Gerhard Köbler

Gießener juristische Vorlesungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arbeiten zur Rechts- und Sprachwissenschaft

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Gießener juristische Vorlesungen


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Gießener juristische Vorlesungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

von

Gerhard Köbler

o. Universitätsprofessor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2003

c Arbeiten zur Rechts- und Sprachwissenschaft Verlag GmbH

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Alle Rechte vorbehalten

1982, 2. Auflage 2003


Vorwort

Eine Geschichte der zum Wintersemester 1607/1608 eingerichteten juristischen Fakultät der Universität Gießen ist bislang noch nicht verfasst worden. Sie würde auch eine langjährige vertiefte Beschäftigung mit den Quellen erfordern, für die sich bis jetzt noch niemand hat gewinnen lassen. Um jedoch wenigstens einen ersten Anfang zu machen, sind zum 375-jährigen Jubiläum der Universität und der juristischen Fakultät die Gießener juristischen Vorlesungen zusammengestellt worden.

Ihrer Edition vorangestellt ist ein kurzer zusammenfassender Überblick. Beigegeben ist ihr weiter die ungekürzte Fassung einer anlässlich des Jubiläums erarbeiteten Skizze zur Geschichte der rechtswissenschaftlichen Sektion bzw. des rechtswissenschaftlichen Fachbereichs, die an anderer Stelle nur in einer knapperen Kurzfassung zum Abdruck gelangen kann. Angefügt ist ihr schließlich ein alphabetisch angeordnetes Register der in der Fakultät bzw. dem Fachbereich vom Beginn bis zur Gegenwart tätigen Lehrpersonen.

Mögen diese Materialien zunächst dem Fachbereich Rechtswissenschaft selbst dazu dienen, sich seiner Geschichte und damit eines Teiles seiner Identität bewusst zu werden. Mögen sie darüber hinaus dazu beitragen, dass die dunklen Nachkriegsstunden in Vergessenheit geraten und der Fachbereich unter den deutschen juristischen Fakultäten wieder jenen guten Platz einnimmt, der ihm auf Grund seiner langen Geschichte gebührt. Und mögen sie schließlich auch einen weiteren Baustein für die gesamte Geschichte der deutschen Rechtswissenschaft wie der Geschichte der deutschen Universität abgeben.

Zu danken habe ich Hans Georg Gundel für die freundliche Überlassung eines Fahnenabzugs der von ihm edierten (Gießen-)Marburger Universitätsstatuten von 1629, Horst Jungfleisch, Krista Haas sowie den Herrn Fink, Friedmann und Jäger von der Universitätsbibliothek Gießen sowie allen anderen, welche die Arbeit unterstützt haben.

Gießen, den 20. 4. 1982                                                          Gerhard Köbler

 

Die 1982 vorgelegten Ausführungen (Köbler, Gerhard, Gießener juristische Vorlesungen, 1982) sind heute nur noch schwer greifbar. Ihre vollständige Überarbeitung unter verbesserten technischen Gegebenheiten ist mir aus Zeitgründen nicht möglich. Da Frau Bonnie Yen aber freundlicherweise einen Teil des Textes für mich maschinenlesbar gescannt hat, vermag ich diese Stücke der Allgemeinheit im Internet zur Verfügung zu stellen.

Gießen, den 20. 4. 2003                                                Gerhard Köbler


Literaturhinweise

Academia Gissensis. Beiträge zur älteren Gießener Universitätsgeschichte, hg. v. Moraw/Press, 1982

Akten der Präsidialverwaltung, des Universitätsarchivs und des Dekanates des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Justus Liebig-Universität Gießen

Allgemeine Deutsche Biographie, hg.v. d.  hist. Komm. d. bay. Ak. d. Wiss., Bd. 1-56, 1875ff.

Becker, Das erste halbe Jahrhundert der hessen-darmstädtischen Landesuniversität, in: Die Universität Gießen 1607 bis 1907, 1907, Bd. 1, 1ff.

Diehl, Suchbuch für die Gießner Universitätsmatrikel nebst Ergänzungen dazu von 1605 bis 1624. 1940/41, s. a. Waldhaus

Engisch, Gießener Juristen der letzten 100 Jahre, in: Ludwigs-Universität, 1957, 17ff.

Erman/Horn, Bibliographie der deutschen Universitäten, Bd. 1 1904

Geschichte der Fächer an der Justus Liebig-Universität Gießen nach 1957, Gießener Universitätsblätter 1982

Gießen s. a. Vorlesungsverzeichnis

Gießener Gelehrte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, hg. v. Gundel/ Moraw/Press, 1982

Gundel, Grundzüge der Gießener Universitätsgeschichte, in: Gießen und seine Landschaft in Vergangenheit und Gegenwart, hg. v. Neumann, 1970, 139ff.

Gundel, Rektorenliste der Universität Gießen 1605/07-1971, 1979

Gundel, Die alten Statuten der Gießener Universität 1629-1879. Statuta Academiae Marpurgensis 1629-1649, 1977

Hall, Die juristische Fakultät der Universität Gießen im 17. Jahrhundert, in: Ludwigs-Universität 1ff.

