Hollerbach, Alexander, Anton Christ (1800-1880). Vormärz, Revolution und Nachmärz im Spiegel des Wirkens eines badischen Juristen (= Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe 26). Verlag der Gesellschaft für kulturhistorische Dokumentation e. V., Karlsruhe 2013. 47 S.

 

Anton Christ wurde im damals straßburgischen Oberkirch am 16. Oktober 1800 geboren und trat nach dem mit der juristischen Staatsprüfung am 20. November 1826 abgeschlossenen Rechtsstudium in Heidelberg (1822-1826) am Ende des Jahres 1832 seinen Dienst als Universitätsamtmann an. 1837 wurde er Abgeordneter für die Ämter Kork und Rheinbischofsheim in der zweiten Kammer Badens und Regierungsrat im Innenministerium in Karlsruhe. Nach Teilnahme am Vorparlament und an der Frankfurter Nationalversammlung verlor er allerdings (aus politischen Gründen) sein inzwischen erreichtes Amt als Hofdirektor und wurde in den Ruhestand versetzt, in dem er als Publizist wirkte, ehe er von 1853 bis 1859 als Verwaltungsrat der Darmstädter Bank tätig wurde.

 

Alexander Hollerbach hat sich mit Anton Christ erstmals bereits im Juni 1967 befasst, als er im Rahmen einer akademischen Veranstaltung in Mannheim über Vormärz, Revolution und Nachmärz im Spiegel des Wirkens des badischen Juristen Anton Christ (1800-1880) berichtete. Der damalige Vortrag wurde seinerzeit allerdings an ganz entlegener Stelle präsentiert. Aus diesem Grund bot sich eine Aktualisierung an prominenter Stelle nahezu von selbst an.

 

Nach einem kurzen Vorwort des Herausgebers beschreibt und würdigt der Verfasser Christs Wirken und Denken in insgesamt sechs, um zahlreiche Anmerkungen und eine Bibliographie Christs bereicherten Kapiteln. Sie betreffen den Lebensgang bis zum Tode in Neuenheim am 7. Juli 1880, den Kampf um die nationale Rechtseinheit, die Kommentierung der badischen Gemeindeordnung, die Beziehungen zwischen Staat und Kirche sowie zwischen Staat und Wirtschaft und einen abschließenden Ausblick. Insgesamt lässt sich dabei Christ als eine aufrechte Persönlichkeit erweisen, die mit dem Scheitern der Freiheit anstrebenden Revolution des Jahres 1848 aus der gefestigten Bahn ihrer juristischen Profession geworfen wurde, aber dessenungeachtet auf Grund ihrer Fähigkeiten neue Tätigkeitsfelder zu bestellen vermochte.

 

Innsbruck                                                                   Gerhard Köbler