Stadt und Medien. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, hg. v. Zimmermann, Clemens (= Städteforschung, Reihe A, Darstellungen 85). Böhlau, Köln 2012. 294 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Die vom Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster vorgelegten Veröffentlichungen aus dem Bereich der Städteforschung greifen ansprechend die verschiedensten Themen auf. Das Verhältnis der Stadt zu den Medien vom Mittelalter bis zur Gegenwart ist bisher nicht als Einheit in den Blick genommen. Dies versucht nun der Herausgeber, der für Kultur- und Mediengeschichte an der Universität Saarbrücken tätig ist und gemeinsam mit dem Institut und dem betreffenden Kuratorium  vom 4. bis 5. April 2011 im Liudgerhaus Münster das 41. Frühjahrskolloquium des Instituts veranstaltet hat.

 

Im Beginn der zugehörigen Veröffentlichung führt er an Hand eines Zitats über Paris in den Gegenstand ein. Danach konzentriert er sich auf die Stadt als Standort von Medieninstitutionen und Medienunternehmen, wie dies möglicherweise auch die Umschlagabbildung eines Kamerateams der Tagesschau in Hamburg 1955 veranschaulichen soll. Von hier aus geht er auf die Repräsentationen von geographischen Räumen über und weist zum Schluss auf die Einsicht hin, dass Konnektivität, Netz und Ort als Grundbegriffe heutiger gegenwartsorientierter Medienwissenschaft in hohem Grade historisierbar sind und historisiert werden sollten.

 

Beispielhaft wird dies in insgesamt zehn Studien ausgeführt. Sie beginnen mit dem city branding im Mittelalter, die eine Lobschrift Konrad Celtis’ auf Nürnberg von 1495 hervorheben, und gelangen über die Medienstadt der frühen Neuzeit rasch zu Presse und Journalismus in urbanen Kontexten des 19. Jahrhunderts und zur Radio und Stadt in der Zwischenkriegszeit. Danach werden Bauen, Bausausstellungen, Werbefilme, Filme, Massenmedien und vernetzte Kommunikation in den Blick genommen und mit einigen Abbildungen und Graphiken veranschaulicht, so dass die vermutlich noch steigende Bedeutung der Medien in der Stadt und für die Stadt vor allem der jüngeren Geschichte deutlich sichtbar wird.

 

Innsbruck                                                        Gerhard Köbler