Justus Liebig-Universität Gießen. Festschrift 10 Jahre Justus Liebig-Universität - 360 Jahre Universität Gießen, hg. v. Heselhaus. 1967

Knipper/Schmidt, Bibliographie zur Geschichte der Universität Gießen von 1900 bis 1962, 1963

Köbler, Rechtsgeschichte, 3. A. 1982

Köbler, Erlanger juristische Vorlesungen des 18. und 19. Jahrhunderts, Jb. f. fränk. Landesforschung 27 (1967), 241

Kössler, Katalog der Dissertationen und Habilitationsschriften der Universität Gießen von 1801 bis 1884, 1971

Kössler, Register zu den Matrikeln und Inscriptionsbüchern der Universität Gießen von WS 1807/08 bis WS 1850

Kössler, Register zu den Matrikeln und Inscriptionsbüchern der Universität Gießen SS 1851-WS 1900/01, (1979)

Kössler, Verzeichnis der Doktorpromotionen an der Universität Gießen 1800-1884, 1970

Kürschner, Deutscher Gelehrtenkalender, 1925, 6. A. 1940/41, 7. A. 1950, 9. A. 1966, 12. A. 1976, 13. A. 1980

Ludoviciana. Festzeitung zur dritten Jahrhundertfeier der Universität Gießen, 1907

Ludwigs-Universität. Justus Liebig-Hochschule 1607-1957. Festschrift zur 350-Jahrfeier hg. v. Hungerland, 1957

Mallmann, Die neue Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät in Gießen und ihr Reformplan für das juristische Studium, JuS 1966, 217

Die Matrikel der Universität Gießen. (Erster Teil), 1608-1807, hg. v. Klewitz/Ebel, 1898

Die Matrikel der Universität Gießen. Zweiter Teil 1708-1807, bearb. v. Praetorius/Knöpp, 1957

Moraw, Kleine Geschichte der Universität Gießen, 1982

Neue Deutsche Biographie, hg. v. d. hist. Komm. d. bay. Ak. d. Wiss. Bd. 1ff 1971ff.

Personalverzeichnis, s. a. Vorlesungsverzeichnis

Quellen und Schriften zur Geschichte der Universitätsbibliothek Gießen, hg. v. Schüling, 1977

Reißmüller, Pioniergeist in Gießen, FAZ 20. 12. 1965

Schawe, Die Gründungsurkunde des Gymnasiums zu Gießen. Mitt. d. Oberhess. Geschichtsvereins 40 (1955), 29

Schmidt, Universitätsarchiv Gießen. Bestandsverzeichnis, 1969

Schröder, Vorläufiges Verzeichnis der in den Bibliotheken und Archiven vorhandenen Vorlesungsverzeichnisse deutschsprachiger Universitäten aus der Zeit vor 1945, 1964

Schüling, H., Die Dissertationen und Habilitationsschriften der Universität Gießen im 18. Jahrhundert, 1976

Schüling, Die Promotions- und Habilitationsordnungen der Universität Gießen im 19. Jahrhundert, 1971

Scriba, Biographisch-literarisches Lexikon der Schriftsteller des Großherzogtums Hessen, 1831-1843

Die Universität Gießen 1607 bis 1907, hg. v. d. Universität Gießen, 1907

Die Universität Gießen. Ihre Entwicklung und ihre Anstalten dargestellt v. Rosenberg, 1928

Söllner, Ludwig Julius Friedrich Höpfner - ein Mitglied der Gießener Juristenfakultät im 18. Jahrhundert, FS Mallmann 1978, 281

Statuta Academiae Marpurgensis deinde Gissensis de anno 1629, hg. v. Gundel, 1982

Strieder, Grundlagen zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte ..., Bd. 1-21, 1781ff.

Zum juristischen Studium in Gießen, Jus 1966, 255

Universität s. a. Vorlesungsverzeichnis

Vorlesungsverzeichnis: In der Universitätsbibliothek Gießen befinden sich folgende Bände von Vorlesungsverzeichnissen, die teilweise bibliographisch nur unvollkommen erfasst sind:

Vorlesungsverzeichnisse der Universität Gießen 1650-1700. Kopie der semesterweise erschienenen Einblattdrucke (1977) (52 Bl.).

Vorlesungsverzeichnis(se) der Universität Gießen 1716-1763, Bd. 1 (1716-1735), Bd. 2 (1735/6-1761), Bd. 3 (1763-1770), (Kopie, 1972 ?)

Universität Gießen, Personal- und Vorlesungsverzeichnis 1735/36-1756/57 (Kopie, 1981)

Vorlesungsverzeichnis(se) der Universität Gießen, veröffentlicht in Gießener Tageszeitungen 1750-1771 (Kopie, 1972?)

Vorlesungsverzeichnis der Universität Gießen (SS 1771-WS 1803) (Kopie, 1973?)

Vorlesungsverzeichnisse der Universität Gießen 1781-1800 (Kopie aus Zeitungen, 1973?)

Vorlesungsverzeichnis Gießen WS 1819-34 (1980) großherzoglich hessisches Regierungsblatt) (Kopien aus: Universität Gießen, Personal- und Vorlesungsverzeichnis 1816-1825/26 (1981, Kopien)

Universität Gießen, Personal- und Vorlesungsverzeichnisse 1826-1832/33 (Kopien, 1981)

(Originale gebunden) Universität Gießen, Vorlesungsverzeichnis 1833-1875/76 (?), weitere Bände 1876-1899/1900, 1900-1909/10, 1910-1918/19, 1919-1927/28, 1928-1934 sowie weitere 14 Bände

Personal- und Vorlesungsverzeichnis (WS1934/35-SS 1980)

Waldhaus, Suchbuch für die Gießener Universitätsmatrikel von 1649 bis 1707, 1937

Weber, Eröffnung der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Gießen, JZ 1966, 199

                                                                                                                     
Inhaltsverzeichnis

 

Einführung

 

1. Kapitel Die Ludwigsuniversität und ihre juristische Fakultät (1607-1945)

A. Äußere Geschichte                                                                                         

B. Professoren                                                                        

C. Studenten                                                                                    

 

2. Kapitel Der Fachbereich Rechtswissenschaft (1965-1982)

A. Bestrebungen zur Wiederbegründung der Fakultät                         

B. Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät                                

C. Fachbereich Rechtswissenschaft                                                   

 

