seit dem 12. Jahrhundert setzten sich hier die Grafen von Tirol durch. Die Sprachgrenze festigte sich bei Salurn (Salurner Klause). Ab 1866 verlangten italienische Politiker (Irredentisten, zu [1877] Italia irredenta, unerlöstes Italien) die Angliederung des Gebiets (von Dalmatien, Görz, Istrien, Triest, Tessin, Nizza, Malta, Korsika sowie) um Trient an das neue, 1861 entstandene Königreich Italien, teilweise auch die Ausdehnung bis zum Brenner. 1910 lebten in S. knapp 7000 Italiener (3 % der Bevölkerung). 1919 wurde im Frieden von St. Germain in Erfüllung eines Italien 1915 für seinen Kriegseintritt gegebenen Versprechens sowohl das italienischsprachige Trentino als auch entgegen dem Grundsatz der Selbstbestimmung das deutschsprachige S. auf der südlichen Seite des Brenners Italien angeschlossen, als Provinz Trentino-Alto Adige organisiert und seit 1922 intensiv italienisiert (Ettore Tolomei), was von Adolf Hitler seit 1923 als Preis für die Unterstützung seiner Bewegung durch den italienischen Faschismus anerkannt wurde. Am 21. 10. 1939 wurde zwischen Hitler und Mussolini ein umfassender Umsiedlungsplan vereinbart. Daraufhin entschieden sich etwa 86% der deutschen und ladinischen Bewohner für eine Umsiedlung ins Deutsche Reich (Option, wahrgenommen von 74500 Südtirolern), doch verhinderte der Krieg eine (vollständige) Verwirklichung dieses Planes. 1943 wurde S. (nach dem Wechsel Italiens auf die Seite der Alliierten) der deutschen Verwaltung unterstellt. Nach 1945 beanspruchte Österreich vergeblich das Gebiet, dessen Teilautonomie innerhalb Italiens in ihrem Umfang streitig ist. Durch die Erstreckung des vereinbarten Autonomiestatuts über die Region Bozen hinaus auf die gesamte Region Trentino-Alto Adige erreichte Italien, dass die in S. überwiegende deutschsprachige Bevölkerung (1910 97 %, 1939 76 %, 1961 66%, 1981 71%) im Autonomiegebiet nur eine durch besondere geldliche Förderung zunehmend in Italien eingefügte Minderheit bildet. S. Tirol.
L.: Ritschel, H., Diplomatie um Südtirol, 1962; Handbuch der Südtiroler Ortsnamen, 1966; Steurer, L., Südtirol zwischen Rom und Berlin 1919-39, Diss. phil. Wien 1975; Schober, R., Die Tiroler Frage auf der Friedenskonferenz von Saint Germain, Innsbruck 1982; Mittermaier, K., Südtirol, 1986; Riedmann, J., Geschichte Tirols, 3. A. 2001; Ermacora, F., Südtirol: Die verhinderte Selbstbestimmung, 1991; Südtirol von A-Z, 1996; Steininger, R., Südtirol im 20. Jahrhundert, 1997; Egen, A. v., Die Südtirol-Frage, 1997; Grigolli, S., Sprachliche Minderheiten, 1997; Steininger, R., Südtirol im 20. Jahrhundert, Dokumente, 1999; Steininger, R., Südtirol 1918-1999, 1999; Steininger, R., Südtirol, 2000; Südtirol Chronik, koord. v. Thaler, B., 2000; Lill, R., Südtirol in der Zeit des Nationalismus, 2002; Durnwalder, M., Die Reform des Südtiroler Autonomiestatuts, 2005; Lechner, S., Die Eroberung der Fremdstämmigen, 2005; Zeindl, G., Meran im Mittelalter, 2009; Fontana, J., Unbehagen - Südtirol unter der Militärverwaltung 4. 11. 1918-31. 7. 1919, 2009. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Suduodi (Gau südlich des Maines?). Die Suduodi werden neben Thuringi, Hessi, Borthari (Brukterergau) und Nistresi (Ittergau) genannt, von denen die beiden letzten auf den südlichen Teil des sächsischen bzw. westfälischen Stammesgebiets deuten. Eine genauere Zuordnung ist nicht möglich.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 38, 50, Suduodi; Wagner, G., Die Verwaltungsgliederung im karolingischen Reich, 1963, 12, Suduodis. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sudveno s. Zutphen.
L.: Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, IV, 20, Sudveno, comes de, zum Ortsnamen Zutphen. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Suerzza (Gau am Oberlauf der Donau) s. Swerzenhuntari.
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20 (Allmendingen); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 78, 82, 95, 96, Swerzza, Swerzenhuntari; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 133. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Suilbergi (Gau an der mittleren Leine östlich Corveys, Sülberggau)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 21 Svilberigavvi; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, III, 33, III, 31, IV, 6, 9, 9, 13, 14, Suilbergi, Suilbergiga, Suilbergimarca, Sulbirgowe, ‚Sülberggau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sülberggau (Gau an der mittleren Leine östlich Corveys, Svilberigavvi, Suilbergi)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 21 Svilberigavvi; Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 15, III, 33, III, 31, IV, 6, 9, 9, 13, 14, Suilbergi, Suilbergiga, Suilbergimarca, Sulbirgowe, ‚Sülberggau‘. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sülchgau (Gau am Oberlauf des Neckars, Sülchengau, Sulihgouwe)
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20 ([Sülchengau,9 Sulichgouue, Gau am Oberlauf des Neckars, [Kirchentellinsfurt bzw. Kirchtellinsfurt]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 31, 32, Sulihgouwe,Sülchengau’; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 129. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sulihgouwe (Sülchengau, Sülchgau) s. Sülchgau
L.: Curs, O., Deutschlands Gaue im zehnten Jahrhundert, 1908, 20 ([Sülchengau,9 Sulichgouue, Gau am Oberlauf des Neckars, [Kirchentellinsfurt bzw. Kirchtellinsfurt]); Polenz, P. v., Landschafts- und Bezirksnamen, 1961, II, 30, 31, 32, Sulihgouwe, ‚Sülchengau‘; Borgolte, M., Geschichte der Grafschaften Alemanniens in fränkischer Zeit, 1984, 129. (held10aktuellmitregisterfürheld11NURHIERARBEITEN20150514.docx)

 

Sulmanahgouwe (G