Prettenthaler-Ziegerhofer, Anita, Europäische Integrationsrechtsgeschichte. 3. Aufl. StudienVerlag, Innsbruck 2012. 281 S. Besprochen von Gerhard Köbler.

 

Gemeinsam mit Peter Pichler legte die Verfasserin nach Ausweis des Karlsruher Virtuellen Katalogs im Jahre 2004 die erste Auflage einer Europäischen Integrationsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung des österreichischen Weges nach Brüssel im Umfang von 235 Seiten vor. Dem folgte 2007 eine von der Verfasserin allein verantwortete zweite Auflage im Umfang von 238 Seiten. Ihr schließt sich fünf Jahre später eine erweiterte dritte Auflage unter erweitertem Titel an, die allerdings von verschiedenen Bibliothekskatalogen noch unter dem bisherigen Titel fortgeführt wird.

 

Nach dem kurzen Vorwort der Verfasserin in der vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, der Stadt Wien/MA 7, dem Land Steiermark und dem Herbert Batliner-Europainstitut finanziell ermöglichten dritten Auflage ist der europäische Integrationsprozess nicht zum Stillstand gekommen, sondern ist der Europäischen Union durch Finanzkrise, Finanzstabilisierungsstrategien und die damit verbundenen Rettungsschirme ordentlich zugesetzt worden, so dass von der Finalität im Sinne des Auseinanderbrechens der Europäischen Union zumindest gedacht werden kann. Das stimmt nach den Worten der Verfasserin positiv und war Motivation, eine dritte Auflage zu verfassen. Da die Darstellung des europäischen Integrationsprozesses über die rein historische, politische Dimension hinausgeht, traf sie die – anscheinend noch nicht überall voll wahrgenommene – Entscheidung, das Buch Integrationsrechtsgeschichte zu betiteln.

 

Gegliedert ist es in neun Kapitel. Sie betreffen die Geschichte der „Vereinigten Staaten von Europa“ von Pierre Dubois (1250-1320) bis zu den europäischen Widerstandskämpfern nach Aristide Briand, den europäischen Integrationsprozess von seinen Anfängen bis in die Gegenwart, die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, die Spanne von der Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Strafsachen über die polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen zum Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts, die Erweiterung der Europäischen Union (einziger Unterpunt 5.1 der Beitritt der Türkei), die Gleichstellung der Geschlechter, Grundrechte in der Europäischen Union, die Organe der Europäischen Union und am Ende Österreichs Weg nach Brüssel. Tabellen und Texte veranschaulichen diesen individuellen Kurs der Rechtsgeschichte der europäischen Integration, die sich selbst als unverzichtbares Nachschlagewerk für alle Europainteressierten einschließlich besonders der Studierenden versteht.

 

Innsbruck                                                                  Gerhard Köbler