3. Kapitel Die Vorlesungen

A. Überlieferung und Form                                                                

B. Lateinisch angekündigte Vorlesungen                                                               

C. Deutsch angekündigte Vorlesungen                                              

D. Studienpläne der 1965 erneuerten Fakultät


Einführung

 

1. Kapitel Die Ludwigs-Universität und ihre juristische Fakultät (1607-1945)

 

A

 

Die Ludwigs-Universität Gießen nahm ihren Ausgang von der Universität Marburg. Diese war im Jahre 1527 als erste evangelisch-lutherische Universität Deutschlands von Landgraf Philipp dem Großmütigen von Hessen gegründet worden. Ihre Lage wurde nach der Aufteilung Hessens unter den Söhnen des Stifters dadurch problematisch, dass Moritz von Kassel und Ludwig V. der Jüngere von Darmstadt am Ende des 16. Jahrhunderts infolge der Hinwendung Moritz’ von Kassel zum Calvinismus in religiöse Gegensätze gerieten und sich zwischen ihnen die Frage erhob, wie nach dem Tode des kinderlosen Ludwig IV. von Marburg mit der protestantischen Universität verfahren werden sollte.

Das mit dem Tode Ludwigs IV. von Marburg am 9. 10. 1604 wirksame Testament, das eine Halbierung Oberhessens vorsah, wurde von Ludwig V. dem Jüngeren nur zum Teil angenommen. Als danach Moritz von Kassel in Marburg den Calvinismus einführte und im Juni 1605 die Verkündung der bisherigen protestantischen Dogmen untersagte, entschied sich Ludwig V. für die Gründung eines protestantischen Gymnasiums in Gießen mit zunächst einer theologischen und einer philosophischen Fakultät. Für die philosophische Fakultät ließ sich für Mathematik und Institutionen der Jurist Kitzel (* Epstein 10. 2. 1574) gewinnen, der in Marburg am 29. 4. 1596 zum Magister philosophiae promoviert worden war, 1598 Pädagoglehrer und 1601 Advokat am Hofgericht geworden war. Ihm folgte im November 1605 für die damit als dritte eröffnete juristische Fakultät Gottfried Antonii (* 1571 Freudenberg in Westfalen), der seit 1. 9. 1603 Professor der Institutionen und seit 1604 Professor der Pandekten in Marburg gewesen war.

Als Unterrichtsort für dieses Gymnasium stellte die Stadt Gießen die nötigen Räume im Rathaus zur Verfügung. Professoren und Studenten wurden in Bürgerhäusern untergebracht. Zur Finanzierung erbrachten die Stände eine freiwillige Nebensteuer und beschlossen die Verwendung der im Gebiet Ludwigs V. des Jüngeren gelegenen Einkünfte der Universität Marburg aus den Vogteien Gießen, Grünberg und Alsfeld für das Gießener Gymnasium, an dem schon im September 1605 mit den ersten Vorlesungen für etwa 200 Schüler begonnen worden war, noch ehe die feierliche Eröffnung vom 10. 10. 1605 begangen hatte werden können. Vermutlich beabsichtigte Ludwig V. von Anfang an den Ausbau des Gymnasiums, das zur theologischen, philosophischen und juristischen Fakultät 1606 noch eine medizinische Fakultät erhielt, zu einer vom Kaiser privilegierten Universität, da nur diese das Recht hatte, die akademischen Grade zu verleihen. Jedenfalls wandte er sich am 29. 1. 1606 mit einer entsprechenden Bitte an den Kaiser.

Das Ringen um ein kaiserliches Privileg erwies sich als langwierig. Am 7. 5. 1607 versprach Kaiser Rudolf schließlich nach langem Drängen das Privileg zu erteilen. Am 6. 6. 1607 erhielt der Vertreter Ludwigs V. das auf den 9./19. 5. 1607 datierte Privileg.

Am 7. 10. 1607 wurde, nachdem schon am 25. 8. 1607 der Grundstein für ein neues dreistöckiges Kollegiengebäude am Brand mit einem Auditorium iuridicum im Mittelgeschoss gelegt worden war, das am 25. 2. 1611 eingeweiht und bezogen werden konnte, die Universität Gießen in Anwesenheit von rund 300 Studenten feierlich eröffnet. Dabei folgte der Verlesung des Privilegs die Verteilung der nach dem Muster der Marburger Siegel neugeschaffenen Fakultätssiegel - bei den Juristen mit dem Bildnis Rudolfs II. Am 8. 10. 1607 wurden 28 Kandidaten zum Magister graduiert. Die Zahl der Professoren wurde auf 18 erhöht, darunter 4 Juristen.

Schon für das Gymnasium waren besondere Statuten festgelegt worden. Bei der Ausarbeitung der Statuten für die Universität zog man die Statuten Marburgs von 1560 und 1564 sowie die Statuten Tübingens von 1602 bei. Ein Entwurf des Jahres 1609 wurde Ludwig V. vorgelegt. Zwischen 1615 und 1616 setzte der Landgraf diese statuta et leges unter Rückdatierung auf den 12. 10. 1607 in Kraft. Danach soll der erste Professor des Rechts den Codex (Justinians) oder die Lehnrechtsbücher, der zweite das kirchliche Recht, der dritte die wichtigsten Titel der Pandekten (Justinians) und der vierte für die Anfänger die Institutionen (Justinians) erklären, wobei Übungen im Sprechen und Erörtern eingefügt werden sollen.

Die Hörer sollen nicht durch überflüssige Vergleiche und unnütze Einzelheiten aufgehalten werden; Kollegen sollen weder beim Auslegen noch beim Erörtern beleidigt werden. Über das Recht von anderen befragt sollen sie mit solcher Redlichkeit und Sorgfalt antworten, dass sowohl die Würde und das Ansehen der Universität vermehrt wie auch den anfragenden Parteien geholfen wird.

