Staud, Toralf/Radke, Johannes, Neue Nazis. Jenseits der NPD - Populisten, Autonome, Nationalisten und der Terror von rechts. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2012. 272 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Der Nationalismus als bewusste Zusammenfassung der Angehörigen eines Volkes in einem Staat trat in der Geschichte des modernen Staates besonders in Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitskrieg in Nordamerika und der französischen Revolution am Ende des 18. Jahrhunderts hervor. Der Sozialismus entwickelte sich im 19. Jahrhundert als Folge des medizinischen Fortschritts, des Pauperismus und der industriellen Revolution. Durch die Vereinigung beider politischer Strömungen entstand spätestens im 20. Jahrhundert der Nationalsozialismus, in dem Adolf Hitler dem Menschen gesetzte ungeschriebene Grenzen in die Unmenschlichkeit überschritt.

 

Wie ihm in seiner Zeit die Massen zujubelten und nachfolgten, so finden seine Ideen auch nach seinem Untergang noch Anhänger. Zwar ist ihre Zahl nicht beeindruckend, doch können auch von einer kleinen Schar von Menschen beachtliche Gefahren für die Allgemeinheit ausgehen. Mit ihnen befasst sich der vorliegende Band der beiden als Journalisten tätigen Verfasser.

 

Sie zeigen in ihrem interessanten Überblick, dass die Bedeutung der vom Verbot bedrohten Nationaldemokratischen Partei Deutschlands zu schwinden scheint. Demgegenüber sammeln sich gewaltbereite Anhänger nationalsozialistischer Vorstellungen in losen Zusammenschlüssen regionaler Gruppen wie etwa dem Thüringer Heimatschutz. Da sie möglicherweise vor schweren Straftaten nicht zurückschrecken, bedürfen sie nach einleuchtender Ansicht der Verfasser der besonderen Aufmerksamkeit des Staates.

 

Innsbruck                                                                   Gerhard Köbler