Schaumburger Profile. Ein historisch-biographisches Handbuch Teil 2, hg. v. Weingarten, Hendrik (= Schaumburger Studien 73). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2016. 317 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Schaumburg (älter Schauenburg) ist eine Höhenburg auf dem 225 Meter hohen kegelförmigen Nesselberg oberhalb der Weser östlich Rintelns. Sie wurde auf ältern Bauresten des 12. Jahrhunderts erbaut und entwickelte sich unter Adolf II. zu dem Stammsitz der 1640 in der Hauptlinie aussterbenden (Edlen bzw. ) Grafen von Schaumburg. Danach kam die Burg an die Landgrafen von Hessen-Kassel und mit diesem 1866 an Preußen, doch schenkte Kaiser Wilhelm II. 1907 die Burg dem Fürsten von Schaumburg-Lippe zur Silberhochzeit.

 

Für das um die Schaumburg liegende Land Schaumburg veröffentlichte Hubert Höing in dem Verlag für Regionalgeschichte in dem Jahre 2008 einen ersten Band Schaumburger Profile. Voraussetzung für die Aufnahme war und ist auch jetzt ein regionaler Bezug zu Schaumburg durch Geburt oder Wirken. Jeder möglichst mit einer Abbildung veranschaulichte Artikel ist grundsätzlich in einen Vorspann mit stichpunktartig zusammengefassten persönlichen Daten und familiären Angaben, zweitens in einen Fließtext mit dem Leben und Wirken und drittens in Angaben zu Quellen und Literatur geteilt.

 

Der vorliegende zweite Band enthält in alphabetischer Reihenfolge 65 Biographien, für die im Eingang auch eine chronologische Übersicht (Adolf III. Graf von Holstein-Schaumburg 1157/1159-1225 – Rautenberg, Erwin 1920-2011) geboten wird. Bekanntere Schaumburger sind hier Wilhelm Busch, Melchior Goldast zu Haiminsfeld, Gerhart Hauptmann, die Familie Heine, Franz Liszt, Agnes Miegel oder August Oetker. Weit darüber hinaus können aber alle von der Schaumburger Landschaft unterstützten, mit einem anmutigen Schattenriss der Fürstin Juliane von Schaumburg-Lippe (Biographie S. 237) geschmückten Darlegungen in ihrer Gesamtheit vielfältige Hinweise auf die Bedeutung von Schaumburgern für die deutsche Geschichte vermitteln.

 

Innsbruck                                                       Gerhard Köbler