Besondere Fakultätsstatuten sind vielleicht um 1620 geschaffen worden, da im Jahr 1642 von „Herrn l. Ludwigen z. Hessen ordnung die juristen facultät zu Gießen betr., datirt den 17. Oktober 1620“ die Rede ist. Sie sind jedoch nicht erhalten.

Wie der Rektor, der in strenger Reihenfolge der Fakultäten jeweils zum 1. Januar für ein Jahr aus der Zahl der Professoren - evtl. auch der adligen Studenten - von dem Konsistorium (Professorenversammlung) gewählt wurde, an der Spitze der Universität, so stand an der Spitze der Fakultät der ebenfalls jährlich wechselnde Dekan, der die Aufsicht über die Fakultätsgutachten, Disputationen, Promotionen, das Dekanatsbuch und das Fakultätssiegel hatte. Die juristische Dekanatsreihe ist allerdings nicht vollständig bekannt.

Am 22. 3. 1623 fällte Kaiser Ferdinand in dem nach dem Tode Ludwigs IV. von Marburg eingeleiteten hessischen Erbrechtsstreit sein Endurteil, in dem er dem Landgrafen Moritz von Kassel wegen seiner Verletzung des Testaments Ludwigs I. von Marburg seinen Erbteil absprach und Ludwig V. von Darmstadt zuwies. Daraufhin befahl Ludwig V. allen von Moritz von Kassel in Marburg ernannten Professoren sich jeder Amtstätigkeit zu enthalten, entließ zahlreiche von ihnen, suspendierte am 26. 5. 1624 die Universität Gießen und ließ in einer Feier vom 24. 5. 1625 die protestantische Universität Marburg mit insgesamt 16 Professoren, die meist aus Gießen übernommen wurden, wieder eröffnen.

Am 24. 9. 1627 schlossen der Nachfolger des am 27. 7. 1626 verstorbenen Ludwig V., Georg II., und der Nachfolger des am 17. 3. 1627 verstorbenen Moritz von Kassel, Wilhelm, einen Vertrag, demzufolge die Marburger Universität an Hessen-Darmstadt gelangte und in Niederhessen eine neue Universität gegründet werden sollte. Die daraufhin 1633 eingerichtete Kasseler Hochschule erhielt aber niemals Universitätsprivilegien.

Für die Marburger Universität wurden zum 1. 11. 1629 nova statuta mit insgesamt 113 Titeln in Kraft gesetzt. Bei ihrer Ausarbeitung lehnte man sich an die Statuten von 1615/1616, die Marburger Universitätsstatuten von 1560 (Entwurf) und 1564 sowie die Statuten anderer Universitäten (Bologna, Neapel, Padua, Leiden, Heidelberg, Jena, Leipzig, Rinteln, Rostock, Straßburg, Wittenberg) an. Titel 31 bis 37 betrafen die juristische Fakultät (De officio iureconsultorum in genere, de iureconsultorum lectionibus, de loco et horis lectionum iuridicarum, de disputationibus iuridicis, de iureconsultorum scriptis publicis, de facultatis iuridicae decano, eiusque officio, de facultatis iuridicae responsis).

Nach Titel 31 soll die juristische Fakultät zumindest aus 5 Professoren bestehen, die fromm, integer, würdig, klug, schweigsam, redegewandt, sorgfältig, friedfertig und gelehrt sein sollen. Sie sollen ein öffentliches Zeugnis über den Doktorgrad der (1629: Marburger) Universität oder einer anderen berühmten Universität haben und ein oder zwei Jahre praktisch tätig gewesen sein. In der Fakultät sollen sie Eintracht und Frieden wahren. Die Studenten sollen sie zuvorkommend, aber nicht liebedienerisch behandeln. Sie sollen die Rechtsbücher erklären und die Anwendung der Gesetze darlegen. Dabei sollen sie das weltliche Recht und das kirchliche Recht darstellen und veraltete Regeln ausscheiden, neue Gesetze und Ordnungen des Reiches aber einbeziehen. Fränkisches und sächsisches Recht sollen sie nicht außer acht lassen, die göttlichen Gesetze als Quelle aller Weisheit und Gesetze ansehen und auf die Geschichte Deutschlands und der Heimat hinweisen. Sofern sie schreiben, soll dies in verständlicher Weise geschehen. Ihrem Landesherren sollen sie jederzeit zu Diensten stehen, über diese Dienste aber Schweigen bewahren. Sie können zum Rat ernannt werden.

Titel 32 befasst sich mit den (öffentlichen) Vorlesungen. Danach sollen sie folgende Ordnung haben: Der erste Professor oder Primarius soll die Lehensgewohnheiten und die damit verbundene Materie der Regalien, die Goldene Bulle und die Materie der Jurisdiktion, soweit sie Bedeutung hat, darstellen. Der zweite soll das Kirchenrecht und den Kriminal- und Zivilprozess erklären. Der dritte soll den Codex und die Novellen Justinians sowie die peinliche Halsgerichtsordnung Karls V. darlegen. Der vierte soll die Pandekten lehren. Der fünfte soll binnen Jahresfrist die Institutionen und die Titel „de verborum significatione“ und „de regulis iuris“ behandeln. Insgesamt soll nach dieser gegenüber den Statuten von 1607/1615/1616 etwas veränderten Einteilung der gesamte Stoff des weltlichen und kirchlichen Rechts binnen jeweils 5 Jahren vorgetragen werden. Dabei soll bezüglich des Diktierens des Vorlesungsstoffes die goldene Mitte zwischen zuviel und zuwenig eingehalten werden. Es soll eine Materie nicht unbillig lang erörtert werden. Sollte über die Zahl von fünf ein weiterer Professor hinzukommen, so sollen Dekan und übrige Professoren ihm sein Gebiet und seine Vorlesungsstunde bezeichnen.

