Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Karl V. Der Reichstag zu Augsburg 1525, der Reichstag zu Speyer 1526, Der Fürstentag zu Esslingen 1526, bearb. v. Aulinger, Rosemarie (= Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe, Bd. 5/6). Oldenbourg, München 2011. 995 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Auf den Reichstagen des Heiligen römischen Reiches spielte sich in erster Linie das öffentliche politische Leben des Reiches ab, weshalb die zugehörigen Akten als Quellen von ganz besonderer Bedeutung sind. Gleichwohl kann ihre wissenschaftliche Erschließung offensichtlich nur mit einem sehr langen geschichtlichen Atem erfolgen, war doch Band 4 der 1886 begründeten Reichstagsakten Karls V. über den dritten Nürnberger Reichstag des Jahres 1524 bereits 1905 erschienen und Band 7 über den zweiten Speyerer Reichstag von 1529 im Jahre 1935 (Band 1 Wahlakten und Krönungsakten des Jahres 1519, Band 2 Worms 1521). Der vorliegende Doppelband schließt dementsprechend eine lange Zeit offene Lücke, die nicht zuletzt dadurch entstand, dass die bereits ausgearbeiteten Manuskripte für die beiden Bände 1943 im Historischen Institut der Universität Leipzig verbrannten und 1944 im Akademiegebäude in München auch das mühsam angelegte Generalrepertorium für die Zeit Karls V. verlorenging.

 

Zu verdanken ist das jetzige Ergebnis Rosemarie Aulinger, der die Deutsche Forschungsgemeinschaft für die Zeit vom 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 2009 eine Sachbeihilfe gewährte. Über die Einzelheiten berichtet die Bearbeiterin in ihrem kurzen Vorwort und in ihrer ausführlichen sachkundigen Einleitung. Im Mittelpunkt der politischen Ereignisse dieser Zeit steht das trotz mancher Rückschläge letztlich nicht aufzuhaltende Erstarken der Anhänger Martin Luthers und seiner kirchlichen Reformation.

 

Gegliedert ist die wertvolle umfangreiche Quellenedition in vier Kapitel. Sie betreffen das Jahr 1524, das Jahr 1525 mit dem Reichstag in Augsburg, den Reichstag zu Speyer 1526 und den Fürstentag zu Esslingen 1526 und umfassen insgesamt 240 Dokumente bis zum 21. Dezember 1526. Ein Register der Personen- und Ortsnamen schließt von Aachen bis Zwingli die berührten Personen und Orte auf, während für die Inhalte das voranstehende Inhaltsverzeichnis zusammen mit der Einführung verwendet werden muss.

 

Innsbruck                                                                   Gerhard Köbler