Theodor Mommsen und Friedrich Althoff. Briefwechsel 1882-1903, hg. v. Rebenich, Stefan/Franke, Gisa (= Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts 67). Oldenbourg, München, 2011. 890 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Theodor Mommsen (Garding/Schleswig 30. 11. 1816-Charlottenburg 1. 11. 1903) zählt zu den bekanntesten Juristen des 19. Jahrhunderts. Er hat sich durch die grundlegende Edition der wichtigsten römischen Rechtsquellen sehr verdient gemacht. Auf Grund dieser Ausgaben gelangen ihm herausragende Darstellungen des römischen Staatsrechts und Strafrechts.

 

Friedrich Althoff (Dinslaken 19. 2. 1839-Berlin 20. 10. 1908) stand ihm zwar an Gelehrtenruhm deutlich nach. Er war aber seit 1871 Justitiar für das Reichsland Elsass-Lothringen und seit 1882 geheimer Regierungsrat im Kultusministerium Preußens. In seinen Händen lag vor allem die gesamte Berufungspolitik für die Universitäten Preußens.

 

Dementsprechend bildeten Mommsen und Althoff mit der Ernennung Althoffs in Berlin ein interessantes Duo mit Vorteilen für beide Seiten, das die beiden Herausgeber in ihrer sorgfältigen Einleitung treffend beschreiben. Themen des intensiven, langen Briefwechsels sind die editorischen Unternehmungen der Berliner Akademie deer Wissenschaften, die Organisation einzelner Reichsinstitute und Reichsunternehmen, nationle und internationale wissenschaftliche Kooperationen, die Reichslimeskommission, die Forschungsfinanzierung, die akademische Personalpolitik, Berufungen samt entsprechender Patronage, Universitäts-, Museums- und Bibliothekspolitik, die preußische Schulreform und schließlich auch hochschulpolitische Kontroversen. Die einen vorzüglichen Einblick in das den deutschen Universitäten zu Weltruhm verhelfende System Althoff eröffnende Edition der insgesamt 685 Dokumente beginnt mit einem Brief Althoffs an Richard Schöne vom 8. 11. 1882, endet mit einem undatierten Billett Mommsens an Althoff und wird durch Register vorbildlich erschlossen.

 

Innsbruck                                                                                Gerhard Köbler