Nach Titel 33 sollen alle (öffentlichen) Vorlesungen im Hörsaal der Rechtsgelehrten (1629 in Marburg) an der Lahn gehalten werden. Der erste Professor soll um 9, der zweite um 12, der dritte um 2 nachmittags, der vierte um 7 morgens, der fünfte um 4 nachmittags lesen.

Titel 34 behandelt die juristischen Disputationen. Bei ihnen soll der Professor möglichst zum Nutzen aller wirken. Der Druck einer Disputation ist erlaubt, sofern dadurch Kaiser und Landesherr nicht beeinträchtigt werden.

Nach Titel 35 sollen die Professoren nur etwas veröffentlichen, wenn es eine ausgereifte Fassung erhalten hat. Vorlesungen sollen sie nicht veröffentlichen. Ihre Schriften unterliegen der Zensur durch den Dekan.

Dieser wird nach Titel 36 nach fester Reihenfolge unter den Professoren der Fakultät von diesen jeweils im Januar gewählt. Er hat das Recht, die Kollegen zusammenzurufen, ihnen die jeweiligen Angelegenheiten vorzutragen und ein Urteil zu erbitten. Er soll Streitigkeiten in der Fakultät beilegen. Er führt Fakultätssiegel und Dekanatsbuch, in das Beschlüsse und erlangte Grade eingetragen werden. Er übt die Zensur über Veröffentlichungen aus und leitet die gutachterliche Tätigkeit der Fakultät.

Diese ist schließlich näher in Titel 37 geregelt. Danach sollen Gutachten unparteiisch sein und mit viel Fleiß erarbeitet werden. Umgekehrt dürfen ihretwegen aber auch die Vorlesungen nicht vernachlässigt werden.

Diese Statuten blieben von 1629 bis zu ihrer Ablösung durch das Statut über die Organisation der Landes-Universität Gießen vom 16. 11. 1879 in Kraft. Sie sind demnach zwar für die Universität in Marburg erlassen worden. Sie haben ihre Geltung aber für die Universität als solche, unabhängig von ihrem jeweiligen Sitz, erhalten.

Aus der Zeit, in der die Universität ihren Sitz in Marburg hatte, sind, obgleich außer den Statuten der juristischen Fakultät (von 1620?) auch das Dekanatsbuch der Juristen des 17. Jahrhunderts nicht erhalten ist, als juristische Dekane bekannt: 1628 Hunnius, 1629 Nesen, 1630 Breidenbach, 1631 Sinold, 1632 Nesen, 1633 Breidenbach, 1634 Nesen, 1635 Breidenbach, 1636 Sinold, WS 1638/39 Kornmann, WS 1642/43 Kornmann, WS 1643/44 Kornmann, WS 1646/47 Walter, (WS 1652/53, SS 1653, WS 1653/54, SS 1654, WS 1654/55 Tülsner, SS 1676 Strauch).

Die ehemaligen Marburger Juristen Vultejus und Göddaeus werden trotz ihrer Emeritierung als Professoren geführt. Innerhalb der Fakultät richtet sich, abgesehen vom Professor primarius, die Rangfolge nach dem Dienstalter und rückt beim Wegfall eines vorgehenden Juristen der nachfolgende - abgesehen von der Stelle des primarius, deren Besetzung dem Landgrafen vorbehalten war - auf.

Öffentliche Vorlesungen sollen nach Titel 3,5 der Statuten von 1607/1615/1616 jeweils am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag abgehalten werden. Mittwoch, Samstag und Sonntag sollen von (öffentlichen) Vorlesungen frei sein, aber für Disputationen, Deklamationen und andere nützliche Übungen verwandt werden. Die Ferienzeit umfasst insgesamt etwa drei Monate (Titel 2,6,7). Jeder promovierte Doktor, Lizentiat oder Magister darf mit Genehmigung von Rektor und Senat - und seit 1724 mit der schriftlichen Erlaubnis des Professors, der das Fach an der Universität vertritt - Vorlesungen abhalten.

Durch die Entscheidung Kaiser Ferdinands vom 22. 3. 1623 und die anschließenden Vereinbarungen war der hessische Erbfolgestreit noch nicht endgültig erledigt. Vielmehr besetzte im Zuge des dreißigjährigen Krieges 1645 Hessen-Kassel Oberhessen, wobei das Marburger Schloss am 15. 1. 1646 geöffnet wurde und die Marburger Professoren die Universitätsdokumente in die Festung Gießen brachten. Nach einem Vergleich vom 9. 10. 1646 zwischen dem von Frankreich und Schweden unterstützten Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt sollten Stadt, Schloss und Universität Marburg gemeinschaftlicher Verwaltung unterfallen, doch ist dieser Vergleich nicht in Kraft getreten. Auch nach dem innerhessischen Friedensschluss vom 14. 4. 1648 sollte wenigstens die Universität Marburg gemeinschaftlich sein und die Besetzung der Fakultäten nach einem bestimmten Teilungsplan erfolgen. Wegen der damit verbundenen Schwierigkeiten schlug Hessen-Kassel am 12. 5. 1648 die Teilung der Universität vor, die im September 1649 nach längeren Verhandlungen auch beschlossen wurde.

Als Folge hiervon wurde die Wiedererrichtung der suspendierten Universität Gießen erwogen und am 29. 3. 1650 von Landgraf Georg von Hessen-Darmstadt auch beschlossen. Am 5. 5. 1650 wurde die Universität Gießen wieder eröffnet. Ein Teil der in Marburg der juristischen Fakultät angehörigen Professoren ließ sich nach Gießen übernehmen (Sinold, Tülsner), während die anderen in Marburg verblieben (Breidenbach, Kornmann).

In der Folgezeit bestanden grundsätzlich fünf Ordinariate und jeweils mehrere Extraordinariate. Dabei wurde 1745 das Aufstiegsrecht auf die zweite Professur beseitigt und auch deren Besetzung dem Landgrafen vorbehalten. 1835 verschwand das Aszendenzrecht überhaupt. 1677 wurde die Bestellung eines Assessors genehmigt. (Auf die Tätigkeit der Fakultät als Spruchkollegium in Rechtsstreitigkeiten kann hier nicht eingegangen werden. Hinzuweisen ist deswegen insbesondere auf 136 Aktenbündel und Bände „Responsa 1597-1839“ und „Fakultätsgutachten 1820-1920“ im Universitäts archiv [Jur F 7,8].)

Als Dekane sind aus dieser Zeit bekannt: 1723 Ludovici, 1724 Weber, WS 1725/26 Hartung, SS 1727, WS 1727/28 Kayser, 1729 Estor, 1730 Kayser, 1731 Wahl, SS 1732, WS 1732/33 Estor, SS 1733, WS 1733/34 Moegling, 1734 Kayser, 1735 Wahl, 1737 Wahl, 1739 Wahl, SS 1740 Senckenberg, 1741 Jaup, 1742 Kayser, SS 1746, WS 1746/47, SS 1748, WS 1748/49 Kortholt, SS 1749 J. E. Höpfner, 1750 Kayser, SS 1751, WS 1751/52 Kortholt, SS 1752, WS 1752/53 Ienichen, SS 1753, SS 1756 J. E. Höpfner, SS 1764, WS 1764/65, SS 1766, WS 1766/67, SS 1768 J. C. Koch.

Seit 1801 finden die Vorlesungen bis zum Neubau des Kollegienhauses am Brand (1840) in den Wohnungen der Professoren statt.

In der juristischen Fakultät wurde 1836 die lateinische Sprache im Examen beseitigt. 1885 wurde das juristische Seminar begründet. 1898 erhielt die bürgerlichrechtliche Professur einen Assistenten.

Vom Sommersemester 1894 an lässt das Vorlesungsverzeichnis folgende Dekane erkennen: SS 1884 Frank, 1895 Heimburger, 1896 Jörs, SS 1896 Schmidt, 1897 Leist, 1898 Biermann, 1899 Frank, 1900 Heimburger, 1901 Leist, 1902 Biermann, 1903 Schmidt, 1904 Leist, 1905 Biermann, 1906 Mittermaier, 1907 van Calker, 1908 Schmidt, 1909 Leist, 1910 Biermann, 1911 Mittermaier, 1912 van Calker, 1913 Schmidt, SS 1913 Leist, 1914 Mittermaier, 1915 Fischer, 1916 Hübner, 1917 Gmelin, 1918 Mittermaier, 1919 Rosenberg, 1920 Gmelin, 1921 Eger, 1922 Mittermaier, 1923 Zycha, 1924 Gmelin, 1925 Frölich, 1926 Rosenberg, 1927 Eger, 1928 Mittermaier, 1929 Gmelin, 1930 Frölich, 1931 Rosenberg, 1932 Mittermaier, 1933 Eger, 1934 Gmelin, SS 1934-WS 1935/36 Bley, WS 1936/37 SS 1938 Dietz, WS 1938/39-WS 1939/40 Eger, SS 1941-WS 1941/42 Frölich, SS 1942-WS 1942/43 Eger, SS 1943-WS 1944/45 Frölich.

 

                                                         B

 

Im einzelnen sah die juristische Fakultät zwischen 1607 und 1945 folgendermaßen aus:

Zeichenerklärung:  Name oder „         = durch Vorlesungsverzeichnisse belegt

                             (Name) oder .       = erschlossen, bzw. im 20. Jh. Vertreter

                             *                 = außerordentlich

SS                 = Sommersemester)

1605

 

 

 

 

 

 

 

[Antonii]

 

 

[Kitzel]

Gymnasium

 

1606

.

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.

 

 

 

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.

 

 

1607

.

.

.

.

 

 

 

(Antonii)

(Nebelkrae)

(Frider)

(Kitzel)

Universität

 

1608

.

.

.

.

 

 

 

.

.

.

.

 

 

1609

.

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.

 

 

 

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.

 

 

1610

.

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.

 

 

 

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1611

.

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.

 

 

 

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1612

.

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.

 

 

 

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1613

.

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(Hunnius)

.

 

 

 

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1614

.

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.

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1615

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.

 

 

 

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1616

.

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.

 

 

1617

.

.

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.

 

(Reinking*)

 

.

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.

 

.

1618

(Nebelkrae)

(Hunnius)

(Breidenbach)

.

 

.

 

.

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1619

.

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.

 

 

 

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1620

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.

 

 

 

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1621

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.

 

 

 

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1622

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.

 

 

 

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1623

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.

 

 

 

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.

 

 

1624

Suspension der Universität Gießen..

.

 

 

 

 

 

 

 

 

1625

(Hunnius)

.

(Breidenbach)

.

Vultejus

Göddaeus

 

.

.

.

(Sinolt [a. o.])

.

.

1626

.

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1627

.

(Nesen)

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.

 

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1628

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1629

"

"

"

"

"

„

 

"

"

"

"

"

„

 

1630

(Nesen)

(Breidenbach)

(Sinolt)

(Kornmann)

(Vultejus)

Göddaeus

 

.

.

.

.

.

.

1631

.

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.

.

 

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1632

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1633

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.

 

 

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1634

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.

 

 

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1635

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.

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.

 

 

 

.

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1636

.

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.

 

 

 

.

.

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.

 

 

1637

"

"

"

"

 

 

 

"

"

"

"

 

 

1638

.

.

.

.

 

 

 

"

"

"

"

 

 

1639

.

.

.

.

 

 

 

.

.

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.

 

 

1640

.

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.

(Tülsner)

 

 

(Sinolt)

.

(Walther)

.

.

 

1641

.

.

.

.

.

 

 

.

.

.

.

.

 

1642

.

.

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.

 

 

"

"

"

"

"

 

1643

.

.

.

.

.

 

 

"

"

"

"

"

 

1644

"

"

"

"

"

 

 

"

"

"

"

"

 

1645

"

"

"

"

"

 

 

"

"

"

"

"

 

1646

"

"

"

"

"

 

 

"

"

"

"

"

 

1647

.

.

(Kornmann)

(Tülsner)

 

 

 

.

.

.

.

 

 

1648

.

.

.

.

 

 

 

.

.

.

.

 

 

1649

.

.

.

.

 

 

 

.

.

.

.

 

 

1650

"

Tülsner

Le Bleu*

Müller, M.*

Wiedereröffnung Gießens

 

.

.

.

.

 

 

1651

"

"

"

"

 

 

 

"

"

"

"

 

 

1652

.

.

.

.

 

 

 

"

"

Le Bleu

"

 

Sinolt*

1653

"

"

"

Müller, M.

 

"

 

.

.

.

.

 

"

1654

.

.

.

.

 

"

 

.

.

Sinolt

Le Bleu

Müller, M.

 

1655

"

"

"

"

"

 

 

.

.

.

.

.

 

1656

"

"

Le Bleu

Müller, M.

 

 

 

"

"

"

"

 

 

1657

"

"

"

"

 

 

 

"

"

"

"

 

 

1658

 

.

.

.

 

 

 

 

.

.

.

 

 

1659

Tabor

"

"

"

 

 

 

.

.

.

.

 

 

 

1660

Tabor

Tülsner

Le Bleu

Müller, M.

Eyben

 

 

 

.

.

.

.

.

 

 

1661

.

.

.

.

.

 

 

 

"

"

"

"

"

 

 

1662

.

.

.

.

.

 

 

 

.

.

.

.

.

 

 

1663

.

.

.

.

.

 

 

 

"

"

"

"

"

 

 

1664

"

"

"

"

"

 

 

 

"

"

"

"

"

 

 

1665

.

.

.

.

.

 

 

 

.

.

.

.

.

 

 

1666

.

.

.

.

.

 

 

 

.

.

.

.

.

 

 

1667

"

"

"

"

"

 

 

 

"

"

"

"

"

 

 

1668

Tülsner

Le Bleu

Müller, M.

Eyben

Malcomesius

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

1669

"

 

 

 

 

Haberkorn*

 

 

"

Mollenbeck, A.

 

 

 

"

 

1670

Jacobi

Tülsner

Mollenbeck, A.

 

 

"

 

 

"

"

"

 

 

"

Lyncker*

1671

"

"

"

 

 

 

"

 

.

.

.

 

 

 

.

1672

.

(Mollenbeck, A.)

 

 

 

 

.

 

.

.

 

 

 

 

.

1673

"

"

 

 

 

 

"

 

"

"

 

 

 

 

"

1674

.

.

 

 

 

Nitzsch, F.*

 

 

.

.

Nitzsch, F.

 

 

 

 

1675

.

.

.

 

 

 

 

 

.

.

.

 

 

Thilen*

 

1676

Strauch

"

"

 

 

 

 

 

"

"

"

Thilen

 

 

 

1677

"

"

"

"

 

 

 

 

.

.

.

.

 

 

 

1678

.

.

.

.

 

 

 

 

.

.

.

.

 

 

 

1679

.

.

.

.

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

1680

Mollenbeck, A.

Nitzsch, F.

Thilen

 

 

 

 

 

.

.

.

 

 

 

 

1681

"

"

"

 

 

 

 

 

"

"

"

 

 

 

 

1682

"

"

"

 

 

Hert*

 

 

.

.

.

 

 

.

 

1683

.

.

.

 

 

.

 

 

.

.

.

 

 

.

 

1684

.

.

.

 

 

.

 

 

"

"

"

 

 

Hert*

Mollenbeck, B.*

1685

"

"

"

 

 

"

"

 

"

"

"

 

 

"

"

1686

"

"

"

 

 

"

"

 

"

"

"

 

 

"

"

1687

.

.

.

 

 

.

.

 

.

.

.

 

 

.

.

1688

.

.

.

 

 

.

.

 

"

"

"

 

 

"

"

 

1689

(Malcomesius)

(Mollenbeck, A.)

(Nietzsch, F.)

 

(Hert*)

(Mollenbeck, B.*)

 

.

.

.

 

.

.

1690

.

.

.

 

.

.

 

.

.

.

(Hert)

 

.

1691

.

.

.

.

 

.

 

.

.

.

.

 

.

1692

"

"

"

"

 

"

 

Mollenbeck, A.

Nitzsch, F.

Hert

 

 

"

1693

"

"

"

 

 

"

 

"

"

"

Mollenbeck, B.

 

 

1694

(Nitsch, F.)

(Hert)

(Mollenbeck, B.)

 

 

 

 

.

.

.

 

 

 

1695

.

.

.

 

 

 

 

.

.

.

 

 

 

1696

"

"

"

 

 

 

 

"

"

"

 

Mollenbeck, J.*

 

1697

"

"

"

 

.

Nitzsch, G.*

 

.

.

.

 

.

.

1698

.

.

.

 

.

.

 

.

.

.

 

.

.

1699

.

.

.

 

.

.

 

.

.

.

 

.

.

1700

"

"

"

 

"

Weber*

 

.

.

.

 

.

.

1701

.

.

.

 

.

.

 

.

.

.

 

.

.

1702

.

.

.

 

.

.

 

(Hert)

(Mollenbeck, B.)

 

 

.

.

1703

.

.

Orth

(Grolman)

.

.

 

.

.

.

.

.

.

1704

.

.

.

.

.

.

 

"

"

"

"

"

"

1705

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

.

.

.

1706

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

.

.

.

1707

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

.

.

.

1708

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

.

.

.

1709

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

.

.

.

1710

.

.

.

.

.

.

 

(Mollenbeck, B.)

(Orth)

(Grolman)

.

.

.

1711

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

.

.

.

1712

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

.

.

.

1713

.

.

.

.

.

.

 

.

.

.

(Weber)

.

.

1714

.

.

.

.

.

.

 

.

(Grolman)

(Frantz)

.

.

.

1715

.

.

.

.

.

 

 

.

.

.

.

.

 

1716

"

"

"

"

"

 

 

"

"

"

"

"

 

1717

"

"

"

"

"

 

 

"

"

"

"

"

 

 

1718

Mollenbeck, B.

Grolman

Frantz

Weber

 

Mollenbeck, J.*

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

"

Meier*

Kayser*

 

 

 

 

1719

"

"

"

"

 

"

"

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

"

"

 

 

 

 

 

1720

Grolman

Frantz

Weber

 

 

"

 

 

 

 

 

 

 

"

Weber

Kayser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1721

"

.

Hartung

Kayser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

1722

"

Ludovici

Weber

Hartung

Kayser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

1723

Ludovici

Weber

Hartung

Kayser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

1724

Weber

Hartung

Gruber

.

 

Wahl*

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

.

 

 

 

 

 

 

1725

"

"

"

"

Wahl

Leutner*

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

1726

"

"

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

Hartung

Gruber

Kayser

Wahl

 

"

 

 

 

 

 

 

1727

"

"

"

"

 

"

 

 

 

 

 

 

 

"

Kayser

Wahl

 

 

"

 

Estor*

 

 

 

 

1728

"

"

"

Estor

Stockhausen

"

 

 

 

 

 

 

 

Kayser

Wahl

Estor

Stockhausen

 

"

 

 

 

 

 

 

1729

"

"

"

"

 

"

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

"

 

 

 

 

 

 

1730

"

"

"

 

 

"

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

 

 

"

 

 

 

 

 

 

1731

"

"

"

Moegling

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

1732

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

1733

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

1734

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"

"

"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1735

"

"

"

 

 

 

Rays*

Arnoldi*

 

 

 

 

 

"

"

"

 

 

 

"

"

 

 

 

 

1736

"

"

 

 

 

 

"

"

 

 

 

 

 

"

"

 

 

 

 

"

"

 

 

 

 

1737

"

"

 

 

 

 

"

"

 

 

 

 

 

"

"

 

 

 

 

"

"

 

 

 

 

1738

"

"

 

 

 

 

"

"

 

 

 

 

 

"

"

Senckenberg

Rays

 

 

"

"

 

 

 

 

1739

"

"

"

"

 

 

 

"

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

"

 

 

 

 

1740

"

"

"

"

 

 

 

"

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

 

"

 

 

 

 

1741

"

"

Senckenberg

Rays

 

 

 

"

Hoepfner*

Kortholt*

Balser*

Wloemer

 

"

"

"

"

 

 

 

"

"

 

"

"

1742

"

"

"

"

 

 

 

"

 

 

 

"

 

"

"

"

"

 

 

 

"

 

 

 

 

1743

"

"

"

"

 

 

 

"

 

 

 

 

 

"

"

"

Kortholt

 

 

 

"

 

 

 

 

1744

"

Senckenberg

Kortholt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"

Kortholt

Hoepfner

Balser

 

 

 

 

 

 

 

 

1745

"

"

"

"

 

 

Koch*

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

Wagner*

 

 

 

 

 

1746

"

"

"

"

 

 

"

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

"

 

 

 

 

 

1747

"

"

"

"

 

 

"

 

 

 

 

 

 

"

"

"

"

 

 

"

 

 

 

 

 

 

1748

Kayser

Kortholt

Jenichen

Balser

Hoepfner

 

Wagner*

 

"

"

"

Hoepfner

Balser

Koch

 

1749

"

"

"

"

"

Koch

 

 

"

"

"

"

"

"

 

1750

"

"

"

"

"

"

 

 

"

"

"

"

Koch

 

 

1751

"

"

"

"

"

 

 

 

"

"

"

"

"

 

 

1752

Kortholt

Jenichen

Hoepfner

Koch

 

 

 

 

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1753

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1754

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1755

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1756

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1757

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Koch

 

 

 

 

 

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1758

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1759

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Koch

 

 

 

 

 

 

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1760

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1761

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1762

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1763

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1764

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1765

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1766

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Mogen

 

 

 

 

 

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1767

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Gatzert

Mogen

 

 

 

 

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1768

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1769

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1770

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1771

Koch

Gatzert

Hoepfner

 

 

 

 

 

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1772

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Jaup

 

 

 

 

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1773

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1774

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1775

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1776

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1777

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1778

Koch

Gatzert

Höpfner

Jaup

 

 

 

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1779

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1780

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1781

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Jaup

Büchner

 

 

 

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1782

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Musaeus

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1783

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Schnaubert*

 

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1784

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1785

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1786

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1787

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1788

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1789

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1791

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1792

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1793

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1794

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1795

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1796

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1797

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